FireCamp One: Erfahrungen
28. November 2007 von · Kommentieren
Wenn mir jetzt wie die letzten zwei Tage keine Alarmierung
dazwischenkommt schaffe ich es endlich diesen Bericht fertig zu
schreiben…
Ich denke die Teilnehmer des FireCamp One kehren mit guten
Erninnerungen von der Veranstaltung nach Hause. Hat Spaß gemacht war
kurzweilig man konnte was lernen und hat auch prima Kontakte
geschaffen. Danke nochmal an Jeannette und Sven für die super
Organisation und an die JF Frankfurt für die Überlassung der
Räumlichkeiten für diesen einen Tag!
Fotostrecken: Irakli + Sebastian Henning Florian
Das Ziel war dieses Format von (Un-)konferenz zu testen um zu sehen
ob und wie es später im Rahmen der neuen Plattform eingesetzt werden
kann. Ich plane ab nächstes Jahr eine Reihe von Veranstaltungen eher
klein und eher lokal die dann allerdings im Gegensatz zum FireCamp One
unter einem bestimmten Thema laufen werden. Einige Beispiele: Feuerwehr
und Internet (Hosting Programmierung Design Marketing Fotografie
Recht usw.) THL-Trainings Strahlrohrtrainings Kurzseminare und
Vorträge “Ventilation-Camp” usw. Dazu jedoch mehr zu einem späteren
Zeitpunkt. Die Erfahrungen aus dem FireCamp kommen hier jedoch zugute.
Das mal vorab.
Zurück zum FireCamp:
Nach “Vorwärmen” mit Frühstück ging es dann los: jeder durfte sich kurz
vorstellen sowie ein etwaiges Thema über das er vortragen wollte. Die
Themen wurden zusammengeschrieben und darüber abgestimmt. Da wir nur
13 Leute waren gab’s auch keine Parallel-Veranstaltungen – was
wiederum den Vorteil hatte dass man zeitlich flexibel war.
Los ging’s mit Videos: Sven’s Video über die Herbstabschlussübung
der JF Frankfurt sowie mein zweites THW-Video. Danach wurden die
Videos diskutiert analysiert und kritisiert: was gehört zu einem guten
Video? Was interessiert den (Feuerwehr-)zuschauer? Wie wird im Internet
konsumiert?
Die nächste Session war eine Diskussion über grosse Feuerwehren/ kleine
Feuerwehren sowie Feuerwehr in Städten mit BF / FF. Hier war
interessant zu erfahren wie es bei anderen abläuft. Benni’s Feuerwehr
Langen etwa fährt eine Unmenge an Einsätzen die von freiwilligen
Kräften gestemmt werden müssen; dies stellt große Anforderungen an die
Logistik und auch an die Motivation. Stefan kam hingegen ursprünglich
von einer kleinen Landfeuerwehr wo die Uhren “anders ticken”…
Nach dem Mittagessen (Nudeln!) ging’s zur Verdauung ums Eck zum Hafen um den Schlauchwickelkorb auszutesten.
Dieser wurde ein Paar male aufgelastet und die Schläuche abgezogen. Das
Fazit war gemischt. Auf der Plus-Seite das schnelle aufwickeln sowie
das extrem flexible auslegen. Man greift hinein und kann schnell und
sehr sauber die Schläuche in Buchten auslegen:
Dieses ist beispielsweise in Treppenräumen extrem vorteilhaft.
Auf der Minus-Seite wurde der (viel) höhere Preis im Vergleich zu
einem Standard-STK genannt und auch die Stabilität. Der Korb den wir
zur Verfügung gestellt bekommen hatten war etwas ausgeschlagen so
dass die Kupplungen nicht sauber einzulegen waren. Das Resultat war
dass sich der Schlauch beim Ablegen verhakte. Die Frage die hier
leider nicht zu beantworten ist: war die Beschädigung im normalen
Betrieb entstanden oder als außergewöhnliches Ereignis das einem
normalen STK auch zugesetzt hätte?
Nach dem Aufenthalt an der Frischluft ging es wieder zurück ins Haus:
Ingo lieferte eine Doppelsession zum Thema Atemschutz
Atemschutzunfälle plus Schwerpunkt Rauch als “Bonus”. Letzterer kommt
so gut wie gar nicht vor in unserer Standardausbildung.
Hier wurden übrigens auch einige Informationen vom Seminar in Böblingen eingebaut beispielsweise John Taylor’s “Rauch Lesen”.
Während des Vortrags konnten wir dann auch die “Check-Box” ein
elektronisches Atemschutzüberwachungsgerät der Firma Pölz. Wie beim SWK
kam auch hier ein “kommt drauf an” heraus. Sehr positiv bewertet wurde
insbesondere die automatische Berechnung der Rückzugszeit die
Protokollierung sowie – von einigen Teilnehmern – die einfache
Bedienung (Einchecken auschecken wenige Eingabevorgänge). Dem
gegenüber stand auch hier der Preis das zusätzliche Risikopotenzial
durch Ausfall der Technik sowie die Alternative durch gut
ausgebildete AÜ die gleichen Funktionen “per Hand” ausführen zu können.
Eines wurde jedoch klar: Feuerwehren müssen die ordentliche
Durchführung der AÜ wesentlich besser ausbilden danach kann man
entscheiden ob man mit einer automatischen Box auskömmen möchte oder
es lieber per Hand macht.

