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(cl) WISO im ZDF berichtet über eine Versorgungslücke bei ehrenamtlich Tätigen, die sich bei dieser Tätigkeit verletzen. Ganz mies wird es, wenn die Verletzung nicht vorsätzlich von einem anderen Angehörigen derselben Organisation verschuldet wird:

Haftungsausschluss

Verletzen sich Ehrenamtliche gegenseitig bei der Ausübung ihres Ehrenamtes, zum Beispiel bei einem Einsatz der freiwilligen Feuerwehr, werden sie den betrieblich Beschäftigten gleichgestellt. Nach dem Sozialgesetzbuch VII bedeutet das: Wer demselben Verein angehört, kann sich nicht gegenseitig für Schäden haftbar machen.

Mehr Infos bei WISO im Netz. Link

Update. Der Beitrag von WISO bei youtube:

Kommentare

10 Kommentare zu “Richtig versichert? – Update” (davon )

  1. fratzi am 18. November 2008 08:32

    UNGLAUBLICH!

    Wo leben wir eigentlich?

  2. LarsR am 18. November 2008 13:24

    Was ist daran unglaublich?

    Was die Auszüge verschweigen: Der Schädiger braucht nicht haften, weil andere weitestgehend für die Schäden aufkommen.
    Das gilt analog für jeden „normalen“ Arbeitsunfall auch. Die Personenschäden (Heil- und Rehabilitationskosten, Renten) zahlt die gesetzliche Unfallversicherung, die Sachschäden der Träger der Feuerwehr.
    Die Frage, ob die MdE oder die Rente angemessen berechnet sind, stellt sich immer (gerade für die Betroffenen) und hat nichts spezifisches mit dem Ehrenamt zu tun.

  3. elgeka am 19. November 2008 22:52

    LarsR ich glaube Du hast das Problem nicht verstanden.

    Dieses gibt es nicht nur im ehrenamtlichen Bereich. Problematisch wird es z. B. auch wenn Ehemann das Auto der Ehefrau anfährt und beide haben die gleiche Versicherung.

  4. Christian am 20. November 2008 00:13

    Sorry elgeka,
    offensichtlich hast du es nicht verstanden. Wenn man die PKW-Haftpflicht mit der gesetzlichen Unfallversicherung vergleicht, dann habe ich da dezente Zweifel, ob auch nur die Basics bekannt sind.
    LarsR hat schon Recht.

  5. LarsR am 20. November 2008 11:16

    Wenn ich das nicht verstanden hätte, wären meine Professoren und mein Arbeitgeber ziemlich enttäuscht.
    Ob Einzelfälle „gerecht“ sind oder nicht (Renten, MdE) kann und will ich nicht beurteilen, Fakt ist, dass sich die Versicherungen auch nur im gesetzlichen Rahmen bewegen dürfen und ich diese Versorgungslücke, die in diesem und ähnlichen Berichten suggeriert wird, absolut nicht sehe.
    „Aber wir machen das doch alles ehrenamtlich“ ist als einziges Argument irgendwie schwach.  Die Bedingungen sind vorher bekannt oder sollten es sein.

  6. fratzi am 20. November 2008 16:17

    Wenn das so ist was LarsR schreibt, dann frage ich mich was der Sinn dieses Berichtes auf WISO eigentlich ist?

