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Teil 3: Besuch in der Maison du Feu Freiwillige Feuerwehren in Frankreich

Der eigentliche Grund meines Besuchs in Nantes: die vom SDIS44 betriebene Maison du Feu auf Deutsch Brandhaus sollte im Dezember ihren Betrieb einstellen; einerseits war sie recht alt und baufällig entscheidend war jedoch dass der wirtschaftliche Aufschwung der Stadt und der Region Nantes eine starke Ausweitung der Wohngebiete bedeutete. Es wurde entschieden die Geruchs- und Schadstoffbelastung einzustellen und das Haus abzureißen. Die Planungen für ein neues Brandhaus an anderer zukunftssicherer Stelle im Département laufen noch; so muss der SDIS44 kurzfristig erhebliche Einbußen in der Qualität der Ausbildung hinnehmen wenngleich man versucht Heissausbildung beispielsweise mit Containern weiterzuführen.

Maison du Feu
Die Maison du feu ist auf einem Hang gebaut. Man kommt ebenerdig hinein kann sich nach unten in den Keller sowie nach obne in das 1. und 2. OG hocharbeiten. Eingeheizt wird primär mit Holzpaletten im Brandraum im UG welches links vom Haus von Außen erreichbar ist.

Ich hatte die Möglichkeit am Abschlußdurchgang teilzunehmen mit einer Teilnehmergruppe von freiwilligen Feuerwehrleuten. So ergaben sich auch prima Möglichkeiten Gemeinsamkeiten und Unterschiede unserer Systeme zu betrachten.

Grundsätzlich wird das freiwillige Feuerwehrwesen formeller betrieben als bei uns; beispielsweise müssen Offiziere auch in der FF ein Studium vorweisen können. Der Dienst wird vergütet. Vor Allem aber wird großen Wert auf gute Kondition gelegt die Physis wird auch fortlaufend überprüft. 

armbeugen

Übungsbeginn: erstmal ein Paar Armbeugen der Instruktor macht vor

Die persönliche Schutzausrüstung ist im Département größtenteils einheitlich: es wird kein Unterschied zwischen Berufs- oder Freiwilliger Feuerwehr gemacht. Mehrlagige PSA gehört zur Standardausrüstung; "Schwachstellen" sind noch die Knobelbecher und Lederhandschuhe die jedoch auch bald nachgebessert werden.

PSA
Zwei Generationen PSA: rechts ganz neu links noch die Standardausführung

f1
Der Atemanschluss wird über die Flammschutzhaube angebracht und am Helm festgemacht

Interessant vielleicht noch die Variante mit dem Atemanschluss der über die Flammschutzhaube angebracht wird: so soll ein aufschwimmen der Maske verhindert werden auch kann kein Schweiß ablaufen der später zu Verbrühungen führen kann. Als "Spinnen"-Mensch hatte ich Unbehagen die Maskenfestpunkte könnten sich im Einsatz verhaken und die Maske ablösen. 

Die Grundausbildung eines FFlers erstreckt sich über drei Abschnitte jedes von der Dauer eines Jahres. Grob beschrieben: Jahr 1 erlernt man Grundfertigkeiten und ist qualifiziert "kleinere" Einsätze zu fahren: dazu gehören klassische Aufgaben eines VTU Véhicule toutes utilités (KlaF) beispielsweise Insektenbeseitigung Tauchpumpeneinsätze usw. Nach Jahr zwei ist man RDH und fährt dann auf dem VSAV 
Véhicule de Secours et d’Assistance aux Victimes (RTW) der zur Standardaufgabe eines CIS (Wache) gehört. Nach Jahr drei ist man nun voll ausgebildet und fährt dann auch Brandeinsätze mit dem FPT Fourgon Pompe Tonne (TLF).

Nachfolgend kann man – anlalog hierzulande – unterschiedliche Spezialkurse besuchen und sich fortbilden.

Bezüglich der Vorgehensweise im Brandhaus gab es keine nennenswerten Unterschiede zu gut ausgebildeten Kräften hierzulande: das Hohlstrahlrohr beispielsweise gehört schon seit Langem zur Standardausrüstung. Nicht zuletzt durch die Initiative von Ronan den wir in Böblingen kennen gelernt hatten gehört eine intensive Heissausbildung zur Grundausbildung. Hier arbeitet man mit Rauchgaskühlung.

BAT BAL
Der Binôme d'attaque BAT beim Vorgehen 

Die Taktik ist auf Staffel ausgelegt: der Chef d'agrès entspricht dem GF oder StF ein Maschinist sowie zwei Trupps genannt binômes: ein BAT (binôme d'attaque Angriffstupp) und ein BAL (binôme d'alimentation Wassertrupp).

Und wie bei uns gehört achtet man auf sauberes Vorgehen auf truppweise Arbeit Sicherheit Kommunikation usw. Im Gegensatz zu uns – zumindest zu dem was ich kenne – gibt's auch mal eine richtig krasse Standpauke vom Ausbilder wenn Mist gebaut wurde. Am Ende des Tages hatte eine Teilnehmerin nicht bestanden. Ihr Vorgesetzter wird davon in Kenntnis gesetzt und darf über weiteres Vorgehen entscheiden: sie kann ihre Prüfung vielleicht nochmal ablegen oder auch aus der FF ausscheiden. Zwischenlösungen gibt es nicht.  

Bisher erschienen:

Kommentare

Keine Kommentare bislang zu “Zweieinhalb Tage SDIS44 (Teil 3): Maison du Feu, FF in Frankreich” (davon )

  1. JupiterJones am 23. Januar 2008 20:11

    Hast du auch die Maske auf der Flammschutzhaube getragen? wurde es richtig dicht?

  2. JupiterJones am 23. Januar 2008 20:19

    Könntest du deine Erfahrung vllt. hier noch posten? http://www.feuerwehr-forum.de/s.php?n=448348

  3. JupiterJones am 23. Januar 2008 20:37

    Danke!

    P.S. dies ist ein Satz weil der Kommentar sonst zu kurz ist ;-)

  4. Niklas am 3. Februar 2008 20:33

    Läuft die Ausbildung für die FF in Vollzeit? Und ist der FFler ein vollwertiger Mann auf dem RTW (vgl. RS bzw. RA)?

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