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Mitgliedermangel zu viel Ausbildung und Probleme mit den Arbeitgebern sind nur die auffälligsten Probleme der Freiwilligen Feuerwehr. Das könnte nun aber zukünftig der Vergangenheit angehören – zumindest teilweise. Denn in langen Verhandlungen haben sich unter Federführung des Bundesinnenministerium die sechzehn Bundesländer und Vertreter von DFV und der Landesfeuerwehrverbände auf eine grundlegende Reform des deutschen Feuerwehrwesens geeinigt. Zukünftig soll die technische Hilfe durch die Bundesanstalt THW ausgeführt werden. Die Feuerwehr soll sich ganz ihrem Namen verpflichtet wieder auf ihre Kernkompetenzen konzentrieren und Feuer löschen. Das ganze ist aber noch „geheim“. Am 1. Juli soll das neue Rettungskonzept offiziell vorgestellt werden.

In einer Übergangsphase bis 2010 werden Feuerwehr und der örtliche Ortsverband des THW bei technischer Hilfe zunächst parallel alarmiert bis das THW seine Einheiten entsprechend umorganisiert hat. Rüstfahrzeuge der Feuerwehr sollen dann zu großen Teilen dem THW überstellt werden. Auf eine Umlackierung in die Farbe Blau verzichtete das BMI. Lediglich der Feuerwehr-Schriftzug wird durch die drei Buchstaben THW ersetzt.

In einem ersten Schritt bis 2010 übernimmt das THW damit zunächst alle Formen der technischen Hilfe auf Bundesautobahnen und Bundesstraßen. Bis 2012 soll dann die Umorganisation abgeschlossen und das THW auch außerhalb der bundeseigenen Straßen eingesetzt werden. Brände wird das THW nur auf den Bundeseigenen Straßen und Geländen bekämpfen das jedoch in Kooperation mit der Feuerwehr.

Ab 2010 sitzen dann in den Integrierten Leitstellen auch hauptamtliche THW-Mitarbeiter die über den THW-Notruf 113 erreichbar sind. Personell wird das THW aufgestockt und wo nötig sollen hauptamtliche THW-Stützpunkte an den Autobahnen eingerichtet werden. Letzteres ist dabei abhängig von der Anfahrtsdauer bereits existierender Ortsvereine.

Die Bundesanstalt testest zurzeit drei Prototypen die ab 2010 beschafft und für die neuen Aufgaben eingesetzt werden sollen. Dazu zählen der Straßenrettungs-Mannschaftskraftwagen (SRMKW) der in etwa einem Rüstwagen mit Staffelbesatzung entspricht der Straßenrettungskraftwagen (SRKW) der in etwa einem Rüstwagen mit Truppbesatzung entspricht und der Straßenverkehrs-Hilefeleistungslöschwagen (SVHLW) der in etwa einem HLF 20/12 entspricht. Kranfahrzeuge sind soweit vorhanden und müssen nur punktuell beschafft bzw. können von der Feuerwehr übernommen werden. SRKW und SVHLW bilden eine Einheit und sollen jedem Ortsverband zugeteilt werden. Der SRMKW soll nur an den zusätzlich aufzustellenden Autobahnstützpunkten stationiert werden. Zur Eigensicherung werden demnächst auch THW-Helfer zur Rettungssanitätern bzw. Rettungsassistenten ausgebildet.

Für diese Zäsur sprachen mehrere Gründe. So können insbesondere die freiwilligen Feuerwehren nicht mehr sicherstellen dass sie genügend ausgebildetes Personal bei einem Einsatz aufbieten können. Gerade die Ausbildung im Bereich technische Hilfe nahm in den letzten Jahren enorm zu und ist von kaum einem freiwilligen Feuerwehrmann mehr zu bewältigen. Außerdem ist die Beschaffung geeigneter Einsatzmittel wie Rüstwagen oder Ab-Rüst eine für die Gemeinden teure Angelegenheit angesichts der kommunalen Finanzkrise.

Hier kommt nun die Bundesanstalt THW ins Spiel. Das THW verfügt über die technischen Einsatzmittel und das auf THL spezialisierte Personal die Aufgaben der technischen Hilfe von der Feuerwehr zu übernehmen. Warum teure Redundanzen aufbauen wobei eine Ebene kaum genutzt wird fragte man sich im Bundesinnenministerium und wagte 2001 den Vorstoß. Für den Bund war es nicht wirtschaftlich teure Einheiten aufzustellen die dann kaum im Einsatz sind. Andererseits klagten die Gemeinden über zu teure Geräte für die Feuerwehr. Den Ländern die die kommunalen Fahrzeuge bezuschussen und den Gemeinden kam dieser Vorstoß gerade recht. Der Bund erklärte sich nach langen Verhandlungen bereit 70 Prozent der Kosten zu tragen und den Restwert der zu überstellenden Fahrzeuge zu bezahlen die restlichen Kosten verteilen sich auf Städte und Gemeinden sowie das Bundesland.

Quellen:

  • Bundesinnenministerium
  • Zwei anonyme Informanten

Fotos:

  • Die Fotos wurden von einem anonymen Informanten zugespielt und entstanden flüchtig bei der Präsentation der Fahrzeuge an einem geheimen Ort

(sc)

Kommentare

Keine Kommentare bislang zu “Feuerwehr konzentriert sich auf Kernkompetenzen” (davon )

  1. jfb am 1. April 2008 10:52

    Der Ort der Aufnahmen schaut mir aus wie das zentrale Bestückungslager für den Katastrophenschutz in Bonn-Dransdorf. Vielleicht Treffen dort für weitere Bilder um 1:04 Uhr? Siemensstraße 100 in 53121 Bonn. Kommt vorbei. Vielleicht läßt sich ja mit einer Großdemo von vielen Blauröcken vor Ort noch vor Tagesablauf etwas dagegen unternehmen…

  2. Magnus am 1. April 2008 11:14

    Na endlich! Die FEUERwehr auf dem Weg „Back to the roots“. Ich lösche eh viel lieber!

  3. saiki am 1. April 2008 11:54

    April, April!

  4. banjoelritze am 1. April 2008 12:10

    Wenn das der LBD Gräfling wüßte, daß Du seinen schönen neuen RW so verschandelst. Übrigens, die Bundesforst stellt in großem Maße eigene Waldbrandzüge aus gebrauchten Wasserwerfern der Bundespolizei zusammen, um die Kernkompetenz WALDBRANDBEKÄMPFUNG an sich zu reißen. Am heutigen 1.4.08 sind es schon über 400 Fahrzeuge.

  5. Basi am 1. April 2008 12:42

    Also da finde ich die Farbumsetzung unserer Nachbarwehr besser:
    http://www.feuerwehr-fuerth.org/index.php?module=article&view=227

    ;-)

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