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Zurück vom Seminar Wipfelfeuer ’08 in Frankfurt. Eine Menge Eindrücke, viele wertvolle Informationen, bestes Netzwerken (macht eigentlich fast am meisten Spaß :) und ansonsten ein super Tag. Ich habe die Vorträge stichpunktartig verfolgt, weiter unten zu lesen. Dazu eine Fotostrecke auf Flickr, und einige Vorträge auf Video, die dann im Laufe des nächsten Monats folgen werden.

Ein Paar Grundlegende Informationen: bist jetzt eines der besten, wenn nicht das beste Seminar, das ich bislang besucht habe. Das hat mehrere Gründe: zum einen der Tagungsort, der Lage- und Katastrophenschutzzentrum der Feuerwehr Frankfurt ist top. Die Organisation war super, das Catering einsame Klasse (Qualität, Wartezeiten, Kaffee ging nie aus).

Am Wichtigsten jedoch folgende Punkte: die Qualität der Vorträge, das Kaliber der Vortragenden. Wirklich kurzweiliger Tag, mit guten Einblicken in das gesamte Spektrum: von Basisregeln beim Bekämpfen von Waldbränden bis hin zur Sicht von „ganz oben“ (insb. LAgezentrum BBK), und der Blick über die Grenze nach Holland und Österreich. Die „Qualität“ der Zuschauer: bunt gemischt, aber vieles mit Rang und Namen, nicht nur im Bereich der Waldbrandbekämpfung.

Und schließlich die Anerkennung, nicht nur des Themas, sondern auch von @fire. Ich denke, die Unterstützung durch die BF Frankfurt (einleitende Worte von Reinhard Ries, Direktor BF Frankfurt), des DFV sowie des BBK sprechen Bände. Ich denke, @fire hat längst – zumindest bei „relevanten“ Leuten – das lustige-truppe-Image abgelegt, hat sich deutlich als professionelle Truppe etabliert, und ist sicher auf dem Besten Wege, als bestens ausgebildete (Vorzeige-)truppe auch bei internationalen Einsätzen im Rahmen von Hilfeersuchen anderer Regierungen dabei zu sein. Respekt an Nico und seine Truppe.

Das zur Veranstaltung, und hier nun die Mitschriften:

Los geht’s. Grußwort von Nico Neumann, der sich auch über die hochkarätige Besetzung des Publikums freut, in der Tat einige gD, hD und KV vertreten. Den „richtigen“ Rahmen verleiht auch der Veranstaltungsort, die FRW1 (Brandschutz- und Katastrophenschutzzentrum) der BF Frankfurt.

Grußwort des DFV, Jürgen Ralf Ackermann. Zur Hilfe in andere Länder: Deutschland hilft gerne, aber Selbstvorsorge hat Vorrang. Eine EU-„Katastrophenfeuerwehr“ ist nicht unbedingt notwendig, vielmehr sollten die Staaten ihre eigenen Strukturen aufbauen. Derzeit intensive Diskussionen bzw. Verhandlungen in der EU / im Europäischen Parlament. AK „Waldbrand“ unter Einbeziehung von @fire im DFV.

Insgesamt merkt man, dass in diesem Thema „Bewegung“ stattfindet.

Rainer Reinhard Ries, BF Frankfurt. Schön, dass das Symposium so gut besucht ist. Freut sich, dass sich @fire etabliert, insbesondere auch, dass „schwer einzuordnende Vereine“ nun in einem Rahmen mit eingebunden sind. Schwer, in Deutschland geordnet eine internationale Hilfe aufzusetzen. Setzt auch voraus, dass Länder diese Hilfe anfordern.

Andreas Gabriel, FF Bad Reichenhall. Katastrophenalarm am Thumsee. Vieles aus dem Waldbrand gelernt, inzwischen tut sich in (Ober)bayern einiges. Es werden flächendeckend Außenlastbehälter vorgehalten. FF Bad Reichenhall hat verlastbares Brandbekämpfungsmaterial, und inzwischen 32 Flughelfer.

Vorstellung des Einsatzgebietes, mit 400m Höhenunterschied. Sehr trockener Sommer, dicke trockene „Heuschicht“ Vegetation. Nach Ausbruch des Feuers Erhöhung der Alarmstufe auf III. Sehr schnelle Brandausbreitung. Bäume regelrecht „explodiert“, Felswand durch Funken übersprungen.

