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Zuerst hatte ich diesen Post als Kommentar auf Jan-Ole’s Beitrag Der Anfang vom Ende der Freiwilligen Feuerwehr? gedacht, der Umfang ist aber nun etwas größer geworden als gedacht.

Statt mit dem Gesetzeshammer zu drohen ist besteht die einzige wirksame Möglichkeit darin, die Unternehmen von den positiven Aspekten von FA im eigenen Unternehmen zu überzeugen. Ein (unvollständige) Liste von Argumenten:

  • Teamfähigkeit

    Wo lernt man Teamarbeit besser als in einer jahrelangen FW-Ausbildung. Der Erfolg nahezu aller Einsätze hängt maßgeblich von der Teamfähigkeit ab.

    • Verantwortung

      Wer hat denn eine höhere Verantwortung als ein GF, der seien Trupp in das brennende Haus schickt, oder der FA, der mit Rettungsspreizer eine Person befreit? Die Liste läßt sich fortführen. Verantwortung in Unternehmen ist damit verglichen meist lächerlich. Wenn man dort Mist macht, wird man schlimmstenfalls gefeuert; persönliche Haftung ist meist ausgeschlossen. Eine Ausnahme bilden hier die Inhaber kleiner Personengesellschaften – die haften bis zur letzten Unterhose; das sind für mich die wirklichen Unternehmer.

      Wenn der FA Mist macht, kann ein Leben davon abhängen

    • FA verfügen (meist) über eine höhere soziale Kompetenz als der Durchschnitt der Bevölkerung – allein schon dadurch, dass man einen Teil seiner Freizeit in den Dienst der Allgemeinheit stellt.
    • Das feuerwehrspezifische Fachwissen kann im Unternehmen sehr nützlich sein. Stichwort: Ersthelfer, Brandschutzbeauftragter, Schadensbegrenzung bei Unfällen, etc.
    • Management von ’schwierigen‘ Situationen: In Einsätzen unser täglich Brot.
    • Engagement
    • Führungsqualitäten

    Letztenendes muss man daraufhin argumentieren, dass der Verlust an Arbeitszeit durch Einsätze und Ausbildungen bei weitem durch die oben genannten Punkte mehr als aufgewogen wird – und es sich dadurch für den Unternehmer rentiert, FAs zu beschäftigen. Interessant wäre es, eine Modellrechnung aufzumachen, in der man versucht die o.g. „soften“ Faktoren mit harten Zahlen zu versehen. Damit liesse sich dann eine Art „TCFF“ (total cost of fire fighter) ermitteln. Bevor’s zu wild wird, höre ich hier lieber auf.

    An der Stelle wäre es wichtig, wenn von Landes-/Bundesverbandsebene eine entsprechende Kampagne gestartet wird in der diese (und noch eine Menge anderer) Punkte unter einem knackigen Slogan vorgestellt werden. Eine Zusammenarbeit mit den IHKs, Handwerkskammern, etc. ist sicher hilfreich.
    Ich kann mir gut vorstellen, dass besonders „feuerwehrfreundliche“ Unternehmen eine Art Auszeichnung erhalten, mit der die wiederum werben dürfen. Schließlich konkurrieren Unternehmen nicht nur um Kunden sondern auch um Mitarbeiter.

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Kommentare

6 Kommentare zu “Feuerwehrler in Unternehmen: Gewinn für beide Seiten” (davon )

  1. GFzbV am 31. Oktober 2008 08:09

    Ich habe mich auch schon oft gefragt, in wie weit ich eigentlich von meiner Ausbildung in der Feuerwehr auch im Job profitiere.
    Durch meine Tätigkeit als Gruppenführer und Jugendfeuerwehrwart spreche ich mir selbst einfach mal eine gewissen Führungskompentenz zu.
    Mich würde mal interessieren, ob jemand schonmal bei einer Bewerbung die Lehrgangsbescheinigung oder ein Schreiben des Wehrführers beigelegt hat und deshalb punkten konnte. Ich will diesmal nicht auf den viel diskutierten Punkt „Freistellung für Ausbildung und Einsätze“ eingehen!
    Es ist aber zumindest bei mir im Berufsfeld des Informatikers so, dass die Soft Skills (Weiche Faktoren in richtung Menschlichkeit ;) ) immer wichtiger werden und auch in höhren Management-Ebenen immer mehr beachtet werden. Ich will einfach mal glauben, dass es einem also mehr als Vor- den als Nachteil ausgelegt wird eine solche Zusatzausbildung zu haben.

