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Zugegeben wenn es um das Thema Feuerwehr als Verein oder Stütze des Dorflebens geht kochen die Emotionen hoch. Und in der Tat ist dieses Thema ein zweischneidiges Schwert. Unter historischen Bedingungen betrachtet ist eine Feuerwehr mit der Gemeinde gewachsen und ihre Mitglieder im Gemeindeleben integriert. Aus rechtlicher oder organisatorischer Perspektive spielt dieser kulturgeschichtliche Ableger aber keine Rolle vielmehr darf er keine Rolle spielen denn die Feuerwehr ist primär zur Hilfeleistung da.

Erneut auf dieses Thema aufmerksam geworden bin ich durch zwei Zeitungsartikel: „Die Feuerwehr ist eine Stütze des Dorflebens“ in der Augsburger Allgemeinen und „Die Feuerwehr muss zentralisieren“ im Offenburger Tagblatt.

So steht im Offenburger Tagblatt:

Die Feuerwehrleute seien in ihren Orten verwurzelt und würden die Geheimnisse ihrer Ortschaften kennen. Sie nähmen dort auch andere Aufgaben in kultureller und sozialer Hinsicht wahr unterstützten das gemeinschaftliche Leben. »Die Abteilungen sind ein fester unverzichtbarer Bestandteil des Gemeinwesens. Die Abteilungen bleiben erhalten!«

Die kulturelle Karte als Grund für den Erhalt einer Feuerwehr zu spielen ist kontraproduktiv denn sie versperrt den Weg für taktisch und wirtschaftlich sinnvolle Lösungen. Dagegen ist dem Argument der Vor-Ort-Kenntnisse nichts entgegen zu stellen.

Wie allerdings der Absatz in der Augsburger Allgemeinen gemeint ist wage ich besser nicht zu deuten:

Bürgermeister Dr. Peter Bergmair lobte in seinen Grußworten das Engagement der Hügelsharter Wehr die etwas Besonderes sei. „Das Feuerwehrhaus ist ein Bürgerhaus in dem man sich neben der klassischen Feuerwehrarbeit gerne trifft“ so Bergmair.

Bezieht sich das nun auf das gemütliche Beisammensein nach dem Dienst oder auf die Veranstaltung von Festen? Wenn ich den Titel „Die Feuerwehr ist eine Stütze des Dorflebens“ ins Spiel bringe ist von letzterem auszugehen. Aber auch hier der Einwand „die“ Feuerwehr dienst der Hilfeleistung und nicht der kulturellen Bereicherung des Dorflebens.

Für das Dilemma gibt es nur eine Lösung nämlich der haarscharfen trennung zwischen den hoheitlichen Aufgaben einer Feuerwehr und den kulturellen und gesellschaftlichen Aktivitäten eines Feuerwehrvereins der aus rechtlichen Gründen als solcher existieren sollte. (sc)

Kommentare

3 Kommentare zu “Feuerwehr und kulturelle Aufgaben” (davon )

  1. Harald am 31. März 2008 17:32

    In meiner Region gibt es auch viele kleine Wehren, die wenige Einsätze im Jahr haben. Andererseits haben die Wehrleute viele Termine im Jahr. Sei es den Maibaum zu stellen. Sei es bei Festen zu helfen oder gar auszurichten (als Verein).

    In diesem Zusammenhang hört man auch immer wieder „Feuerwehr ist Kulturträger“ usw.

    Ist vermutlich in allen ländlich geprägten Regionen in Deutschland so …

  2. katrin am 17. April 2009 15:56

    Ob diese „eine Lösung“ auch die sinnvollste Lösung ist?

    Denken wir diese Trennung einmal weiter. Der Erhalt einer Feuerwehr aus taktisch und wirtschaftlicher Sicht würde sich vermutlich von selbst klären, wenn man die „kulturelle Karte“ als Grund für den Erhalt ausschließt.
    Viele ländliche Dörfer sind auf Grund, der sich auflösenden Infrastruktur (Schulen, Postämter, Kaufhäuser, usw.) bereits sehr eingeschränkt. Man bedenke, dass es sich bei diesen Einrichtungen um „Kommunikationspunkte“ handelt, wo eben auch das dörfliche Leben diskutiert wird und die Menschen in gewisser Weise auch an das Dorf bindet. Nachdem diese „Kommunikationspunkte“ den Bewohnern zum größten Teil abhanden gekommen sind, bleiben ihnen noch die Vereine, die das Dorf beleben. Würde nun die Freiwillige Feuerwehr ihre kulturellen Aktivitäten einstellen und in weiterer Folge auch die Mithilfe bei Veranstaltungen anderer Vereine würden über kurz oder lang keine Veranstaltungen mehr stattfinden. Die Bewohner haben dann kaum mehr die Möglichkeit sich untereinander auszutauschen, die Vereine würden sich nach und nach auflösen und das kulturelle Leben würde zum Stillstand kommen. Die Menschen würden ihre Bezugspunkte zum Dorf verlieren und es verlassen. Und wenn keine Menschen mehr im Dorf leben wird man auch keine Freiwillige Feuerwehr in diesem Dorf brauchen.
    Das beschreibt natürlich ein extremes Szenario, das sich keiner wünscht, das allerdings möglich wäre, wenn man die „kulturelle Karte als Grund für den Erhalt einer Feuerwehr“ ausschließt. Eine Lösung aus rein taktischen und wirtschaftlichen Gründen muss nicht immer die Richtige sein.

  3. maos am 17. April 2009 17:43

    @katrin
    Du hast im großen und ganzen schon recht, allerdings liest sich dein Kommentar so, als ob die FW die Sütze aller anderen Vereine im Ort ist.
    Das stimmt so jetzt nicht, m. M. nach ist die FW ein weiterer Verein neben anderen.
    Trotzdem sehe auch ich es so, dass die Vereinsseite einer FW keineswegs ausser Acht gelassen werden darf.

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