Bis zu sieben Hubschrauber am Freitag Nachmittag im Einsatz. Aufbau einer Löschinfrastruktur auf dem Berg. Ein Hubschrauber (mit WBK) hat die Flugbewegungen koordiniert. Der Höhenrücken war gut begehbar. Problem war das Flugfeuer. In der Spitze waren auf dem Berg bis zu 40.000 Liter Wasser gepuffert. Intensive zusammenarbeit mit der Bergwacht. Mit GPS-Geräten die Hubschrauber eingewiesen. Inzwischen sind auch 4 GPS-Geräte beschafft worden.

Phase II: Freitag Nacht wurde das Feuer stark entfacht, und wanderte Richtung Staatsstrasse, der einzige Zugang zur Einsatzstelle. Auslösung von Katastrophenalarm um 1.10 Nachts. Auch mit Hilfe der Bundeswehr (CH53 und ALB 5000l) endgültiger Löscherfolg am Morgen, Nachlöscharbeiten bis zu drei Wochen nach Einsatzende. Insgesamt bis zu 1000 Einsatzkräfte im Einsatz, 3 Millionen Liter Löschwasser.

Oberforstmeister Hans König, Sachsen Anhalt.
Geschichte des Staatsforsts, vor Allem militärischer Hintergrund, Wehrmacht, Warschauer Pakt und inzwischen Bundeswehr mit modernem Gefechtsübungsschießplatz.

„Teamarbeit“ zwischen Forstbetrieb und Feuerwehr. Feuerwehroffiziere waren auch für Brandaufklärung zuständig, deshalb schnelle Ursachenermittlung. Spurensuche gemeinsam mit Forstbehörde.

Historisch gleiche Anzahl von Waldbränden, viel geringere zerstörte Brandfläche. Brandenburg und Sachsen-Anhalt mit höchster Branddichte, auf Waldfläche gerechnet.

Der Wald ist ein Naturreservat (Rohstoffe, Wasserspeicher) und ökologisch wertvoll.

Gebiete mit höchstem Waldbrandrisiko eher im Osten Deutschlands. Einstufung in drei Risikogruppen erfolgte 1992 durch die EU.

Vorbeugender Brandschutz beispielsweise durch die Anlage und Pflege von Schutzstreifen. Erstellung einer Waldrandgefährdungsanalyse, beispielsweise löschwasserversorgte Flugplätze, Waldwegenetze für schwere Technik, Löschwasserversorgung.

Freiwillige Feuerwehren sind „erste  Welle“. Frühere „Wunderwaffe“: Leischtschaum, Netzwasser. Nach der Wende wurde Netzmittel abgeschafft, leider. Netzmittel richtet keine Schäden an, und schützt vor Verlust großer Werte.

„Löschmittel“ der Forstwirtschaft: Der Spaten bzw, die Axt sind die Grundausrüstung für Waldbrand. Gülleanhänger.

Verteilte Löschwassertanks im Wald.

Wichtig: schnelle und richtige Meldewege nach Brandentstehung (Feuerwachtürme, Flugbeobachter), FIRE-WATCH (elektronisch).

Waldbrandarten: Stammbrände (selten), Moorbrände (selten), Entstehungsbrände (flammen bis 2m, Laufgeschw. 10-1200m / Stunde), Vollbrände, Totalfeuer.

Rauch von Bodenbrände sind hellgrau gefärbt. Totalfeuer dunkelgrau bis schwarz.

Löschmittel: Spaten, Schaufeln, Waldpflug.
Löschwasser: pur, aber mit Netzmittel ist besser. technik: Sprühstrahl nach unten.

Auch bei Totalfeuer bleibt der Strahl nach unten. Kronen ablöschen ist Verschwendung von Wasser.

Wesentlich: umfassende Lageeerkundung. rechtzeitiger Beginn von Verpflegung.

Ausführung über Löschtaktikten mit verschiedenen Flugzeugtypen.

Vorfeuer: Anzündung von Jungbeständen damit der Vollbrand ins Leere läuft (läuft mit dem Feuer) Gegenfeuer ist bedenklich.

Bekämpfungsziel: Löschen von entstehungsbränden.

