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(sc). Es brennt und die Feuerwehr kommt mit dem Löschen kaum noch nach. Gemeint ist weniger ein physikalischer Verbrennungsvorgang mit dem Transport von thermischer Energie über eine Systemgrenze hinweg, bei gleichzeitiger Freisetzung einer gasigen Substanz, sondern Brand und Feuerwehr sind als Metapher für die gegenwärtige wirtschaftliche und finanzielle Situation zu verstehen. Doch so ganz daneben liegt die Metapher nicht, denn auch die Feuerwehr hat (und wird) unter den veränderten wirtschaftlichen Rahmenbedingungen Federn lassen müssen.

Während hierzulande über die Effekte noch diskutiert wird und allerorten die Angst vor stornierten Fahrzeugbeschaffungen die Runde macht, ist der Problemkomplex Feuerwehr und Wirtschaftskrise über dem großen Teich schon etwas weiter fortgeschritten, wenn man den Berichten bei thehousewatch.com und firgeezer.com glauben darf. thehousewatch.com berichtet über die ersten Fahrzeug– und Wachstilllegungen infolge mangelnder Finanzierungsmöglichkeiten durch den jeweiligen Träger. Auch der Firegeezer schreibt, dass Gemeinden zunehmend Probleme haben über Anleihen neue Feuerwehrfahrzeuge zu kaufen, obwohl der Zeitpunkt gerade günstig – im doppelten Sinne – sei.

Sicherlich lässt sich die Situation der amerikanischen Feuerwehren nicht auf das deutsche Feuerwehr(finanzierungs)system übertragen, aber spätestens dann, wenn die ersten Haushaltssperren verhängt, Budgets pauschal um zweilstellige Prozentbeträge gekürzt und geplante (notwendige) Anschaffungen und Personaleinstellungen verschoben oder gestrichen werden, wird die Wirtschafts- und Finanzkrise auch die  deutsche, (ehemalige) heilige Kuh Feuerwehr erreicht haben.

Kommentare

11 Kommentare zu “USA: Die Not ruft” (davon )

  1. Sebastian Busch am 8. Januar 2009 10:12

    Sehr schön geschrieben!

  2. JohnnyKnoxville am 8. Januar 2009 11:31

    Ehemalig? Die Feuerwehren sind immer noch die heilige Kuh schlechthin. Zumindest kommt mir das so in Bayern vor.
    „Lieber noch ein LF bestellen, sonst fehlen mir am Ende noch die 200 Stimmen…“

  3. Der Lars am 8. Januar 2009 12:20

    “Lieber noch ein LF bestellen, sonst fehlen mir am Ende noch die 200 Stimmen…”

    „Lieber noch ein schönes, großes, schweres, teures WUNSCH-HLF bestellen, sondt fehlen mir am Ende noch die 20 Stimmen….“

    :-/

  4. JohnnyKnoxville am 8. Januar 2009 12:43

    Richtig.

  5. Stefan Cimander am 8. Januar 2009 12:56

    Ich weiß nicht, wie das andernorts ist, aber ich habe in meinen 11 Jahren aktiven Feuerwehrdienst eher die Erfahrung gemacht, dass die Feuerwehr eher Klotz am Bein der Gemeinde als heilige Kuh ist! Die heilige Kuh Feuerwehr kenne ich selbst nur aus Erzählungen. 

    Das mit dem Wunsch-Super-truper- mega-xxxl-HLF 20/24/12/50-xyz liegt m.E. weniger an den Wählerstimmen, sondern daran, dass die Feuerwehren ihren Gemeinden Wünsche vorsetzen, die auf Seiten der Gemeinde aber mangels Fachwissen nicht auf ihre Richtigkeit hin eruiert werden können!

  6. Der Lars am 8. Januar 2009 13:12

    Wir haben in unserer Region einen Wehrleiter einer verbandsgemeinde der im VG Rat Beisitzer – und auch im Feuerwehrausschuss tätig ist. Da bekommen dann auch mal 3000 Einwohner Orte ein HLF 20/16 nach Wunsch.

