Team | AGB | Impressum | Datenschutzbestimmungen | Kontakt | Bilder | Facebook | Twitter | Werben im FWnetz

Inzwischen dürfte das Problem weltbekannt sein: die Hilfsorganisationen sind in modernen PKWs kaum zu hören. Ursache ist Komfortbedürfnis mit bessere Schalldämpfung und bessere Musik-Anlage.
Die schlechte Hörbarkeit der Einsatzfahrzeuge war letztens schon mal Thema (Netzblogger: Autobahn mit SoSi) und genau das will die niederländische Firma Dutch Rescue Holding ändern. Nicht durch das Entwickeln noch lauterer Sirenen, sondern durch das Umschalten des Autoradios.

Die Technik die Flister – so heißt das Gerät – verwendet ist recht simpel: Flister sendet ein Signal über mehrere FM-Frequenzen an die vor ihm fahrende Autos (Reichweite: 200 m). Dieses Signal unterbricht das aktuelle Radioprogramm und spielt stattdessen eine Warnmelodie ab. Zusätzlich erscheint im Bildschirm des Radios eine RDS-Botschaft zum Beispiel „! RTW !“ oder „FEUERWHR„.

Auch an den CD-Liebhabern ist gedacht worden. Die Wiedergabe von CDs wird ebenfalls unterbrochen und eine Warnmelodie wird gestartet. Der Besitzer dieses Radios muss aber die Stauinfo eingeschaltet haben.

Der Flister hat gerade die Probephase in einem RTW und einem TLF beendet. Die Ergebnisse der Probe sind nach Meinung der Beteiligten positiv: der Verkehr macht früher platz und die Fahrt verläuft ruhiger (Patienten schonend). Die befragten Autofahrer gaben an, dem Sonderfahrzeug auch mehr Aufmerksamkeit zu schenken.

Die ausführlichen Versuchsergenisse sollen in den nächsten Wochen publiziert werden.

Meiner Meinung nach ist der Flister eine sinnvolle Erweiterung des Aufmerksamkeitspakets „Sondersignal“. Der Einsatz dieses Piratensenders (es ist vorsätzliche Überlagerung von Rundfunksignal) dürfte die Einsatzfahrt an Ampeln und auf Autobahnen erleichtern durch frühere Warnung des (Quer-)Verkehrs. Kinderkrankheiten hat das System noch: die Reichweite war anfangs vor allem 200 Meter um das Fahrzeug herum: Anwohner hören es also auch. Die Antenne soll aber schon verbessert worden sein.
Es gibt auch schon andere Interessenten für das System: die niederländische Autobahnmeistereien wollen es bei Tages-Baustellen benutzen oder (vor allem) Fernfahrer auf Fahrzeuge auf dem Pannenstreifen hinweisen.

Beitrag im niederländischen Journaal vom 15.8.2008. (Dieser RTW ist ein Testfahrzeug und hat probeweise auch ein englisches Horn [sekunde 15])

Kommentare

3 Kommentare zu “Radiopirat als Lösung?” (davon )

  1. hannibal am 3. November 2008 01:46

    Neu ist die Idee nicht. Vor Jahren hatte damit auch ein deutscher Erfinder experimentiert..

  2. p_k am 3. November 2008 18:59

    vor ca. 6 monaten habe ich zu einer sehr ähnlichen thematik mal einen beitrag ins feuerwehr-forum.de gesetzt – hat aber augenscheinlich keinen anklang gefunden…
     
    http://www.feuerwehr-forum.de/s.php?m=479215

  3. martien am 3. November 2008 23:13

    @hannibal.
    Dieses Gerät ist kein Experiment mehr, sondern komplett einsatzbereit. Das System muss nur noch gesetzlich abgesichert werden.

    @p_k.
    Autonome Netzwerke sind sehr interessant, aber aus informationstechnologischer Sicht auch sehr kompliziert. Deswegen sagt man auch 2015 (++). Dieses System erfordert beim Autofahrer allerdings keinen Um-/Einbau.

    Bei uns forscht A.I. auch nach Leitstellen-Programmen, die andere RTWs vorschlagen, aber so die Deckung des Gebietes besser aufrecht erhalten (Leitstelle Groningen hat 28 RTWs tagsüber im Einsatz)

Bottom