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Was wurde tatsächlich aus dem Tod von BM Stampe gelernt?

Von Atemschutzunfaelle.de 


 

Wissen Sie wer Brandmeister Stampe war?

Wenn ja wissen Sie wie er verstarb?

Der Atemschutzunfall in Köln 1996 in dessen Folge BM Stampe verstarb sollte heute über 11 Jahre danach mit allen Ursachen und Verbesserungsvorschlägen jedem Atemschutzgeräteträgern und jeder Führungskraft bekannt sein.

Denn an ihm lassen sich viele interessante Informationen feststellen: Dinge die damals falsch liefen und aus denen gelernt wurde aber auch leider einige Sachverhalte die sich auch heute noch bei entsprechenden Einsätzen beobachten lassen.

Um Ihre Erinnerung bei Bedarf etwas aufzufrischen seien folgende Abhandlungen empfohlen auf denen auch dieser Artikel aufbaut:  

Auch im Hinblick auf aktuelle tödliche Atemschutzunfälle wie z.B. in Göttingen 2006 ist es berechtigt sich zu fragen ob die bereits in der Vergangenheit auf dem „steinigen“ Wege der Analyse eines tödlichen Unfalls gesammelten Erkenntnisse auch tatsächlich immer jene Beachtung und Anwendung in der breiten Fach-Öffentlichkeit finden die sie verdienen.

Aus diesem Grunde seien im Folgenden beispielhaft nur einige ausgewählte Feststellungen zitiert bzw. zusammengefasst die sich so bereits im elf Jahre alten Untersuchungsbericht Köln finden lassen.

Dieser ist nebenbei bemerkt ein beispielgebendes Vorbild für die Aufarbeitung eines solch tragischen Unfalls: Eine unabhängige auch mit externen Mitgliedern besetzte Unfallkommission schonungslose Aufklärung des Ablaufs und Aufdeckung der Schwachstellen Festlegung von Maßnahmen (inkl. Fristen!) zur Beseitigung bzw. Linderung der erkannten Probleme. Was aus diesen wichtigen und hervorragend aufbereiteten Informationen auch bei anderen diesmal glücklicherweise nicht betroffenen Feuerwehren gemacht wird liegt immer in der Verantwortung jedes FA und ganz besonders jener der Führungskräfte.

Die Atemschutzüberwachung verlief nicht optimal
Die ASÜ wurde nicht von Anfang an durchgeführt und sie wurde nicht als tatkräftiges Hilfsmittel zur Lagedarstellung verwendet wie es sinnvoll ist.

Die Einheitsführer denn bei diesen liegt die Verantwortung für den Einsatz der Trupps und damit auch die für die ASÜ müssen sich um eine „aktive“ Durchführung der ASÜ bemühen. Das beinhaltet mehr als das sture Aufschreiben von Drücken… 

Wie wird die ASÜ heute bei Ihnen durchgeführt? 

Fehlende Notsignalgeber verzögerten die Rettung
Auch beim Einsatz in Göttingen 2006 hat sich der Wert der Möglichkeit einer akustischen Ortung von verunfallten AGT gezeigt…

Haben Sie heute an Ihren PA Notsignalgeber?


Zitat: „Die derzeitige Form der Atemschutzübung ist nicht geeignet als Notfalltraining zu dienen. Sie genügt lediglich sportlichen Aspekten.“
Atemschutzübungen müssen das gesamte Spektrum der eventuell auftretenden Einsatzsituationen abdecken. Dazu gehört das „ehrliche“ Üben von Notsituationen (bei Nullsicht unter Stress mit Dummies) ebenso wie die Vermittlung von Grundtätigkeiten unter Atemschutz (Schlauchvornahme Such- und Rettungstechniken Orientierung Gerätebeherrschung etc.).

Wie stellen sich heute die Atemschutzübungen in Ihrer Fw dar?

Durch die Nutzung von nur einem 2m-Kanal kam es zu Kommunikations-Problemen Meldungen des ATr wurden nicht aufgenommen bzw. bestätigt. Und Zitat: „Ein eigener Funkkanal ausschließlich für Atemschutztrupps und Atemschutzüberwachung erscheint nicht sinnvoll.“

Gibt es heute bei Ihnen ein Funkkonzept dass auch unter der „Last“ eines Atemschutznotfalls sicher funktioniert?