  7. LarsR am 20. November 2008 22:14

    Nunja, es gibt halt Unterschiede zu „normalen“ Unfällen im Privatleben, aber die gehen genauso auch in die andere Richtung, sind also für den Betroffenen positiv. Wer privat einen Unfall erleidet ist vmtl. nicht so gut über die gesetzliche Krankenversicherung abgesichert wie er es im Fall eines Arbeitsunfalles über die gesetzliche Unfallversicherung ist.
    Andersherum gibt es dann halt den Fall des Haftungsausschluss, der übrigens nur für Personenschäden gilt, den der Gesetzgeber absichtlich (zur Wahrung des Betriebsfriedens) ins Gesetz geschrieben hat. Der Vorteil für den Geschädigten ist doch auch, dass die gesetzliche Unfallversicherung bei Arbeits- und Wegeunfällen immer Leistungen erbringt, egal wer den Schaden verursacht hat. Der oft gehörte Satz „Dann bist du nicht versichert!“ ist also Dummfug. Der Geschädigte hat also immer einen sicheren Leistunsgerbringer. Im Gegenzug gehen die Haftungsansprüche dann aber auch auf den Unfallversicherungsträger über (Regress).
    Man stelle sich außerdem mal vor, wie das mit den Leistungen wäre, wenn der Geschädigte seine Ansprüche erstmal gegenüber dem Schädiger durchsetzen müsste (in der Regel dann wohl vor Gericht) und dieses Gericht dann ggf. auch noch entscheidet, dass der Geschädigte auf seinem Schaden sitzenbleibt. Oder dass der Schädiger trotz eines Anspruchs gar nicht für die Schäden aufkommen kann, weil er wirtschaftlich dazu nicht in der Lage ist.
    Der Gesetzgeber hat das doch alles nicht aus Jux und Dollerei ins SGB VII geschrieben, sondern eben um solche Scherereien, wie man sie aus dem Zivilrecht kennt, wenn es um Haftung geht, für den *Geschädigten* zu vermeiden.
    Das ist das Prinzip der Sozialversicherungen, die – wie wir alle wissen – Bismarck vor über 120 Jahren eingeführt hat. Damals nämlich gab es eine wirkliche „Versorgungslücke“ für geschädigte Arbeitnehmer!
    Ich wollte das Geschrei nicht hören, wenn das noch so wäre!
    Da ist mir dann eine gesetzliche Unfallversicherung, die die notwendigen (und gesetzlich festgelegten) Leistungen ohne Wenn und Aber (auch bei fahrlässigem Verschulden des Geschädigten selber!) erbringt, doch lieber. Das einzige, was da unter den Tisch fällt, ist halt das Schmerzensgeld.
    Oder meint jemand, wenn in dem Fall im Bericht der behandelnde Arzt eine MdE von 30% bescheinigt, der Gutachter des Unfallversicherungsträger eine MdE von 20% und schließlich 25% anbietet, würde der Versicherer des Schädigers ohne zu Zögern mehr anbieten? Der Fall würde doch erstmal vor Gericht gehen und da ewig bleiben.
     
    Interessant ist auch, dass das größte Gemeckere über die (in meinem Fall) FUK in der Regel von denen kommt, die gar keine Vorstellungen haben, was gesetzliche Unfallversicherung überhaupt bedeutet und die auch ansonsten noch nie etwas mit der FUK zu tun hatten. Ich habe schon mehrere Schäden über die FUK abgewickelt (teils auch als Betroffener) und habe die immer als zuvorkommend und im Interesse des Geschädigten handelnd erlebt.
     
    Wieso das ZDF (und vor einigen Monaten der Bayerische Rundfunk) deswegen so eine Welle macht? Weil sie da anscheinend einiges durcheinanderwerfen (ich würde behaupten, dass ich mich mit dem Thema einigermaßen auskenne, musste den Bericht auf der Webseite des ZDF aber mehrmals lesen, bis ich verstanden habe, was die meinen), weil die auch auf Quote angewiesen sind, weil sich mit „Ungerechtigkeit“ gegenüber Ehrenamtlichen eine solche erreichen lässt und weil das alles wunderbar funktioniert, wie man an den Reaktionen sehen kann, bei denen man manchmal den Eindruck gewinnen muss, dass so mancher im Grundlehrgang beim Thema Unfallversicherung nicht aufgepasst hat oder selbiges dort nicht oder falsch behandelt worden ist.
     
    So, das war’s erstmal. Seufz.

  8. Christian am 20. November 2008 22:22

    @LarsR: Klasse Beitrag, danke!
    @Irakli: Kannst du Lars‘ Kommentar evt. als eigenen Beitrag im Magazin bringen?

    Was einige Kameraden hier übersehen (Lars hats ein wenig angeschnitten): Diese Regelung kann man auch umgekehrt sehen. Nehmen wir mal an, es gäbe diesen Haftungsausschluß nicht, was könnte passieren?
    Feuerwehrangehöriger A macht einen dummen Fehler, dabei wird der Feuerwehrangehörige B schwer verletzt und liegt monatelang im Krankenhaus. Jetzt verklagt der B den A…
    Dummerweise ist der A erst 19, Truppmann und im Hauptberuf Abiturient. Und natürlich hat der A keine private Haftpflicht (welcher Abiturient hat die schon). Ende vom Lied: Der A würde zu Schadensersatz und Schmerzensgeld verurteilt, sagen wir mal insgesamt € 400.000. Der A ist also 19 und kann gleich mal Privatinsolvenz anmelden. Als Dankeschön für seine ehrenamtliche Tätigkeit…
    DEN Aufschrei würde ich gerne mal hören

  9. LarsR am 20. November 2008 22:55

    Danke, sowohl für das Kompliment als auch für die wertvolle Ergänzung!

  10. Henning Wanke am 25. November 2008 09:31

    Bei FlorianZuSa gibt es heute Anmerkungen der Feuerwehr-Unfallkasse Niedersachsen zum Bericht bei ZDF WISO:

    http://www.florian-zusa.de/berichte/bericht.php?ID=11660

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