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Eine bizarre Auswirkung des Rauchverbots…
Artikel aus dem Hamburger Abendblatt:

Rauchverbot: Einige Kameraden sind sauer und drohen sogar mit Austritt

Dicke Luft bei der Feuerwehr

In Bornhöved packten Mitglieder des Musikzugs nach dem offiziellen Teil ihre Instrumente ein weil

sie zum Rauchen vor die Tür mussten.

Von Andreas Burgmayer

Norderstedt

Ihre Mission ist anstrengend und manchmal lebensgefährlich. Feuerwehrleute müssen auch in Ausnahmesituationen Ruhe bewahren. Vielleicht ist das einer der Gründe dafür dass sich ausgerechnet die Feuerwehren in diesen Tagen so schwer tun mit dem Rauchverbot das seit dem 1. Januar gilt. Nikotin wirkt ja bekanntermaßen entspannend.

Dass auf den anstehenden Jahreshauptversammlungen die Glimmstengel höchstens vor der Tür angezündet werden dürfen hat Norderstedts oberster Feuerwehrmann Gemeindewehrführer Joachim Seyferth getreu dem neuen Gesetz verordnet. "In der Tat reagieren einige Kameraden darauf etwas heftig" sagt Seyferth. Aber das löst bei ihm keine Nachsicht aus. Feuerwachen sind öffentliche Gebäude und dort muss der Befehl gelten: Rauchen einstellen.

In ländlichen Regionen des Kreises sorgt das Rauchverbot bei den Feuerwehren für Austrittsandrohungen und lauthalse Unmutsbekundungen. In Bornhöved wurde die absonderlichste Episode des bizarren Widerstands gegen das Rauchverbot geschrieben. Dort spielte bei der Jahreshauptversammlung der Ortsfeuerwehr wie immer der Musikzug. Doch nach dem offiziellen Teil packten die Musiker ihre Instrumente ein – weil sie nicht akzeptieren konnten dass sie zum Rauchen vor die Tür mussten. Aus Konzerten kannte man bisher allenfalls das umgekehrte Phänomen: Verrauchte Säle in denen Musiker keine Luft mehr bekamen. Für lang anhaltendes Gelächter sorgt die Bornhöveder Geschichte bei Walter Lohse dem Leiter der Big-Band der Feuerwehr Garstedt die die Kameraden der Wehr bei der Jahreshauptversammlung musikalisch unterhalten wird. "Qualmen auf der Bühne gab es bei uns sowieso noch nie. Und auch das Bier oder der Wein neben dem Stuhl ist bei uns nicht angesagt. Wer rauchen will geht vor die Tür" sagt Lohse.

Kreiswehrführer Hans-Jürgen Berner fehlt jegliches Verständnis für die nervige Diskussion. "Wir haben seit dem 1. Januar ein Gesetz in dem diese Frage unmissverständlich geklärt ist. Ich weiß nicht was es da zu diskutieren gibt." Dass jetzt einzelne Mitglieder die sich in ihrer Freiheit und persönlichen Entfaltung gestört fühlen sogar damit drohen den ehrenamtlichen Dienst zu quittieren ärgert den 57-Jährigen: "Die Feuerwehren haben ganz andere Probleme als das Rauchen" sagt Berner.

Ein entschiedenes "Ja aber . . ." zum Rauchverbot kommt aus Ellerau. Gerhard Streck Gemeindewehrführer und seit Jahrzehnten ein starker Raucher: "Ich war einer der ersten der sich für ein Rauchverbot im Feuerwehrhaus und in allen Schulungsräumen ausgesprochen hat. Feuer frei für Raucher gibt es bei uns nur in der Fahrzeughalle." Und auch bei der Jahreshauptversammlung in einer Gaststätte gilt während des offiziellen Teils das gesetzliche Rauchverbot. Aber wenn die Berichte Wahlen und Ehrungen abgehakt worden sind und die Kameraden zum gemütlichen Teil übergehen dann wird aus der Jahreshauptversammlung flugs eine geschlossene Gesellschaft – und die Raucher müssen nicht mehr draußen bleiben.

 

http://www.abendblatt.de/daten/2008/01/25/840535.html 

Kommentare

Keine Kommentare bislang zu “Dicke Luft bei der Feuerwehr” (davon )

  1. Firefighter_junior am 25. Januar 2008 11:37

    „Feuer frei für Raucher gibt es bei uns nur in der Fahrzeughalle“

    *Klugscheissmodus an* Ist denn die Fahrzeughalle nicht eigentlich eine Garage? Und ist da nicht generell Rauchen polizeilich verboten?*Klugscheissmodus aus*

    ;-)

  2. freies_radikal am 25. Januar 2008 11:46

    Hehe, mal wieder 2 Dinge dazu:

    1. Bei Feuerwehren deren Spinde direkt hinter und neben den Fahrzeugen stehen und über keine Abgasabsaugung verfügen ist es meiner Meinung nach egal ob geraucht wird oder nicht. Lass nur einmal den Motor des 26 Jahre alten Iveco Diesels an… Natürlich ist ausserhalb der Fahrzeughalle, durch Türen getrennt, absolutes Rauchverbot.

    2. Folgende mögliche Regelung für Feuerwehren mit Absauganlage: Nach Einsätzen (nur dann und bei entsprechender Witterung bzw. nasser Klamotten) ist es vielleicht ungeschickt Raucher vor die Tür zu schicken, die fehlen dann wahrscheinlich krankheitsbedingt beim nächsten Einsatz. Evtl. für diese Ausnahme eine „Raucherecke im hinteren Teil der Fahrzeughalle mit einem Tisch an dem das Rauchen nach Einsätzen und entsprechender Witterung möhlich ist.

  3. Geza am 25. Januar 2008 11:53

    Rauchen in der Fahrzeughalle ist laut Reichsgaragenverordnung oder so verboten…
    Ist es nicht etwas schizophren, wenn wir ne Absauganlage fordern, aber den Dienst quittieren, weil wir nicht auf Lungenbrötchen verzichten können?

  4. t0bias am 25. Januar 2008 14:37

    Beste Aussage seit langem: „Die Feuerwehren haben ganz andere Probleme als das Rauchen“. Sehr gut erkannt.
    Sollten die Kameraden weiterhin mit Austritt drohen würde ich ihnen nach dem hoffentlich erfolgreichen Austritt keine Träne nachweinen. Lächerlich und ein Zeichen das es sehr wohl ne Sucht ist und bei manchen rationales Denken unmöglich macht

  5. hannibal am 26. Januar 2008 15:47

    Gott sei Dank trifft es nur den Speilmannszug und nicht die richtige Feuerwehr..

    Ich als Verantwortlicher Bürgermeister würde sofort den Musikantenzug zumachen und in die richtige Feuerwehr investieren.

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