(Pause)
In der nächsten Session stellten Sebastian und Michael WI112 vor
die Plattform mit Einsatzberichten aus dem Raum Wiesbaden. Dabei gingen
sie auf die Entwicklung der Plattform ein das “Zusammenfinden”
insbesondere mit der BF ihre Erfahrungen beim erstellen von Berichten
und über Zukunftspläne. Toll was man mit Engagement erreichen kann
und sicher eine beste Empfehlung im späteren Berufsleben.
Zu allerletzt wurde dann die neue Plattform diskutiert – leider derzeit
ein wenig im Verzug deshalb hier noch nicht der Link zur Open Beta.
Auch hier für mich wertvolles Feedback.
Abends ging es dann gemeinsam zum Essen und schließlich übernachteten
wir im Gerätehaus der FF Frankfurt-Sindlingen. Auch hier vielen Dank!

Nach dem Frühstück ging’s zum Hafen wo wir uns das Feuerlöschboot
genauer ansehen konnten. Auch das eine nicht alltägliche Facette der
Feuerwehr zumindest für die Münchner :) Danke auch hier an dem
Mitarbeiter der BF der sich die Zeit nahm uns das Boot komplet
anzugucken und schließlich für die Wasserwand aus allen Rohren. Sehr
beeindruckend :)
Wie man sieht war das nicht eine Veranstaltung mit 100%
Frontalunterricht – es war kurzweilig jeder konnte sich einbringen und
etwas lernen. Einige waren überrascht wie schnell der Tag um war. So
gesehen war das ein Erfolg. Kleiner Wermutstropfen war die geringe Zahl
an Teilnehmern andererseits konnten wir dann sehr flexibel mit der
Zeit umgehen und alle passten dann problemlos in einen Raum.
Jetzt geht’s daran die nächsten Camps zu organisieren… Wer übrigens
geeignete Räumlichkeiten stellen kann kann sich freundlicherweise
melden freue mich darauf!
Verkehrte Welt: EST kommt zur FW
28. November 2007 von · Kommentieren

In Hattingen (NRW) musste die Feuerwehr
keine lange Anfahrt zur Einsatzstelle machen um einem verunfallten
Auto zu helfen. Einsatzstelle und Feuerwehrhaus waren identisch. Ein
74-jährige PKW-Fahrerin kam von einem Parkdeck ab und prallte nach etwa
5Metern freiem Flug auf das darunter liegende benachbarte
Feuerwehrhaus des Löschzug Hattingen-Mitte. Dort durchbrach das
Fahrzeug in 2 Meter Höhe das Nebengebäude. Die beiden
Fahrzeuginsassen wurden schwer verletzt. Bei dem Unfall entstand ein
Schaden von etwa 21.000 Euro. An dem Auto entstand Totalschaden. [Spiegel Online] [Einsatzbericht Feuerwehr Hattingen]
(maps: Hattingen )
Video: THW-Übung “Ausleuchten”: Leuchtmittel
23. November 2007 von · 1 Kommentar

Mit reichlich Verspätung nun der zweite Teil der Übung in Wörth. Hier gehen wir auf Leuchtmittel ein.
sevenloadRl5Lrlk/sevenload
Teil drei erscheint dann nächste Woche dort schauen wir uns den Zugtrupp genauer an.
- Teil 2 als mp4 zum Download (ca 1omb)
- Teil 1
(maps: Wörth an der Donau)
Fettbrand XXL
23. November 2007 von · Kommentieren

