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(sc). Für Feuerwehrleute im Innenangriff stellen verschlossene Haus- und Wohnungstüren, gerade bei Menschenrettung ein Problem dar, das zur Verzögerung von Rettungsmaßnahmen führt. Aber auch die Bewohner brennender und verrauchter Gebäude stellen sich mit verschlossenen Türen im wahrsten Sinne des Wortes eine Feuer- oder Rauchfalle. Einer Meldung zufolge, die dpa heute publizierte, widerspreche das Abschließen der Haustüre der Brandschutzverordnung.

Eine Verpflichtung zum abendlichen Abschließen der Haustür widerspricht der Brandschutzverordnung. Im Notfall könnten dadurch die Bewohner ein- und die Rettungskräfte ausgesperrt werden, warnt der Immobilienverband IVD West in Köln.

Allerdings seien das Amtsgericht Frankfurt (Aktenzeichen: 33 C 1726/04 – 13) und das Landgericht Göttingen (Aktenzeichen: 5 S 15/85) zu widersprüchlichen Urteilen gekommen, ob die Sicherheit der Hausbewohner oder das Freihalten des Rettungswegs höher zu bewerten sei. [Rundschau Online]

Der Verband weist deshalb daraufhin …

eine solche Regelung nicht in die Hausordnung zu schreiben.

Ausnahme: wenn es neben der Haustür eine andere Fluchtmöglichkeit gibt, etwa über eine Hof- oder Gartentür. Oder wenn die Haustür mit einem Panikschloss versehen ist.

Denn eine feste Schließregel widerspricht dem so genannten vorsorglichen Brandschutz, wie er in den Landesbauordnungen festgeschrieben ist. Dieser sieht vor, dass bei Brand oder anderen Panikausbrüchen zum einen die Bewohner schnell aus ihrem Gebäude kommen sowie dass andererseits Rettungskräfte problemlos ins Haus gelangen. „Eine Hausordnung, die festlegt, die Haustür zwischen 22 und sechs Uhr morgens abzuschließen, untergräbt hingegen diese Brandschutzvorsorge,“ unterstreicht Dr. Hans Reinold Horst, der als Rechtsanwalt in Hannover und Solingen tätig ist.

Abhilfe kann ein Panikschloss beziehungsweise ein Notfallkasten im Hausflur schaffen. Bei einem Panikschloss genügt ein leichter Schlag mit der Hand auf die Türklinke, um das Schloss zu entriegeln und die Tür zu öffnen. Diese Funktion ist an der Innenseite der Haustür angebracht; der nachträgliche Einbau eines solchen Schlosses kostet 150 bis 200 Euro (inklusive Arbeitszeit). Auf der Außenseite der Tür ist ein üblicher Knauf installiert.

Alternativ kann im Flur in der Nähe der Haustür ein Notfallkasten angebracht werden, in dem ein Haustürschlüssel hinterlegt ist. Dieser muss gut sichtbar und mit einer Notbeleuchtung versehen sein. Wenn es beispielsweise zu einem Wohnungsbrand kommt, dann müssen die Bewohner und Gäste diesen Schlüssel rasch finden, um damit die Haustür öffnen zu können.

Diese beiden Vorsichtsmaßnahmen verbessern jedoch lediglich die Flucht nach draußen. Für Rettungskräfte bleibt es unverändert schwierig, ins Gebäude zu gelangen. [IVD]

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