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(iw) „Führung“ ist ein recht weitläufiger Begriff, mit Unmengen an Literatur. Alleine im Bereich der Wirtschaft gibt es zigst Bücher, mitunter in den interessantesten Ausprägungen (schon mal was von Fish! gehört?). Bei der Feuerwehr sieht’s eher mau aus. Unsere FwDV100 sagt zwar einiges über Abläufe oder Führungssysteme aus, jedoch (fast) nichts darüber wie zu führen ist. Wenn alle gleich wären, wär’s ja egal von wem man Befehle entgegennimmt. Ist aber nicht so: kein Geheimnis.

Gute Führung ist teils angelernt, teils intuitiv. Zwei gleich qualifizierte Führungskräfte werden zwangsläufig zwei verschiedene Arten der Führung an den Tag legen. Der eine ist vielleicht eher Typ Bürokrat, der andere Typ Macher. Bei der (freiwilligen) Feuerwehr kommt jedoch eine ganz besondere Komponente hinzu: die Führungskräfte kommen aus den eigenen Reihen, sind oft gewählt. Woanders bekommen man sie vorgesetzt, muss damit zurecht kommen – oder nicht.

Ich denke, eine gute Führungskraft kommt dann besonders zum Tragen, wenn man in Stresssituationen kommt. Einsätze, besonders solche mit Menschenrettung sind solche – hier werden Karrieren gemacht oder gefestigt, andere gebrochen (oder so). Weil das nun mal ein interessantes Thema ist, lohnt der Blick dorthin, wo der Stress besonders extrem ist: in der Kriegsführung.

Vielleicht hat ja der eine oder andere die Miniserie Band of Brothers gesehen, die eine Einheit der US-Army quer bei der WK2-Offensive quer durch Westeuropa folgt. Führer dieser Einheit ist Richard Winters, der besonders kühne Aktionen ausführt, eben aber auch viele Untergebene verliert. Ich kann jedem alleine aus diesem Aspekt heraus empfehlen, die Serie zu gucken – hier sieht man gut, was einen besonders guten Führer ausmacht.

Ebenso empfehlenswert der Blickt auf Historynet: Interview mit Dick Winters, auch zum Thema Führung (Leadership). So sind extrem interessante Aussagen dabei, besonders auf Seite 5. Hier erklärt er, warum seine Männer bereit waren, ihm in die größte Gefahr zu folgen:

The qualities you are looking for in a leader include: Does the individual have the respect of the men?(…)You have to know your men. You have to gain their confidence. And the way to gain the confidence of anybody, whether it’s in war or civilian life or whatever, you must be honest.(…) It’s a matter of adjusting to the individual, and you do this every day. You don’t have just one way of treating people; you adjust yourself to who you are talking to.(…) If you have character, that means the guy you are dealing with can trust you.(…) You get it done by making a decision quick, getting to it and getting the thing done.

Kurz: Ein Führer braucht den Respekt seiner Mannschaft. Man muss jeden einzelnen kennen und auf ihn eingehen können. Ehrlich sein. Mit der richtigen Einstellung hat man auch das Vertrauen der anderen. Schnell entscheiden und bei der Entscheidung bleiben.

Der große „Böse“ in der Serie ist Herbert Sobel, der erste Kommandeur von Easy Company. Er lässt die Männer hart trainieren, wird aber durch Meuterei abgesetzt. Warum?

He had driven the men to the point of mutiny, and, more important, he had lost their respect. If he had been in command, more men would have died in battle.

Hier vielleicht die wichtigste Aussage, gültig überall – nicht nur im Krieg oder im Unternehmen, bei der Feuerwehr oder sonstwo: Respekt ist die Grundlage des Führens. Verliert man den Respekt, ist man keine Führungskraft mehr. Respekt bedeutet, dass ich mit Kumpeln / Freunden einen schönen Abend im Stüberl auf der Wache verbringen kann, bedeutet aber auch, dass ich mich ohne wenn und aber im Einsatz „unterordnen“ kann, oder umgekehrt – wie es sich halt ergibt. Ist der Respekt futsch, wird es ganz schwierig.

Kommentare

7 Kommentare zu “Führung: Auf den Respekt kommt es an” (davon )

  1. Martin Allenbach am 29. Dezember 2008 17:54

    Genau so ist es! Sehr treffend formuliert finde ich besonders den letzten Abschnitt. Ich habe schon verschiedenste Beispiele erlebt und zwar so und anders.

  2. diggler am 5. Januar 2009 16:11

    Respekt muss man sich erst verdienen, den bekommt man nicht einfach geschenkt. Ich denke daran hackt es in den meisten Faellen wohl am meisten.

  3. Lukas Hallmann am 6. Januar 2009 10:47

    Gerade der Sprung von der Mannschaftsebene auf die Führungsebene ist besonders schwer. Da muss man sich wirklich Respekt verdienen oder doch eher schaffen?

  4. Cimolino am 6. Januar 2009 17:58

    Hallo,

    und weil das so ist, wie Du oben geschrieben hast:
    „Unsere FwDV100 sagt zwar einiges über Abläufe oder Führungssysteme aus, jedoch (fast) nichts darüber wie zu führen ist.“
    für die anderen FwDV etc. natürlich auch gilt und sonst jede Menge Theorie auf der Reihe ist, hab ich vor Jahren für mich das hier entdeckt
    http://www.amazon.com/Fire-Command-Alan-V-Brunacini/dp/0877655006 (Der Anfang des US-Incident-Command-Systems stammt m.W. schon aus den 70igern und auch von ihm.)
    Das haben wir dann von der Idee her ins Deutsche übertragen, um die offenen Fragen möglichst zu klären:
    http://www.einsatzpraxis.org/de/home/buecher/einsatz-_und_abschnittsleitung.html

    Solltest Du mal lesen… ;-)

    Grüße
    UC

  5. Irakli West am 6. Januar 2009 20:15

    @UC kannte ich nicht – a) derzeit vergriffen (gratuliere, ausser das war eine mini-Auflage :) und b) deckt das „nur“ das Führen im Einsatz wenn ich das richtig verstehe.

    Führen im Einsatz ist sicher der Teil vom Eisberg, der über Wasser schwimmt, alternativ „Königsdisziplin“.

    Als Führungskraft bei einer BF ist „Führen“ bei Dir nichts anderes als in jeder Firma auch, und bei der FF imho ungleich komplexer. Ich kann da nicht einfach ein Arbeitsverhältnis auflösen bzw. mich versetzen lassen. Soll ganz und gar nicht abwertend sein, ist halt anders zu bewerten als FF.

    Lese ich gerne wenn es wieder verfügbar ist.

  6. Der Lars am 6. Januar 2009 21:20

    Du kannst dir as Buch auch kostenlos über die Fernausleihe des BBK zu Gemüte führen.

  7. Krisenmanagement: Ein Beispiel : FWnetz – Feuerwehr im Netz am 24. Juli 2009 12:54

    […] Thema “Führung”: nur wer Fehler zugibt, oder diplomatisch-clever genug ist, wird den Respekt bekommen, den er verdient. Ein Hoch auf gute Marken, ob Unternehmen oder Personen. Kategorie: […]

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