Kennt ihr die Folge der Simpsons wo Moe seine Bar zum
familienfreundlichen Restaurant umbaut? Mittelpunkt ist eine
ausgediente XXL-Friteuse der Navy die alles packt was eingetaucht
wird. Lustig und vor Allem nicht ganz abwegig: Ein bisschen in diese
Richtung geht der so genannte Turkey Fryer der gestern hunderttausendfach in den USA zum Einsatz gekommen sein dürfte.
Aufbau simpel: Gasbrenner + Topf + Öl. Die Diskussion über Adipositas lasse ich hier mal aussen vor betrachten wir das Ganze mal aus Brandschutz-Sicht:
youtube2ljY0mXuaRE/youtube
Entdeckt im LAFD-Blog. Gut dass wir hier Saisonal nur zur Adventszeit und dem Jahreswechsel solche Sorgen haben.
Fire Experience 2007 in Weeze: Berichte
22. November 2007 von · Kommentieren
Zusammengefasst die drei Videos mit Produktpräsentationen von der Fire Experience.
Video 1
sevenload9E6Lqgg/sevenload
00:10: Powermoon (Leuchtmittel)
03:27: Massong (Schlauchkupplungen)
06:48: Geilenkothen (JF-Bekleidung)
08:04: Heckmann (Digitalfunk)
Video 2
sevenloadh6PIPYD/sevenload
00:10: MP-Soft-4-U (Software zur Feuerewehrverwaltung)
01:22: PlymoVent (Abgasabsaugung)
02:18: 3S Arbeitschutz (Spritzschutzanzüge)
04:00: AVV (Rettungsplattform)
Video 3
sevenloadjj0rACa/sevenload
00:09: Colt International (Rauchabzugsysteme)
02:07: Telesto (Löschsysteme mit Wassernebel)
03:38: Iconos (Sprühschlauch)
06:23: Lentner (FLF Avenger)
08:40: Schlauchwickelkorb.de
11:45: Statement Ulrich Cimolino zur Messe
Schweiz: Trauerfeier für getöteten FA
22. November 2007 von · Kommentieren
In Oetwil fand eine bewegende Trauerfeier für den beim einem Brand in Zürich verstorbenen 44-jährigen Angehörigen der Berufsfeuerwehr schreibt die Zisch :
Rund 300 Personen fanden in der Kirche Platz. Vorab waren dies die
Familie und weitere Angehörige des Verstorbenen. Aber auch Kameraden
der Berufsfeuerwehr Zürich der Feuerwehr Oetwil von Sanität Stadt-
und Kantonspolizei sowie Behördenmitglieder waren anwesend.Weitere
rund 500 Trauergäste verfolgten im völlig überfüllten lokalen
Feuerwehrdepot die Feier via Grossleinwand. Wie
Schutz-und-Rettung-Sprecher Patrick Mauron gegenüber der SDA sagte
waren zudem Feuerwehr-Delegationen aus der ganzen Schweiz angereist und
sogar aus Karlsruhe D. Die "grosse Feuerwehr-Familie" habe ihre
Solidarität und Anteilnahme gezeigt sagte Mauron.
(maps: Oetwil )
Die letzte Reise der Engine 6
22. November 2007 von · Kommentieren

Engine NYFD 6 wurde 9/11 am Ground Zero zerstört vier Besatzungsmitglieder kamen ums Leben. Jetzt tritt sie ihre letzte Reise an:
youtubeKnwzYcAlbzo/youtube
Sehenswert
Gelenkdrehleiter von Metz
22. November 2007 von · Kommentieren
Die gestern vorgestellte Neuheit aus dem Hause Metz Aerials heißt L 32
A. Es handelt sich hierbei um eine DLAK 23/12 mit absenkbarem
Korbsegment. Die Herstellerbezeichung L 32 A verweisst auf eine Leiter
mit einer Arbeitshöhe von 32m das “A” in der Herstellerbezeichnung
steht für „Articulated“ was ins Deutsche übersetzt soviel bedeutet wie
„mit Gelenk“.

Produktpalette von Metz: B 32 die neue L 32 A und die L 32 im neuen Design
Die neue L 32 A verfügt serienmäßig über eine fest eingebaute
Wasserführung in der Oberleiter und dem absenkbaren Korbsegment so
dass eine Wasserversorgung zum Korb schneller hergestellt werden kann.
Optional ist auch eine Teleskopwasserleitung erhältlich. Der
Rettungskorb selbst wurde für die neue Gelenkdrehleiter weiter
verbessert und soll in dieser Version in Zukunft bei allen Drehleitern
eingesetzt werden. Er wirkt stabiler hat nach Herstellerangaben jedoch
kein höheres Gewicht als der bisherige Korb. Die Korbaufhängung an der
Leiterspitze ist nun durch eine Korbgabel an den Seiten des Korbes
realisiert. Zuvor war die Verbindung zur Leiter am Korbboden mittig.
Der Korb hat weiterhin eine Tragfähigkeit von 270kg und die
Korbfunktionen vom bisherigen Korb sind erhalten geblieben. Er verfügt
über vier Einstiegsmöglichkeiten: Seitlich über die vorderen Ecken von
vorne über eine abklappbare Einstiegsleiter sowie nach hinten auf den
Leitersatz. Selbstverständlich sind auch weiterhin im Einsatz die
verschiedensten Geräte anbaubar. Das Bedienpult im Korb ist in der
Fahrstellung seitlich so dass der Korb über den Leitersatz geklappt
werden kann im Einsatz kann es nach vorne geschwenkt werden.

