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Von Hans Stellmacher  ERHA-TEC

Im Rahmen meiner Tätigkeit als Ausbilder für die Firma Erhatec-Fire-Safety+training bekam ich die Gelegenheit an der  Ausbildung von 20 Kroatischen Berufsfeuerwehrleuten mitzuwirken.

Kroatien möchte die Ausbildung in Feststoffbefeuerten Anlagen flächendeckend einführen und plant derzeit den Bau von 13 Anlagen nach DIN und betrieben von Ausbildern welche entsprechend Deutschem Standard (empf. NDS) ausgebildet sind.

Bereits im Juni 2007 waren in 2 Wochenkursen jeweils 10 Kollegen aus Kroatien (BF ab Schichtführer/Zugführer/Wachleiter aufwärts) zum sogenannten "Grundlehrgang: Ausbilder für Rauchdurchzündungsanlagen" auf dem Gelände der FA. ERHATEC in Münsingen auf der Alb.

Da aber eine der forderungen zum Abschluss des Werdeganges das Ableisten von 20 Lehrdurchgängen ist wurde bereits damals vereinbart dass eine Gruppe von Ausbildern nach Kroatien fahren würde um diese Lehrdurchgänge zu beurteilen und ggf. Hilfestellung geben oder Korrekturen vornehmen.Die sollte nun vom 12.01.2006 bis 16.1. 2006 stattfinden.


 

Abfahrt am 12.01. war um 7.00 Uhr auf der Feuerwache in Böblingen.Meine wenigkeit traf dort mit den Ausbildern Jürgen Ernst und Sven Antica (Böblingen) und Andreas Daum ( Dornstetten) zusammen. Gemeinsam verstauten wir so gut als möglich unser Gepäck immerhin Unterbekleidung für 3 Durchgänge/3 Tage je 2 Satz Überbekleidung und noch bissle was für abends. Da wir auf der Alb noch Christian Schorer aus Wasserburg "zuzuladen" hatten……war das beladen hier schon die erste Herausforderung.

Aber: nichts ist unmöglich..und Sardinen in der Dose jammern nicht…..nach 10 Std Fahrt erreichten wir die Slowenisch-Kroatische Grenze wo wir von Mario Rogina (Organisator BF Varaszdin) abgeholt wurden. Es ging direkt zu ihm nach Hause wo zum einen Hans Fuhrer aus Aeschi in der Schweiz Mitausbilder ebenso auf uns wartetete wie ein "kleiner" Imbiß welcher sich als ausgedehnte Mahlzeit erwies.

Als Marios Mobiltelefon klingelte brach jedoch betriebsame Hektik aus…….und bescherte uns den ersten Eindruck…was uns erwarten würde…wir müssten nun los wir würden noch einen kleinen Stop beim Weinhaus von Mario einlegen um die Aussicht über Varaszdin zu geniessen…bevor wir nach Ivanic Grad fahren würden wo wir bereits vom dortigen Chef der Feuerwehr erwartet würden.Aber wir sollten ja nichts sagen dass wir schon gegessen hätten sonst wäre er beleidigt mit uns…..das war dann auch gleich der Lehrgangsspruch…

Also gings nach Ivanic Grad in ein Landestypisches Restaurant…zum 2. Abendessen. Anschliessend Hotel beziehen. Unser Hotel hatte nun wirklich die besten Tage bereits gesehen die Zimmer waren einfach die Handtücher rochen nach Chemie…und das Wasser war die ersten Minuten alles andere als durchsichtig. So weiss man dann doch was man Zuhausefür einen Standard hat.


 

Nach dem Einchecken gings noch in die eine oder andere Lokalität wo sich der eine oder andere Ausbilderanwärter ebenfalls einfand so dass man schon ein bisschen Kontakt knüpfen konnte.Nach kleinem Frühstück am Sonntagmorgen ging es um kurz vor neun zur Wache in Ivanic Grad. Nach kurzer Begrüssung durch den Wachleiter gab Sinisa Jembrih von der BF Zagreb einen kurzen organisatorischen Überblick was an den kommenden Tagen stattfinden bzw ablaufen sollte. Anschliessend referierte Jürgen Ernst über Grundlagen der Ausbildung wie Wechselprozeduren und Sicherheitseinrichtungen.

Die Verständigung fand weitestgehend auf Englisch statt das von Sinisa oder Kollegen dann gedolmetscht wurde. Sven konnte ebenfalls Kroatisch und war eine klasse Hilfe.Insgesamt konnte denke ich alles verständlich erklärt werden.

Ferner wurden die angehenden Ausbilder in 2 Gruppen aufgeteilt welche jeweils von 3 Ausbildern von uns betreut wurden. Ebenfalls wurde nochmals darauf eingegangen dass es an den Anwärtern selbst läge jeweils den entsprechenden Durchgang selbst zu organisieren und sich auch selbst einzuteilen.Nach dem Mittagessen wurde die Anlage besichtigt welche einige Bauliche Unterschiede zu den uns bekannten Anlagen hatte.

So wurden offensichtlich die offene und die geschlossene Bauweise zusammengewürfelt. Die Türe zum Brandraum befand sich etwa einen Meter zurückversetzt und etwa in 60 cm höhe während dadurch an der Decke ein Totraum/Sturz entstand welcher die Rauchschicht unterbrechen/stören wüde.

Nach dem ersten Durchgang wurden diese Bedenken erstmal bestätigt und wir nahmen den ersten Fettnapf: statt in weiteren Durchgängen zu testen wie man das Problem praktisch lösen könnte gabs sofort von unserer Seite Verbesserungsvorschläge und Kritik….bis uns aufgefallen ist dass die Erbauer ebenfalls anwesend waren und sich nun etwas getreten fühlten.

