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Die Stuttgarter Grünen der Rettungsdienst und die Bürgerinitative „Notfallrettung Stuttgart“ kritisieren die in Baden-Württemberg für den Rettungsdienst vorgeschriebene Hilfsfrist von 15 Minuten die – obwohl fast doppelt so lang wie in Nordrhein-Westfalen in Stuttgart offenbar nicht eingehalten werden kann.

Die Grünen im Stuttgarter Gemeinderat haben jüngst bei der Verwaltung eine Stellungnahme beantragt. Die Antwort von Ordnungsbürgermeister Martin Schairer lässt aufhorchen: Verglichen mit ähnlichen Städten sei „Stuttgart absolutes Schlusslicht“ heißt es da. 200 000 Bürgern stehe im Schnitt nur ein Notarzt zur Verfügung. Und: In Stuttgart wird noch nicht einmal die großzügige baden-württembergische Hilfsfrist eingehalten. Zwischen Januar und Oktober 2007 brauchte ein Rettungswagen im Schnitt fast 18 Minuten bis zum Unglücksort ein Notarzt beinahe 17.

„Rosig sieht es hier nicht aus wir bewegen uns scharf an der Grenze“ sagt Frank Knödler Leiter der Branddirektion. „Im Sinne der Bürger wären 10 Minuten in Ballungsräumen wesentlich besser.“ Dafür brauche man aber Fahrzeuge und Finanzmittel. „Das ist ein Landesproblem“ sagt Knödler „wir sind nur die Vollzugsebene. Das Sozialministerium sollte etwas tun.“ [Stuttgarter Nachrichten]

Links:

(sc)

Kommentare

Keine Kommentare bislang zu “Kritik an Hilfsfrist” (davon )

  1. Schlauchflicker am 13. Februar 2008 20:05

    Eine neuen Hilfsfrist hilft nur bedingt. Was mit ein Problem ist, dass die Standorte von RTWs und NEFs (samt Notarzt) nicht ganz geschickt verteilt. Stuttgart ist etwas unpraktisch gebaut in dieser Hinsicht. Es ist einfach schon ein abartiges Gegurke, bis man in bestimmten Stadtbezirken ist… Und Rettungswachen mehr zu streuen und dafür weniger Fahrzeuge pro Wache vorzuhalten funktioniert aus mindestens zwei Gründen nicht so gut: Einmal lässt sich das Einsatzaufkommen nicht ,,planen‘ und zweiten lässt die Kessellage in Stuttgart das nicht zu (da spielt auch wieder das unplanbare Einsatzaufkommen eine Rolle). Es kam aber auch schon vor, das ein HLF der Berufsfeuerwehr als ,,Frist-Responder‘ geschickt wurde, wenn kein RTW in der Nähe verfügbar war. Ich weiß sogar von einem Fall bei dem eine freiwillige Feuerwehr zur medizinischen Erstversorgung gerufen wurde…

  2. einsatzfoto am 14. Februar 2008 07:58

    Sorry Stefan, jetzt sind wir auf Bild-Zeitungs-Niveau angekommen!
    Die Aussage „in Stuttgart offenbar nicht eingehalten werden kann“ steht im Widerspruch zum ersten Link, in dem Branddirektor Knödler Probleme bei der Berechnung der Fristen aufzeigt. Noch kann niemand belastbare Zahlen zur tatsächlichen Hilfsfrist liefern.
    Klar ist, dass die Hilfsfreisten in BaWü schrecklich großzügig sind. Und ein Durchschnitt von 15 Minuten heisst ja auch, dass die Hälfte aller Patienten und Ersthelfer noch länger als 15 Minuten auf qualifizierte Hilfe warten muss.
    Aber wenn man darüber diskutiert, dann aber nicht solche „Knödler-Details“ weglassen, denn das wirkt wie eine populistische Voreingenommenheit.

    Noch kurz zum ersten Kommentar: Natürlich lässt sich ein Einsatzaufkommen planen oder was ist z.B. der Inhalt eines Brandschutzbedarfsplanes?
    Kessellage als Ausrede? So wie die Warnschilder „Schweinepest-Sperrbezirk“ oder „Bei Glätte wird nicht geräumt und gestreut“ das Schild „Stuttgart: Rettung ungewiss?“ Wenn es die Lage erfordert, dann steht halt ein RTW auf Abruf an einer Straßenkreuzung und nicht auf einer abgelegenen Wache. Genau das ist doch die Aufgabe einer _bedarfsgerechten_ Planung!

  3. JohnnyKnoxville am 14. Februar 2008 09:41

    „Ich weiß sogar von einem Fall bei dem eine freiwillige Feuerwehr zur medizinischen Erstversorgung gerufen wurde…“

    Passiert bei uns wöchentlich bei Bewegungsfahrten. Liegt aber nicht an mangelden Rettungsmitteln, einfach weil dann das LF, was eh im Ort unterwegs ist, noch einen Tick schneller ist.