Der Rettungskorb der L 32 A

Das schwenkbareBedienfeld im Rettungskorb

Detailaufnahme: Strom- und Wasserversorgung zum Korb
Der Gewichtsunterschied zu einer herkömmlichen L 32 ohne absenkbares
Korbsegment beträgt laut Hersteller ca. 400kg. Das Fahrzeug hat ein
Gesamtgewicht von 15t.
Metz bietet bisher Die L 32 mit einem Achsabstand von 446m an.
Optional ist auch ein größerer Achsabstand möglich um größere
Geräteräume zu erzielen. Die L32 A hat wegen der Gewichtsverteilung
einen serienmäßigen Achsabstand von 476. Der Wendekreis ist daher mit
1890m um 110m größer als der einer herkömmlichen Drehleiter. Auch die
Gewichtswerte bezüglich der Vorder- und Hinterachse sind im Rahmen der
Norm.
In der Fahrposition befindet sich das absenkbare Korbsegment
oberhalb des Fahrerhauses der fünfteilige Leitersatz wird hinter dem
Fahrerhaus abgelegt so kann eine maximale Fahrzeughöhe von 330m
erzielt werden. Das zusätzliche fünfte Leiterteil ist nötig um die in
der Norm verlangte Rettungshöhe von 30m zu erreichen.

Heckansicht: L 32 mit vierteiligem Leitersatz

Der fünfteilige Leitersatz der L 32 A ist deutlich breiter
Nach der neuesten Drehleiternorm wird die maximale Ausladung bei
horizontalem Ausfahren der Leiter von der Aussenkante der voll
ausgefahrenen Stütze bis zur Korbaussenkante gemessen. Hier erfüllt die
L 32 A nach Herstellerangaben den verlangten Wert von 16m genauere
Angaben wurden hierzu jedoch nicht gemacht. Einige Leiterbewegungen die
beim Pressetermin von Fotografen gewünscht wurden wollte das
Vorführteam noch nicht ausführen da hier in der Leitersteuerung noch
Optimierungen anstehen. Die in der Norm verlangten Werte für die
Rüstzeit werden definitiv unterboten. Derzeit ist von 85 Sekunden die
Rede jedoch sollen auch hier noch Optimierungen der Steuerung
Verbesserungen bringen. Für 50- bis 60-Tausend Euro Aufpreis bekommt
der Kunde in Zukunft seine Drehleiter mit Gelenkteil.
Erste Auslieferung
Die erste Gelenkdrehleiter von Metz die an einen Kunden
ausgeliefert wird geht an die Freiwillige Feuerwehr Konstanz. Das
Fahrgestell ein MAN TGM 16.280 verfügt über eine zusätzliche
Besonderheit. Die Hinterachse ist gelenkt um einen kleineren Wendekreis
zu erzielen. Daher ist das Fahrgestell dreiachsig. Diese Tatsache hat
im Vorfeld zu Vermutungen geführt es gäbe bei der Neuentwicklung
Probleme mit der Gewichtsverteilung dies ist jedoch zu verneinen.

Noch in der Endmontage: Die L 32 A für die FF Konstanz
Ergänzung am 26.10.2007: Das Farbkonzept des neuen Designs mit
anthrazitfarbenen Rolländen und Leitersatz ist bei dem Fahrzeug der FF Konstanz bereits umgesetzt.

Die hintere Doppelachse der Konstanzer Drehleiter
Neues Design
Der Prototyp der L 32 A ist noch nicht im neuen mehrfach
preisgekrönten Design der Metz-Drehleitern gehalten. Bei der
Entwicklung wollte man sich hier voll und ganz auf die Technik
konzentrieren und nicht durch Überlagerungen mit der parallel laufenden
Designänderung beeinflusst werden.
In Zukunft werden auch die Gelenkdrehleitern im neuen Design von
Wiener Designbüro Spirit-Design welches auch schon das
Flugfeldlöschfahrzeug Panther in selben Stil gestaltet hat
ausgeliefert werden.
Das erste Fahrzeug komplett im neuen Design erhält die Freiwillige
Feuerwehr Donauwörth auf einem Mercedes-Benz Atego 1529 Fahrgestel.
(Ergänzung 26.10.2007) Die Drehleiter der FF Konstanz
ist bereits im Farbkonzept des neuen Designs gehalten der Aufbau des
Podiums erfolgte jedoch noch in der beisherigen Variante.

