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Im letzten Teil der Kurzreihe "Zweiter Abmarsch" in dem Nachfolgefahrzeuge der Bund-LF16TS vorgestellt werden schauen wir uns die drei unterschiedlichen Typen und Konzepte im Vergleich an: LF16 KatS Hamburg LF20/6-TS Düsseldorf und LF10/6 Wedel.

Vom Prinzip sind sie recht ähnlich: eine Kombination aus LF8 (10/6) und LF16-TS  (LF16). Die Fahrzeuge sind insbesondere für den Wassereinsatz gedacht führen entsprechend viele Schläuche und eine Tragkraftspritze mit. Zudem sollten sie als Erstangreifer dienen können falls die Erstfahrzeuge gerade außer Dienst oder nicht greifbar sind: hier zählen insbesondere PA im Innenraum sowie ein Löschwassertank. Dafür verzichtet man im Vergleich zu einem typischen HLF auf die Ausrüstung für technische Hilfe: hydraulische Rettungssätze sucht man vergebens es sind wirklich nur sehr begrenzte Einsätze möglich.

Das Stadtfahrzeug: Hamburg
Der Prototyp des Hamburger KatS-LF  wurde bereits auf der Interschutz 2000 vorgestellt die Auslieferung erfolgte bis ins Jahr 2006. Insgesamt wurden 52 Stück zusätzlich zum Prototypen ausgeliefert.

 

Das Hamburger KatS-LF ist mit Allrad versehen allerdings mit Zwillingsbereifung und ist deshalb eher geländefähig als "-tauglich.  Das Gesamtgewicht beträgt 13.500kg der Inhalt des Löschwassertanks 1.600 Liter. Die B-Schläuche werden gerollt mitgeführt wie auf den alten LF16-TS in einer doppelten Tiefe. Aus diesem Grund lässt sich der Geräteraumverschluss GR (Heck) nur teilweise öffnen – schließlich wird hier nur die Pumpe benötigt. Insgesamt werden für die Wasserförderung 30 B-Schläuche mitgeführt.


 

Interessant ist in Hamburg insbesondere der "Sinneswandel" weicht die Serie doch erheblich vom Prototypen ab. Eigentlich kann man fast von zwei unterschiedlichen Konzepten sprechen: der Prototyp verfügt über Heck-Einschübe für bis zu 20 vorgekuppelten B-Längen auslegbar während der Fahrt. Der Inhalt des Wassertanks beträgt 800 Liter. Da man jedoch von einem Fortbestehen des Bund-SW2000 ausging verzichtete man auf diese Lösung und vergrößerte den Tank auf 1.600 Liter.


 

Weitere Informationen zum Prototypen sind hier und hier erhältlich. Eine Bilderstrecke des bei der FF Groß-Borstel stationierten LF16-KatS ist hier bei Flickr einzusehen. 

 LF10/6 FF Wedel 

Sehr stark an das Düsseldorfer LF20/6-TS angelehnt ist das LF10/6 der FF Wedel (SH) das mit seinen 14 Tonnen und einer Förderleistung von 2.000l/min (eingebaute FP) in dieser Fahrzeugkategorie schon zur "Oberkante" gezählt werden kann.

Im Gegensatz zu den Fahrzeugen aus Hamburg und Düsseldorf ist das Wedeler LF10/6 jedoch nicht als Katastrophenschutzfahrzeug gedacht beispielsweise gibt es keine übergreifende bzw. kombinierte Einplanung im Rahmen eines klassischen Bund-Löschzug "Wasser". Jedoch ist es für überörtliche Hilfe gedacht außerdem beschafft eine Nachbargemeinde derzeit ein baugleiches Fahrzeug.

Vielmehr kommen hier die örtlichen Gegebenheiten zum tragen: Ein Teil des Gemeindegebiets von Wedel besteht aus (Elb-)Marschland. So will man hier auch die ansonsten schlecht erreichbaren Einödhöfe überhaupt erreichen um effektive Brandbekämpfung durchführen zu können. Zudem dient es auch als Zugfahrzeug für das Boot. 