  4. Schlauchflicker am 14. Februar 2008 11:13

    @Einsatzfoto: Das Problem ist, dass man in Stuttgart mit der ,,Kirche ums Dorf‘ fahren muss, um bestimmte Stadtbezirke zu erreichen. Eine bedarfsgerecht Planung funktioniert in Stuttgart nicht ganz so gut wie in anderen Großstädten. Damit mein ich, dass Fläche und Einwohnerzahl und -dichte nur ein Faktor ist. Die Planung dürfte auf Grund der Topografie wesentlich schwieriger sein. Zwei Punkte können zwar auf dem Stadtplan nur einige 100 Meter auseinander liegen (Luftlinie), aber leider ist dann z.B. ein Hügel im weg und das heißt ein Umweg von ein paar Kilometern. Man braucht, so denke ich, im Vergleich zu anderen Städten, wesentlich mehr Mittel um eine gleiche Versorgungslage zu gewährleisten.

    @JOHNNY: Auf Bwegungsfahrten is des auch kein Ding. Aber ich meine mich zu erinnern, dass eine Freiwillige Feuerwehr über ihre Piepser alarmiert wurde, also das erst die Fahrzeuge im Feuerwehrhaus besetzt werden müssen, was auch schon mal 2-3 Minuten dauern kann.

    Also alles nicht ganz so einfach in Stuttgart …..

  5. einsatzfoto am 14. Februar 2008 12:06

    @Schlauchflicker: Eben, das Problem ist statisch und lösbar. Wir in Ulm haben übrigens eine Donau und eine Iller, Ihr habt einen Neckar. Und auch wir haben im Stadtgebiet einen Höhenunterschied von grüßer 100 Meter. Vergleichbare Probleme. Ich habe ja auch nie behauptet, dass Einwohnerzahl und -dichte die einzigen Faktoren für eine Planung sind. Und wenn man mehr Mittel braucht als anderswo, dann muss man eben dafür sorgen, dass sie bereitgestellt werden.

    …und sobald Herr Knödler und seine Leitstelle nachgerechnet haben, müssen eben ggf. genau diese Konsequenzen gezogen werden: Räumliche und zeitliche Verteilung der Einsatzort in Bezug setzen zu Standorten der Rettungsmittel (ist nicht gleich Rettungswachen) und die benötigte Anzahl.
    Dazu gibt´s Fachleute und Spezialsoftware. Und diese Ergebnisse müssen dann eben mit den Kostenträgern und den politischen Wunschträgern in Einklang gebracht werden.

  6. Schlauchflicker am 14. Februar 2008 18:49

    @Einsatzfoto: Also der Neckar isch ned des Problem, gibt ja mehr als genug Brücken ;) Dz hast recht, das Problem ist teilweise auch die Statistik, wenn man es anders rechnen würde, dann würde es vielleicht nochmal ganz anderst sehen können (glaube keiner Statistik, die man nicht selber gefälscht hat) und die ISL mag einige Vorteile bringen. So war bei einem Unfall auf einem Waldspielplatz ein KTW (samt Oma hinter drin) schon nach kurzer Zeit am Treffpunkt,, Ok der RTW hat dann noch mal 4-5 Minuten länger gebraucht. Aber es waren keine 10 Minuten zwischen Notruf und eintreffen des RTWs. Der KTW war noch schneller da, samt Oma ;)

    Und es stimmt schon, dass Standort des Rettungsmittels nicht unbedingt ne Rettungswache sein muss. Aber wie stellst du dir das dann konkret vor? Mal ne RTW für ne Stunde auf n Kirchplatz im Außenbezirk stellen? Es gibt Strecken, da bin ich zu Fuß schneller, da direkter Weg, als ein Fahrzeug mit SoSi, des aussenrum fahren muss. Da hilft einfach keine Spezialsoftware mehr.
    Z.B: In Büsnau, es wären zwei mögliche Rettungswachen dafür in Frage kommen. Einmal die in Degerloch und einmal die am Olgäle (hier bin ich mir nicht sicher). Von beiden ist es schon so ein abartig mieses gegurke um nach Büsnau zu kommen. Und wenn alle Fahrzeuge von beiden Wachen in irgend welche Einsätze gebunden sind, dann dauert es Äonen, bis dann z.B. ein RTW von der Hauptrettungswache in Stuttgart Ost dort hin gefahren ist. Also da braucht man bei guten Verkehrsverhältnissen mit SoSi auch schon ne viertel Stunde. Also bräuchte man eine sowas wie ne Wachbesetzung. D.h. von der Hauptrettungswache fährt ein RTW auf eine Wache, die in der Zeit nicht besetzt ist. Wenn man dann die Wachen noch ein bisschen dezentraler verteilt und kleiner macht und eine RTW samt Besatzung dann zu Wachbesetzung ausrückt, wobei hier ein bis zwei RTWs allein dafür vorgehalten werden sollten, müsste das machbar sein. In der Summer dürfte des dann auf mehr Wachen und mehr RTWs hinauslaufen. Und somit hat man vielleicht eine gleiche Versorgungslage, aber die Kosten lassen sich hierfür nicht mehr mit anderen Großstädten vergleichen. Stuttgart ist in der Hinsicht etwas arg unpraktisch gelegen, man muss ein größeren Aufwand treiben, als bei einer Stadt mit vergleichbarer Größe und Einwohnerzahl/dichte. Eigentlich darfs nicht am Geld liegen, Menschen zu retten, aber erzähl des mal den Politikern….

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