Ulrich Cimolino, Fahrzeugtechnik
Entwicklung hin zu schweren Fahrzeugen mit Problemen im Gelände. Überhänge, Unterbidenschutz, Rampenwinkel, etc.

Anforderungen an Geländefahrzeuge: Gelände, Steigungen, Bodenbeschaffenheit Motorleistung, Motorbremsleistung, usw. Automatik sehr problematisch.

Technik nur so gut wie der Fahrer: Ausbildung im Gelände.

Breies Reifenauflageflächen, geeignetes Profil. Reifendruckveränderbarkeit, Füllmöglichkeit sollte gegeben sein (vA alte KatS-Fazg.). Schlauchlose Reifen.

Watfähigkeit, auch nicht nur im Gelände. nB-DL Watfähigkeit ca. 40cm.

Angriffsfahrzeuge: geeignete Reifen, uU Selbstschutzanlagen, überbrückbare Sicherheitsschaltungen.

Führungsfahrzeuge notwendig. ELW1 für Abschnitt, größere Lagen ELW2 + geländegängiger KdoW.

Geeignetes Löschgerät vorhalten, beispielsweise Patschen, D-Schläuche. Hauptkategorien Lösch- und Schutzdüsen.

TLF „Wassertransport“. Schwer die richtige Größe zu finden (Wasser, Fahrvehalten, Füllzeit).

Nachschub + Logistik: Schlauch, KTW, usw.

Ungeeignet: Straßenfahrzeuge, Helden.

Notwendig: taktisches Grundwissen, Spezialwissen, richtige Technik.

Herr Widhoff, Brandenburg
Brandenburg: Viel Wald in höchsten Waldbrandklassen. 96% sind hoch gefährdet.

„Dispositionsfaktor Kiefer“ sowie „kontinental getönte Gebiete“ (heisse und trockene Sommer). 2007 223 Waldbrände, über 50ha betroffene Fläche, 2008 deutlich mehr. Hauptbaumart ist Kiefer. Nur 20% Laubholz.

Hinzu kommt Kampfmittelbelastung (Kriegsschauplätze, Truppenübungsplätzen), diese Flächen dürfen nicht betreten werden. Verlangt große Disziplin, Herausforderung an die Einsatzkräfte, Löschen teils nur aus der Luft möglich.

Strukturelle Probleme stellen Feuerwehren vor Herausforderungen. Aus zeiten vor der Wende Vorhaltung von überörtlichen Kräften.

Brandenburg beschafft Fahrzeuge auch zentral, auch das TLF20/50 auf Unimog mit einer Förderung von bis zu 50%. Fahrerschulung war Bestandteil der Ausschreibung.

Schlagworte: HItzeschutz gem. EN 1846 für Leitungen, Verwindungsfähig, Traktion, Watfähigkeit usw. Schmales Fahrerhaus ideal für Waldwege. Reifendruckregelanlage.

Mechanischer Schutz von Fahrzeugkomponenten (Kat, Batterie, AdBlue, etc.), Selbstbergungswinde, Anhängerkupplung.

Bereits beschafft: 4 Stück (Mai 2008), 4 weitere 2009/2010.

Jan Südmersen – Löschen ohne oder mit nur wenig wasser

Für die Situation für die erst eintreffenden Kräfte: wenig Wasser vorhanden. Grundkenntnisse notwendig.

Grundregeln:
– Sicherheit der Kräfte an erster Stelle.
– Wenn Flammen mannshoch: Auch mit Werkzeugen zu bekämpfen. Frontalangriff möglich
– Flammen höher Mannshoch: Frontalangriff gefährlich. Strahlrohreinsatz an Hotspots. Gefahr von Brandinseln
– Flammen höher 3m: Frontalangriff gefährlich. Wenn dann muss schneller Rückzug möglich sein

Wichtig:
– unkoordinierte Führung ist Wegbereiter für Katastrophe. Klare Aufträge, klare Abstimmung notwendig.
– Fluchtrouten müssen vorher festgelegt werden.
– Feuer idealerweise aus verbranntem Bereich angehen (brennt nichts mehr)
– Arbeiten am Hang: Brandmaterial kann herunterrollen
– Änderung der Windrichtung / Windstärke
– Vermehrte Brandinseln (wenn es hinter der Linie Brennt): Mehr Löschmannschaft, oder Einsatzort aufgeben
– ggf. Fluchtweg im Vorfeld freischneiden

Einsatz von D-Rohren
„Renaissance“ des D-Rohres, insb. flexibel. Mit einem drei D-Rohren lassen sich 185m Deckungsbreite erreichen

Arbeiten ohne Wasser: Defensiv (In Deutschland schwierig).
Auch das Schlagen von Schneisen ist sehr personalintensiv. Sperren müssen verteidigt werden.

