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(iw) Um welche Feuerwehr es sich handelt, ist hier irrelevant, es geht vielmehr darum, was ein Neubau kosten darf, vor Allem in der Relation zur Größe des Orts.

Fakten: ein Ort mit 6.500 Einwohnern (Feuerwehr: ca 4 großfahrzeuge, ca 8 Fahrzeuge gesamt, geschätzte 120 Einsätze pro Jahr) möchte die baufällige Wache mit einer neuen ersetzen.

Geplant ist ein Bau mit sieben Gassen, Wachhalle, Lager, Bereitschaft und vieles mehr. Optisch muss es auch ansprechend sein. Ursprünglich mit knapp €2,5mio angesetzt, sind die geschätzten Kosten inzwischen auf €3,1 mio. angestiegen.

Bitte noch Folgendes bedenken: eine Wache ist auf (viele) jahrzehnte ausgelegt, sollte also auch nicht zu schnell zu klein werden – es handelt sich hier um eine Wachstumregion. Keine Ahnung, wie der Entwicklungsplan aussieht. Gutes Beispiel: die Gemeinde Poing, vor gar nicht zu langer Zeit ein Dorf in der Pampa, wird in naher Zukunft knappe 20.000 Einwohner zählen (siehe Artikel).

Nun wird’s subjektiv: vermutlich lässt sich ein Bau in dieser Größenordnung für wesentlich weniger Geld realisieren, beispielsweise als „Systemhalle“ mit Verwaltungstrakt. Besonders in Frankreich sind solche Hallen zu finden, die nur zwei Tore, eines an jedem Hallenende, aufweisen. In Deutschland ist mir Saarlouis bekannt.

Ich habe ein bisschen Recherche in Frankreich gemacht, um zu gucken was man dort eigentlich für das GEld bekommt (auch nur bedingt direkt vergleichbar, vermutlich wegen Klima / Dämmung, Arbeitskosten usw.): für €8 mio. bekommt Ajaccio (Korsika) gleich ein ganz neues Zentrum. Libourne für €5,5mio eine Kaserne mit 600qm Bürofläche, 550qm Wohntrakt, 1.800qm für Technik usw., Niort ein Zentrum auf 2,5 Hektar für €8 mio.

Die Einzugsgebiete dieser Zentren sind auch riesig, die Einsatzzahlen gehen in die tausende.

Wie oben erwähnt: wieviel darf eine Wache kosten, und welche Dimension – auch mit Einbeziehung der Zukunftsplanung – darf sie haben?

Kommentare

12 Kommentare zu “Was darf eine neue Feuerwache kosten?” (davon )

  1. @fwnetz am 1. Oktober 2008 11:42

    Was darf eine Wach kosten? http://tinyurl.com/42d8xu

  2. Stefan Hauf am 1. Oktober 2008 12:54

    Mich würden mal Vergleichszahlen aus Deutschland interessieren.

    Von einer recht zuverlässigen Quelle hab ich erfahren, dass wohl noch ziemlich viel Technik gekauft werden soll Atemschutzwerkstatt, Waschmaschine für Nomex incl. Imprägnieranlage. Auch das Grundstück ist laut Auskunft nicht im Besitz der Gemeinde.

  3. Philipp am 1. Oktober 2008 13:24

    Also wir haben für 1,6 Mio umgebaut. Darin sind 3 neue Fahrzeughallen enthalten und dann quasi 3 Stockwerte inkl. Keller auf ca. 20x20m an das bestehende Gebäude angebaut. Dazu nochmal die bisherigen Büroräume umgebaut.
    Und dann halt noch Gebäude-Technik, Funktechnik, Umkleide und einiges, was mir nicht einfällt.

    Ich hätte jetzt pauschal gesagt, 3,3 Mio für die nächsten 30 Jahre sind ok.

    Btw, bei uns im Kreis baut die Feuerwehr Langenselbold atm eine komplett neue Wache mit Unterbringung für den Rettungsdienst.
    Die ganzen Kosten hab ich noch nicht gefunden, lediglich 2,9 Mio. € sind „förderfähig“.
    http://www.feuerwehrlangenselbold.de/presse/bescheid_fw_haus.htm

  4. Hallmann am 1. Oktober 2008 13:51

    Mir ist folgendes Projekt aus meiner Heimat bekannt: http://www.feuerwehr-mainflingen.de/s0146.htm Hier wurde eine alte Fabrikhalle entkernt und renoviert. Dies bietet eine zentrale Lage und reduziert die Baukosten bzw. lassen sich evtl. manche Sachen realisieren die vorher aus Kostengründen abgelehnt wurden.

  5. Fabian Funk am 1. Oktober 2008 14:40

    Eine unserer Nachbarwehren (http://www.feuerwehr-muehlhausen-taele.de/) konnte den Neubau für 1,X Mio € realisieren. Ist eben alles „Industrie/ bzw. Zweckbauweise“.

  6. ffsto1 am 1. Oktober 2008 17:16

    @Philipp
    guckst du auf der HP auf die Verlinkung „Feuerwache“ dort über dem letzten Bild steht was von 8Mio. Bausumme.