    Den Führungskreislauf als Beispiel kann man sicherlich auf fast jede Lebenslage anwenden, nicht nur beim Einsatz, auch im Job oder in jeder anderen Situation.

  2. Geza am 31. Oktober 2008 12:10

    Ich bin wieder bei meinem „Lieblingsthema“, dem Image, dass die Feuerwehr nach außen hat. Wenn der Chef den Eindruck hat, dass „Die Feuerwehr“ besonders gut im einarmigen Reißen ist, kann der Mitarbeiter – selbst wenn er ursprünglich ganz wo anders in der Feuerwehr ist – noch so ausgeprägte Soft Skills und Führungsqualitäten haben.

    Wenn die guten Taten, sprich die Einsätze der Feuerwehr, nicht gezielt in der Öffentlichkeit kommuniziert werden und Pressearbeit nur in Verbindung mit Veranstaltungen des Vereins stattfindet, festigt sich der (falsche) Eindruck.

  3. Sebastian Stenzel am 31. Oktober 2008 14:53

    „An der Stelle wäre es wichtig, wenn von Landes-/Bundesverbandsebene eine entsprechende Kampagne gestartet wird in der diese (und noch eine Menge anderer) Punkte unter einem knackigen Slogan vorgestellt werden.“ [darthvader]

    „Wenn die guten Taten, sprich die Einsätze der Feuerwehr, nicht gezielt in der Öffentlichkeit kommuniziert werden und Pressearbeit nur in Verbindung mit Veranstaltungen des Vereins stattfindet, festigt sich der (falsche) Eindruck.“ [Geza]

    …die Feuerwehren und Bundes-/Landesverbände müssen endlich damit anfangen, ordentliche, dauerhafte und wirksame Öffentlichkeitsarbeit betreiben. Das fängt schon bei den kleinsten Sachen, wie dem öffentlichen Auftreten an und geht bis zu groß angelegten Imagekampagnen. Jedes Wirtschaftsunternehmen wäre pleite, wenn es so wenig für sein Image tun würde, wie die Feuerwehr vielerorts!

    „Ich kann mir gut vorstellen, dass besonders “feuerwehrfreundliche” Unternehmen eine Art Auszeichnung erhalten, mit der die wiederum werben dürfen.“ [darthvader]

    Eine solche Auszeichnung gibt es schon –> „Partner der Feuerwehr“. Allerdings ist diese mMn nicht besonders verbreitet bzw. vielerorts wahrscheinlich nicht mal bekannt… auch das sollte sich ändern…

  4. Harald Laier am 31. Oktober 2008 18:15

    Ergänzung zu Sebastian’s Kommentar Partner der Feuerwehr

  5. spiderschwein am 8. November 2008 14:25

    Das alles ist ja schön und gut…
    Ich bin auch Sicherheitsbeauftragter und Ersthelfer in meinem Bereich. Ich kann mir allerdings vorstellen das, selbst wenn der Chef der sozialste Mann ist und immer Verständniss hat, er ein Problem damit haben wird, wenn ich fluchtartig das Büro verlasse, wenn ein wichtiger Termin ansteht oder kurz drauf die Serverfarm abraucht. Um sowas auszuschließen denke ich das Leute in Schlüsselpositionen (z.B. Admin) nicht generell freigestellt werden können.

  6. PeterL am 8. November 2008 15:04

    Ich denke es sollte ein gewisses Geben und Nehmen zwischen Firma und Feuerwehr bzw. FM (SB) geben.
    Wie oben angesprochen gibt es Positionen, da geht es einfach nicht zu jeder Zeit abzuhauen (Kontrollaufgaben, Wachdienst, etc.) auf der anderen Seite könnte die Firma dann z.B. bei solchen Leuten kulanter sein bei vorausplanbaren Freistellungen (Lehrgänge, etc.).
    Es funktioniert einfach nicht sich da stur auf einen Standpunkt zustellen und evtl. auch noch dem jeweils anderen zu drohen.

    Miteinander kann man Probleme lösen – Gegeneinander geht das nicht.

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