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Tornesch (SH). Regelrecht zermalmt wurde ein mit vier jungen Männern besetzter Kleinwagen durch einen Regionalexpress bei Tornesch (Kreis Pinneberg). Glück im Unglück: In letzter Sekunde konnten sich die Insassen vor dem heranbrausenden Zug retten.

Kurz nach sieben Uhr am Sonntagmorgen ereignete sich ein schwerer Unfall am Bahnübergang Koppeldamm in Tornesch (Bahnstrecke Pinneberg-Elmshorn). Ein mit vier jungen Männern besetzter Seat überfuhr den wegen Sanierungsarbeiten gesperrten Bahnübergang. Die Baustelle war mit Barken und Schildern abgesichert was den 20-jährigen Fahrer offenbar nicht kümmerte. An der Unglücksstelle waren die Betonplatten zwischen den Gleisen entfernt worden deshalb fuhr sich der Kleinwagen beim Überqueren im Schotter fest und blieb stecken. Der Versuch den Wagen wegzuschieben misslang. Im letzten Moment bemerkten die Männer dann den heraneilenden Zug und brachten sich in Sicherheit.

 

Der Regionalexpress erfasste den Seat und schleifte diesen mehr als 600 Meter weit mit. Dabei verkeilten sich die Überreste des Wagens derart unter der Diesellok dass die alarmierte Feuerwehr mehrere Stunden für die Bergung benötigte.Zur Absicherung der Einsatzstelle wurde die Oberleitung der Bahnstrecke durch die Feuerwehr Tornesch-Ahrenlohe geerdet. Mit Hilfe einer Rettungsplattform halfen die Feuerwehrleute danach den Passagieren aus dem Zug weil sich die Türen mehr als einem halben Meter über dem Bahndamm befanden.

Erst nach Abschluss der Ermittlungen der Bundespolizei an der Unfallstelle begann die Feuerwehr mit der Bergung des Pkw-Wracks. Dazu hatte der Notfallmanager der Bahn AG einen Arbeitszug angefordert. Die Feuerwehr Tornesch-Esingen trennte mit hydraulischem Rettungsgerät das Dach des von der Lok fast vollständig begrabenen Autos ab und befestigten das Wrack mit Stahlseilen und Erdankern. Der Arbeitszug zog den Regionalexpress mit der rund 80 Tonnen schweren Lok langsam vom Wrack weg. Die Strecke konnte erst wieder gegen 13 Uhr freigegeben werden.

Der Lokführer erlitt einen Schock. Die 80 Fahrgäste des Zuges blieben unverletzt. Ein Alkoholtest der Polizei bei dem jungen Fahrer ergab 037 Promille. Sein Führerschein wurde eingezogen. Außerdem wird gegen ihn wegen gefährlichen Eingriffs in den Bahnverkehr ermittelt. Er wird Teile des erheblichen Sachschadens tragen müssen.

Die Feuerwehr Tornesch-Esingen war mit 21 Einsatzkräften und LF 16 TLF 16 LF 8 MZF ELW PKW sowie die Feuerwehr Tornesch-Ahrenlohe mit LF 16 und neun Mann im Einsatz. Weiterhin war der Rettungsdienst mit drei 3 RTW einem NEF der Organisatorische Leiter der Bahn AG sowie Bundespolizei und Landespolizei vor Ort.

Für die Tornescher Feuerwehr war dies bereits der zweite schwere Unfall auf dieser Bahnstrecke binnen weniger Stunden. Keine 500 Meter entfernt hatte sich ein Mann in suizidaler Absicht am Samstagabend gegen 22.30 Uhr vor einen Zug geworfen und wurde getötet. Daraufhin ruhte der Schienenverkehr bis 1.30 Uhr. [Hamburger Abendblatt  Feuerwehr Tornesch]

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