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Die gestern vorgestellte Neuheit aus dem Hause Metz Aerials heißt L 32
A. Es handelt sich hierbei um eine DLAK 23/12 mit absenkbarem
Korbsegment. Die Herstellerbezeichung L 32 A verweisst auf eine Leiter
mit einer Arbeitshöhe von 32m das “A” in der Herstellerbezeichnung
steht für „Articulated“ was ins Deutsche übersetzt soviel bedeutet wie
„mit Gelenk“.



Produktpalette von Metz: B 32 die neue L 32 A und die L 32 im neuen Design

Die neue L 32 A verfügt serienmäßig über eine fest eingebaute
Wasserführung in der Oberleiter und dem absenkbaren Korbsegment so
dass eine Wasserversorgung zum Korb schneller hergestellt werden kann.
Optional ist auch eine Teleskopwasserleitung erhältlich. Der
Rettungskorb selbst wurde für die neue Gelenkdrehleiter weiter
verbessert und soll in dieser Version in Zukunft bei allen Drehleitern
eingesetzt werden. Er wirkt stabiler hat nach Herstellerangaben jedoch
kein höheres Gewicht als der bisherige Korb. Die Korbaufhängung an der
Leiterspitze ist nun durch eine Korbgabel an den Seiten des Korbes
realisiert. Zuvor war die Verbindung zur Leiter am Korbboden mittig.
Der Korb hat weiterhin eine Tragfähigkeit von 270kg und die
Korbfunktionen vom bisherigen Korb sind erhalten geblieben. Er verfügt
über vier Einstiegsmöglichkeiten: Seitlich über die vorderen Ecken von
vorne über eine abklappbare Einstiegsleiter sowie nach hinten auf den
Leitersatz. Selbstverständlich sind auch weiterhin im Einsatz die
verschiedensten Geräte anbaubar. Das Bedienpult im Korb ist in der
Fahrstellung seitlich so dass der Korb über den Leitersatz geklappt
werden kann im Einsatz kann es nach vorne geschwenkt werden.

Der Rettungskorb der L 32 A



Das schwenkbareBedienfeld im Rettungskorb 



Detailaufnahme: Strom- und Wasserversorgung zum Korb

Der Gewichtsunterschied zu einer herkömmlichen L 32 ohne absenkbares
Korbsegment beträgt laut Hersteller ca. 400kg. Das Fahrzeug hat ein
Gesamtgewicht von 15t.
Metz bietet bisher Die L 32 mit einem Achsabstand von 446m an.
Optional ist auch ein größerer Achsabstand möglich um größere
Geräteräume zu erzielen. Die L32 A hat wegen der Gewichtsverteilung
einen serienmäßigen Achsabstand von 476. Der Wendekreis ist daher mit
1890m um 110m größer als der einer herkömmlichen Drehleiter. Auch die
Gewichtswerte bezüglich der Vorder- und Hinterachse sind im Rahmen der
Norm.

In der Fahrposition befindet sich das absenkbare Korbsegment
oberhalb des Fahrerhauses der fünfteilige Leitersatz wird hinter dem
Fahrerhaus abgelegt so kann eine maximale Fahrzeughöhe von 330m
erzielt werden. Das zusätzliche fünfte Leiterteil ist nötig um die in
der Norm verlangte Rettungshöhe von 30m zu erreichen.

Heckansicht: L 32 mit vierteiligem Leitersatz

Der fünfteilige Leitersatz der L 32 A ist deutlich breiter

Nach der neuesten Drehleiternorm wird die maximale Ausladung bei
horizontalem Ausfahren der Leiter von der Aussenkante der voll
ausgefahrenen Stütze bis zur Korbaussenkante gemessen. Hier erfüllt die
L 32 A nach Herstellerangaben den verlangten Wert von 16m genauere
Angaben wurden hierzu jedoch nicht gemacht. Einige Leiterbewegungen die
beim Pressetermin von Fotografen gewünscht wurden wollte das
Vorführteam noch nicht ausführen da hier in der Leitersteuerung noch
Optimierungen anstehen. Die in der Norm verlangten Werte für die
Rüstzeit werden definitiv unterboten. Derzeit ist von 85 Sekunden die
Rede jedoch sollen auch hier noch Optimierungen der Steuerung
Verbesserungen bringen. Für 50- bis 60-Tausend Euro Aufpreis bekommt
der Kunde in Zukunft seine Drehleiter mit Gelenkteil.

Erste Auslieferung

Die erste Gelenkdrehleiter von Metz die an einen Kunden
ausgeliefert wird geht an die Freiwillige Feuerwehr Konstanz. Das
Fahrgestell ein MAN TGM 16.280 verfügt über eine zusätzliche
Besonderheit. Die Hinterachse ist gelenkt um einen kleineren Wendekreis
zu erzielen. Daher ist das Fahrgestell dreiachsig. Diese Tatsache hat
im Vorfeld zu Vermutungen geführt es gäbe bei der Neuentwicklung
Probleme mit der Gewichtsverteilung dies ist jedoch zu verneinen.

