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Wien (Österreich). Wenige Monate vor Beginn der Fußball-Europameisterschaft EURO 2008 in Österreich und der Schweiz kriselt es zwischen Krankenkasse und Rettungsorganisationen. Einsparungen Personalmangel und eine chronische Arbeitsüberlastung des Personals dominieren die Schlagzeilen seit Monaten. Den Rettungsorganisationen in Wien fehlt es außerdem an Geld. Eine Lösung scheint jedoch nicht in Sicht. Für Landesrettungskommandant des Roten Kreuzes Alexander Lang ist die Lage „bedrohlich“.

Weil die Wiener Gebietskrankenkasse den Rotstift bei den Beiträgen für die privaten Rettung- und Krankentransporte ansetzte kommt nun auch eine bedrohliche Finanzsituation auf die vier Wiener Rettungsorganisationen Rotes Kreuz Arbeiter-Samariterbund Malteser Hospitaldienst und Johanniter-Unfallhilfe zu. Gerade im Blickpunkt auf die im Juli stattfindende Fußball-Europameisterschaft in Wien entstehe dadurch eine gefährliche Situation. Zwar ist auch die Rettung der Stadt Wien (Magistratsabteilung 70 – MA70) im Rettungsdienst tätig doch werden über einen halbe Million das sind 80 Prozent Gesamtanteil der Krankentransport- und Rettungsdiensteinsätze von den 2.000 Sanitätern der vier privaten Organisationen abgedeckt.

Für die vier Rettungsorganisationen sind die Beiträge der WGKK überlebenswichtig denn neben den gestiegenen Treibstoffkosten für die 250 Fahrzeuge musste aufgrund der Verkürzung des Zivildienstes auch mehr Personal eingestellt werden. Sie fordern deshalb eine Erhöhung der Beiträge. Bisher betrug der Zuschuss der WGKK bei Notarzt-Fahrten 89 Euro und bei Krankentransporten 5570 Euro. Während die städtische MA70 aus dem Budget der Stadt Wien finanziert wird decken die Non-Profit-Organisationen ihre Kosten weitgehend mit privaten Spenden. So schlägt sich in der Jahresbilanz der Rettungs- und Krankentransport-Dienst allein beim Roten Kreuz mit einem Minus von 700.000 Euro nieder. Bisher wurde das mit Spendengeldern ausgeglichen.

Aufgrund dieser Lage sind noch nicht einmal die Februargehälter innerhalb der Rettungsorganisationen gesichert. Scheitern die Verhandlungen der WGKK mit der Ärztekammer die die Beiträge aushandelt sind die Rettungsorganisationen gezwungen zu sparen. Für die Patienten bedeutete dies längere Wartezeiten und Abstriche bei den Leistungen. Ob und welche Folgen das für die Notfallversorgung während der Fußball-Europameisterschaft wollte der ÖRK- Landesrettungskommandant nicht kommentieren und fordert die Politik auf zu helfen.

Gesundheitsstadträtin Sonja Wehsely (SPÖ) erinnerte in dem Kontext jedoch daran dass sich das Rote Kreuz selbst bei der UEFA für die Betreuung während der Europameisterschaft beworben – und auch den Zuschlag erhalten hat. Sie vertritt deshalb die Meinung dass „wenn sich jemand für so einen Auftrag bewirbt gehen wir davon aus dass er auch dazu imstande ist die Leistung selbstständig zu erbringen.“

Auslöser dieser Finanzkrise ist die marode Finanzlage der Wiener Gebietskrankenkasse (WGKK). Die seit Jahren sanierungsbedürftige Kasse hatte im vergangen Jahr ein Defizit von 140 Millionen Euro eingefahren und konnte nur durch die Übernahme von 33 Millionen Euro an Zahlungsverpflichtungen durch den Hauptverband der Sozialversicherungen für dieses Jahr gerettet werden. Für die Wiener Ärztekammer ist das aber keine gute Lösung. Kammer-Vizepräsident Johannes Steinhart kritisierte das "unerträgliches Herumwurschteln" ohne wirkliches Ergebnis. Weiterhin prophezeite er einen „vertragslosen Zustand“ des Krankentransportes in Wien wenn es nicht zu einer Einigung komme.

Die Notwendigkeit der Sparmaßnahmen bei der WGKK werden von den Organisationen nicht bestritten doch wehren sich diese dagegen dies auf dem Rücken der Patienten auszutragen. Der Direktor der WGKK Jan Pazourek erklärt dass die WGKK nur in den Bereichen sparen könne in denen sie selbst die Preise aushandelt. Dazu zählt auch der Krankentransport. Weiterhin ließ der Direktor durchblicken dass es in Wien „extreme Konkurrenzsituation“ zwischen den einzelnen Organisationen gebe. Er wollte aber nicht von einem Überangebot sprechen. Dem entgegen steht jedoch die Kooperation der Organisationen unter dem Motto „Vier für Wien“. Wegen der anstehenden Landtagswahlen kritisiert insbesondere die ÖVP das Verhalten der SPÖ-Gesundheitsministerin im Kontext der Reform der WGKK und der Situation des Rettungsdienstes in Wien und sieht sie in der Verantwortung.

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