 

Insgesamt sind 30 B-Längen verlastet davon 18 in Buchten im Heck – wie in Düsseldorf können diese während der Fahrt ausgelegt werden. Zusätzlich werden noch einiege Schläuche "Abwasser" mitgeführt.


 


 

Findet man in Hamburg und Düsseldorf zumindest ansatzweise Ausrüstung zur technischen Hilfe ist das Wedeler 10/6 viel stärker auf "Wasser" ausgelegt. Beispielsweise hat man in G1 noch eine "Chiemsee"-Schmutzwasserpumpe untergebracht. Wer diese schon mal in Aktion gesehen hat wird den Einsatzwert des Geräts zu schätzen wissen. Ferner sind in G1 noch drei Tauchpumpen verlastet. Das Volumen des Wassertanks beträgt 600 Liter.


 

Fazit

Beide Konzepte – das LF Wedel wird hier Düsseldorf zugeordnet – sind eine geeignete und notwendige Antwort auf den Wegfall der Bund-LF. Sie zeigen auf dass jede Kommune (und damit ihre Feuerwehr) Gedanken zum Thema Katastrophenschutz anstellen sollte idealerweise abgestimmt auf einer höheren Ebene (Kreis Bezirk Land).

Das Mindeste sollte eine qualifizierte Antwort auf die Frage sein wie man hier aufgestellt sein möchte. Dabei geht es nicht nur um ein Gefährdungspotenzial im eigenen Gebiet sondern auch überörtlich. Die Katastrophen der neueren Zeit beispielsweise das Elbhochwasser die Schneekatastrophe aber auch lokale Ereignisse wie Stürme Überflutungen oder Waldbrände sollten Beweis genug dafür sein dass die Feuerwehren sich dafür rüsten müssen. Auch deswegen weil die Kollegen vom THW immer stärker in dieses Thema einbezogen werden; hier gilt es die zukünftige Form der Kooperation mit zu gestalten und nicht ausgeklammert zu werden. 

Keine Kapazitäten aufzustellen halte ich für leichtfertig allerdings sollte das dann wenigstens begründet sein. Es reicht auch schlicht nicht ein LF16-TS mit einem (H)LF zu ersetzen.

Die nahe Zukunft wird recht spannend werden was die Bund-LF betrifft. Insbesondere auch weil dieser dann bei Einsätzen bzw. der Verfügbarkeit ein Mitspracherecht fordert. Die Gemeinden werden wohl davon abrücken müssen wie früher ein "Geschenk" in rot zur freien Verfügung zu bekommen.

Weitere Artikel in der Reihe: 

Danke! 

Ausdrücklich bedanken möchte ich mich für die freundliche Unterstützung bei Jan Ole Unger (drehleiter.info) Sven Kohlrusch (FF HH Groß Borstel) Sven Koopmann (FF HH Altona) Dennis Renk (FF Wedel) Ulrich Cimolino und Arvid Graeger (BF Düsseldorf). 

 

Kommentare

Keine Kommentare bislang zu “Zweiter Abmarsch: Konzepte” (davon )

  1. Cimolino am 6. März 2008 07:48

    Hallo,

    wir (MA des FNFW AA LF auf Bitten des BBK) arbeiten gerade in einem Adhoc-AK an der Erstellung des Pflichtenheftes auf Basis des LF 10/6. Sollte es tatsächlich Fahrzeuge vom Bund geben, so könnte das LF-KatS optisch so ähnlich aussehen wie das Wedeler Fahrzeug, weil unter 11 t heute nicht mehr darstellbar (schon gar nicht mit 1000 l Wasser, die auch nur gehen, wenn die Industrie andere Tanks baut und das machen die nur, wenn der Bund mit Serie winkt….).

    Irakli:
    Der Bericht hat mir geholfen.
    Danke!

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