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Tag zwei in Indy war für mich der erste richtige "Arbeitstag" und glücklicherweise scheine ich den Jetlag größtenteils überwunden zu haben. Mal sehen ob sich die sechs Stunden Unterschied auf dem Rückweg einfach so wegbügeln lassen.

Die Fahrt zur FDIC war diesmal recht unspektakulär jedenfalls habe ich gut hingefunden. Dabei bin ich am berühmten Indianapolis Racetrack vorbeigekommen dem wohl berühmtesten Wahrzeichen dieser Stadt. Mehr dazu im Video weiter unten.

Die erste Veranstaltung fand in einem phänomenal großen Saal statt: die "Opening Ceremony". Dieses war die für mich bislang beste Möglichkeit mit an die Seele des Amerikanischen Feuerwehrwesens heranzutasten. Hier werden die "heroes" gefeiert hier wird mit viel Pathos auf das eingegangen was einen US-Brother oder eine US-Sister ausmacht. Die schiere Größe des Saals die Stimmung und die mit vielen in Hollywood ausgeborgten Tricks reissen einen mit – insofern man sich dem Ganzen einfach hingibt.

Nach dem Einmarsch der Pipe Bands (Dudelsäcke inklusive HuPF-Reflexstreifen Kilts) wurde die amerikanische Hymne besungen Hand aufs Herz. Im Hintergrund Angehörige der vier Waffengattungen (Army Navy Air Force und Marines) die allesamt Feuerwehrangehrige waren und im Irak gedient haben. Denn auch Feuerwehrleute kämpfen für das Gute helfen der Gesellschaft weiter so die Botschaft während der gesamten Veranstaltung.

Danach ein sehr bewegender Augenblick als einer der Überlebenden der USS Indianapolis vorgestellt wurde. Er war einerseits nach dem Krieg Feuerwehrler andererseits dürfte er eine der schrecklichsten Episoden des Weltkrieges durchgemacht haben als zwei drittel der überlebenden Seeleute nach dem Untergang des Schiffes im Laufe von fünf Tagen von Haien gefressen wurden. Auch hier: man kämpft für das Gute.

Danach kamen Reden vom Gouverneur von Indiana sowie des Bürgermeisters von Indy. Schließlich wurde der Feuerwehrmann Cabalo (ich glaube der hieß so) für seine Heldentat geehrt – er hatte ohne Rücksicht auf das eigene Leben zwei Kinder vor dem sicheren Flammentod gerettet. Anschließend noch eine Keynote vom Kameraden / brother Gagliano von der Feuerwehr Seattle.

Wer von mir kritische Worte zum Format vermißt dem sei versichert dass ich einerseits durchaus kühlen Kopf bewahrt habe. Andererseits habe ich mich gerne mitreissen lassen man gönnt sich sonst nichts. Gegenfrage: denke ich an unsere Veranstaltungen so sehe ich halbstündige Begrüßungen.

Davon hier nichts: alle Reden waren äußerst knapp und knackig gehalten. Wenn ich doch einen Kritikpunkt aufgreifen sollte (und davon gibt es einige) dann die Tatsache dass der Tod eines Feuerwehrmannes fast das Höchste ist was man erreichen kann. Zumindest war das unterschwellig so interpretierbar: "the greatest sacrifice". Diesen "sacrifice" haben letztes Jahr ziemlich viele abgelegt das sah man dann an der ellenlange Liste der Gefallenen. Soweit mir bekannt ist diese Liste etwas freizügiger als bei uns (zB auch indirekt mit einem Einsatz verbundene Tode) aber dennoch: lang war sie.

