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Von Irakli West 

Das Führen von Personen oder Unternehmen dürfte eines der literarisch am stärksten begleiteten oder interpretierten Themen sein. Ich weiss zwar nicht welchen Prozentsatz Managementbücher in der betriebswirtschaftlichen Literatur ausmachen er ist aber riesig.

Anders sieht es bei den Feuerwehren aus. Richtige Bücher gibt es nur eine handvoll die FwDV 100 geht nur periphär darauf ein. Dabei hängen Erfolg uns Mißerfolg eines Einsatzes aber auch das Wesen einer Feuerwehr von ihrer Führung ab.

Der Mißstand hierzulande: zwar sind wir fachlich mehr oder weniger geeignet – wobei ich unsere Fortbildung mal pauschal in Frage stelle – menschlich haben wir oft ein echtes Problem. Dabei beruht erfolgreiche Führung auf einer Balance dieser zwei Komponenten: kann jemand die Durchflussmenge eines B-Rohrs aus dem Stegreif aufsagen ist das schon mal was. Kann er jedoch die einfachsten zwischenmenschlichen Krisen nicht bewältigen ist er unten durch.

Oft ist es auch so dass viele Feuerwehrler im Berufsleben eine Führungsposition inne haben jedoch all das dort Gelernte und angewandte an der Gerätehaustür abstreifen. Warum eigentlich?

Dieses Thema hat viele Facetten die ich hier im Magazin ab und an aufgreifen möchte. Heute beispielsweise ist mir beim Schulfest meiner großen Tochter etwas aufgefallen: ich half am Brotzeitstand mit genauer genommen den Leberkäs aufzuschneiden. Ein dreiviertel Stunde lang war richtig viel los es wurden sieben Leberkäs zu Leberkässemmeln portioniert.

Es wäre alles jedoch viel schöner gewesen wenn die "Chefin" des Standes (Elternbeirat) etwas entspannter gewesen wäre. Sie war extrem hektisch nahm eine schrille Stimme an und steckte den Rest des Standes mit ihrem "Wesen" an. Wir guckten uns an und dachten: was soll das?

Auf der anderen Seite muss man ihr Zugute halten dass sie insofern einen kühlen Kopf behielt: sie wusste stets welcher Kunde was geordert hatte was noch ausstand und wer wieviel zu bezahlen hatte. Hut ab.

Ich schaltete geistig ab und hielt mir folgendes bild vor Augen:

Und ordnete die gute Dame als Kategorie IV ein. Im Feuerwehreinsatz wäre das gerade noch akzeptabel denn jemand der Übersicht behält und die Dinge gebacken bekommt bekommt Respekt von der Mannschaft auch wenn diese gegen den Hysteriestress ankämpfen muss.

Ideal ist natürlich Typ I der Ruhe ausstrahlt und über alle Dinge erhaben ist. Und effizient arbeiten. Typ II und III sind nicht zu gebrauchen denn man will ja auch was erreichen. Bringt nix wenn der Chef ruhig ist aber auch sonst nix passiert.

Und nun wäre mal ganz interessant dieses Koordinatensystem mal in Eurer Führungsrunde ("Löschmeister" oder wie die bei Euch heissen) mal rund gehen zu lassen. Einmal soll sich jeder bewerten einmal sollen das die anderen Löschmeister machen (ggf. anonym). Wie immer ist es interessant zu erfahren wie man von anderen gesehen wird. Meistens liegt man in der selbsteinschätzung völlig daneben.

Das wäre auch mal ein guter Punkt um damit anzufangen an sich selbst zu arbeiten. Jeder Feuerwehr verdient eine Führung bzw. einen Führungskreis Typ I. 

 

  

Kommentare

Keine Kommentare bislang zu “Führungstypen bei der Feuerwehr” (davon )

  1. p_k am 3. Mai 2008 14:37

    das ist ein sehr interessantes thema – ich wollte auch schon zig male dieses thema anschneiden – aber es ist wirklich verdammt schwer dort objektiv zu bleiben.

    nebenbei ist ein weiteres problem die anonymisierung / pauschalisierung sowie distanzierung !

    zu diesem „4-typen“ system:
    mMn sehr spezifisch – für die erste „chaos-phase“ an der einsatzstelle.

    eine frage könnte sein:
    was lässt sich aus dieser typisierung ableiten?

    muss jetzt erstmal weg – werde aber ( hoffentlich ) später nochmal etwas dazu schreiben ;)

  2. rakeman am 3. Mai 2008 14:45

    @p_k es gibt zig verschiedene Parameter für die Koordinaten :)

  3. hannibal am 14. Mai 2008 06:12

    Ein sehr passendes Thema, auch in der ganzen Tiefe. Allerdings würde das ganze in den meisten Fällen daran scheitern das „man hier so einen Scheiß nicht braucht, hier geht es um Feuerwehr und nicht um irgendwelchen Scheiß aus den Büchern“.

    Und da waren Sie wieder, unsere 3 Probleme.

    Man könnte ja mal das Feuerwehrmanagementbuch raus bringen.

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