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In der Frankfurter Innenstadt sind am Mittwoch bei einer Notfallübung neun Bürohäuser evakuiert worden. Knapp 10.000 Banker mussten ihre Schreibtische verlassen. Die Polizei sperrte den Verkehr im ganzen Bankenviertel.

 Innerhalb von einer halben Stunde waren die Bankentürme geräumt. Allein aus dem Frankfurter Commerzbank-Tower wurden 2.400

Mitarbeiter in Sicherheit gebracht. Fahrstühle durften die Banker allerdings nicht benutzen – aus Sicherheitsgründen. Manche mussten aus dem 46. Stock über das Treppenhaus zum Ausgang laufen. "Dafür habe ich elf Minuten gebraucht" berichtet einer. Eine Kollegin fügt hinzu: "46 Stockwerke hochlaufen wäre wesentlich schlimmer gewesen."

Insgesamt sechs Banken hatten die Übung organisiert: Neben den privaten Instituten Commerzbank Deutsche Bank und Dresdner Bank auch die Frankfurter Sparkasse die Europäische Zentralbank und die Bundesbank. Nach ihren Angaben war es die größte Evakuierungs-Übung in Europa seit Jahren. Ziel der Banken war es ihre Evakuierungs-Pläne praxisnah zu testen. Und das ist offenbar gelungen.

Sparkassen-Zentrale war zuerst geräumt

Der Sicherheitsbeauftragte der Commerzbank Gerhard Reinhardt sagte die Angestellten hätten sich in den Häusern gut und diszipliniert verhalten. Auch die Zusammenarbeit mit der Polizei und den Frankfurter Behörden sei vorbildlich gewesen.

Die Banken waren während der gesamten Übung über eine Telefonkonferenz mit der Polizei verbunden. Die Meldungen hätten hervorragend geklappt berichteten die Teilnehmer. Auf eine vollständige Beteiligung der Feuerwehr habe man bewusst verzichtet um diese nicht "auszubluten" wie Reinhardt erklärte. Sonst hätte zu jedem der neun Gebäude ein Löschzug fahren müssen. Stattdessen hatten die Brandschützer wie die Polizei eigene Beobachter geschickt. Diese sahen dass die Zentrale der Frankfurter Sparkasse als erste leer war die Commerzbank als höchstes Gebäude Europas am längsten brauchte. Die Doppeltürme der Deutschen Bank werden zur Zeit saniert und nicht genutzt.

 

"Nein an den 11. September habe ich in keinem Moment gedacht" berichtet eine Sekretärin die aus dem Turm der Dresdner Bank gekommen ist. "Das würde man doch gehört haben wenn hier irgendwo ein Flugzeug reingerauscht wäre." Ihre Kolleginnen nicken die Angst vor neuen Terroranschlägen ist sechseinhalb Jahre nach den Anschlägen von New York nicht mehr so präsent.

Eine kleine Gruppe von Commerzbank-Bankern am Kaiserplatz ist nicht zum Sammelplatz gegangen. "Wir warten auf einen Kollegen aus Moskau der findet uns sonst nicht" erzählt einer von ihnen. An den Ernstfall glaubt auch hier niemand schließlich haben die Mitarbeiter vor einigen Tagen eine Mail bekommen dass eine – immerhin undatierte – Übung bevorstehe.

 

"Keiner hat gedrängelt oder geschubst"

Commerzbank-Justiziar Jörg Hohmann hat sogar an diesem Mittwochmorgen seine orangerote Warnweste mit der Aufschrift Etagen-Beauftragter erhalten: "Ein untrügliches Zeichen" flachst er. Als sich die Feuerschutztüren im 33. Stock schlossen ist er durch alle Büros Teeküchen und anderen Räume des Stockwerks gesaust um eventuelle Nachzügler aufzulesen. Probleme habe es nicht gegeben sagt er. "Es war alles wie es sein sollte: Keiner hat gedrängelt keiner hat geschubst."

"Wir können uns nach dieser Übung wieder ein bisschen sicherer fühlen" sagt Reinhardt. Es habe sich auch gezeigt dass die Kapazität der Sammelplätze ausreiche. Wie viele Menschen in dem Areal arbeiten weiß aber niemand genau. Die letzte Arbeitsstättenzählung liegt nach Angaben der Stadt über zehn Jahre zurück.

 
Quelle: Hessischer Rundfunk
http://www.hr-online.de/website/rubriken/nachrichten/index.jsp?rubrik=15662&key=standard_document_34149424&tl=rs
 
Video: http://www.hr-online.de/website/rubriken/nachrichten/index.jsp?key=standard_document_34149424&jmpage=1&tl=rs&type=v&rubrik=15662&jm=2&mediakey=fs/hessenaktuell/20080416_evak
 

 

 

Kommentare

Keine Kommentare bislang zu “Räumungsübung in Frankfurter Hochhäusern” (davon )

  1. C.Lewalter am 17. April 2008 14:50

    Wieso hat der erst jetzt seine „Etagen-Beauftragter“-Weste bekommen? Was wäre, wenn am Dienstag ein Ernstfall gewesen wär?

  2. Firefighter_junior am 17. April 2008 15:01

    Gegenfrage: Was wäre, wenn es in Deutschland nicht so eine Westenflut geben würde?!

    Warum muss der Etagen-Beauftragte gekennzeichnet werden??? Rechne doch mal, dann rennen da, im Falle der Dresdener alleine 49 Etagenbeauftragte bestimmt ein riesenstab an Sicherheitsmanagern rum….dann rechne die FW, den RD und die pol im Ernstfall hinzu. Da weisst du doch nach 2 minuten nicht mehr, wer wofür zuständig ist!

    Muss denn jeder Heinz gekennzeichnet werden????

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