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(iw) Ich versuche seit geraumer Zeit, eine Erklärung für die plötzlich auftretende Hektik zu finden. Es ist die Rede von einem „Feuerwehrführerschein“ analog dem österreichischen Vorbild, oder eine „Sondererlaubnis“, mit der FS-Klasse B ein Fahrzeug bis 4,25 tonnen fahren zu dürfen.

So sehr ich es versuche (Recherche, Anfragen, usw.) finde ich keinen legislativen Auslöser, also eine Gesetzesänderung oä., die diese Aktivitäten auslöst. Um diesen Auslöser geht es hier.

Ein guter Startpunkt ist wie üblich der Eintrag bei Wikipedia. Einzige verbindliche Aussage ist die Einführung der 3. EU-Führerscheinrichtlinie (bereits geschehen) und deren Umsetzung bis spätestens Anfang 2011. Wie ich es sehe, wird diese Richtlinie keine grundlegenden Veränderungen mit sich bringen.

Vielmehr sind die aktuellen Fahrerlaubnisklassen seit 1999 gültig. Somit könnte man sagen, dass seit neun (!) Jahren klar ist, dass Führerscheinneulinge keine klassischen 7,5-Tonner a la LF8 oder TLF8/18 mehr fahren dürfen.

Ich vermute, die aktuelle „Panik“ (dehnbarer Begriff) entstammt zweierlei Auslösern: einerseits scheiden aktive Feuerwehrler aus dem aktiven Dienst (FS KL III – Maschinisten), und „vernünftige“ (nicht Bestandteil dieses Artikels) Feuerwehrfahrzeuge als Ersatz für LF8 wiegen mit Sicherheit deutlich mehr als 7,5 Tonnen.

Die Forderung nach den 4,25 Tonnen entstammt der Gleichung 3,5 Tonnen Zugfahrzeug + 750kg Anhänger, die mit B erlaubt sind. Ergo könnte man das auch gleich zusammenfassen.

Somit hat die eigentliche Diskussion recht wenig mit den „normalen“ wasserführenden Fahrzeugen zu tun (bis 3,5t nicht oder kaum abbildbar) sondern als (quasi) einziges Fahrzeug geht es hier um das klassische TSF ohne Wasser.

Ich glaube nicht, dass ein TSF mit 3,5 Tonnen wesentlich anders aussieht als ein TSF mit 4,25 Tonnen. Die Frage ist vielmehr, dass ein TSF-W, 5 Tonnen sind hier noch Unterkante,  wegen der nicht (mehr) vorhandenen Führerscheine völlig ausser reichweite sind. Somit müssen sich Wehren mit einem „normalen“ TSF begnügen, was nicht immer leicht fällt (durch Gespräche belegt).

5,3 Tonnen: TSF-W auf Crafter (Foto: Henning)

Andererseits muss ich zugeben, dass die Grenze von 3,5 Tonnen schon lange feststeht – dies wird in einem ganz anderen Bereich zum größeren Problem: sieht man sich den aktuellen Bund-KTW an, wird man feststellen, dass er 3,8 Tonnen wiegt, und somit gleich FS C1 (Real: C) notwendig wird. Keine Ahnung, wie das bei den Verbänden gelöst wird.

Die Anforderungen an den Fahrzeugbau haben sich so weiterentwickelt, dass man sich hier womöglich überlegen sollte, diese Grenze anzuheben. Zumindest in der aktuellen wirtschaftlichen lage muss man auch nicht befürchten, dass die Autobauer „Über-SUV“ mit 4,25 Tonnen auf den Markt bringen…uha.

Unterm Strich ist also die Forderung nach Anhebung der Gewichtsklasse aus dem eben genannten Grund grundsätzlich begrüßenswert, allerdings bin ich der Meinung, dies betrifft im Feuerwehrbereich sehr wenige Wehren.

Welcher Argumentation ich nicht folgen kann, und das ist der eingangs erwähnte Grund, ist die „Änderung der Führerscheinrichtlinie“. Wie gesagt, ich finde nichts Relevantes in der aktuellen Änderung bzw. Umsetzung, sondern vielmehr in der Neueinteilung der Klassen im Jahr 1999. Ich kann mich nicht über einen Aufschrei damals entsinnen, aber vielleicht habe ich das einfach nur nicht mitbekommen.

Hier also die Frage: wer weiss mehr? Was habe ich verpasst?

Fakt ist übrigens, dass bei den Feuerwehren größte Unsicherheit herrscht, es kursieren Gerüchte, die ich auch noch nicht belegen konnte. Darunter:

  • Senkung der Gewichtsklasse C1 auf 6,5 Tonnen
  • Einführung einer zusatzprüfung / Ausbildung für gewerbliche Fahrten mit Fahrzeuge der Klasse C (also alle, inkl. Feuerwehr)

Kann das jemand widerlegen / belegen?

