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(sc). Vom 14. – 16. März 2008 präsentierte der Landesfeuerwehrverband Baden-Württemberg auf der Retro Classics in Stuttgart die Entwicklung der fahrbaren Feuerwehrleiter von der handgezogenen Leiter bis hin zur computergesteuerten Hightech-Drehleiter. Am Rande der Ausstellung des LFV gab es noch einige andere Feuerwehrexponate zu sehen so den ersten Magirus-Frontlenker oder die größte deutsche Drehleiter.

Exponat auf der Retro Classics 2008: Dl 30+2 BF Stuttgart

Dir höchste Drehleiter Deutschlands

Die höchste je für den Einsatz in Deutschland gebaute Drehleiter war 1956 ein DL 52 für Ost-Berlin. Der 16 Tonnen schwere Koloss auf einem Krupp Tiger L 8 Tg 5 wurde von Metz aufgebaut. Der Fünf-Zylinder-Zweitaktdieselmotor – eine Krupp’sche Spezialität – leistete 200 PS konnte aber nur auf maximal 40 Kilometern pro Stunde beschleunigen nachdem die Bremsanlage defekt war und nicht repariert wurde. Nachdem die Anlage komplett ausfiel wurde der Tiger an die Einsatzorte geschleppt. Der Tiger war der schwerste LKW den Krupp produzierte.

DL 12/22 von Metz auf Krupp Tiger L 8 Tg 5

Der Tiger maß 11.050x2.500x3.690mm

Weit verbreitet war Krupp als Fahrgestell bei den Feuerwehren nicht. Fast ausnahmslos kaufte die Feuerwehr Essen (Essen war Sitz des Krupp-Konzerns) für Drehleiter- und Löschfahrzeuge Krupp-Produkte u.a. vier DL 30 Drehleitern. Das lag wohl daran dass die Feuerwehren der Zweitaktphilosophie nicht trauten und stattdessen auf den Viertaktmotor setzten. Laut des Besitzers ist die Tigerfeuerwehr die einzig erhaltene ihrer Art und gilt damit als Rarität.

Steigen mussten die Feuerwehrleute die 52 Meter nicht dafür gab es einen Korbfahrstuhl.

Obwohl 52 Meter Steighöhe hatte der Tiger noch immer die unsichere Fallspindel zur Abstützung.

Die Leiter wurde aufgrund eines Schadens am Auszugsseils bereits 1961 auf 45 Meter Steighöhe begrenzt und 1979 ausgesondert und für die Wartung besonders hoch hängender Straßenlaternen am Berliner Alexander Platz an die BEWAG-Ost verkauft. 1988 verleibte sie Emil Bölling in seine Sammlung ein und holte sie unter „geheimnisumwitterten Umständen“ zurück in den Westen. Die größte „West-DL“ stand von 1964 bis 1976 bei der Berufsfeuerwehr Frankfurt. Die DL 50 von Magirus auf KHD FM 200 D 19 L schied nach einem Unfall aus dem Dienst.

Der erste Frontlenker von Magirus

Nicht weniger interessant war der erste von Magirus gebaute Frontlenker. Die Kleinautospritze M10 war ein Produkt der wirtschaftlichen Not. Die Wirtschaftslage zwang Magirus 1932 zur Produktion eines kostengünstigen und etwa 1-Tonnen leichten Mehrzweckfahrzeuges. Magirus baute von diesem Typ 1.020 Fahrzeuge davon 46 für den Feuerwehrdienst. Ausgestattet war die M10 mit einem luftgekühlten Zweizylindermotor von Jlo der 15 PS leistete und die M10 auf 50 km/h beschleunigte . Es konnten bis zu 1.300 kg zugeladen werden. Realisiert wurden auf dem M10 Kleinmotorspritzen Mannschaftswagen und drei Leitern mit 12 Meter Steighöhe.

