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(ar) Mal ein paar Gedanken zum Verhalten im und vor dem Einsatz…

These: Im Einsatz wird nicht gehetzt!

Wieso das? Mit der Befolgung dieser einfachen Regel wird die Sicherheit der FA und auch die Wirkung nach außen deutlich verbessert.

Der Einsatz beginnt bekanntlich bei der Alarmierung, bei der FF folgt darauf die Anfahrt zum Gerätehaus/zur Wache o.ä. Hier sollte dieser einfach Grundsatz bereits greifen: Fahren mit überhöhter Geschwindigkeit, am besten noch mit Warnblinkern (damit auch ja kein anderer Verkehrsteilnehmer mehr erkennen kann, ob man geradeaus, links oder rechts fahren möchte), bringt vielleicht ein paar Sekunden Zeitvorteil…bei Licht betrachtet jedoch nicht nur in nicht wirklich messbarer Größe. Jede gute geplante Anfahrt und ordentliche Erkundung beschleunigt den Einsatz mehr als einer überstürtze Anfahrt, sei es zur Wache oder dann zum Einsatzort.

In der Wache angekommen, sollte man den Grundsatz „nicht hetzen“ wiederum beherzigen. Es ist zwar interessant anzusehen, wie oftmals versucht wird, neue Rekorde über die 25 m-Sprintstrecke (Parkplatz bis Spind) aufzustellen, bei Licht betrachtet kann man jedoch genauso gut zügig gehen. Dies hat zum einen den Vorteil, nicht einer erhöhten Stolpergefahr ausgesetzt zu sein (und man rennt auch nicht so leicht in andere Kollegen, sich öffnende Türen o.ä.), zum anderen hilft es, den Körper etwas „runter zu bringen“, d.h. den Adrenalinspiegel zu senken um so den Kopf frei zu machen für klare Entscheidungen, die in der Folge zu treffen sein werden.

Daher sollte auch im Einsatz nicht gerannt werden: Sauerstoff, den man beim Rennen verschwendet, fehlt im Hirn… die Folgen überstürtzter Entscheidungen, sinnloser Befehle u.ä.m. kann sich jeder wohl vorstellen.

Und natürlich spielt auch im Einsatz die Gleitsicherheit (schönes Wort übrigens) eine große Rolle: Wer „gemütlich“ schreitet, fällt nicht so schnell über einen Verteiler oder tritt nicht so schnell auf eine Schlauchkupplung und knickt deswegen um, wie jemand, der – natürlich nur in guter Absicht, SCHNELL helfen zu wollen – Hals über Kopf durch die Einsatzstelle stürzt.

Fazit: Durch das Befolgen einfacher Grundsätze wie „Im Einsatz wird nicht gehetzt!“ kann die Sicherheit der FA erhöht werden, bessere Voraussetzungen für den Einsatzerfolg geschaffen werden (klarer Kopf) und auch das Auftreten eines zwar zügig und zielbewusst schreitenden, jedoch nicht wild rennenden Feuerwehrmanns, dürfte ein besseres Bild in der Öffentlichkeit abgeben. Viele Kollegen im Rettungsdienst und von BFs könnten dabei als Vorbild dienen.

Wichtig dabei: Die Vorbildfunktion. Wenn einer anfängt, gibt es vielleicht bald Nachahmer, spätestens jedoch die neue Generation FA, die das schon in der JF gelernt haben, werden sich hoffentlich nicht mehr „Hals über Kopf“ in den Einsatz stürzen.

Kommentare

6 Kommentare zu “Im Einsatz wird nicht gehetzt!” (davon )

  1. fratzi am 4. September 2008 21:58

    Gute These: „Sauerstoff, den man beim Rennen verschwendet, fehlt im Hirn …“

    Hetzen kann man auch durch regelmäßiges und gutes Training und Ausbildungen abschalten. Wer professionell arbeitet, hetzt weniger sondern arbeitet kontrolliert.

    Wer jedoch mit der Lage überfordert ist oder einfach zuwenig Erfahrung/Übung hat, hetzt gerne.

  2. Llama am 4. September 2008 22:02

    Guter Artikel!
    Solche Aspekte sollte man(n) sich durch den Kopf gehen lassen.

  3. Julian R. am 4. September 2008 22:31

    Ich denke am „Anfang“ einer Feuerwehrkarriere ist es vollkommen normal, wenn man nervös und hektisch ist. Man hat ja keine Ahnung was auf einen zu kommt.  Aber du hast recht: jeder der schon ein bisschen dabei ist, sollte sich bewusst sein, dass „Schnell-Schnell“ eher kontraproduktiv ist.

  4. darthvader am 4. September 2008 22:42

    Ein Ausbilder der SFS Regensburg brachte das auf den Punkt: „Langsam ’s pressiert!“

  5. Florian Körblein am 5. September 2008 07:29

    Vorallem macht es keinen guten Eindruck auf Passanten wenn an der Einsatzstelle wild herumgewuselt wird und am besten noch einer hinbollert.
    Gerade als Führungsfunktion sollte man hier mit einem guten Beispiel voran gehen und versuchen Ruhe auszustrahlen.

  6. ffsto1 am 5. September 2008 09:50

    Naja das mit dem Eindruck auf Passanten habe ich auch schon anders erlebt.
    oTon: „Da vorne Brennts jetzt Löscht doch endlich!“
    Ansonsten versuche ich schon ruhig zu bleiben und keine Hektik zu verbreiten :-)
    Gelingt mir halt meist nur bei Standart Einsätzen, bei uns wäre das bis zu Zimmerbrand bzw. VU eine Person eingeklemmt.
    Bei allem was darüber ist gerate ich doch immer wieder in Stress und Hektik, ist halt auch nicht jede Woche.

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