Noch in der Endmontage: Die L 32 A für die FF Konstanz
Ergänzung am 26.10.2007: Das Farbkonzept des neuen Designs mit
anthrazitfarbenen Rolländen und Leitersatz ist bei dem Fahrzeug der FF Konstanz bereits umgesetzt.

Die hintere Doppelachse der Konstanzer Drehleiter

Neues Design

Der Prototyp der L 32 A ist noch nicht im neuen mehrfach
preisgekrönten Design der Metz-Drehleitern gehalten. Bei der
Entwicklung wollte man sich hier voll und ganz auf die Technik
konzentrieren und nicht durch Überlagerungen mit der parallel laufenden
Designänderung beeinflusst werden.
In Zukunft werden auch die Gelenkdrehleitern im neuen Design von
Wiener Designbüro Spirit-Design welches auch schon das
Flugfeldlöschfahrzeug Panther in selben Stil gestaltet hat
ausgeliefert werden.
Das erste Fahrzeug komplett im neuen Design erhält die Freiwillige
Feuerwehr Donauwörth auf einem Mercedes-Benz Atego 1529 Fahrgestel.
(Ergänzung 26.10.2007) Die Drehleiter der FF Konstanz
ist bereits im Farbkonzept des neuen Designs gehalten der Aufbau des
Podiums erfolgte jedoch noch in der beisherigen Variante.

Im neuen Design: L 32 auf Econic für die Feuerwehr Düsseldorf



Der Platz des Drehleitermaschinisten in Fahrposition…

… aufgeklappt fertig zum Drehleitereinsatz

Eine L 32 auf Atego-fahrgestell im neuen Design.
Metz und Rosenbauer favorisieren den neuen Look mit anthrazitfarbenem
Leitersatz. Aber auch weiterhin kann der Leitersatz auf Kundenwunsch in
Silber ausgeführt werden.

Gelenkleitern gibt es seit 1996

Als Magirus auf der Brandschutz-Fachmesse Interschutz 1994 erstmals
eine Drehleiter mit Gelenkteil vorstellte dachte wohl niemand daran
dass dieses Konzept auf dem Markt so gefragt sein würde. Man ging davon
aus dass ein solches Fahrzeug nur sehr selten zum Beispiel in
verwinkelten Altstädten Verwendung finden würde.
Da mittlerweile jährlich wohl 20 bis 25 solcher Drehleitern alleine für
den deutschen Markt hergestellt werden ist Metz nun nachgezogen.
Der Gebrauchsmusterschutz für eine Gelenkdrehleiter von Magirus ist
längst erloschen daher waren laut Angaben von Metz keine
patentrechtlichen Probleme zu erwarten.

Das Vorführfahrzeug der L 32 A ist noch im alten Escheinungsbild
mit silbernem Leitersatz und den blauen Abdeckungen hinter dem
Fahrerhaus ausgeführt

In Fahrposition wird das absenkbare Korbsegment durch eine
zusätzliche Auflage abgestützt. Der fünfteilige Leitersatz ist hinter
dem Fahrerhaus abgelegt.

Vergleich mit Magirus

Die neue L 32 A erfüllt alle Normwerte und verfügt zusätzlich über
das so genannte absenkbare Korbsegment mit einer Länge von 350m.
Dieses vordere Leiterteil lässt sich um 70 75°
[Korrektur nach Hinweis der Fa. Metz] absenken bei Magirus lässt sich
das so genannte Gelenkteil um 75° abwinkeln wie es im Prospekt heißt.
Allerdings erfüllt die DLK 23-12 GL sprich die Drehleiter mit
Gelenkteil von Magirus nicht alle Normwerte. Sie hat eine Rettungshöhe
(gemessen senkrecht vom Korbboden zur Aufstellfläche) von 2750 Metern
die L32 A von Metz erfüllt mit der Rettungshöhe von 30m die Norm.

Das Konkurrenzprodukt von Magirus: Drehleiter mit teleskopierbarem Gelenkteil.
Das Fahrzeug verfügt über eine gelenkte Hinterachse kommt aber mit zwei Achsen aus.
(Bild: Stefan Cimander)

Magirus bietet seit dem letzten Jahr ihre Drehleiter mit Gelenk
zusätzlich mit einem teleskopierbaren Gelenkteil an Die DLK 23-12
GL-T. Hier kann das absenkbare vordere Leiterteil zusätzlich noch
einmal ausgeschoben und somit von 350m auf bis zu 470m verlängert
werden. Diese Version kommt auch wieder auf eine Rettungshöhe von 30m
und erfüllt somit ganz die in der Norm verlangten Werte. Bei Metz will
man kein teleskopierbares Gelenkteil anbieten die Ausladungsverluste
seinen durch das Mehrgewicht zu hoch.

