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(iw) Heute liegt die neue „Brandschutz“ im Briefkasten, ein Tag auf den ich mich immer freue. Und siehe da, das Editorial ist diesmal von Dipl.-Ing. Johannes Feyrer, Ltd. Branddirektor der Feuerwehr Köln. Betitelt ist der Text mit „Neues aus dem Web…

Es wäre gelogen zu sagen, ich hätte den Text nicht mit unglaublicher Spannung durchgelesen. Wer sich noch zurück erinnern kann, die Kolumne des DFV-Präsidenten Hans-Peter Kröger „Engagiert euch im richtigen Leben!“ (Download PDF) hatte für einigen Wirbel gesorgt. Was würde uns „einer von denen da oben“ diesmal erzählen?

Nun, so schlimm ist es unterm Strich nicht. Herr Feyrer sieht das Internet als Medium mit Vor- und Nachteilen, und zählt einige „Felder“ auf, beispielsweise Homepages, Newsletter, Öffentlichkeitsarbeit (auch negative, beispielsweise „Feierwehr“). Besonders positiv hervorzuheben ist das Thema „Ausbildung“, im Internet ist vieles zu finden – ob richtig oder falsch.

Schließlich geht es um Foren, und hier sieht Feyrer eher das Negative, und hat sich entschieden, „keine Zeit im Forum zu verbringen“.

Unterm Strich ist diese Meinung absolut in Ordnung, und jede Führungskraft muss ihre Prioritäten setzen. Lobenswert ist, dass das Internet bzw, die User nicht verdammt werden. Im Gegenteil, Feyrer erkennt, dass „Feuerwehrleute besonders eifrige Nutzer des Internets sind“.

Doch wie soll ich als Betreiber des FWnetz dieses Editorial bewerten? Eigentlich hätte ich mir hier eine Art Aufruf erwünscht, die Möglichkeiten, die das Internet bietet, beim Schopfe zu packen und eine langfristige Vision zu bieten.

Halten wir fest: es findet ein Strukturwandel statt, dieses wird jede Feuerwehr, jeder Verantwortliche bestätigen können. Die Leiter von Wehren – ob kleine, große, Freiwillige oder Berufsfeuerwehren müssen sich damit beschäftigen, wo sie in 10, 20 Jahren stehen werden. Dann wird die Jugend von heute mitten im Berufsleben stehen.

Dieser Strukturwandel ist vielfältig. Es geht nicht nur um den Rückgang von Geburten oder die Abwanderung aus ganzen Gebieten, sondern auch um ein ganz fundamentales Prinzip: die digital natives kommen, also diejenigen, die mit Social Networks, MP3-Playern, Torrents und Fragging aufgewachsen sind.

Es findet, ob wir das wollen oder nicht, eine immer stärker werdende Vernetzung statt, die nicht ganz unkomplex, dafür aber fast schon natürlich ist, die Technologie folgt dem menschlichen Wesen. Zudem bewegen wir uns verstärkt in Richtung Realtime: E-Mails und Websites waren früher. SMS haben uns einen kleinen Ausblick auf die Zukunft ermöglicht. In ein Paar Jahren werden Smartphones, dessen Vorläufer, das iPhone, bekannt sein dürfte, allgegenwärtig sein. Mit diesen Geräten kann man konsumieren, kommunizieren und Inhalte generieren – in Echtzeit und ortsrelevant.

Ich erlaube mir, einfach weil es naheliegend ist, diesen einen, nicht ganz unwichtigen Aspekt des Strukturwandels aufzugreifen. Unternehmen, ob privatwirtschaftlich oder öffentlich, müssen zumindest die Entwicklung verstehen, mindestens um sich darin zurechtzufinden, besser jedoch, um sich einen Wettbewerbsvorteil zu verschaffen.

Zunächst gilt es, diese Veränderungen als Chance zu verstehen.

Doch leider hat unsere föderale Struktur uns in diesem Hinblick ein Bein gestellt: es gibt keine zentrale Kraft, die sich diese Vernetzung zu eigen machen kann. Es wäre wünschenswert, wenn Leitfiguren a la DFV oder AGBF oder der VFDB, beziehungsweise dessen Mitglieder, dieses erkennen und entsprechend handeln würden.

Wir haben – auf dem Papier – 1,3 Millionen aktive Feuerwehrleute in Deutschland, davon einige hunderttausend Jugendliche, also digital natives. Davon gibt es ganz, ganz viele, die das Wissen und den Weitblick haben, dass die oben vorgestellten Veränderungen schon längst laufen. Und egal, wie sehr man das ignoriert, oder wegsieht, diese Vernetzung findet doch schon längst statt.

Deshalb mein Aufruf an Herrn Feyrer und Kollegen: es freut mich, dass sie das Thema aufgreifen. Sehen Sie nicht weg, verstehen Sie die Chance, die sich Ihnen bietet: gerade über das Internet haben Sie die Möglichkeit, sich gestaltend, mit einem vernünftigen Dialog, in diese Netzwerke einzubringen, und Ihr Wissen richtig in die Breite zu tragen. Somit könnten Sie auch prophylaktisch gegen die unausweichlichen Probleme angehen, die uns bevorstehen.

Denn Ihre fachliche Meinungsführerschaft sprechen wir, „der Rest“, Ihnen ganz bestimmt nicht ab. Im Gegenteil: transportieren Sie diese ins Netz, die Feuerwehren und ihre Angehörigen wären Ihnen sehr dankbar!

Kommentare

3 Kommentare zu “Editorial Brandschutz 3/09: „Neues aus dem Web…“” (davon )

  1. Cimolino am 27. Februar 2009 18:31

    Hallo,

    (ich hab den BS noch nicht vorliegen, ich kenn die Diskussion um Verbände, Führungskräfte und Use-/Internet seit mindestens 15 Jahren…)

    Aktuell beteiligen sich „aktiv“ meiner Kenntnis nach _deutlich_ weniger als 100 Amtsträger oder Verbandsfunktionäre im Netz.
    „Passiv“ nutzen es nach meiner Einschätzung viel viel mehr.

    Ohne Internet stände die Feuerwehr in der Masse nicht da, wo sie heute ist – das ist für viele eine ungewünschte Entwicklung die oft zu schnell zu gehen scheint. Die Fw steht aber nicht allein auf der Welt – und wir werden in 10 – 20 Jahren sehen, was wir vor 10 Jahren hätten alles anders machen sollen.

    Insgesamt ist man IMHO gut beraten, ALLE Möglichkeiten zu nutzen, die einem moderne Medien geben. Das ist in bestehenden Strukturen oft nicht einfach. Der Erfolg gibt einem aber recht…. 

  2. Stefan Cimander am 27. Februar 2009 20:47

    Bin auf das Editorial auch gespannt, habe das Heft, wie UC, auch noch nicht bekommen (was blöd ist, weil ich das morgen im Zug lesen wollte).

  3. Jan Ole Unger am 28. Februar 2009 00:11

    Moin,

    das Editorial kann man für den aktuellen BS immer online als PDF abrufen: Klick

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