Auch hier Unterscheiden: Vorfeuer und Gegenfeuer. Gegenfeuer gefährlich! Vorfeuer sinnvoll, erfordert aber enstprechende Kenntnis.

Einfache Mittel: Patschen, Sandwurf (sehr effektiv). Laubgebläse (richtig angewendet!)

Taktik:
– Nicht flächig ablöschen, Saum ablöschen. Was schon brennt, ist hin.
– Vegetation taktisch nutzen
– Mit wenig Wasser: Wasser dosiert auf „Hotspots“
– Windrichtung lesen: wo geht das Feuer hin?

Allard van Gullik / Brandweer Deventer
In NL ca. 200 größere Waldbrände pro Jahr. Gelderland ist Heideland, ca. 200.000 ha Kiefernwälder, für Kohleindustrie bepflanzt. In den 70ern mit dem Niedergang der Kohleindustrie, wurden die Wälder „bewirtschaftet“. Primär wurde der Wald sich selbst überlassen, mit entsprechender erhöhung der Brandlast. Die Waldwege wurden auch nicht gepflegt, und stehen nicht mehr zu Verfügung.

Zusammenschluss von verschiedenen Interessensträgern mit gemeinsamen Interesse: Schutz vor unkontrollierbaren Waldbränden.

Aufgrund der klimatischen veränderungen dehnt sich die Waldbrandsaison aus, von Februar bis Herbst. Starker „Wildland / Urban“ Interface, dort wo die Bebauung direkt in die Vegetation eingeht.

Fortschritte in Risikobewertung, Gefahrenindex, Standardeinsätze, übergreifende zusammenarbeit, Hubschrauberunterstützung Einsatzleitsystem usw.

Erstellung eines Indexes, Abstufung der Gefahrenstufen. Je nach Index werden Einheiten bereitgestellt, werden Beobachtungen durchgeführt bis hin zur Bereitstellung von Hubschraubern.

Problem: Nur wenige geeigneten Fahrzeuge (5 Unimog in den zwei Regionen). Bereitstellung von Hubschrauber bis zu zwei Stunden (insb. Luftwaffe).

Einsatz von PC-basierten Karteninformationssystemen. Terminals in allen Farhzeugen, die diese Informationen abrufen können.

Nico Neumann @Fire: Sicherheitsregeln im Waldbrand

Schäden entstehen zumeist nicht bei Vollbränden, sondern eher bei kleineren, beispielsweise bei Getreidefeldbränden.

Fahrzeug nicht in das Brandgut stellen.

Hat der Einsatzleiter Überblick über die Lage? Ausbreitung des Feuers?

Windrichtung beachten, nach Möglichkeit mit dem Wind.

Fluchtweg? Wie ist das Fahrzeug positioniert? Fahrzeug muss in Fluchtrichtung stehen.

Standardeinsatzregel Waldbrand:

Sicherungsposten / Kommunikation / Rettungswege / Kommunikation

Sicherungsposten: nicht der Gruppenführer (Qualifikation Gruppenführer). Beobachtet Lageentwicklung, ist nicht in weitere Tätigkeiten eingebunden, steht in Kontakt mit dem Einheitsführer

Kommunikation: muss jederzeit sichergestellt sein. Eindeutige Krisen- und Notfallkommunikation notwendig (bsp, eindeutige Befehle für Rückzug usw.) Empfehlung: Trillerpfeifen.

Rettungswege: grundsätzliche Festlegung der Rettungswege. Diese müssen jedem Mitglied bekannt sein. Können auch markiert werden. Hindernisfrei, nicht hangaufwärts.

Sicherheitszone, Sammelplatz: kein brennendes Material, gross genug. Muss erreichbar sein, ggf. Zone anlegen bzw. auszubauen. Zone muss jedem FA bekannt sein.