Kommentare

13 Kommentare zu “Kommentar: Führerscheinproblematik: Woher kommt sie?” (davon )

  1. @fwnetz am 6. Dezember 2008 17:24

    Kommentar zur Führerscheinproblematik http://tinyurl.com/5s9zn4

  2. Kenny112 am 6. Dezember 2008 17:36

    Hallo,

    Um den einen der beiden punkte die Unsicherheit bei den Feuerwehren auszuschließen hilft ein blick in das „Gesetz über die Grundqualifikation und Weiterbildung der Fahrer bestimmter Kraftfahrzeuge für den Güterkraft- und Personenverkehr“ kurz „BKrFQG“ dort §1 Abs. 2 siehe hier:
    http://bundesrecht.juris.de/bkrfqg/__1.html

    kameradschaftliche Grüße
    Dominic

  3. Kenny112 am 6. Dezember 2008 17:38

    Hallo,
    Um den einen der beiden punkte die Unsicherheit bei den Feuerwehren auslösen auszuschließen hilft ein blick in das “Gesetz über die Grundqualifikation und Weiterbildung der Fahrer bestimmter Kraftfahrzeuge für den Güterkraft- und Personenverkehr” kurz “BKrFQG” dort §1 Abs. 2 siehe hier:
    http://bundesrecht.juris.de/bkrfqg/__1.html
    kameradschaftliche Grüße
    Dominic

  4. Fabian Funk am 6. Dezember 2008 18:18

    @Irakli
    Feuerwehrs ist m.E. nicht gewerblich im Sinne des Gesetzes, damit fällt die Zusatzprüfung weg siehe auch den Post von Dominic.

    Die plötzliche Hektik lässt sich nicht allein auf die Problematik Führerschein zurückführen sondern schlichtweg auf das System Feuerwehr an sich. Der durchschnittliche Kommandant in Deutschland ist mit der Planung von Projekten seines „Faches“ schon derart belastet dass er sich nicht auch noch um Querverästelte Themen kümmern kann oder will.

    Die Verbände haben sich bislang auch weniger durch kompetente Hilfestellung hervorgetan als man das vielleicht erwartet hätte.

    Die Gemeinde hält sich in aller Regel aus der Sache Feuerwehr raus (typische heilige Kuh) und hat so ebenfalls einen sehr geringen Einblick in die Problematiken.

    Das sind die Grundprobleme und die sind m.E. hausgemacht.

  5. Hufi-112 am 6. Dezember 2008 18:34

    Der Deutsche Bundestag möge beschließen, dass für die Feuerwehren der Bundesrepublik Deutschland ggf. eine Sonderregelung (Feuerwehr Führerschein) zum Führen von Einsatzfahrzeugen eingerichtet wird. Alternativ, oder im Zusammenhang mit einem Feuerwehr Führerschein, sollten die Gesetze und Regelungen geändert und Voraussetzungen zur Förderung der Erlangung eines erforderlichen Führerscheins, sowie die Förderung regelmäßiger Fahrsicherheitstrainings für die Freiwilligen Feuerwehren geschaffen werden

    Zeichnet bitte alle mit, denn nur so können wir etwas erreichen, DANKE !!!
    Sonderregelung für Einsatzfahrzeuge Petition des dt. Bundestages

  6. Fabian Funk am 6. Dezember 2008 18:42

    Dem zweiten Absatz kann ich mich vorbehaltlos anschließen, etwaige Sonderregelungen kommen für mich aber nicht in Betracht. Wieso sollten Lenker (gerade!) von Feuerwehrfahrzeugen mit dem üblichen B-Schein Ausnahmen erhalten? Das Führen eines Fahrzeuges birgt per se schon eine solch enorme Gefahr dass der Gesetzgeber in Deutschland beispielsweise eine Haftpflichtversicherung vorschreibt. Das führen eines Fahrzeugs unter Einsatz von Sonderrechten und dann noch ggf. in einer Gewichtsklasse weit ab vom erlernten ist mehr als Hirnrissig.