    Bin mal gespannt was sonst noch für Infos hier auftauchen, denn bei uns könnte etwas ähnliches anstehen, siehe hier
    http://www.suedkurier.de/region/kreis-konstanz/stockach/art372461,3330774

    Pikant daran war das die Verantwortlichen der Rettungsdienste erst kurz davor mit dem Bürgermeister unverbindlich darüber redeten ;-) ein Schelm wer böses dabei denkt.

    Hallen wären ja genug da, aber halt keine entsprechenden Sozialräume.
    Wer will kann die bisherige Wache auch hier anschauen http://www.feuerwehr-stockach.de
    unter Abteilung/stockach
    Sorry schon im voraus die Seite ist nicht sonderlich ansprechend im Zeitgeist gesehen von der aktuallität ganz zu schweigen ;-)

  7. Geza am 1. Oktober 2008 17:45

    Meines Wissens gibt es keine einfache Formel, die Einsatzzahlen und andere Faktoren zu einer Summe, die für einen Bau auszugeben ist, verwurstet.
    Zumindest in Hessen gibt es eine Planungshilfe bei der das örtliche Gefahrenpotential, die Anzahl der Einsätze, die Schadenssummen und andere Faktoren berücksichtigt. Ob das dann ein „Muss“ oder ein „Sollte“ ist – keine Ahnung.
    Zum Schluss ist es eine Frage des Reibungskoeffizienten zwischen Daumen und Zeigefinger, sprich der Finanzkraft einer Gemeinde, wie ein Feuerwehrhaus ausfällt. Wie schon gesagt: Leider wird in Deutschland für 100 Jahre gebaut und nach 20 bis 30 Jahren stellt man fest, dass das Gebäude so nicht mehr zweckmäßig ist.

    Was ich nicht verstehen kann sind die Feuerwehren, die teilweise oder komplette Gebäude „in Eigenleistung“ selbst bauen! Ich kann mir nicht vorstellen, dass jemanden, der das Thema „Feuerwehr“ ernst nimmt, nebenher noch Zeit hat, um sich von der Stadt als Bautrupp mißbrauchen zu lassen! Abgesehen davon dürfte jedem Versicherer die Haare zu Berge stehen, wenn die „Vereinsaktivitäten“ eher Bauarbeiten sind.  Wer steht bei solchen Aktionen eigentlich für Regressforderungen gerade, sollte man später Fehler am Bau feststellen?
    Alle reden vom Kräftemangel: wenn jemand bei der Feuerwehr mitmachen will und statt „retten“ steht „bauen und renovieren“ auf dem Dienstplan – was meint ihr, wie das ankommt? Da tippt der Zeigefinger an die Schläfe!

  8. darthvader am 1. Oktober 2008 18:08

    Tatsache ist, dass die Baukosten aufgrund gestiegener Materialkosten und der guten Auftragslage der Baufirmen in den letzten zwei Jahren deutlich nach oben gegangen sind – dies mussten unsere kompetenten Herrn Gemeinderäte dieser Jahr auch schon lernen (kein FW-Haus, anderes öffentliches Gebäude).
    Angebot und Nachfrage machen den Preis – es lohnt sich daher antizyklisches Verhalten.
    Man könnte erheblich einsparen, wenn es Feuerwehrhäuser von der Stänge gäbe, ähnlich wie es die großen Discounter praktizieren. Ein Bauplan für x Objekte. Aber was bei Fahrzeugen seit Jahrzehnten nicht klappt, wird erst recht nicht bei Feuerwehrhäusern funktionieren.

  9. p_k am 1. Oktober 2008 19:40

    das schreit ja förmlich nach den beneidenswerten kameraden aus dem „nördlichen münchen“ an der isar ;)
    ( sofern man auf der richtigen seite wohnt ! )

  10. Michael Arens am 1. Oktober 2008 22:20

    Die Feuerwehr Höxter speziell die Löschgruppe Brenkhausen bekommt auch eine Systemhalle:
    http://boedexen.feuerwehr-hoexter.de/index.php?option=com_content&task=view&id=88&Itemid=1

    Interessantes Projekt. War auch über diesen Bau überrascht.

  11. Florian Wöhrl am 2. Oktober 2008 09:13

    @p_k: Ich fühle mich grade irgendwie angesprochen :-)

    Dann mal die Fakten zur Freisinger Hauptfeuerwache, die es ja auch hier im FWNetz als Video zu betrachten gibt:

    19 Ausfahrten
    Bruttorauminhalt: 20.200 m³
    Bruttogrundfläche: 5.100 m²
    Baukosten: ca. 10 Mio. €
    Bauzeitraum 2000-2002

    Ob das die Stadt auch günstiger bauen hätte können, wurde und wird zum Teil immer noch fleissig in der Freisinger Öffentlichkeit diskutiert…

  12. Bastian Siebelmeyer am 2. Oktober 2008 11:01

    Hier mal Infos von einem recht Aktuellem Projekt bei uns aus der Stadt:

    22 Tore für die Feuerwehr
    7 Tore für den Rettungsdienst

    Grundstücksgröße 15.180 m²
    Bruttorauminhalt 23.585 m³
    Brutto – Grundfläche 4.860 m²
    Gesamtkosten: 8.000.000 € (Zuschuss Kreis 1/3)
    Baukosten einschl. Neben-kosten: 6.300.000 €
    Ausstattungen: 1.000.000 €
    Grundstück /Erschließung: 700.000 €

    Neubau Informationen der Feuerwehr
    Informationen der Statd über den Neubau

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