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(iw) Handwerk war leider nie mein Ding, und deshalb die Frage in die Runde, ob es unter uns Zimmerleute gibt, die einen Aufschluss über die unterschiedlichen Dachkonstruktionen in diesem Video abgeben können? Das eine dürften Nagelplattenbinder sein, aber das zweite?

Wie auch immer, eines kracht nach fünf, das andere erst nach 20 Minuten zusammen.

Interessant insbesondere, wie schnell das Ganze zusammenfällt. Keine Chance zu entkommen!

Wen’s interessiert: hier hatte ich mal Fotomaterial zu Nagelplatten zur freien Verfügung eingestellt.

Kommentare

15 Kommentare zu “(Video) Brenntest: Dachkonstruktionen” (davon )

  1. ozinder am 24. Februar 2009 16:20

    Auf dieser Seite wird der Unterschied erläutert. Geht wohl prinzipiell um den Unterschied zwschen herkömmlichen Sparrendach und vorgefertigen Binderelementen mit niederigerem Holzquerschnitt. Dürfte daher auch unser Nagelplatten-Problem betreffen.

  2. Hubi am 24. Februar 2009 17:03

    Also wenn ich micht nicht irre wird doch jeder Aldi und Lidel so aufgebaut oder täuscht das?

  3. Philipp am 24. Februar 2009 17:45

    Jein.
    Aldi, Lidl und Co werden aus Stahl-Elementen zusammengebaut. Formgebung, Aussehen usw ist zwar (fast) identisch zur Holz-Version, allerdings ist das Material anders. Problem da ist dann das Versagen des Binders/Trägers nach einer längeren (!) Beaufschlagung durch eine Flamme. Also ab 300°C aufwärts über einige Zeit verliert halt der Träger einen Teil seiner Tragkraft und gibt dann nach.

    Bei den Holzhäusern die ich gesehen habe bzw. gerechnet habe, würde ich mir da jetzt keine Sorgen machen. Auch die Häuser von früher (Fachwerk usw.) wurden ja eher von den Sicherheiten hinsichtlich Holzdicken überdimensioniert, da damals ja nur Pi mal Daumen geschätzt wurde.

  4. maos am 24. Februar 2009 19:15

    @ozinder
    Das sind eher in Amerika gebräuchliche Konstruktionen.

    In Dt. gibt es zwei Hauptarten: Sparrendach und Pfettendach. Von diesen beiden Konstruktionen gibt es noch etliche Sonder- bzw. Mischformen.
    Das erste ist definitiv ein Nagelplattenbinder. Das zweite ist meiner Meinung nach so eine Mischform. Eigentlich ist es als Sparrendach ausgeführt, jedoch passt der mittlere Pfosten nicht rein.
    Am besten hält m. M. nach ein modernes Pfettendach. Nach dem Winter 2005 wurden die Schneelasten ja erhöht, darum sind die Pfetten sehr groß dimensioniert. Und aufgrund der Energieeinsparverordnung sind auch die Sparren in der Höhe gut dimensioniert.

    Hier noch was zu Nagelplattenbinder. Wie auch bei den Bildern von Irakli sind hier die Schachstellen sehr gut zu sehen.

  5. Florian am 24. Februar 2009 19:16

    @Philipp: Die Discounter werden nicht aus Stahlelementen gebaut. Das ist alles Holz, die Elemente werden aus Holz in Werkhallen vorgefertigt(in Transportgröße) und dann auf der Baustelle Endgefertigt. Die Knotenpunkte werden mit den Nagelplatten verbunden, welche dann auch den Schwachpunkt darstellen. Mir sind keine Dachkonstruktionen aus Stahl bekannt, das ist in diesem Fall viel zu teuer und unwirtschaftlich. Die wirtschaftlichkeit ist ja einer der Hauptgründe, weshalb die Discounter ihr Tragwerk aus sehr schlanken Holzkonstruktionen herstellen.

    Einzig die Dach- und Fassadeneindeckung wird dann mit Zinkblech hergestellt.

    @Irakli: Bei der ersten Konstruktion ist die klassische Nagelplattenkonstruktion vorhanden, wie sie auch hier in Deutschland seit längerem diskutiert wird. Hier versagt das komplette Tragwerk in Form einer Kettenreaktion, wenn ein Element nachgibt.

    Die zweite Konstruktion würde ich als klassisches Sparrendach deuten. Hier stützen sich die Sparren die gegeneinander liegen gegeneinander ab. Wenn einer der Sparren versagt, dann stürzen höchsten zwei Sparren zusammen. Da bei dieser Konstruktion klassisches Bauholz in größeren Querschnitten verwendung findet, versagt auch nicht die komplette Konstrukion, wenn ein Feld-Element versagt. Hier ist einfach eine größere Sicherheit vorhanden, wenn dies statisch auch nicht notwendig wäre, es ist aber wirtschaftlich die Standard-Querschnitte zu verwenden. Dies ist hier in Deutschland bei den meisten Wohnhäusern vorhanden.