  7. maos am 6. Dezember 2008 20:02

    „Das Führen eines Fahrzeuges birgt per se schon eine solch enorme Gefahr dass der Gesetzgeber in Deutschland beispielsweise eine Haftpflichtversicherung vorschreibt. Das führen eines Fahrzeugs unter Einsatz von Sonderrechten und dann noch ggf. in einer Gewichtsklasse weit ab vom erlernten ist mehr als Hirnrissig.“

    Das bringst du sehr gut auf den Punkt. Und damit sieht man das Dilemma. Der Nutzen einer Erhöhung der Grenze für die Klasse B bringt genau so viele Nachteile wie Vorteile.
    Im meiner Wehr wird es seit 2 Jahren wie folgt geregelt: Ein FA wird von der Stadt für seinen Führerschein Klasse C oder CE mit der Hälfte der Kosten, aber max. 1000EUR unterstützt. Wenn der FA die Wehr innerhalb von 10 Jahren verlässt, so muss er anteilig pro Jahr 100EUR zurückzahlen.
    Wie ich finde, eine gute Lösung. Allerdings haben FA, die diesen Führerschein auch beruflich verwenden eine Vorteil gegenüber denjenigen, die ihn nur für die FW gemacht haben. Damit zur nächsten Frage:
    Gibt es überhaupt eine perfekte Lösung?

  8. Sebastian Rak am 6. Dezember 2008 20:38

    Hallo,

    seid mir nicht böse, aber m.E. liegt das Problem doch bei einigen „doofen“ Feuerwehrleuten. Wer würde bei einer BF auf Idee kommen seinen Führerschein selber zu zahlen? Die Feuerwehr ist Aufgabe der Kommune und v.a. auch deren Finanzierung. Grundsätzlich sollte ein Brandschutzbedarfsplan auch die x-fache Stärke der erforderlichen Funktionen festlegen. Hat eine Wehr also drei Fahrzeuge und es ist eine dreifache Besetzung vorgesehen, so bezahlt die Kommune neun Führerscheine basta. Ist dies nicht der Fall ist der Brandschutz nicht gewährleistet. Basta…
    Ich bin in meiner Wehr sehr engagiert, aber ich wäre nie auf die Idee gekommen meinen FS Kl. C selbst zu zahlen.

    Wie zum Teil auch meine Vorredner schrieben, bringt eine Initiative für „Feuerwehr-Führerscheine“ bis 4,25 t. Für die meisten Typen der Fw-Fahrzeuge bringt diese Initiative überhaupt nichts, weil diese in der Regel doch über 7,5 t zGM liegen. Wie anhand der KTW des BUND anschaulich geschildert, wäre ein Sonderführerschein im Bereich des RD deutlich interessanter, jedoch für Modulkoffer-RTW auch schon längst nicht mehr ausreichend. Wir, hier in B, liegen bei der neusten Generation auch schon bei 5 t.

  9. maos am 6. Dezember 2008 21:20

    Wie bringst du das Leuten bei, die den FS auch beruflich brauchen?
    Ich sag ja, dass es ein absolut problematischer Sachverhalt ist…

  10. Sven am 7. Dezember 2008 00:53

    Das mit dem Zufinanzieren aus der privaten Tasche faellt imho flach sobald sich das „BKrFQG“ (siehe oben) rumgesprochen hat. Dann ist erstmal nur noch sehr eingeschraenkt was mit der privaten Nutzung (mal eben dem befreundeten Spediteur o.ae. aushelfen…).

    Aehnliche Problematik sind ja schon die digitalen Fahrtenschreiber (bzw. die Anschaffung der Chipkarte und dafuer den EU-Fuehrerschein und damit die verpflichtenden Gesundheitschecks als 5 Jahre).

    Ansonsten sehe ich das wie Sebastian Rak: Die Gemeinde hat fuer die Ausbildung zu sorgen und da gehoert auch die Fahrerlaubniss dazu. 

  11. Sven am 7. Dezember 2008 01:01

    Zur aktuellen Panik:
    Das Problem ist doch immer keins bis es vor der Tuer steht… 
    Langsam wird es halt knapp mit Fahrern.
    Immerhin wurde nur knapp 10 Jahre geschlafen :-/

  12. Loeschmeier am 7. Dezember 2008 12:00

    Ich versteh nicht, was daran schlecht sein soll, wenn ein Maschinist seinen Schein dann auch beruflich nutzt. Der hat dann wenigstens ECHTE Fahrpraxis.
    Meine Erfahrung: Die besten Maschinisten sind die, die auch beruflich fahren / gefahren sind. Warum soll ich das verhindern?

  13. Sven am 7. Dezember 2008 22:58

    Der Maschinist wirds einfach nciht mehr duerfen wenn er nicht (bei spaeterem Faherlaubnisserwerb) die entsprechende Zusatzausbildung macht (Berufskraftfahrer) oder (als Altfall, jetzt schon Fahrerlaubnissinhaber) in den naechsten 5 Jahren eine Weiterbildung besucht. 
    Die Weiterbildungen sind fuer alle Fahrerlabnissinhaber die diese gewerblich Nutzen wollen verpflichtend.

    Das ist eine Neuregelung die unabhaengig von der Feuerwehr gilt um die Kraftfahrer zu qualifizieren…
    …und ohne ist halt nichts mit gewerblicher Nutzung.

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