GO / NOGO-Regel: bevor man Einsatzbefehl erteilt, die Kriterien der SKRS-Regel müssen erfüllt sein.

Thomas Mitschke / BBK
Gemeinsames Melde- und Lagezentrum von Bund und Ländern (GMLZ). Neue Herausforderungen (Natur, politische Lage, etc.) entstanden aus Bedürfnissen u.a. der Länder.

Das LZ hat keine Weisungsbefugnis, sondern „Service“-Dienstleister. Nutzung eher bei „Engpassressourcenmanagement“, beispelsweise er- und Vermittlung von Schneefräsen bei Schneekatastrophe. LZ nimmt den Innenministerien sehr viel Arbeit ab. Auftrag kommt von den Ländern, die auch die Kosten tragen.

Netzwerkarbeit (Informations- und Wissensmanagement), Abfrage von informationen und Expertenwissen.

Gefahren- und Schadensprognostik, Lagen antizipieren.

Das LZ in Bonn ist glücklicherweise modern ausgestattet (vor Kurzem eingerichtet). Rufbereitschaft rund um die Uhr.

Rolle des LZ im EU Gemeinschaftsverfahren. Ursprüngliche Meldeköpfe (Anforderungen an die Feuerwehr) bei den Feuerwehren Hamburg und Frankfurt. Heute über Innenministerien der Länder.

Koordinierung auch von privaten Initiativen.

International recht komplex, beispielsweise die UN, EU, NATO usw., Anfragen können auch über Botschaften oder Minister eintreffen. Koordinierung durch die LZ der Ministerien. Abarbeiten erfolgt ber Flußpläne.

EU-weit gibt es eine einheitliche Plattform. Das LZ sieht eine „Request“, die in das System eingestellt wurde. Requests sind oft vage, Recherche nötig. Machen Requests scheitern an die Kostenfrage (ausdrückliche Kostenübernahme).

Bewertung, ob es sich um ein Hochrisikogebit (bsp. Krieg) handelt.

LZ macht nicht die operative Einsatzführung (keine Einsatzleitung). Ist aber auf Informationen durch die jeweils eingesetzte EL angewiesen (Lagemeldung).

Derzeitige Probleme / Optimierungsbedarf: kosten-nutzenrelationen; ist es einfacher, Geld zu geben anstatt Material zu verschiffen. Innerdeutscher Transport noch ungeklärt – finanzielle Mittel noch ungeklärt. Schlechte oder unzureichende Rückmeldungen aus dem Ausland (beispielsweise über klassischen Meldeweg ümer MIC / EU, direkter Kontakt daher notwendig), Klärung der Kostenfrage.

Große Einsätze / LAgen: Waldbrände Portugal 2003, Tsunami 2004, Hochwasser Rumänien 2006, Mittelmeerraum (Waldbrände 2007).

Service bei Waldbränden (Beispiele):

Informationsmanagement: täglicher Lagebericht, Lagemeldungen, LAgekarten, Entwicklung Waldbrand Gefahrenlage, Informationsvernetzung im internationalen Kontext. Video- und Telefonkonferenzen, Lagevorträge, Sattelitenaufnahmen (über DLR), Öffentlichkeitsarbeit.

Ressourcenmanagement

Robert Rückert / Agrarflug Helilift Ahlen

Vorstellung des Unternehmens. Derzeit einige Hubschrauber im europäischen Ausland in Einsatz. Viele Einsatzszenarien, unter Anderem auch Löscheinsätze.

Ausbildung der Piloten für Löscheinsatz sehr wichtig. Beispielsweise benötigt der Bambi Bucket System besondere Flugweise, ansonsten wird es weggeblasen. Hubschrauber mit integriertem Tanksystem muss näher ans Wasser.

Vorteile eines Hubschraubers: Nicht an Landebahnen gebunden, kurze Reaktionszeiten (1 Minute), Wartungsfreundlich, Löschmittelaufnahme überall möglich. Punktgenauer Löschmittelabwurf. Sicht der Piloten auf den Brandherd sehr gut. Geländeunabhängige Anflugverfahren. Plattform zur Führung von Einsatzkräften.

