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Der Brand in einem Mehrfamilienhaus in Ludwigshafen (RLP) scheint nach bisherigem Kenntnisstand durch die Holztreppe und die hölzerner Raumverkleidung forciert worden zu sein (1 2). In dem Zusammenhang erinnerte ich mich an einen Telepolis-Artikel der sich mit den derzeit populären Holzwohnhäusern in Deutschland beschäftigt.
So wird derzeit in Berlin ein siebenstöckiges Wohnhaus aus Holz fertig gestellt. In Freiburg steht eines mit vier Stockwerken. Die Bauherren dieser Häuser äußern sich kritisch gegenüber den strengen Brandschutzvorschriften haben aber auch eine Erklärung dafür:
Das Image der leichten Brennbarkeit und auch der mangelnden Stabilität im Vergleich zu „massiven“ Gebäuden haftet Holzbauten dennoch bis heute an auch wenn diese Vorurteile in der Praxis nicht bestätigt werden – nicht zuletzt haben Fachwerkhäuser auch ohne die Erkenntnisse des modernen Ingenieurholzbaus Jahrhunderte überdauert. Nach Ansicht von Ludger Dederich vom Holzabsatzfonds hielten sich diese Vorbehalte insbesondere in Deutschland hartnäckig was er mit dem Kriegstrauma der brennenden Städte und der mangelhaften Bauqualität der aus Holz errichteten Behelfsunterkünfte der Nachkriegszeit erklärt. In der Schweiz in Österreich in den skandinavischen Ländern und vor allem in Nordamerika stehe man dem Baustoff Holz deutlich aufgeschlossener gegenüber. „In anderen Ländern steht die Funktion des Baustoffs im Vordergrund“ sagt Dederich. „Wenn man die verlangten Eigenschaften nachweist kann auch ein Papierstapel eine Zulassung bekommen.“ Auch „Grünspecht“ Hermann Hallenberger sieht die Skepsis gegenüber dem Holzbau als „besonderes deutsches Phänomen“ an. „Es gibt immer noch Versicherungen die für ein Holzhaus eine höhere Prämie verlangen als für ein Steinhaus.“ [Telepolis]
Die populäre Holzbauweise wird die Feuerwehren sicherlich auch taktisch beeinflussen. Je nachdem wie lange es schon gebrannt hat ist z.B. von einem Innenangriff abzusehen.
Alte Gründerzeit-Wohnhäuser sollten dennoch nicht auf eine Stufe mit neuen Holzwohnhäusern gestellt werden denn letztere werden unter viel strengeren Blicken errichtet als dies zu Kaisers‘ Zeiten geschah. Ich für meinen Teil hätte kein Problem in ein Haus in holzbauweise zu bewohnen. Sofern man Grundregeln – die auch für normalen Wohnraum gelten – beachtet passiert eigentlich nichts.
Ich hege allerdings die Befürchtung dass infolge des tragischen Brandunglücks in Ludwigshafen eine Grundsatzdiskussion über das Contra der Holzbauweise ausbrechen wird. Wichtiger fände ich allerdings eine Diskussion darüber wie alte Gründerzeithäuser sicherer gemacht werden können. Es gibt noch einige Städte in Deutschland die im Feuersturm der Weltkriegsbombardements nicht zerstört wurden (Staufen im Breisgau Konstanz) und noch jahrhunderte alte Bausubstanz aufweisen. Einfach alles abzureißen wie es sicherlich einige VB’ler fordern ist allein schon aus historischer Sicht keine Lösung. Immerhn standen diese Häuser jahrzehnte bis jahrhundertelang und trotzen den Elementen.

Kommentare

Keine Kommentare bislang zu “Holzhäuser in Deutschland – kleiner Kommentar” (davon )

  1. galaxyquest am 4. Februar 2008 17:42

    die Gedanken stammen von mir ;-)

  2. Ulrich Wolf am 4. Februar 2008 18:23

    Bei diesem Brand wurde ein Holzhaus (Eingeschossig, 9x10m groß) komplett zerstört.
    Bericht von http://www.osthessen-news.de
    http://www.osthessen-news.de/beitrag_C.php?id=1144310

  3. maos am 4. Februar 2008 18:58

    Also bei modernen Holzhäusern sehe ich gegenüber einem gemauertem Haus wenig Grund zur Sorge. Die heutigen Baubestimmungen sind sicher nicht schlecht. Ein Gefährlicher Faktor sind ja immer die Holztreppen, welche aber überall eingebaut werden.

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