Das hat uns dann schon einigen Aufwand gekostet diesen Schnitzer wieder auszubügeln. Man lernt halt immer dazu. Die 2. Gruppe hatte es etwas einfacher da nun die Anlage bereits "vorgewärmt war.

Da hierdurch auch das Diskussionswesen der Kroatischen Kollegen in höchstem masse angesprochen war gab es abends ein recht energisches und lautes Wort des Kollegen Schorer dass am kommenden Tag einiges mehr an Disziplin erforderlich sei und wir erwarten würden dass um 09.00 Uhr die Anlage angefeuert werden würde….

Und siehe da: als wir um 8.40 am Montag morgen auf das Gelände kamen….war bereits alles vorbereitet: Einteilung fertig Sicherheitszone eingerichtet Anlage beladen FO-Box vorbereitet sowie 2 Bahnen für HSR-Training. Ebenfalls stand die Gruppe was als erste in den Container ging ausgerüstet bereit.

So fing der Tag gut an…..bis das Fernsehen kam…und wir uns ein bisschen dahingehend biegen mussten…dass der Ablauf so passt das das jeweilige Fernsehteam alle 3 Stationen filmen konnte.

Ebenso mussten wir an dem Tag überwiegend auf Jürgen Ernst Sinisa Jembrih und Mario Rogina verzichten. Zum einen waren sie als Interviewpartner gefragt zum anderen waren ebenfalls viele Feuerwehrchefs vom Direktor bis zum Professor der Feuerwehrakademie anwesend. Und wenn sich verantwortliche schon vor Ort informieren…

Aber bedingt durch den "Anschiss" vom Vorabend arbeitete jeder Gewissenhaft und Diszipliniert mit so dass jede Gruppe 2 Durchgänge im Container einmal HSR-Ausbildung und einmal FO-Box als Thema abarbeiten konnte. Abends nach der Tagesbriefing lief noch von uns aus ein langer Durchgang an dem man mit der Anlage etwas spielen konnte..

Mittlerweile kamen auch wir "German-Trainers" immer besser mit der Anlage zurecht und die Türkonstruktion stellte sich als Glücksgriff dar. Oben sehr dichtschliessend und unten mit einem Spalt durch welchen man das dunkelwerden des Feuers sehr schön beobachten konnte und auch das sauerstoffbedingte "atmen". Beim öffnen der Türe hatte man fast den Eindruck sie würde von innen festgehalten.

Der Dienstag verlief genauso jedoch ohne Kameras und ohne "Big Chiefs".

Nachmittags musste ich alle meine Englischkenntnisse zusammenkehren da ich mit meiner Gruppe in einem etwa einstündigen Theorieblock nochmals auf das Thema Tagesablauf Organisation und Sicherheitsaspekte eingehen sollte….aber es hat erstaunlicherweise funktioniert auch mein Tafelanschrieb war wohl passabel so dass Christian ihn als Grundlage verwenden konnte.

Alle Teilnehmer haben wirklich gut gearbeitet und es hat richtig Spass gemacht auch wenn man bei dem einen oder anderen gemerkt hat dass doch noch einiges an Übung notwendig ist..sei es nun das beherrschen des HSR in jeder Lebenslage oder dem Ablauf beim Blocken einer Durchzündung (Türe zu Türe auf. blocken Change Ventilieren Türe halb zu Ventilation schliessen Türe ganz zu. Blick für die Rauchschicht….etc).

Was tagsüber das konzentrierte Arbeiten war waren abends gesellige Ausflüge. Sonntag abend hatten wir die Hauptwache von Zagreb besichtigt. Beeindruckend hier war die Tatsache das diese Wache über 20 Fahrzeuge verfügt: vom LF über RW GWG TRoTLF WLF DLK…etc….und kein Auto älter als 3 Jahre ist.

Montags gings in eine Art Besenwirtschaft wo wir mit traditionellen Gerichten verköstigt wurden. Am letzten Abend bezogen wir in Sinisas Ferienhaus in Duga Rega Quartier wo wir mit einem gemütlichen selbstbereiteten Gulasch den "Arbeitseinsatz" ausklingen liessen.

Im vollgepackten Auto starteten wir dann um 9.00 Uhr morgends Richtung Grenze. Leider war bei München extrem Stau…so dass wir dann erst abends um 10.oo Uhr in Böblingen ankamen.

Mein persönliches Fazit: Es hat sich gelohnt diese Aufgabe wahrzunehmen. Ich selbst konnte als Ausbilder einiges lernen obwohl wir ja eigentlich zum "lehren" gekommen waren. Die Kollegen waren alle supernett es hat nicht einer seine Position herausgekehrt. Wir haben alle gleich geschwitzt gestunken und waren abends gleich platt.

Bei einem ähnlichen Angebot würde ich jederzeit wieder zusagen..wenn es Zeitlich passt.

 Danke an das Team von ERHA-TEC für diesen Bericht. Ich hätte die Einladung nach Kroatien auch gerne angenommen. 

Kommentare

Keine Kommentare bislang zu “Zum Ausbilden nach Kroatien” (davon )

  1. sinisa am 27. Februar 2008 20:40

    Grusse aus Kroatien, wir sind auch da..:)

  2. Firefighter_junior am 27. Februar 2008 22:46

    Ein wirklich klasse Bericht! Toll geschrieben!

  3. firerobs am 10. April 2008 00:32

    Klasse Bericht!

    Kurze Frage, aus welchem Material habt ihr das Dollhouse auf dem Foto gebaut?

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