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(sc). Pflichtfeuerwehr hier, Zwangsfusionen dort und anderswo finanziell bedingte Wehrauflösungen. Fehlende Mitglieder, Demografie und Disharmonien zwischen Beruf, Familie und Feuerwehr … . Die Liste der „Probleme“ des Modells* „Freiwillige Feuerwehr“ ließe sich sicherlich noch erweitern. Ich möchte mit dem Hinweis auf mehrere Zeitungsartikel aber zeigen, dass Feuerwehrdeutschland – zumindest was die Idee „FF“ betrifft – kein Monolith ist.

Malchow, Burg, Sylt, Spitzingsee, Nichel und Pietzpuhl stehen für die Einrichtung von (vorübergehenden) Pflichtfeuerwehren. Dass es aber auch andersherum geht, dass nämlich die Feuerwehr eine Warteliste hat, zeigt die Feuerwehr Ilmenau (Thüringen):

Doch in diesen Tagen reibt sich der Ilmenauer Stadtbrandmeister verwundert die Augen: Dass schon Wartelisten für die Feuerwehr angefertigt werden müssen, hat Gille noch nicht erlebt. Nicht zuletzt durch Studenten der Technischen Universität steht Ilmenaus Wehr personell glänzend da. [Thüringer Allgemeine]

Sicherlich lässt sich Ilmenau nicht auf jede Stadt übertragen, aber dieses Beispiel zeigt, dass es sich durchaus lohnen könnte gezielt an Fachhochschulen oder Universitäten, die in der Nähe von Feuerwehrhäusern sind ,um Nachwuchs/Verstärkung zu werben. Einerseits gibt es sicherlich viele ausgebildete FA, die, aus welchem Grund auch immer, den Weg nicht zur Studienort-Feuerwehr gefunden haben, andererseits denke ich, dass sich auch die Neuausbildung rechnet. Legt man eine Ausbildungszeit von zwei Jahren und eine durchschnittliche Verweildauer von 4 bis 5 Jahren am Studienort zu Grunde, würde ein ausgebildeter FA immerhin 2 Jahre zur Verfügung stehen. Zudem ergäbe sich die Option, durch das Engagement diesesn Studenten am Ort zu halten, oder aber eine andere Feuerwehr darf sich, nach dem Weggang des Studenten, über Verstärkung freuen, wenn dieser ausgebildeter FA an seinem neuen Wohn-/Arbeitsort in die Feuerwehr eintritt. Sicherlich lässt sich hier keine eins-zu-eins-Rechnung aufmachen, aber die Freiwilligen Feuerwehren müssen ihr Inseldenken aufgeben und versuchen global zu denken (und zu agieren). Diese sponatnen Zeilen  mal so als Denkanstoß!

* Warum schreibe ich hier „Modell Freiwillige Feuerwehr“. Ich denke, dass die Idee, die hinter der Einrichtung einer FF steht (stand) aus einer Zeit stammt, in der dieses System einst funktionierte. Die Bedingungen haben sich aber derart geändert – siehe meinen einleitenden Satz -, dass dieses „Modell“ zu einem Auslaufmodell geworden ist. Dummerweise ohne richtige (oder mehrheitsfähige) Alternative. Aber das ist eine andere Geschichte. :-)

Kommentare

3 Kommentare zu “Des einen Leid, des anderen Freud‘” (davon )

  1. Der Lars am 19. Februar 2009 12:56

    Deinen Denkanstoß predigen einige schon seit fast zwei Jahrzehnten – leider ohne nennenswerte Erfolge.

  2. cma am 19. Februar 2009 18:14

    hatte erst auch überlegt ob ich zur Feuerwehr meines Studienorts gehe, als „fertiger“ Feuerwehrmann mit TF und AGT auch ohne weitere Ausbildung einsetzbar gewesen. Habe mich aber dann doch dagegen entschieden auch weil man nicht wirklich viele Infos über die Wehr gefunden hat und Werbung an der FH gab es auch nicht.

  3. Robert Sims am 19. Februar 2009 18:22

    Ich bin an meinem Studienort zur FF gegangen und fühl mich mittlerweile voll integriert.

    Bei der FF Darmstadt-Innenstadt werden zur Zeit übrigens auch keine Mitglieder angenommen wie ein Kollegen von mir berichtet!

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