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Queis (ST). Der Einsturz eines Hochregals im Lager eines Papierhandels im Landsberger Ortsteil Queis bei Halle (Saalekreis) hat am Mittwoch zwei Menschen das Leben gekostet darunter ein Helfer des THW. Fünf weitere wurden verletzt.THW-Präsident Broemme zeigte sich bestürzt über den ersten Toten in der THW-Geschichte.

Am Mittwoch war das Technischen Hilfswerks (THW) gerufen worden um ein mit mit 4.000 Tonnen Papier beladenes Regalsystem auf seine Stabilität hin zu kontrollieren nachdem es am Dienstag durch den Zusammenstoß zweier Gabelstapler beschädigt und die Tragfähigkeit dadurch beeinträchtigt worden war.
Durch den Vorfall war das Regal nach Firmenangaben bereits auf einer Länge von rund zehn Metern eingeknickt. Dadurch lagen etwa 35 Tonnen Papier Holzpaletten und Stahlteile auf verschiedenen Höhen mit anderen Regalen verkeilt in einem Gang. Daraufhin wurde das Lager gesperrt. Die Lage gestaltete sich schwierig da weitere Paletten vom Regal zu fallen drohten. Aufgrund der schwierigen Räumung sollte das THW auf Anforderung der Feuerwehr die Bergung übernehmen.
Während der Begutachtung durch die THW-Angehörigen sei nach Angaben der Firma das daneben stehende Regal gegen 14.30 Uhr ohne Fremdeinwirkung in Bewegung geraten und eingestürzt. Dabei kam es zu einem Dominoeffekt der alle 16 Regale in denen über 5.000 Tonnen Papier lagerten zum Einsturz barchte. Noch am Mittwoch waren gegen 17 Uhr in der Anfangspahse des Einsatzes zwei Mitarbeiter der Firma und ein THW-Mitarbeiter verletzt befreit worden. Zwei weitere Menschen blieben vermisst.

Der verschüttete 33 Jahre alte THW-Helfer wurde am Donnerstagmorgen gegen 3.15 Uhr der vermisste 27-Jährige Mitarbeiter des Unternehmens am Donnerstagabend gegen 20.30 Uhr aus den Trümmern geborgen nachdem Rettungshunde angeschlagen hatten. Die Suche mit einem „biometrisches Radar“ blieb erfolglos. Der verschüttete 27-Jährige lag etwa in der Mitte der mehr als 100 mal 30 Meter großen Lagerhalle was die Rettungskräfte vor eine schwierige Aufgabe stellte.

Etwa 200 Einsatzkräfte von Polizei Feuerwehr THW DLRG und ASB aus mehreren Bundesländern waren im Einsatz um die Vermissten zu suchen. Zum Einsatz kamen die Feuerwehren aus Queis Gutenberg Gröbers Teuschenthal Reinsdorf Schwoitsch Landsberg Reußen Gollma Morl Osmünde Lochau Raßnitz Schafstädt Großgräfendorf Schkopau und Dölbau. Auch die Berufsfeuerwehr Halle (Saale) war mit Spezialisten für die Rettung von Personen aus Höhen und Tiefen vor Ort. Weiterhin wurde die Rettungshundestaffel des DLRG ein „biometrisches Radar“ des THW Ortsverband Steglitz-Zehlendorf und ein Polygreifer eingesetzt.

THW-Präsident Albrecht Broemme sprach bei einem Besuch vor Ort von einem „schwarzen Tag für die Angehörigen und für das THW“. Der Unglücksfall habe erstmals in der fast 60-jährigen Geschichte des Hilfswerkes ein Todesopfer in den Reihen des THW gefordert. Die Staatsanwaltschaft ermittelt. „Es wird wegen des Verdachts auf fahrlässige Tötung gegen unbekannt ermittelt“ sagte Siegfried Koch von der Polizeidirektion Sachsen-Anhalt Süd. Während der Bergungsarbeiten hatte die Firma den Medien Hausverbot erteilt.

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Kommentare

Keine Kommentare bislang zu “Toter THW-Helfer bei Hochregaleinsturz” (davon )

  1. waldemar am 19. Januar 2008 12:03

    was darf man unter einem biometrischen radar verstehen?

  2. galaxyquest am 19. Januar 2008 16:33

    @Waldemar: Auf die schnelle habe ich nichts zum Biometrie-Radar gefunden. gehört habe ich davon aber schon. Das ist ein gerät, dass verschüttete Menschen orten kann. Ich schätze mal, dass das entweder auf Geräusch- oder Infrarotbasis funktioniert. Bin mir aber nicht sicher. Ich recherchiere weiter.

  3. Cimolino am 19. Januar 2008 22:33

    Hallo,

    Bioradar reagiert auf Bewegungen (also z.B. die Atembewegung des Brustkorbs) auch durch Wände.
    Das System funktioniert, ist aber extrem empfindlich auf Störeinflüsse UND man muss gut geübt damit umgehen können.
    THW hält sowas vor. Vgl. hier unten rechts: http://www.lv-bebbst.thw.de/uebungen_det.php?oesid=LVBE&lfd=11

    Wir haben das vor Jahren mal getestet und haben uns für uns dazu entschieden, das nicht zu beschaffen und im Bedarfsfall hier auf das besser trainierte THW zurück zu greifen.

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