Ich sollte erwähnen dass Andi (FF Waging) auch hier anwesend war und dass wir beide in blauer Uniform aufgetreten sind: logischerweise wurde man oft angesprochen aber immer positiv und interessiert. Die einzigen Ausländer waren wir nicht wir haben Kollegen aus Frankreich (ua der Ausbildungsleiter der BSPP Paris) getroffen auch aus Schottland Mexico und Kolumbien. Interessant dass unheimlich viele Feuerwehrler hier eine Verbindung zu Deutschland haben: entweder kommen ie Vorfahren von hier oder man war dort stationiert.

Am Nachmittag habe ich dann Dave Dodsons "the Art of Reading Smoke" beigewohnt – eine ziemliche Offenbarung. Wie in Böblingen wurde hier darauf eingegangen welche Informationen man aus dem Rauch ziehen kann. Insbesondere wurde auf die Faktoren VVDC (Volume Velocity Density Colour) eingegangen. Schon gewusst dass Rauchfarbe überschätzt wird? Beispielsweise kann ein gebäude allen Ruß filtern bis der Rauch außen austritt ist er völlig weiss: trügerisch!

Was für eine Bedeutung hat Rauch der zwar Schwarz aber nicht "turbulent" ist? Der sofort nach Austritt aus dem Gebäude zu Boden fällt?

Diese und viel mehr Fragen werde ich dann in einem eigenen Artikel im FWnetz Magazin beantworten auch konnte ich einiges an Video mitschneiden. Ein spannendes Thema!

Anschließend wollte ich noch eine Klasse über "Ventilation" besuchen die allerdings dann voll war. Stattdessen bin ich dann zu "basic tactics for residential dwellings fires" also Brände von Wohngebäuden gegangen. Im Nachhinein die absolut richtige Entscheidung denn das war ein A-Z der Arbeit von US Feuerwehren: Beschaffenheit der Gebäude Arbeiten der unterschiedlichen Einheiten (Engine und Truck) *inklusive* Ventilation.

So konnte ich einen prima Einblick in die Materie bekommen der mir für morgen wenn der Ausstellungsteil losgeht eine solide Grundlage für die Gespräche mit Herstellern verschafft.

Zu erwähnen gibt es vielleicht noch die "unsaubere" Trennung zwischen Feuerwehr und Industrie. Die Fire Engineering ist eine kommerzielle Veranstaltung die von der Privatwirtschaft getragen wird und deshalb klar gewinnorientiert arbeiten muss.

Ich denke dieser Trend ist auch bein uns unaufhaltsam. Denn die Alternative ist keine Veranstaltung auszutragen und den Leuten keine neuen Trends beizubringen – so muss man nur schauen dass man eine halbwegs saubere Trennung hinbekommt.

Mal sehen was morgen so bringt. Bin gespannt.

youtubeJYkCl72yJ3E/youtube

youtubeWd8SvAQqv8Q/youtube

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Sponsoring durch:

Günzburger Steigtechnik

 

Kommentare

Keine Kommentare bislang zu “USA-Tagebuch (04): Veranstaltungen” (davon )

  1. C.Lewalter am 10. April 2008 05:58

    Das mit der Verbindung zu Deutschland habe ich auch festgestellt. Fast jeder Amerikaner hat hier Verwandte oder war hier stationiert. Schon interessant.
    Christian

  2. Sven Callender am 11. April 2008 01:33

    Zumindest in den FD die ich bislang in den USA kennenlernen durfte gibt es fuer Ex-Servicemen Bonuspunkte beim Einstellungstest. Auch deswegen duerfte der Anteil an Ex-Militaer in den FD recht hoch sein. Im Laufe der Militaerzeit waren dann die meisten auch mal in .de.

  3. C.Lewalter am 15. April 2008 15:29

    Eine DVD von Dave Dodsons „Art of reading smoke“-Vortrag gibt es zu kaufen: http://www.pennwellbooks.com/artofresm.html

    Christian

  4. diggler am 15. April 2008 16:21

    D Oder eine Basic Einfuehrungs PowerPoint Praesentation fuer umsonst ;-)
    http://firefighterclosecalls.com/downloads/ReadSmoke.ppt

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