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Wie angekündigt hier der Erlebnisbericht vom Schnuppertag im FTZ Potzwenden von FeuRex:

FeuRex

Zuallererst mal ein Überblick über den Tag:
Los ging es für mich schon früh morgens, eine lange Fahrt stand mir bevor. Aber was solls, was macht man nicht alles für sein Hobby?!?
Nachdem ich dann um 08:00 Uhr im FTZ Potzwenden in der Nähe von Göttingen eingetroffen bin, wurde die gesamt Gruppe auch sofort in einem Unterrichtsraum von zwei Ausbildern begrüßt und der Ablauf des Tages vorgestellt. Sogleich stellten beide auch klar, dass der folgende Tag ein Schnuppertag sei und in keinster Weise ein komplettes Training oder gar das komplette Ausbildungskonzept der Firma FeuRex (dazu später mehr) ersetzten könne. Beim Schnuppertag erhält man lediglich einen kleinen Einblick in das gesamte Angebot der Heissausbildung, mehr nicht.
Nach dieser Einstimmung begann der theoretische Teil des Tages. Dieser war zum Glück recht kurz gehalten, schliesslich waren wir alle verständlicherweise mehr an der Praxis interessiert als an der Theorie. Der theoretische Teil umfasste verschiedene Teile: Zum einen stellte er das von FeuRex vertretene Ausbildungskonzept vor, zum anderen den theoretischen Teil einer Brandausbildung mit Rauch lesen, Verhalten im Brandraum, Temperaturcheck, Flash-Over-Block und dergleichen.

An dieser Stelle möchte ich auch noch einmal auf das Ausbildungskonzept der Firma FeuRex eingehen: Feurex vertritt ein in vier Stufen gegliedertes Ausbildungskonzept. Diese vier Stufen sollen aufeinander aufbauen und den AGT näher an den realen Innenangriff bringen. Die Stufen sind wie folgt formuliert: Die erste Stufe sollte die Atemschutzgeräteträger-Grundausbildung in den Städten und Kreisen sein, darauf sollte dann in der zweiten Stufe der Durchgang durch die „Kriechstrecke“ folgen und als dritte Stufe der Durchgang durch ein Wärmegewöhnungstraining inklusive Strahlrohrtraining in den Landesfeuerwehrschulen. Als Finale sollte dann der Durchgang in einer RDA (im Idealfall feststoffbefeuert) inklusive Flash-Over-Block stehen.
Ein tolles Konzept, wie ich meine.

Nach diesem theoretischen Teil ging es dann (endlich) los mit dem praktischen Part dieses Tages:
Jeweils in Zweier- bis Dreiertrupps eingeteilt, durchliefen wir quasi zwei Stationen. Die eine Station war das Strahlrohrtraining, mit intuitivem Bedienen des Hohlstrahlrohres, dem Temperaturcheck, der Raum-Kühlen-Technik und dem Flash-Over-Block.

HSR erklären

Die andere Station war der Durchgang durch die „Container“. Aufgebaut hatte FeuRex insgesamt drei „Container“: Der erste Container stellte eine Kriechstrecke dar, der zweite ein möbliertes Zimmer mit einer versteckten Person und der dritte dann letztlich das reale Feuer. Alle drei „Container“ waren befeuert, verqualmt und heiß. Nach dem Durchgang wurde den Trupps dann noch das taktisch sinnvolle Auskleiden am eigenen Leib vorgeführt und eine intensive Nachbesprechung durchgeführt.

Ausziehen mit System

Diese beiden Stationen durchlief jeder Trupp zusammen. Zum Abschluss aller Durchgänge bekamen dann die Anwesenden von zwei Trainern eine Parade-Angriffsübung vorgeführt. In dieser Angriffsübung wurden allen noch einmal der Tür-Check,
Tür-Check

das Raum-kühlen, der Temperatur-Check und ein Flash-Over-Block dargestellt. Dies stellte den grandiosen Abschluss des Tages dar.

Am interessantesten war sicherlich der Container—Durchgang, deshalb möchte ich diesen hier einmal aus einer ungewöhnlichen, aber sicherlich interessanten Perspektive schreiben:

Los ging es mit der Einführung, das Atemschutzgerät bereits auf dem Rücken, die Maske bereits auf dem Gesicht: Die Erklärung des Trainers was uns da drin gleich erwarten sollte, die Verhaltensweise falls etwas schief gehen sollte, und der Ablauf des Durchganges.