Zitat: „Der eingesetzte Rettungstrupp verfügte nicht über ein 2-m-Funkgerät. Auch von anderen Einsatzstellen wird berichtet daß nicht alle in unübersichtlichen Bereichen eingesetzten Trupps über Funkgeräte verfügen.“

Stehen heute bei Ihnen auf jedem Fahrzeug ausreichende FuG zur Verfügung (mind. 1x pro PA-Trupp 1x GF/StF 1x Maschinist)?

Zitat: „Im weiteren Verlauf (…) sind (…) deutliche Angstreaktionen aufgetreten. Im Rahmen von Ausbildung und Übung fehlen geeignete (…) Übungsmöglichkeiten den Umgang mit derartigen Empfindungen unter realistischen Einsatzbedingungen erfahrbar zu machen.“

Wird bei Ihnen heute entsprechende Stressresistenz ausgebildet (Drill-Übungen Lärm Zeitdruck Nullsicht etc.)?

Zitat: „Die Aufstellung des Lüfters in der Vorhalle entsprach nicht der gängigen taktischen Vorgehensweise.“

Wird bei Ihnen heute auf allen beteiligten Ebenen (AGT + Führungskräfte) Taktische Ventilation ausreichend ausgebildet?

Zitat: „Der Schnellangriff konnte aufgrund der Reibung und aufgrund von erheblichen Verdrallungen nicht bis zur Brandstelle gezogen werden. (…) daß der Schnellangriff bei großen Eindringtiefen und nahezu vollständigem Abrollen dazu neigt sich zu verdrallen.“

Kommt bei Ihnen heute noch der Schnellangriff (formstabil) bei unklaren Lagen zum Einsatz?

Zitat: „Das unkontrollierte Auslaufen der Fangleine aus dem Fangleinenbeutel wurde seit Generationen vielfach beobachtet hat jedoch bis heute nicht zu entsprechenden Reaktionen geführt.“

Verwenden Sie heute entsprechende Verfahren (Leinenbeutel/Wickeltechniken) die das Auslaufen verhindern?

Zitat: „Die Probleme bei der Rettung eines voll ausgerüsteten FM(SB) unter einsatzmäßigen Bedingungen werden weitgehend unterschätzt. Die Rettung eines verunglückten FM(SB) durch nur zwei andere (…) ist (…) nahezu unmöglich.“

Stellen Sie heute noch den SiTr aus zwei FA nur als „Alibi“; sind Vorplanungen getroffen den ersten SiTr im Fall der Fälle schnell und fachgerecht zu verstärken?

Zitat: „Ohne die Schutzkleidung wäre es den Kollegen überhaupt nicht möglich gewesen sich bei dem bewegungsunfähigen BM Stampe auch nur kurze Zeit aufzuhalten (vgl. Verbrühungen).“

Haben Ihre AGT heute die Schutzausrüstung die sie verdienen und benötigen?

Zitat: „Quer durch alle Führungsebenen treten Probleme an Einsatzstellen immer dann auf wenn Führungsaufgaben nicht in vollem Umfang wahrgenommen werden.“

Nehmen Sie heute als Führungskraft oder andere Ihnen evtl. unterstellte Führungskräfte Ihre Aufgaben immer in vollem Umfang wahr?

Die Liste ließe sich noch fortsetzen und wenn man einmal darüber nachdenkt fallen einem bestimmt auch noch weitere Missstände aus dem eigenen Umfeld ein…

Nur zur Erinnerung: Alle diese Fehler bzw. Missstände wurden bereits vor elf (11!) Jahren festgestellt und publiziert.

Ist es nicht an der Zeit daraus zu lernen?

 

 

 

Kommentare

Keine Kommentare bislang zu “Die Lehren anderer sind dazu, um aus ihnen zu lernen” (davon )

  1. Toemmel am 13. Dezember 2007 20:33

    Lohnende Fragen, die wir uns auch und gerade in der regelmäßigen Übungsroutine immer wieder stellen müssen!
    Gruß
    Thomas

  2. Meister_Martin am 18. Januar 2008 13:16

    Da bin ich ganz der gleichen Meinung.
    Bei vielen freiwilligen Feuerwehren wird in Sachen Sicherheit sehr wenig Flexibilität gezeigt.
    Das Problem ist meistens schon in der Führungsebene verankert.

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