Erfahrungen aus Waldbrandkatastrophe 2003 in Portugal

Kompetenzgerangel, mangelhafte Einsatzleitung, fehlende Führung und Koordination. Ungeschultes Einsatzpersonal, mangelhafte Ausrüstung.

Erfahrungen aus Waldbrand Andalusien 2007

Lage- und Führungszentrum, Feuerlöschstationen, Beobachtungsstationen, Kraftstoff vorhanden, erdgebundene Unterstützungsfahrzeugens.

In diesem jahr 152 Hubschrauberbesatzungen in Spanien.

Einsatztaktik:
Schnelle Erkennung von Bränden
Schnelle Bekämpfung von Bränden
Rechtzeitige Aufstockung von Einsatzmitteln
Beobachtung und Nachversorgung (Nachlöscharbeiten)

Karl Rinnergschwentner, Fludienst in Österreich
Flugdienst ist ein Referat des Ö. Bundesfeuerwehrverbands, und ist entsprechend auch in den Ländern eingerichtet.

Fluggerät: Polizei, Bundesheer, ÖAMTC, Private Maschinen. Neueste Maschine: Black Hawk.

In Tirol 17 Hubschrauber.

Alarmierung des Hubschraubers ausschließlich über Landeswarnzentrale durch den Bürgermeister oder sein Vertreter (Kdt. FW oä).

Für Waldbrände ist in Österreich ausschließlich die Feuerwehr zuständig (gesetzlich festgelegt). Die Feuerwehr löscht, das Gerät wird von anderen gestellt.

Der Assistenzeinsatz des Bundesheeres ist auch gesetzlich geregelt.

Unterscheidung zwischen Flugeinweiser und Flughelfer. Einweiser ist eher generalist (wenn der Hubschrauber kommt, was muss ich machne damit er sicher landet?), Flughelfer ist Spezialist.
Helfer hat fliegerische Einsatzleitung, wird bei komplexen Einsatzlagen hinzugezogen, Flughelfer ist rot angezogen, der Flugeinweiser ist uneinheitlich.

Hubrschauber löscht keinen Brand sondern unterstützt die Feuerwehr.

Massiver und früher Löscheinsatz ist Schlüssel zum Erfolg.

Fliegerische EL ist der gesamt-EL unterstellt. Aufgaben: Beratung der EL, Koordination der Piloten mit der EL, Flughelfer einteilen uvm.

Schnittstellen zwischen der Feuerwehr, dem Flughelfer und derm fliegerischen Personal klar definiert.

Der EL Luft wird bei Katastropheneinsätzen vom Bundesheer gestellt.

Bei den meisten Einsätzen kommt eine Bodenmannschaft zum Einsatz = Koordination notwendig.

erstellter Funkplan hilft bei der Einsatzbewältigung. Digitalfunk in einigen Jahren Bundesweit eingeführt.

Der Lehrgang zum Flughelfer ist einheitlich und dauert 3 Tage

Die PSA eines Flughelfers ist einheitlich. Finanzierung durch das Land. Karabiner etc. müssen vom Bundesheer zugelassen sein.

Flächendeckende Ausbildung („gemeine“ Feuerwehrleute) Unterweisung in Maschinen, Verhalten an der Maschine, Lasthaken bedienen, Personentransport

Brandursachen sind oft Blitzschläge.

Detlef Maushake, BF Salzgitter Einsatzmöglichkeiten einer Helitack-Crew.

„Helicopter“ und „Attack“. Mannschaft, die mti dem Helikopter Einsaätze bewältigen kann: schneller Einsatz im Gelände.

Ausbildung auch an „Sandkastenspielen“ – realeinsätze werden so nachgearbeitet, Unfälle nachbesprochen. Ausbildung wichtig, Fitness auch.

Ziel: Feuer früh stoppen. Sich darauf einstellen, dass „Fluchtmöglichkeit“ möglich ist, wenn der Hubschrauber nicht mehr landen kann.

Sinnvoller Einsatz: Entstehungsbrand. Effektives Arbeiten mit Sandwurf (Schaufel + Sand). Manuelle Nachlöscharbeiten unerlässlich. Zielschutz auch möglich.

Feuer werden durch Bodenmannschaften gelöscht.