Im neuen Design: L 32 auf Econic für die Feuerwehr Düsseldorf

Der Platz des Drehleitermaschinisten in Fahrposition…

… aufgeklappt fertig zum Drehleitereinsatz

Eine L 32 auf Atego-fahrgestell im neuen Design.
Metz und Rosenbauer favorisieren den neuen Look mit anthrazitfarbenem
Leitersatz. Aber auch weiterhin kann der Leitersatz auf Kundenwunsch in
Silber ausgeführt werden.
Gelenkleitern gibt es seit 1996
Als Magirus auf der Brandschutz-Fachmesse Interschutz 1994 erstmals
eine Drehleiter mit Gelenkteil vorstellte dachte wohl niemand daran
dass dieses Konzept auf dem Markt so gefragt sein würde. Man ging davon
aus dass ein solches Fahrzeug nur sehr selten zum Beispiel in
verwinkelten Altstädten Verwendung finden würde.
Da mittlerweile jährlich wohl 20 bis 25 solcher Drehleitern alleine für
den deutschen Markt hergestellt werden ist Metz nun nachgezogen.
Der Gebrauchsmusterschutz für eine Gelenkdrehleiter von Magirus ist
längst erloschen daher waren laut Angaben von Metz keine
patentrechtlichen Probleme zu erwarten.

Das Vorführfahrzeug der L 32 A ist noch im alten Escheinungsbild
mit silbernem Leitersatz und den blauen Abdeckungen hinter dem
Fahrerhaus ausgeführt

In Fahrposition wird das absenkbare Korbsegment durch eine
zusätzliche Auflage abgestützt. Der fünfteilige Leitersatz ist hinter
dem Fahrerhaus abgelegt.
Vergleich mit Magirus
Die neue L 32 A erfüllt alle Normwerte und verfügt zusätzlich über
das so genannte absenkbare Korbsegment mit einer Länge von 350m.
Dieses vordere Leiterteil lässt sich um 70 75°
[Korrektur nach Hinweis der Fa. Metz] absenken bei Magirus lässt sich
das so genannte Gelenkteil um 75° abwinkeln wie es im Prospekt heißt.
Allerdings erfüllt die DLK 23-12 GL sprich die Drehleiter mit
Gelenkteil von Magirus nicht alle Normwerte. Sie hat eine Rettungshöhe
(gemessen senkrecht vom Korbboden zur Aufstellfläche) von 2750 Metern
die L32 A von Metz erfüllt mit der Rettungshöhe von 30m die Norm.

Das Konkurrenzprodukt von Magirus: Drehleiter mit teleskopierbarem Gelenkteil.
Das Fahrzeug verfügt über eine gelenkte Hinterachse kommt aber mit zwei Achsen aus.
(Bild: Stefan Cimander)
Magirus bietet seit dem letzten Jahr ihre Drehleiter mit Gelenk
zusätzlich mit einem teleskopierbaren Gelenkteil an Die DLK 23-12
GL-T. Hier kann das absenkbare vordere Leiterteil zusätzlich noch
einmal ausgeschoben und somit von 350m auf bis zu 470m verlängert
werden. Diese Version kommt auch wieder auf eine Rettungshöhe von 30m
und erfüllt somit ganz die in der Norm verlangten Werte. Bei Metz will
man kein teleskopierbares Gelenkteil anbieten die Ausladungsverluste
seinen durch das Mehrgewicht zu hoch.
Die Abstützbreite der L 32 A von Metz beträgt maximal 485m mit der
Waagrecht-Senkrecht-Abstützung. Die Varioabstützung der DLK 23-12 GL-T
hat eine maximale Abstützbreite von 520m. Bei der Abstützung bestehen
keine Unterschiede zu den Drehleitern ohne Gelenkteil.
Zwischen den beiden deutschen Drehleiterherstellern Metz aus
Karlsruhe und Magirus aus Ulm bestand schon immer ein gegenseitiges
Überbieten in der Fortentwicklung der Drehleitertechnik.
Die beiden Firmengründer waren beide wichtig Persönlichkeiten in der
Geschichte der deutschen Feuerwehren. Carl Metz war der Gründer einer
der ersten deutschen Feuerwehren in Durlach Conrad Dietrich Magirus
Kommandant der Feuerwehr Ulm gründete den Deutschen Feuerwehrverband.
Beide verbanden ihre Tätigkeit mit der Produktion von Feuerwehrgeräten
und Fahrzeugen. Die Firma Magirus als Teil des IVECO-Konzerns
produziert an mehreren weltweiten Standorten Feuerwehrfahrzeuge die
Drehleiterproduktion befindet sich in Ulm. Metz Aerials ist
mittlerweile teil der Österreichischen Firma Rosenbauer und hat sich
mit der Produktionsstätte Karlsruhe auf den Bau von
Hubrettungsfahrzeugen spezialisiert.
Seit der Erfindung der Drehleiter waren die größten Meilensteine der
Drehleiterentwicklung meist entweder eine Erfindung von Metz oder von
Magirus. Jeweils der Konkurrent reagierte anschließend mit einer
weiteren Verfeinerung.
Während Magirus 1965 den hängenden pendelnden Korb serienmäßig
einführte brachte Metz 1967 den zwangsgesteuerten stehenden
Rettungskorb heraus. (Erfunden wurde der Rettungskorb allerdings schon
Früher.) Später führte Magirus den so genannten Stülpkorb für seine
Drehleitern ein.
Mit dem hängenden Korb und der daran befestigten Klappleiter konnten
bisher teilweise auch zurückgelegene Stellen hinter Dachvorsprüngen
erreicht werden. Der stehende Korb brachte zwar mehr Arbeitshöhe aber
das Erreichen von zurückgesetzten Fenstern wurde schwerer. Dies war
sicherlich ein Grund für die Entwicklung einer Drehleiter mit
Gelenkteil durch Magirus. Durch das Absenkbare vordere Leiterteil
können zurückgelegenen Stellen nun besser erreicht werden.

