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(sc) Die Tage werden länger die Temperaturen steigen und es treibt die Menschen ins kühle Nass. An Baggerseen in Schwimmbädern und Fließgewässern herrscht bald Hochbetrieb. Unbeschwertes Badevergnügen gibt es dabei leider nicht. Immer wieder kommt es zu schweren Badeunfällen mit tödlichem Ausgang. Schnell wird ein Kind oder ein Erwachsener im Wasser vermisst. Oft wird das Fehlen eines Menschen erst nach zu vielen Minuten bemerkt. 2007 ertranken in Deutschland 484 Menschen 122 weniger als 2006. Ursächlich für den Rückgang ist der kühle und über weite Strecken verregnete Sommer 2007. Von den tödlichen Unfällen ereigneten sich 84 Prozent in den meistens unbewachten Binnengewässern.

Auch in diesem Jahr gab es bereits die ersten Tote durch Ertrinken und dabei war nicht jeder Fall so spektakulär wie der Unfall während einer Regatta in Leipzig. Bleibt das Wetter warm wird es weitere Todesfälle geben. Ein Blick in die täglichen Nachrichtenmeldungen scheint dies zu bestätigen denn wer bleibt auch schon gerne bei dieser Hitze vor dem PC oder TV-Gerät sitzen?

Ursachen für Badeunfälle

Gründe für die Zunahme von Badeunfällen gibt es verschiedene. Die Deutsche Lebensrettungs Gesellschaft (DLRG) weißt in ihren Pressemitteilungen darauf hin dass immer weniger Menschen schwimmen können. Dies sei eine Folge der weiter abnehmenden kommunalen Bäderstruktur bzw. der Umwandlung in Spaßbäder und dem damit verbundenen Ausfall von Schwimmunterricht.

Aber auch Risikobereitschaft und Leichtsinn ist bei Jugendlichen ungebrochen hoch: Schwimmen an gefährlichen und verbotenen Stellen oder hoher Alkoholpegel im Wasser. Als Mutproben gelten ebenfalls das Herunterspringen von Kiesbaggern in Baggerseen oder Anlegestellen. Nicht selten enden diese Mutproben tödlich.

Auch das Baden an „wilden Badestellen“ nimmt zu da viele Bäder wie oben erwähnt aus Kostengründen geschlossen werden oder den Badewilligen der Eintritt zu teuer ist. Folglich nimmt der Publikumsverkehrs an öffentlichen Gewässern zu. Ob diese für das Baden geeignet sind oder nicht spielt oft keine Rolle. Die DLRG weißt seit Jahren daraufhin dass viele Kommunen trotz Kenntnis dieses Umstandes noch nicht einmal Rettungsringe am Ufer aufstellen.

Was vor dem Baden beachtet werden sollte

Auch wenn Schwimmen dem Körper gut tut sollte man nicht untrainiert ins kühle Nass springen. Selbstüberschätzung beim Hinausschwimmen ist hier eine der häufigsten Todesursachen. Nicht selten ist dabei Alkohol im Spiel. Alkohol hat beim Badevergnügen nämlich nichts zu suchen.

Häufig wird auch die Temperatur des Wassers und die Wirkung auf den Körper unterschätzt. Zu kaltes Wasser führt unter Umständen zu einem Kälteschock. Im Schockzustand ertrinken dann viele Menschen. Deshalb sollte man vor dem Sprung ins kühle Nass den Körper langsam an die kühle Temperatur gewöhnen oder vorher kalt duschen.

Weitere Ursachen sind Gleichgültigkeit und Verantwortungslosigkeit gegenüber den eigenen Kindern und seinen Mitmenschen. Einerseits bringen viele Eltern ihren Kindern das Schwimmen nicht mehr bei da sich diese denken „irgendjemand“ wird das schon tun andererseits fühlt man sich auch nicht mehr verantwortlich am See auf seine Kinder oder auch Mitmenschen Acht zu geben.

Die DLRG hat ein paar Regeln für den Badebesuch aufgestellt:

  • Nur an bewachten Badestellen schwimmen und die Warnhinweise beachten.

  • Die eigene Leistungsfähigkeit kritisch einschätzen und Übermut vermeiden.

  • Nie alleine schwimmen.

  • Eltern sollten kleine Kinder am und im Wasser nie aus den Augen lassen und immer in Griffweite bleiben.

  • Erkundigen Sie sich vor dem Bad in einem unbekannten Gewässer bei einheimischen Fachleuten über besondere Gefahren und die örtlichen Notrufmöglichkeiten.

  • Besondere Vorsicht ist in offenen Gewässern im Meer und in Flüssen geboten.

  • Achtung an den europäischen Meeren: Nicht erkennbare Strömungen und Unterströmungen sowie starke ablandige Winde können auch gute Schwimmer in Lebensgefahr bringen.

  • Nur an ausgewiesenen Sprungbereichen ins Wasser springen wo die Wassertiefe ausreichend ist. Kopfsprünge im Ufer- und Flachwasserbereich können lebensgefährlich sein oder dauerhafte Schäden nach sich ziehen.

  • Luftmatratzen Schlauchboote und Gummitiere sind gefährliches Spielzeug und können leicht abgetrieben werden.

Mit Material aus alten Feuerwehr Weblog und DLRG-Artikeln.

(sc)

Kommentare

Keine Kommentare bislang zu “Von Badenixen oder Baden nix verstehen” (davon )

  1. freies_radikal am 6. Mai 2008 10:20

    Mit diesem Artikel hat sich mein Vorhaben weiter verstärkt. Ich fahr jetzt an den See zum Schwimmen ; )

  2. sebastian.rak am 6. Mai 2008 12:28

    Richtig geschrieben ist es die Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft. ;-)

    Gruß
    Sebastian

  3. p_k am 6. Mai 2008 17:51

    netter artikel – die zahl ist wirklich erschreckend hoch.

    wenn man von rd 5000 verkehrstoten ausgeht – sind das immerhin gute 10 % davon !

    und wenn man jetzt vergleicht was in verkehrssicherheit investiert wird und dann die im artikel beschriebene seite der medaille…

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