  6. diggler am 24. Februar 2009 19:39

    Hier werden mittlerweile 99% der Haeuser mit Nagelplatten gebaut! Das bereitet natuerlich Schwierigkeiten wenn wird Vertikale Belueftung durchfuehren wollen. Ein anderes und warscheinlich noch groesseres Problem sind sogenannte „engineered floor trusses“. Diese sind sehr stabil und  billig. Leider bestehen diese zu einem grossen Teil aus Kleber und im Falle eines Feuers verlieren diese innerhalb von ca. 10-15 Minuten jegliche Stabilitaet. Ich habe hier mal einen Link zu einem Video das zeigt, wie gefaehrlich solche Boeden fuer uns hier sein koennen. Besonders erschreckent ist hier, dass man nicht mal mit einer TIC die Gefahr erkennen kann.
    Hier noch ein Test fuer die klassische Bodenkonstruktion.

  7. Philipp am 24. Februar 2009 20:02

    Florian: M.W.n hatte ich das immer als Stahlbauwerke eingestuft. Hast du da ein paar Links dazu? Ich hab eben mal gegoogelt, aber nichts gefunden.

  8. maos am 24. Februar 2009 20:54

    @Philipp
    Ich kann dir da zwar auch keine „Beweise“ liefern, bin mir aber ganz sicher, dass nach dieser Bauweise gefertigt wird. Stahl wäre für diesen Zweck viel zu teuer. Nagelplattenbinder sind gerade für die Bauform der Discounter die billigste (ja billig, nicht günstig!) Konstruktion.

  9. Ackermann Jürgen am 24. Februar 2009 21:19

    Also hab vor paar Jahren eine Dachkonstruktion eines Edeka Marktes zusammenfallen gesehn und das geschah wenn mich noch richtig erinnern kann sehr schnell. Hier mal ein Link.

    Beim Aufbau des Marktes sah man sehr gut das beim Neubau wieder mit Nagelbinder gebaut wurde. Der ganze Aufbau geschah in ca. 2 Tagen. Elemente sind vorgefertigt gekommen und werden auf der Baustelle nur noch zusammen gefügt. Das einzigste was da aus Stahl ist sind die Nagelplatten.

    Hier mal ein Link zu Dachbinder ist auch eine Erklärung zu Nagelbinder drinnen.

  10. Der Lars am 25. Februar 2009 02:20

    @ Phillip: Sämtliche „typischen“ Discounter von Aldi, Lidl, Penny, Netto, Plus, Edeka, Norma, etc. Alles NP-Binder.

    Artikel FW-Bravo als PDF

    Gefunden mit: +Discounter +“NP-Binder“

    ;-)

  11. Hubi am 25. Februar 2009 09:19

    Intressant, schon zwei 3 gefahren punkte mehr im Ort

  12. ozinder am 25. Februar 2009 10:05

    @phillip: kann ich nur bestätigen, alle drei in den letzten 5 Jahren bei uns gebauten Discounter haben NP-Dachkonstruktionen.
    @digger: Bei uns hält sich die Verwendung im Privathausbau wohl auch deshalb in Grenzen, da wir Deutschen gerne den Dachboden zu Wohnraum ausbauen. Die Holzdecken sind aber natürlich schon der Hammer. Ich hoffe, dass bei uns die Bauordnung solchen Konstruktionen noch möglichst lange einen Riegel vorschiebt.

  13. hosejockey am 9. März 2010 19:18

    Also eines vorweg, Discounter-Dächer sind i.d.R aus Np-Bindern der Wirtschaftlichkeit wegen ( große Spannweite, geringer Holz-Querschnitt benötigt usw.) die Nagelplatten sind sogar nur aus Blech und hauchdünn, daher das schnelle versagen.
    Allerdings sind diese Dächer nicht nur in den Discountern anzutreffen! Auch Wohnhäuser können diese Aufweisen und es ist an einem Walm-Dach von außen nur schwer ersichtlich was sich unter der Dachhaut befindet.
    Allerdings gibts auch Altbauten die „Dachlatten“ als Tragwerk haben.
     
    von daher, Ufpasse!

  14. B.Tschirley am 9. März 2010 22:54

    Nagelplattenbinder sind auch immer öfters in Stallungen zu finden. Neuere Schweine- und Hühnerställe etc. sind inzwischen auch immer öfters in der Bauweise zu finden. Dazu dann ein Wellblechdach. Außer kontrolliert abbrennen lassen, ist da leider nicht viel möglich.

  15. Medevac71 am 10. März 2010 11:49
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