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Am 12.12. kam in Köln ein Auto ins schleudern und stieß mit einem Fahrschulfahrzeug zusammen. Der Fahrer verlor daraufhin endgültig die Kontrolle über sein Fahrzeug erfasste einen 74-jährigen Rentner und verletzte ihn schwer. Dem Senior mussten in der Folge beide Beine amputiert werden.

Ein tragischer Unfall doch die Geschichte könnte hier zu Ende sein

wenn…

… ja wenn der Fahrer des Unglücksfahrzeugs nicht ein Algerier wäre das Auto ein fünf Jahre alter Mercedes CL500 ("gebraucht 20.000 Euro") und der Fahrer Hartz IV-Empfänger wäre. Ausländer Luxusauto Stütze und verkrüppelter deutscher Rentner: Es war klar dass sich ein Boulevard-Blatt des Springer-Konzerns geradezu auf diesen Fall stürzen und seit über einer Woche fast täglich neue Haßtiraden ("Warum ist der Auto-Rambo eigentlich noch bei uns?") auf "Abdul" (andere Blätter geben ihm den weniger moslemisch klingenden Namen "Amine") den Unglücksfahrer loslassen würde. Die Mittel sind dabei nichts neues das Gleiche hat selbes Blatt schon mit den Hetzartikeln gegen Al-Masri gemacht aber während Al-Masri "der irre Deutsch-Libanese der einen Supermarkt anzündete" nur "die Bundesregierung Parlament und die Öffentlichkeit […] terrorisierte" hat Hartz IV-Empfänger "Abdul" mit einem Luxusauto einen deutschen Renter zum Krüppel gefahren. Das reicht um die Seele des kleinen deutschen Mannes zum kochen zu bringen.

Was hat das jetzt mit der Feuerwehr zu tun? Nun als konsequenter Verächter der Boulevardzeitung mit den vier großen Buchstaben habe ich von der ganzen Geschichte erst vorhin erfahren. Im Forum eines Feuerwehrportals welches mir bislang eher durch seine "innovative" Auslegung der deutschen Rechtschreibung ("Tot auf der Holler-Landstraße! 18- Jähriger Fahranfänger rast in den tot!!!") aufgefallen war. Dort stellte der Betreiber dieser Portalseite gestern nachmittag in seinem Forum die entsprechende Newsmeldung (mit Quellenangabe shortnews.de welche wiederum auf bild.t-online verweist) ein.

Und erneut hätte die Geschichte hier zu Ende sein können. Aber es entwickelte sich eine muntere Diskussion über Mercedes-fahrende Hartz IV-Empfänger illegale Ausländer Sozialbetrüger und -schmarotzer und den armen deutschen Michel (Angehöriger einer Freiwilligen Feuerwehr) der das alles bezahlt bzw. der das als guter deutscher Steuerzahler alles nicht bekommt ("[…] frage ich mich warum ich jeden Tag zur Arbeit Gehe???????????"). Als wäre das schon nicht schlimm genug meldet sich nach rd. 35 Stunden Diskussion erneut der Chefadministrator zu Wort und verkündet: "So einen müssen die Sofort abschieben und den Rest können die von miraus auch gleich mitnehmen. Sorry aber das muss mal gesagt werden …"

Leider erläutert Herr Chefadministrator nicht näher wer "den Rest" ist. Ich befürchte jedoch er meint damit weder gute deutsche Hartz IV-Empfänger und auch nicht gute deutsche Mercedes CL-Fahrer. Vielleicht nichtmal die deutschen Sozialbetrüger (denn all die kann man ja nicht einfach abschieben) sondern vermutlich eher Algerier Moslems oder Ausländer ganz allgemein.

Vor einigen Monaten lief im Forum auf feuerwehr.de eine Diskussion darüber dass die neue Rechte versuchen wolle gezielt das deutsche Vereinswesen und auch die Feuerwehren mit ihrem Gedankengut zu unterlaufen. Wenn ich mir besagten Thread in jenem Forum durchlese habe ich die Befürchtung dass das offenbar gar nicht mehr nötig ist. Unter gutbürgerlicher Fassade scheint ausländerfeindliches Gedankengut schon lange salonfähig geworden zu sein.

Mich würde nur mal interessieren wie die Diskussion verlaufen wäre wenn der Unglücksfahrer nicht ein algerischer Hartz IV-Empfänger im CL500 gewesen wäre sondern ein deutscher Manager im VW Golf.

 

 

 

Kommentare

Keine Kommentare bislang zu “Biedermann und die Brandstifter” (davon )

  1. hannibal am 24. Dezember 2007 14:04

    Ach Herr Pannier, Sie haben mal wieder Recht.

    Wenn man das Wort „RECHT“ überhaupt in deutschen Feuerwehren verwenden darf. Denn selbsverständlich ist in der Feuerwehr überhaupt nie einer RECHTS. Höchstens einer aus der Nachbarwehr und der nur wenn er was getrunken hat und eigentlich doch ein netter Kerl ist.

    Es soll ja Feuerwehren geben, da hat der Zugführer nach anschauen des LIDL Videos mal gefragt ob es in Kreuzberg überhaupt eine deutschsprachige Feuerwehr gibt. Und vielleicht auch Führungskräfte, die neben latenten braunen Parolen, nach einem Einsatz sagen das es gut sei das keinem was passiert sei, aber es wäre ja nicht so schlimm wäre ja nur ein Türkenhaus. Und falls es solche Feuerwehren gibt kam es da nie zum „Aufstand der Aufrechten“ sondern höchstens kein Gelächter.

    So es denn diese Feuerwehren denn gäbe, wenigstens hat das Gedankengut (noch) keine Auswirkungen auf das Einsatzgeschehen.

    Wie gesagt solche Feuerwehren soll es geben … Somewhere over the Rainbow.

    Die Feuerwehren brauchen sich keine Gedanken zu machen von den Rechten unterlaufen zu werden, Sie sind es bereits. Wenn auch nicht von geschulten Parteilern sonder „nur“ von den üblichen Stammtischbraunen.

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