Die Abstützbreite der L 32 A von Metz beträgt maximal 485m mit der
Waagrecht-Senkrecht-Abstützung. Die Varioabstützung der DLK 23-12 GL-T
hat eine maximale Abstützbreite von 520m. Bei der Abstützung bestehen
keine Unterschiede zu den Drehleitern ohne Gelenkteil.

Zwischen den beiden deutschen Drehleiterherstellern Metz aus
Karlsruhe und Magirus aus Ulm bestand schon immer ein gegenseitiges
Überbieten in der Fortentwicklung der Drehleitertechnik.
Die beiden Firmengründer waren beide wichtig Persönlichkeiten in der
Geschichte der deutschen Feuerwehren. Carl Metz war der Gründer einer
der ersten deutschen Feuerwehren in Durlach Conrad Dietrich Magirus
Kommandant der Feuerwehr Ulm gründete den Deutschen Feuerwehrverband.
Beide verbanden ihre Tätigkeit mit der Produktion von Feuerwehrgeräten
und Fahrzeugen. Die Firma Magirus als Teil des IVECO-Konzerns
produziert an mehreren weltweiten Standorten Feuerwehrfahrzeuge die
Drehleiterproduktion befindet sich in Ulm. Metz Aerials ist
mittlerweile teil der Österreichischen Firma Rosenbauer und hat sich
mit der Produktionsstätte Karlsruhe auf den Bau von
Hubrettungsfahrzeugen spezialisiert.

Seit der Erfindung der Drehleiter waren die größten Meilensteine der
Drehleiterentwicklung meist entweder eine Erfindung von Metz oder von
Magirus. Jeweils der Konkurrent reagierte anschließend mit einer
weiteren Verfeinerung.
Während Magirus 1965 den hängenden pendelnden Korb serienmäßig
einführte brachte Metz 1967 den zwangsgesteuerten stehenden
Rettungskorb heraus. (Erfunden wurde der Rettungskorb allerdings schon
Früher.) Später führte Magirus den so genannten Stülpkorb für seine
Drehleitern ein.
Mit dem hängenden Korb und der daran befestigten Klappleiter konnten
bisher teilweise auch zurückgelegene Stellen hinter Dachvorsprüngen
erreicht werden. Der stehende Korb brachte zwar mehr Arbeitshöhe aber
das Erreichen von zurückgesetzten Fenstern wurde schwerer. Dies war
sicherlich ein Grund für die Entwicklung einer Drehleiter mit
Gelenkteil durch Magirus. Durch das Absenkbare vordere Leiterteil
können zurückgelegenen Stellen nun besser erreicht werden.

Detailaufnahme des Gelenks. Gut erkennbar sind die Überstiegshilfen

Grundsätzliche Problematiken

Überfährt man mit dem Gelenkteil ein Hindernis so muss darauf
geachtet werden dass unter Umständen bei einer plötzlichen höheren
Belastung etwa wenn noch jemand in den Rettungskorb zusteigt das
Aufrichten des Gelenkteils oder das Zurückfahren über das Hindernis
nicht mehr möglich ist. Bei einer Herkömmlichen Drehleiter ohne
Gelenkteil ist das Zurückfahren der Drehleiter jederzeit möglich.

Eine Gelenkdrehleiter sollte auch immer nur als zusätzliche Hilfe im
Einsatz etwa in verwinkelten Altstädten oder Industrieanlagen gesehen
werden. Quasi um im geschützten Bestand ein Plus an Sicherheit bieten
zu können.
Bei der Genehmigung von neuen Gebäuden zählt immer die Landesbauordnung
und in dieser wird von einer herkömmlichen Drehleiter als zweiter
Rettungsweg bei hohen Gebäuden ausgegangen. Abweichungen bei denen der
zweite Rettungsweg ausschließlich durch das Anwenden eines Gelenks bei
der Drehleiter möglich ist sind sehr kritisch zu betrachten. Zwar
liegt es nahe in Gemeinden in denen die Feuerwehr über eine
Gelenkdrehleiter verfügt so zu verfahren jedoch ist dies in den
meisten Fällen nicht zu verantworten. Sollte ein Hubrettungsgerät
ausfallen so muss es in kürzester Zeit durch ein anderes vom
nächstgelegenen Standort ersetzt werden können. Drehleitern mit
Gelenkteil sind jedoch nicht flächendeckend vorhanden und werden es
auch in Zukunft nicht sein.

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