Ausgestellter Unimog U20

Kommentare

12 Kommentare zu “Seminar Wipfelfeuer ’08 in Frankfurt” (davon )

  1. @fwnetz am 28. September 2008 01:41

    Wipfelfeuer 08 Frankfurt http://tinyurl.com/3vjdcr

  2. Hallmann am 28. September 2008 08:31

    Super Bericht sehr interessant. Bin gespannt auf die Videos! Aber zwei kleine Anmerkungen zu den Referanten: Der Vorsitzende unseres Feuerwehrverbands heißt RALF Ackermann und nicht so wie sein Namensvetter von einer großen deutschen Bank. Der gleiche kleine Fehler hat sich auch beim Chef der BF Frankfurt eingeschlichen. Sein Name Prof. Dr. Reinhard Ries.

  3. Cimolino am 28. September 2008 09:55

    Hallo,

    sehr interessant waren die Gespräche „am Rande“ um an Netzwerken weiterzuknüpfen. So kann Deutschland viel von den österreichischen Erfahrungen und hervorragenden Lehrunterlagen und Hilfsmitteln der Österrreicher für die Flughelfer (etc.!) lernen, im Gegenzug war Karl R. völlig beeindruckt vom Ausbildungsstand und den Möglichkeiten von Handcrews (@fire)…
    Mal sehen was draus wird… ;-)

  4. Irakli West am 28. September 2008 10:18

    @Hallmann danke für die Hinweise, hab’s korrigiert. Auch nachts sollte man sich die extra Minute nehmen und alles nochmal durchgehen. Sorry an die Betroffenen!

  5. derkonrad am 28. September 2008 12:01

    Hallo Hubschrauberpiloten bei Waldbränden in Portugal !
    Mich interessiert Eure Meinung.
    Bei subjektiver Betrachtung scheint mir der Abwurf von Wasser auf eine Feuerbrunst lichterloh brennender Eukalyptusbäume sinnlos.
    Die Bäume „explodieren“ altersbedingt und das Feuer wandert wie fallende Dominosteine….
    Ich meine nicht die punktuelle Sicherung von Häusern, Fluchtwegen etc.
    Das „Löschen eines Waldbrands in Portugal“ mit Hubschrauber oder Flugzeugen…geht das überhaupt ??
    Grüße aus Porto
    Ralf

  6. sinisa am 28. September 2008 12:17

    Greetings from wildfire..Someone is talking on wildfire, someone is on one!
    Last two weeks are „interesting“ here in Croatia. First big fire in „Makarska“ then in „Omis“, do a little google on it..
    Yesterday, one vehicle of FF turned over to and
    hits the house. 4 firefighter are lightly inured.
    http://www.24sata.hr/news/clanak/prevrnulo-se-vatrogasno-vozilo-ozlijedeni-gasitelji/81816/?context=naslovnica&web_page_id=main_page

    Few months ago we had similar
    accident:http://www.vatrogasni-portal.com/news.php?readmore=2329
    Season is going to its end, winter is starting here,
    Greetings to all friends in Germany!
    Sinisa
    CROATIA

  7. Irakli West am 28. September 2008 12:36

    @derkonrad es wurde mehrmals explizit darauf eingegangen, grundsätzlich den Saum abzulöschen. Was schon brennt ist eh verloren. Vermutlich hat das auch bei Abwürfen Gültigkeit.

  8. Irakli West am 28. September 2008 14:05

    @sinisa glad to hear everyone is OK. Looks like they were lucky to not fall in the water?

    Saw an U20 yesterday, looks like a promising and nice compact engine.

  9. sinisa am 28. September 2008 15:05
  10. Der Lars am 28. September 2008 20:33

    http://farm4.static.flickr.com/3015/2892797501_b72370c610.jpg

    Die Gummibärle und das Namensschild… Was will der Fotograf uns damit sagen? *fg*

  11. Sven am 28. September 2008 21:34

    Ich kann Irakli nur zustimmen, super Seminar! Inhaltlich und von der Organisation her top.

  12. Reise-Tagebuch: Bad Reichenhall, Bocholt : FWnetz - Feuerwehr im Netz am 5. November 2008 17:57

    […] deshalb gibt es hier im Vergleich zu einer Atemschutz-Fachtagung in Pfarrkirchen oder einer Waldbrand-Tagung in Frankfurt natürlich mehr “Werbung”, dennoch waren einige interessante Dinge zu […]

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