Vorbesprechung

Dann ging es los: Flaschen aufdrehen, PA anschliessen, Tür-Check. Tür kalt, also rein. Der Trainer gibt die Anweisung links neben der Tür warten. OK; verstanden, also links neben die Tür gehockt, und erstmal versucht sich an die Dunkelheit und Wärme zu gewöhnen. Der Trainer gibt die Einweisung in die Kriechstrecke: An sich alles logisch. Wo es hoch geht, geht es auch wieder runter. Nicht jede Wand ist nur eine Wand. Alles verstanden und los.
Das erste Hindernis ließ nicht lange auf sich warten, direkt vor uns: Ein Reifenhindernis, also tasten und versuchen sich hindurch zuquetschen, dabei Obacht auf den Lungenautomaten geben.
Sooo, geschafft, aber wo geht es weiter?!? Also tasten. Der Truppkamerad tastet links, ich rechts. Es gehr geradeaus,…erstmal. Da: es geht nicht mehr weiter. Also wieder abtasten: Rechts, dann links. Aber schon wieder ist Ende. Nicht rechts, nicht links, nicht geradeaus. Mhm, jawohl, über uns. Also hoch gehangelt, und vorgefühlt…Es geht wieder rückwärts. Danach ein Stück links, doch schon wieder: Ende. Doch diesmal geht es auch nicht runter und auch nicht hoch. Hm, was kann das sein?!? Sackgasse? Noch einmal alle Wände abtasten….und Tatsache: Eine Wand ist eine versteckte Tür, ein wenig Druck und sie ist offen. Los weiter, Zwischendurch Druckabfrage: 220 bar. Schon ziemlich viel Luft verbraucht. Also flott weiter. Nun geht es bergab, Der Orientierungssinn ist schon lange futsch, nur noch Tasten und Fühlen helfen weiter. Aber nun ist es auch schon Ende: Die Kriechstrecke ist durchlaufen.
Weiter in den zweiten Container, so der Befehl des Trainer: Hier ist in einem möblierten Raum dann eine Person zu suchen. Vor dem Betreten des Raumes noch schnell mit dem gänzlich unbekannten Truppkollegen die Suchtechnik besprochen: Wir einigen uns auf die Halbkreistechnik und die Suchrichtung in Türöffnungs-Richtung.
Also Tür auf und rein, die Tür schwingt links rum auf, also links rum. Arrgh, fast vergessen, hinter der Tür auch noch absuchen. Nix, also weiter…Autsch, ein Hindernis. Die Person?! Nein, ein Sofa….schnell über das Sofa fühlen, hier ist keiner. Weiter! Plong, schon wieder ein Hindernis. Nun ist es ein Tisch. Aber auch hier drunter: Keine Person! Weiter….Mist, der Rum ist zu Ende. Aber da ist wieder ein Hindernis! Dieses Mal ist es die Person, also schnell Rückmeldung an den Trainer: Person aufgefunden!
Rückzug, Rückzug, schnell, Rückzug!, kommt es vom Trainer zurück. Also schnell in die Richtung des Rufens zurück, mit dem Gehör geortet.
Druck? 150 bar….aber es ist ja auch nur noch ein Container. Davor gibt uns der Trainer wieder eine Einweisung: Drinnen wird er uns die falsche und die richtige Löschtechnik demonstrieren, dazu einen Flash-Over-Block demonstrieren, dann geht es rückwärts raus aus dem Container. Aber erst einmal rein in den dritten Container: Am Kopf des Containers lodert ein großes, helles, heißes Feuer. Also setzen. Der Trainer zeigt zuerst die richtige Löschtaktik: Sprühstrahl! Auch hier wird es schon beachtlich warm. Dann schaltet der Trainer um: Jetzt Vollstrahl für ein – zwei Sekunden. Trotz der kurzen Zeit wird es verdammt heiß! Vor allem der Kopf merkt die Hitze besonders, auch durch die Überhose dringt die Hitze extrem. Es wird unangenehm.
Und unter dem Eindruck des Flash-Over-Block geht es rückwärts raus aus dem Container. Die dicken NOMEX®- Klamotten rauchen, die Kühle draußen ist wahrlich angenehm.
Aber einfach Gerät ablegen ist nicht drin, taktisch sinnvolles Ausziehen ist angesagt…Aber dass hat ja Stefan schon beschreiben.

Zum Schluss möchte ich mich noch einmal für die tolle Möglichkeit der Teilnahme am Schnuppertag bedanken: Die Teilnahme hat mir neue Perspektiven und Einblicke gegeben, ich habe riesigen Spaß gehabt und viel gelernt. Danke an das Fwnetz für das Angebot! Danke an FeuRex für die tolle Betreuung und das tolle Programm! Danke an die Trainer für die tolle Begleitung! Danke auch an die anderen Teilnehmer für die tolle Teamarbeit, obwohl wir uns erst an diesem Tag kennen gelernt haben! So macht Feuerwehr Spaß! Danke!

Das war es

Kommentare

3 Kommentare zu “Mensch, ist das heiß! – Erlebnisbericht Feurex Schnuppertag, sponsored bei FWnetz” (davon )

  1. @fireman_chris am 4. Oktober 2008 16:20
  2. Magnus Hammerl am 5. Oktober 2008 14:28

    Schöner Bericht – Danke!

  3. FeuReX in Hessen: Vier Schnupperplätze für FWNetz-Leser : FWnetz - Feuerwehr im Netz am 16. Oktober 2008 11:52

    […] (iw) Dass FeuReX umtriebig ist, beweist sich wieder mal. Nach Bayern, Rheinland-Pfalz und Niedersachsen, wird die Heissausbildungsanlage in Gelnhausen, Hessen, aufgestellt (info, map). Hier werden dreistündige Schnupperkurse angeboten. Was Euch genau erwartet, das könnt ihr hier nachlesen. […]

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