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5 Fragen – 5 Antworten ist eine Serie im FWeblog die „Otto-Normal-Feuerwehrleute“ vorstellt. In fünf Antworten charakterisieren sich die Feuerwehrleute. Dabei sollen Ähnlichkeiten im Denken aber auch Unterschiede gezeigt werden. Im heute stellt sich Sven Koopmann vor.

Wichtig: Bei „5 Fragen – 5 Antworten“ darf jeder Feuerwehrangehörige mitmachen. Es werden hier keine Feuerwehrpersönlichkeiten vorgestellt sondern der Otto-Normal-Feuerwehrangehörige. Einfach Email mit den Antworten auf die fünf Fragen am besten mit Bild an mich schicken (sc ätt fwnetz.de). Ich freue mich über jede Zuschrift.

Sven Koopmann (28) ist Student und seit 1992 bei der Feuerwehr (bis 1996 JF bis 2007 FF Jork Ortsfeuerwehr Borstel und seit 2004 bei der Feuerwehr Hamburg Freiwillige Feuerwehr Hamburg Altona. Die FF Altona ist eine von 87 Freiwilligen Feuerwehren in Hamburg die als Unterstützung der Berufsfeuerwehr gemäß Hamburger Feuerwehrgesetz tätig wird. Mit einem LF 16/12 und einem LF 16-KatS werden die Aufgaben abwehrender Brandschutz und technische Hilfeleistung bewältigt. Als Fernmeldewehr verfügt sie zusätzlich über einen Gerätewagen Fernmeldedienst und besetzt ab 3. Alarmfolge den ELW 3 der Feuerwehr Hamburg den so genannten Befehlswagen.

1. Wie bist Du zur Feuerwehr gekommen oder anders gefragt was fasziniert Dich an der Feuerwehr?
Mein Großvater war bei der Feuerwehr mein Vater war bzw. ist bei der Feuerwehr. Also bin ich irgendwie damit aufgewachsen und es war klar dass ich zur Jugendfeuerwehr ging. Und seitdem bin ich trotz Umzug nach Hamburg dabei geblieben.

Was fasziniert mich jetzt? Das ist relativ schwer zu sagen da es ein Mischmasch aus vielem ist. Da ist erstmal die anspruchsvolle Technik der Umgang mit Menschen und das Erleben von Gemeinschaft was in einer Großstadt in dieser besonderen Form relativ selten ist.

Irgendwie könnte ich mir das Leben so ganz ohne „Löschen“ auch nur sehr schwer vorstellen.

2. Welche Ausbildung und welche Lehrgänge hast Du bei der Feuerwehr gemacht und hast Du die erworbenen Kenntnisse auch einsetzen können bzw. wie hast du das beispielsweise getan?
Die Führungslehrgänge habe ich in Niedersachsen bis zum Truppführer und in Hamburg bis zum Zugführer absolviert. Da der ZF-Lehrgang noch recht kurz zurück liegt wurde ich als ZF bei der FF noch nicht eingesetzt. Als GF war das schon einige Male im Übungs- und Einsatzdienst der Fall.

Dazu kommen noch der Maschinisten- der Atemschutzgeräteträger- und der Sprechfunkerlehrgang. Das hier vermittelte Wissen und Können gehört zum alltäglichen Handwerk und wird somit sehr häufig abverlangt.

Ich tendiere gerade als eingesetzte Führungskraft dazu mich recht eng an die auf Lehrgängen vermittelten Vorgaben zu halten. Meine Befehle kommen recht häufig auch in klassischen Befehlsschemata. Wahrscheinlich hat mich meine Zeit als Reserveoffizieranwärter bei der Bundeswehr in diesem Punkt geprägt. Meine Erfahrung zeigt auch dass „Führen aus dem Bauch heraus“ oft nicht das erforderliche Niveau erreicht.

3. Was hat Dich in Deiner Zeit bei der Feuerwehr besonders geprägt oder ist Dir in besonderer Erinnerung geblieben?
Kleiner Auszug:

  • Wie man bei überdurchschnittlichem Engagement ganz schnell massiv ausgebremst wird weil Veränderung ganz einfach nicht gewollt ist. Das gehört aber mittlerweile der Vergangenheit an.
  • Die JF-Zeit war insgesamt wirklich klasse. Von meinem damaligen JF-Wart konnte man sich in puncto Menschenführung wirklich eine Menge abschauen.
  • Insgesamt muss man immer wieder feststellen dass viele Wehren in Deutschland ähnliche wenn nicht sogar die gleichen strukturellen Probleme haben.

4. Gibt es etwas was Dich besonders nervt oder in Rage bringt wenn Du an „Feuerwehr“ im Allgemeinen wie im Besonderen denkst und warum?

  • Die Unfähigkeit der „Feuerwehrpolitik“ die notwendigen strukturellen Veränderungen im Feuerwehrwesen einzuleiten.
  • Die Technikverliebtheit vieler Führungskräfte. Im Stall steht das neueste HLF 20/16 und die Mannschaft läuft an der Einsatzstelle in den letzten Lumpen herum. Der Faktor Mensch ist und bleibt das größte Kapital einer jeden Feuerwehr. Das haben viele „Führungskräfte“ aber noch nicht begriffen.
  • Betrunkene Feuerwehrleute in der Öffentlichkeit bringen mich sehr schnell auf die Palme. Wenn das dann noch auf offiziellen Feuerwehrveranstaltungen der Fall ist und die Fraktion der zuständigen Operetten-Offiziere daneben steht und nicht einschreitet dann ist der Ofen bei mir endgültig aus. Solch ein Verhalten gehört einfach nicht an die Öffentlichkeit.
  • Das haben wir schon immer so gemacht das haben wir noch nie so gemacht und da könnte ja jeder kommen.

5. Wenn Du noch einmal vor der Wahl stehen würdest zur Feuerwehr zugehen oder nicht wie würdest Du Dich entscheiden und warum?
Ja auf jeden Fall. Wenn man erstmal mit dem Feuerwehrvirus infiziert ist dann kommt man von dem „Laden“ einfach nicht mehr los. Und die positiven Erlebnisse und Erfahrungen überwiegen letztendlich auch eindeutig.

Vielen Dank Sven Koopmann für das Interview. Sven ist auch im fwnetz aktiv.

Bei „5 Fragen – 5 Antworten“ darf jeder Mitmachen. Einfach Email mit den Antworten auf obige fünf Fragen am besten sogar mit Bild an mich schicken (sc ätt fwnetz.de). Ich freue mich über jede Zuschrift. (sc)

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