Detailaufnahme des Gelenks. Gut erkennbar sind die Überstiegshilfen

Grundsätzliche Problematiken
Überfährt man mit dem Gelenkteil ein Hindernis so muss darauf
geachtet werden dass unter Umständen bei einer plötzlichen höheren
Belastung etwa wenn noch jemand in den Rettungskorb zusteigt das
Aufrichten des Gelenkteils oder das Zurückfahren über das Hindernis
nicht mehr möglich ist. Bei einer Herkömmlichen Drehleiter ohne
Gelenkteil ist das Zurückfahren der Drehleiter jederzeit möglich.
Eine Gelenkdrehleiter sollte auch immer nur als zusätzliche Hilfe im
Einsatz etwa in verwinkelten Altstädten oder Industrieanlagen gesehen
werden. Quasi um im geschützten Bestand ein Plus an Sicherheit bieten
zu können.
Bei der Genehmigung von neuen Gebäuden zählt immer die Landesbauordnung
und in dieser wird von einer herkömmlichen Drehleiter als zweiter
Rettungsweg bei hohen Gebäuden ausgegangen. Abweichungen bei denen der
zweite Rettungsweg ausschließlich durch das Anwenden eines Gelenks bei
der Drehleiter möglich ist sind sehr kritisch zu betrachten. Zwar
liegt es nahe in Gemeinden in denen die Feuerwehr über eine
Gelenkdrehleiter verfügt so zu verfahren jedoch ist dies in den
meisten Fällen nicht zu verantworten. Sollte ein Hubrettungsgerät
ausfallen so muss es in kürzester Zeit durch ein anderes vom
nächstgelegenen Standort ersetzt werden können. Drehleitern mit
Gelenkteil sind jedoch nicht flächendeckend vorhanden und werden es
auch in Zukunft nicht sein.
Links:
- Steckbrief der L 32 A der FF Konstanz
- Homepage von Metz-Aerials
- Produktdatenblätter der Gelenkleitern von Magirus
- Vorankündigung und Video der L 32 A bei www.feuerwehr-weblog.de
- Bericht über die Vorpremiere in Hamburg
- Bezeichnungen von Hubrettungsfahrzeugen
Einsätze von Sicherheitstrupps – Der Versuch einer Analyse
21. November 2007 von · Kommentieren
Von Adrian Ridder Atemschutzunfaelle.de
Der Sicherheitstrupp stellt für Atemschutzgeräteträger im Einsatz die letzte „Verteidigungslinie“ in einem Notfall dar. Insofern muss er besonders ausgerüstet und trainiert werden um eine Chance zu haben eine solche Extremsituation mit Erfolg zu meistern.
Doch womit haben es Sicherheitstrupps denn eigentlich zu tun wenn sie eingesetzt werden? Ein Versuch diese Frage zu beantworten ist eine Analyse vergangener Sicherheitstrupp (SiTr)- Einsätze die vom Verfasser durchgeführt wurde.
Die gesammelten Daten stammen aus Berichten die auf www.atemschutzunfaelle.eu gefunden werden können. Sie stellen daher nur einen Teil der tatsächlich stattgefundenen Ereignisse dar (leider gibt es wohl eine hohe Dunkelziffer!) und können daher auch keine wissenschaftlich korrekten Ergebnisse liefern. Tendenzen lassen sich jedoch auch an den vorhandenen Daten erkennen.
In die Auswertung wurden nur Berichte einbezogen die ausreichende verwertbare Daten enthielten.
Insgesamt wurden so 101 Ereignisse mit 188 Betroffenen ausgewertet (Europa 55 Ereignisse / 98 Betroffene USA 46 Ereignisse/ 90 Betroffene).
Die Daten wurden getrennt für die USA bzw. Nordamerika und den europäischen Kontinent erhoben. Um größere Fallzahlen zu erhalten die besser Tendenzen erkennen lassen wurden diese Daten dann zusammengeführt (Gesamt).
Ursachen
Häufigste Ursache für Notfälle (und damit SiTr-Einsätze) sind Phänomene der Schnellen Brandausbreitung (Flashover Backdraft Rauchgasexplosion etc.) welche die Einsatzkräfte verletzten oder ihnen den Rückweg abschnitten.
Luftmangel und internistische Ursachen (z.B. Kreislaufkollaps Herzinfarkt) machen in den USA und Europa nur einen sehr geringen Anteil aus wobei sie in Europa ähnlich häufig (bzw. selten) sind wie technische Defekte.
Gesamt ergibt sich folgende Rangliste:
- Schnelle Brandausbreitung
- Absturz und Einsturz
- Orientierungsmange
- Luftmangel
- internistische Ursachen
- Technische Defekte am PA
Die Untersuchung der Anzahl der Todesfälle aufgeschlüsselt nach Ursachen zeigt insgesamt betrachtet folgendes Bild:
- Orientierungsmangel (23 Tote)
- Schnelle Brandausbreitung (19 Tote)
- Einsturz (12)
- eingeklemmt festhängende (5)
- Luftmangel/internistische Ursache (jeweils 3)
Die Untersuchung der prozentualen Todesfälle von den Betroffenen aufgeschlüsselt nach Ursachen ergibt folgendes Bild:
- Internistische Ursachen: 750 % der Betroffenen verstarben
- Orientierungsmangel: 675 % der Betroffenen verstarben
- Einsturz: 387 % der Betroffenen verstarben
- Luftmangel: 375 % der Betroffenen verstarben
- Schnelle Brandausbreitung: 226 % der Betroffenen verstarben
- Eingeklemmt festhängend: 217 % der Betroffenen verstarben
- technischer Defekt am PA: 00 % der Betroffenen verstarben
Rettungsarten
In Europa trat die Spontane Selbstrettung am häufigsten auf gefolgt von der Rettung durch einen SiTr. Insgesamt ergibt sich folgendes Bild:
- Rettung durch einen SiTr
- Rettung spontane Selbstrettung (nur knapp dahinter) mit deutlichem Abstand folgen
- Rettung durch mehrere SiTr
- Rettung durch Nicht-SiTr-Kräfte (2. anwesenden Trupp/“improvisierte“ SiTr-Kräfte) (wieder nur geringer Abstand)
Die Auswertung wie viel Prozent der Betroffenen verstarben aufgeschlüsselt nach Rettungsarten ergibt folgendes Bild (Gesamt):
- Rettung durch mehrere SiTr: 914 % der Betroffenen verstarben
- Rettung durch Nicht-SiTr-Kräfte: 346 % der Betroffenen verstarben
- Rettung durch einen SiTr: 278 % der Betroffenen verstarben
- Spontane Selbstrettung: 30 % der Betroffenen verstarben