Magirus M10 – Der erste Frontlenker von Magirus

1934 kaufte die Garnspinnerei „Schachenmayer“ aus Salach (BW) die M10. Von den1980er Jahren bis in 1990er war es als Fasnet-Wagen im Einsatz. Im Jahr 2000 wurde es vom Oldtimer-Club-Magirus erworben restauriert und in seinen Urzustand zurück versetzt.

Die Feuerlösch-Kreiselpumpe leistete 600 l/min

Die TS vom Typ Goliath II wurde auf Gleitschienen gelagert.

Der Klassiker: Magirus Rundhauber

Herrschte nach dem Krieg zunächst ein Mangel an für Feuerwehrfahrzeuge geeigneten Fahrgestellen entweder durch Zerstörung der Produktionsanlagen oder weil der gewerbliche Gebrauch attraktiver war ging es erst in den 1950er Jahren mit der LKW-Produktion für die Feuerwehr so richtig aufwärts. Ein Symbol dafür war der Magirus Rundhauber den Magirus 1951 erstmals vorstellte. Er gilt seitdem als das geborene Feuerwehrfahrzeug. Im Feuerwehrbereich kamen am häufigsten der S3500 S6500 bzw. ab 1955 Mercur oder seltener der Jupiter zum Einsatz. Neben der charakteristischen aus einem Blechteil gefertigten runden „Alligatorhaube“ war das dem Ulmer-Münster nachempfundene Magirus-Emblem am Kühler ein Hingucker. Ebenso unverwechselbar war der Sound des luftgekühlten Deutz-Dieselmotors.

Das Magirus-Symbol ist dem Ulmer Münster nachempfunden.

Die Magirus Rundhauber prägten zwei Jahrzehnte lang die Löschzüge der deutschen Feuerwehren. Gebaut wurde der Rundhauber bis 1967 aber schon ab 1954 bot Magirus auch den Eckhauber an der in Werveprospekten auch als „deutscher Bulle“ bezeichnet wurde.

TLF 16/25 der Bahnfeuerwehr von Magirus auf KHD FS Mercur 125 Bj. 1960 mit einem luftgekühlten 6-Zylinder Deutz-Dieselmotor in V-Form mit 125 PS.

1960 wurde das TLF 16/25 an das Bundesbahnbetriebswerk München ausgeliefert und war dann von bis 1993 bei der Bundesbahn in Augsburg im Dienst bevor es von 1993 bis 1996 vom Eisenbahnmuseum Nördlingen zur Wasserbetankung von Dampflokomotiven benutzt wurde. 1997 kaufte Peter Burkhart das Fahrzeug.

Der moderne Eckhauber

Eher selten bei Feuerwehren anzutreffen waren die modernen Eckhauber die Magirus ab 1970 baute. Eingesetzt wurden sie dagegen hauptsächlich als Bau- und Militärfahrzeuge. Feuerwehren setzten dagegen eher auf die neuen Frontlenker. Die Schweizer Armee beschaffte 1973 ein Ölwehrfahrzeug von Magirus auf KHD M232 D 16 AK mit ZF AK6-80/5 Getriebe. Im Jahr 2000 ging das Fahrzeug an die Feuerwehr Mels (Kanton Graubünden) 2006 ging der Allradhauben-Lastwagen in Privatbesitz.

Der Magirus verfügt über einen luftgekühlten 8-Zylinder V-Motor der 232 PS leistete und der legendären Motorölheizung.

Außer Feuerwehrfahrzeugen waren weitere interessante Nutzfahrzeuge ausgestellt:

MAN Kurzhauber

MAN 735

Hanomag L28 Bj. 1959

Büsing LKW

MB LKW

Büsing LKW

Magirus Frontlenker

MB LP 333 Tausendfüssler

Den Artikel über die Drehleitern, der eigentliche Anlass über die Retro Classics zu berichten, gibt es demnächst im FWNetzmagazin hier zu lesen. (sc)

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