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(iw) Vielleicht ein wenig provokant aber ein für mich wichtiges Thema: sind zwei Einpersonenhaspeln am (H)LF nötig?

Als ich bei der Feuerwehr anfing lange ist’s her baumelten in meinem Umfeld ausschließlich riesige Haspeln vom Heck unserer LF16. Einsatztechnisch schwierig denn es braucht zwei Leute um sie abzuprotzen. Idealerweise der Wassertrupp…Auf jeden Fall der Nachteil dass hier unnötig Kräfte gebunden werden.

Weil das so unpraktisch war führte man die Einmannhaspel ein die dann nach einem Einwurf zur Einpersonenhaspel umbenannt wurde. Ob Mann oder Person Nomen est Omen: man kann sie alleine abprotzen es sei denn das Fahrzeug steht etwas unglücklich oder man ist körperlich mit „viel Optimierungspotenzial“ versehen denn so ein Drum wiegt immer noch seine bis zu 250kg. Wie auch immer dies ist mal richtig sinnvoller Fortschritt.

Hier die Haspel an einem LF der Münchner FF. Schön kompakt und lässt Platz um über die Leiter aufs Dach zu steigen.

Doch leider macht das Menschliche dem Fortschritt einen Strich durch die Rechnung: weil die Einpersonhaspel so schön kompakt ist kann man ja auch gleich zwei verbauen nicht?

Bevor ich zum Monolog aushole hier die Argumente gegen eine doppelhaspel:

  • Ich brauche die Pumpe nicht immer. Doch mit einer Doppelhaspel muss ich immer eine abprotzen oder wegschwenken um zur Leiter zu kommen ausser diese ist seitlich angebracht (äußerst selten)
  • Es entsteht ein mordsmässiger vertikaler und seitlicher Überhang. Zumindest bei uns ist es oft sauknapp wenn wir an geparkte PKW vorbeimanövrieren und Spiegel sind schnell abrasiert. Nicht auszudenken wenn das Heck nochmal einen Meter länger wäre
  • Durch das sehr weit nach hinten gelagerte Gewicht (bis zu 500kg) entsteht eine starke Hinterachsbelastung dazu eine Vorderachsentlastung mit entsprechendem Fahrverhalten insbesondere in extremen Situationen
  • Werden die Haspeln ausgeklappt wird eine in den Verkehr geschwenkt mit entsprechend erhöhtem Gefährdungspotenzial für den Maschinisten bzw. die Mannschaft. Eigentlich sollte sie statt dessen von haus aus abgeprotzt werden. Dies ist ein Unglück das auf sich warten lässt und erwartet werden kann!
  • Durch das Ausschwenken entsteht eine Fahrzeugbreite von bis zu 4m und man kommt nur schlecht an die hinteren Geräteräume

Die Frage ist dann auch welche Haspeln braucht es denn überhaupt? Zwei Haspeln mit B-Schläuchen machen nicht unbedingt Sinn. Beliebt sind die Verkehrsabsicherungshaspeln. Ich meine Feuerwehren mit einem grossen (H)LF haben mehr als ein Fahrzeug so sollte man sich überlegen die Verkehrsabsicherung durch ein anderes vornehmen zu lassen.

Es darf ruhig an der Taktik gekratzt werden. In der Realität wird ein Trupp des HLF mit Verkehrsabsicherung beauftragt. Warum sollte dieser nicht separat (und parallel) an die Einsatzstelle beordert werden Verkehr absichern und dass das nachgerückte Fahrzeug „auflösen“?

Hier noch ein Beispiel aus Frankreich es handelt sich um ein reines Absicherungsfahrzeug.

Wie eingangs erwähnt das Ganze etwas provokant aber aus meiner Sicht eine berechtigte Diskussion – was würde denn für eine Doppelhaspel sprechen?

Kommentare

Keine Kommentare bislang zu “Doppelt ist nicht besser: Einpersonenhaspeln” (davon )

  1. Stoepf am 9. Mai 2008 11:03

    In Günzburg sind am neuen HLF auch 2 Haspeln vorgesehen, am „alten“ LF sind dagegen keine aufgeprozt
    Bei HLF musste auf Grund der umfangreichen Beladung auf 2 Haspeln zurück gegriffen werden, sonst wäre man nicht auf die erforderlichen 14 B-Schläuche gekommen. Auf die ausschwenkbaren Haspeln wurde aus deinem angeführten Gründen verzichtet.
    Zur Absicherung der Einsatzstelle auf Straßen rückt in Günzburg fast immer der LKW mit VSA aus.

  2. Cimolino am 9. Mai 2008 17:33

    Hallo,

    ich frag mich grad, was aus meinen Infos geworden ist….

    Der Artikel ist schlicht so nicht haltbar, weder stimmen die Gewichte (eine Einpersonenhaspel wiegt normkonform garantiert keine 250 kg!) noch teile ich die Pauschalaussagen und ein eigenes Auto für VS-Aufgaben kostet „etwas“ mehr, als nur ein bißchen Kraft um eine Leiter abzuprotzen.

    Technik und Taktik sind ein bißchen komplexer gelle…

    Der Einfachheit halber nochmal ein bißchen mehr Text von mir für alle dazu:
    (Auszug aus: http://www.einsatzpraxis.org/de/home/buecher/einsatzfahrzeuge_-_technik.html)

    Grundsätzlich gilt:

    – Löschfahrzeuge mit

  3. rakeman am 9. Mai 2008 17:50

    @cimolino: danke für Feedback. Sehe da keinen einzigen Widerspruch, wegen dem Gewicht kann ich Dich per PN an die Quelle verweisen, korrigiere ich aber gerne. Dennoch, es ist ein Unterschied ob ich das da einzeln oder doppelt habe.

    Ich plädiere keinesfalls für ein eigenes Absicherungsfahrzeug, nur frage ich mich, ob die Mannschaft des Erstangreifers auch noch umfassend absichern soll, parallel Wasseraufbau und achja, da war noch was mit Menschenrettung und / oder Brandbekämpfung uvm. Absperren ist imho bei einem Folgefahrzeug (wird bei einer HLF-Wehr mit Garantie verügbar sein) besser aufgehoben als beim HLF:

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