Einsatz mehrerer Sicherheitstrupps
Dabei ist anzumerken dass in Europa 00 % der Betroffenen im Falle einer Selbstrettung verstarben.
Weiterhin kann man vermuten dass der hohe Prozentsatz der Todesopfer bei der Rettung durch mehrere SiTr nicht den Schluss zulässt dass der Einsatz derselben zu diesem Ergebnis geführt hat sondern vielmehr wohl erst zu spät massiv Personal eingesetzt wurde um noch etwas an der eskalierenden Lage ändern zu können und diese dann bereits außer Kontrolle geraten war. Der Einsatz von mehreren SiTr die sich gegenseitig unterstützen ist daher nicht weniger sinnvoll.
Auffindesituation
Die Auffindesituation stellt sich folgendermaßen dar (aufgrund der fehlenden Angaben in vielen Unfallberichten liegen hier keine großen Fallzahlen vor weshalb man mit Schlüssen vorsichtig sein muss.)
Am häufigsten werden verunglückte AGT bei Bewusstsein angetroffen. In der Häufigkeit folgt dann das Auffinden ohne Bewusstsein ohne Spontanatmung. Die prozentuale Verteilung stellt sich folgendermaßen dar:
Die prozentuale Verteilung stellt sich folgendermaßen dar:
- 65 % bei Bewusstsein
- 29 % ohne Bewusstsein ohne Spontanatmung
- 6 % ohne Bewusstsein mit Spontanatmung

