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Immer wieder wird im Internet über kleine Wehren diskutiert. Mit besonderer Vehements in der letzten Zeit auf www.feuerwehr.de. Angefangen hat die Diskussion mit einer Frage nach Übungen für eine TSA Wehr. Mittlerweile ist man bei Standorten von Gerätehäusern für zusammengelegte Wehren angelangt.

 

Interessant ist alleine schon die Frage

was denn eine kleine Wehr ist. Für die einen hat eine kleine Wehr einen TSA für den anderen ein TSF für andere fängt die kleine Wehr schon bei einer FF mit „nur" einem LF 16/12 an… Was ist denn nun eine kleine Wehr? Ich behaupte einfach mal dass ich aus einer kleinen Wehr komme. TSF und MTW Ausrüstung im Endeffekt nicht mehr als die eines alten LF 8 auf zwei Fahrzeuge verteilt. Aber was macht denn eine Wehr „klein"? Die Fahrzeugausstattung? Die Einsatzzahlen? Die Mitgliederzahlen? Die Ausbildung?

 

Fahrzeugausstattung… Das leidige Thema. Wer ist nun besser die „große" Wehr mit der neuen HTLFRWDLK? Die „Bauernwehr" mit dem 40 Jahre alten TSA? Sind sie beide gleich gut oder gleich schlecht? Extreme gibt es wie überall sicherlich auch hier in beide Richtungen. Nur mal als Denkanstoß: Bringt mir die Wehr mit dem 20 Jahre alten TLF/LF/TSF die ihr Material aus dem FF beherrscht eventuell auch noch einfache Fehler finden und beseitigen kann nicht mehr als eine Wehr die immer auf der neuesten (Hersteller)Welle schwimmt aber nur noch Knöpfchen (oder mittlerweile ja moderner Touch-Screen) bedienen kann? Fehlersuche und Beseitigung nur noch mit Informatikstudium und Laptop?

Ich weiß es nicht…

 

Sind die Einsatzzahlen das Nonplusultra? Einsätze gehören zum Feuerwehrleben dazu ganz klar aber ist es nicht auch irgendwo ein angenehmes Gefühl zu wissen dass niemand in Not ist? Ist man eine schlechtere Wehr wenn man im Jahr nicht 150 mal gebraucht wird?

 

Zu den Mitgliederzahlen muss ich noch etwas loswerden. Oft hört oder liest man über Wehren mit TSF oder LF 8 aber mit fast teilweise auch über 100 (angeblichen) aktiven Mitgliedern. Ist das noch eine Feuerwehr oder trifft es die Phrase „uniformierter Folkloreverein" nicht doch besser? Wie schafft man es all diese Personen mit einer zeitgemäßen PSA auszurüsten? Wie schafft man es überhaupt diese Masse qualitativ vernünftig auszubilden? Oftmals sind ja die Übungen auch nicht wöchentlich wie es bei einer solchen Masse IMHO zwingend notwendig wäre um alle auf einem aktuellen Stand zu halten…

 

Ausbildung… Welche Ausbildung braucht eine „kleine" Wehr? Reicht der Truppführer aus? Darf es vielleicht für den Wehrführer und seinen Stellvertreter auch ein Gruppenführerlehrgang sein? Braucht den sonst noch wer? Braucht man weitere Lehrgänge? Immer wieder kann man ja lesen dass die kleinen Wehren den großen ihre Lehrgangsplätze wegnehmen. Warum eigentlich? Haben diese nicht das Recht sich vernünftig weiterzubilden? Ist es vielleicht der gekränkte Stolz weil ein Mitglied einer kleinen Wehr den Lehrgang schneller oder einfacher bekommen hat als ein Mitglied der großen Wehr? Was muss eine kleine Wehr eigentlich können? Weniger als eine große Wehr? Mehr als eine große Wehr? Gleichviel? Was müssen die Führungskräfte leisten? Mehr? Weniger? Gleichviel?

Es mag sich hier jeder sein eigens Urteil bilden. Wenn ich beim Einsatz die Wahl hätte wäre ich lieber GF auf einem LF 16/12 als auf einem TSF… Das Ergebnis sollte das gleiche sein. Die Arbeit ist beim TSF zwar nicht unbedingt mehr aber sie ist sicherlich mühsamer…

 

Das Endergebnis muss nach dem Einsatz gleich sein egal ob TSA- TSF- oder „Großstadt-Wehr". Dem Bürger ist es auch vollkommen egal ob da eine BF mit HLF DLK ELW oder eine FF mit TSF ankommt. Er verlangt eine professionelle Hilfeleistung! Von der FF wie der BF. Dazu braucht JEDE Wehr entsprechende Hilfsmittel. Auch mit einem TSF kann man einen vernünftigen Erstangriff fahren. Wenn es vernünftig ausgestattet und die Mannschaft vernünftig ausgebildet ist.