    Ein guter Freund von mir ist in der dortigen Feuerwehr und auf die Frage wie die Jungs dort denn an das HLF gekommen sind (die Förderrichtlinien hätten maximal ein HLF 10/10 RLP ergeben) kam als Antwort: „Die haben da was gedreht.“

    Unser Bürgermeister ist übrigends auch sehr FW freundlich eingestellt, hat aber keine Ahnung von der Materie, trotzdem wird viel genehmigt was so nicht sein müsste. Es ist also nicht unbedingt falsches oder fehlendes Wissen, sondern einfach schlicht und ergreifend einfache Politik die nur richtig eingesetzt werden muss!

  7. ozinder am 8. Januar 2009 15:30

    Natürlich ist das so, nach wie vor. Ist doch auch nachvollziehbar: Die Feuerwehr ist vielerorts der aktivste Verein des Ortes, der früher mal eine selbstständige Gemeinde war. Außerdem ist er eine gemeindliche/Städtische Einrichtung, also auch ein Meßinstrument für die „Wertschätzung“ die der Ort bei Stadt/Gemeinderat, Bürgermeister etc. hat.

    Und natürlich sind die Entscheidungsträger in regelmäßigen Abständen von der Bevölkerung neu zu wählen. Und die Außenorte mit funktionierendem Dorfleben bringen natürlich auch „ihre“ Gemeinde/Stadträte wieder in Amt und Würden.

    Alles vollkommen normal. Wenn dann auch noch die besonderen (überörtlichen) Führungsdienstgrade mitspielen und fachlichen Unsinn genehmigen ( „Ist doch eine prima Sache, wenn die Gemeinde/Stadt so ein tolles Auto kauft“) fehlt das Geld halt dann vielleicht für sinnvollere Anschaffungen.

  8. Der Lars am 8. Januar 2009 17:41

    Was mich auch noch interressieren würde: Wieviel Geld z.B. durch entsprechende ausschreibungen verbraten wird. Weiß Uli was dazu?

    TSF-W auf MAN TGL, HLF 30/30-5, ELW 1,7, etc. pp.

  9. diggler am 9. Januar 2009 05:02

    Zurueck zu den US of A. Habe euch mal diesen Artikel herausgesucht der recht eindrucksvoll zeigt, wie in einigen Staedten, noch vor der Weltwirtschaftskriese, alles den Bach runtergeht.

    http://www.detnews.com/apps/pbcs.dll/article?AID=/20080422/METRO/804220377

    Am Ende des Videos wir Firefighter Walter Harris interviewed. Leider gabt dieser sein Leben waerend eines Feuers in einem, im vorher beschriebenen Artikel, lehrstehenden Gebaeuden.

    http://firefighterclosecalls.com/fullstory.php?75136

    und hier:
    http://www.detnews.com/apps/pbcs.dll/article?AID=/20081115/METRO/811150432

  10. Stefan Cimander am 12. Januar 2009 14:32

    http://www.firegeezer.com/2009/01/12/historic-firehouse-closes/ die nächste Fire Station aus Finanzgründen geschlossen. ERgo, geht das Geld aus, wird zuerst an der Sicherheit und sozialen Grundleistungen (zu denen man die Sicherheitsvorsorge rechnen kann) gespart.

  11. diggler am 12. Januar 2009 16:16

    Der Grund weil Menschen sich in Staedten und Gemeinden zusammen getan haben, war die gewaehrleistung von Sicherheit (Polizei, Feuerwehr, Starssendienste usw.) und gesicherte Versorgung (Strassen, Wasser, Abwasser usw.). Die Hauptaufgabe einer solchen Gemeindefuehrung sollte zuerst die Sicherheit und Versorgung ihrer Buerger sein. Leider vergessen viele City Manager das heutzutage.

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