Auffindesituation: AGT ohne Spontanatmung
Die Verknüpfung der Auffindesituation mit der prozentuellen Zahl an Todesopfern von den in der jeweiligen Form aufgefundenen Betroffenen zeigt folgendes Bild:
- Von „ohne Bewusstsein ohne Spontanatmung“ Aufgefundenen starben 100 %
- Von „ohne Bewusstsein mit Spontanatmung“ Aufgefundenen starben 57 %
- Von „bei Bewusstsein“ Aufgefundenen starben 28 %
Zeitaufwand für Rettung
Des Weiteren wurde versucht den Zeitaufwand für die Rettung verunfallter FA zu ermitteln. Insgesamt konnten diese Zeiten bei 25 Ereignissen ermittelt werden; aufgrund der relativ geringen Zahl sind die ermittelten Ergebnisse evtl. nicht sehr aussagekräftig.
Gesamt stellt sich folgendes Bild dar:
- Durchschnitt für Rettungsoperationen: 428 min
- Median: 15 min
- Max: 280 min (nach Einsturz)
- Min: 1 min (bzw. sofortige Selbstrettung)
Beatmung von FA ohne Spontanatmung im Gefahrenbereich
Eine Beatmung von spontanatmungslosen FA im Gefahrenbereich erscheint völlig unmöglich und auch unsinnig.
Eine Sterblichkeit der Spontanatmungslosen von 100% lässt den Schluss zu dass in solchen Fällen sehr aufwändige Versorgung notwendig wäre um überhaupt noch eine Chance zu haben. Dies lässt sich aber nur außerhalb des Gebäudes vom Rettungsdienst durchführen.
Davon abgesehen haben Versuche an der Rettungsassistentenschule der BF Düsseldorf gezeigt dass eine Beatmung mit Atemanschluss unmöglich ist. Der Ausatemwiderstand der Maske ist kleiner als der Einatemwiderstand der Lunge also kommt keine Luft in der Lunge. Hält man das Ventil zu überbläht ggf. die Lunge was evtl. tödlich sein kann.
Demzufolge ist fehlende Spontanatmung definitiv ein Indikator für eine schnelle Crashrettung um das Opfer schnellstmöglich der Versorgung durch den Rettungsdienst zuzuführen.
Fehlende Daten
Eine Auswertung was die SiTr vor Ort gemacht haben also insbesondere die Frage "Crash-Rettung" oder "Versorgung vor Ort" kann leider nicht stattfinden da hierzu fast nie Aussagen in entsprechenden Unfallberichten gemacht wurden. Eine Aussage über die Sinnhaftigkeit bzw. Erfordernis von Zusatzausrüstung im SiTr lässt sich auf dieser Grundlage somit nicht treffen.
Der Einfluss von Maskendefekten/Verlust der Maske lässt sich aufgrund der dünnen Datenlage ebenso nicht abschließend bewerten (vgl. Diskussion um mitgeführte Ersatzmasken oder "Fluchthauben").
Es konnte jedoch die Tendenz festgestellt werden dass es bei diesen Defekten häufig zu spontaner Selbstrettung kam also kein SiTr-Einsatz notwendig wurde.
Auch Aussagen über die durchgeführten Rettungsmaßnahmen mit/ohne Hilfsmittel bzw. wenn mit welche (Tragehilfsmittel: Trage o.ä. Schleif-/Bergungshilfsmittel: Bandschlinge Rettungstuch) lässt sich aufgrund der Datenlage nicht abschließend beurteilen. Zum anderen kann auch eine statistische Auswertung größeren Umfanges hier nur eingeschränkte Aussagen treffen da die SiTr ja immer nur mit dem retten können was sie zur Verfügung haben.
Das Gleiche gilt für das Mitführen und Benutzen eines Reserve-PA.
Und es geht doch: Feuerwehren werden zusammengelegt
21. November 2007 von · Kommentieren
Remseck (BW) macht aus fünf kleine zwei große:
Zwei große statt fünf kleiner Abteilungen: Mit der
Zusammenlegung der Abteilungen Neckarrems Hochberg und Hochdorf geht
die Feuerwehr Remseck nach der Fusion von Aldingen und Neckargröningen
den nächsten großen Schritt. Bis zu 25 Millionen Euro soll der neue
Standort zwischen Neckarrems und Hochberg kosten von dem sich die
Feuerwehr deutlich mehr Effizienz erhofft.
Der übliche Widerstand darf nicht fehlen:
Wibel von einem anonymen Hetzschreiber zurzeit mehrmals
persönlich angegriffen ergänzt: „Wir haben auch mal hart diskutiert
aber einen guten Konsens gefunden.“
Sehr erfreuliche Entwicklung.
(maps: Remseck )