Der in Bayern mögliche Verzicht auf PA in Neufahrzeugen ist hier ganz klar ein Schritt in die falsche Richtung. PA gehören auf jeden Erstangreifer egal ob TSF oder LF. Egal ob Stadt oder Land. Ein trauriges Beispiel sind die beiden verstorbenen Kameraden in Niddatal. Das oft zitierte klassische Einsatzszenario auf dem Land… Nichts anderes als ein Silounfall. Ohne PA wollte ich hier nicht ankommen. Auch bei den Einsätzen die jahrelang ohne PA abliefen ist er doch heute auch nicht mehr wegzudenken. Scheunenbrand PKW-Brand auch hier wird heute ja zum Glück immer häufiger PA eingesetzt.

Auch für die technische Hilfeleistung kann man ein TSF ja durchaus einsatztauglich machen. Ohne großen Finanz- und Materialaufwand.

 

Das wichtigste sind allerdings motivierte Einsatzkräfte. Und die bekommt man nur durch motivierte Führungskräfte. Wenn die Ausbildungen interessant und fordernd bzw. fördernd sind dann kommen die Kameraden gerne zu Übungen. Wenn man wie seit 30 Jahren immer wieder FwDV 4 Übungen macht dann braucht man sich nicht zu wundern wenn die Mannschaft davon läuft…

Kommentare

Keine Kommentare bislang zu “Kleine Wehren – „Leid“träger oder Leistungsträger?” (davon )

  1. Firefighter_junior am 13. Mai 2008 23:24

    Moin, Moin,

    in Niddataal verstarben die Kameraden aber privat, sprich es war kein Einsatz…vielleicht hätten sie ja im einsatz PA angelegt…

    So, jetzt aber zum eigentlichen Thema:
    ich denke und bin selber der Ansicht, dass „klein“ in diesem Zusammenhang mehr für „nicht dem Gefahrenpotenzial entsprechend ausgerüstet“ steht. Analog dazu heißt dann „groß“ „dem Gefahrenpotenzial entsprechend ausgerüstet“…
    Eine Wehr lässt sich weder über ihre Einsatzzahlen, noch über ihre Fahrzeuge noch über ihre Kameradschaft definieren.
    Wichtig ist, dass eine Wehr die passende Ausrüstung für die möglichen Gefahren in ihrem Gebiet hat. Das heißt, dass z.B. eine wehr in einem großem Chemie-Industriegebiet mit CSA ausgerüstet und daran ausgebildet sein muss….und zwar alle! Genauso wie eine Wehr auf dem Land gerüstet sein muss für evtl . Scheunenbrände o.ä….hier würde ich z.B. mindestens PA und entsprechende Brandbekämpfungstechniken verlangen.

    Naja, meine Gedanken, aber was sagen die anderen?

  2. Sven Callender am 14. Mai 2008 00:34

    Ich denke mit Niddatal meinte er eher „was macht die Feuerwehr wenn Sie zu so einem Unfall (Silounfall) ohne PA kommt, und der Stuetzpunkt noch 10-15 Minuten braucht…“
    Das waere dann ganz klar nicht dem Gefahrenpotential entsprechend geruestet.

  3. rakeman am 14. Mai 2008 01:21

    Nicht besonders hilfreich, aber das thema trage ich schon seit Monaten mit mir herum. Keine einfache Aussage. Vielleicht kommt die französische denkweise dem, was ich selbst glaube, am Nächsten: jede Gemeinde bekommt den Schutz, den sie will, oder sich leisten möchte (und kann).

    Eine gesetzliche geregelte Hilfsfrist ist nicht besonders hilfreich, weil a) schwierig und b) dehnbar (definiere: Hilfe), und so sind Werte um die 20 Minuten durchaus realistisch. Man denke nur an die lokalen Feuerwehren, die keinen Innenangriff starten könnnen, mangels AGT und PA.

    Werde sicher zu diesem Thema etwas veröffentlichen. Nur eines ist sicher: Eine Feuerwehr wird nicht durch die Anzahl der Fahrzeuge derfiniert.

  4. Stoepf am 14. Mai 2008 07:49

    In meiner Heimat waren die kleinen bis vor ein paar Jahren mit Uralt-Fahrzeugen ohne PA ausgerüstet. Die konnte man oft nicht wirklich sinnvoll einsetzten. Mittlerweile haben die meisten ein neues Fahrzeug mit PAs. Jetzt werden die Feuerwehren auch ganz anderst eingesetzt. Das selbe gilt übrigens auch für kleine THL-Einsätze. Früher hatten die TSF-Wehren einen Sack Ölbinder und einen Besen, heute Zusatzmodule Stromerzeugung, Wasserschaden und/oder Motorsäge. Bei größeren Unwetterlagen sind die „Kleinen“ jetzt eigenständig einsetzbar.

    Klein definiert sich meiner Ansicht nach schon über die Anzahl der Fahrzeuge und/oder Einsätze. Aber die Leistungsfähigkeit hängt davon nicht hab, hier seh ich eher die Art der Ausrüstung und den Ausbildungsstand als Ursache.

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