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Bundesminister Wolfgang Tiefensee wird eine Führerschein-Ausnahmeregelung für Feuerwehrfahrzeuge bis zu 4,25 Tonnen schaffen. Tiefensee will so das Problem der Freiwilligen Feuerwehren in Deutschland lösen, dass zu wenig junge Ehrenamtliche einen Führerschein für die Einsatzfahrzeuge besitzen.

„Sich bei der Freiwilligen Feuerwehr zu engagieren, ist und bleibt für junge Leute attraktiv,“ so Minister Tiefensee beim 4. ´Berliner Abend` des Deutschen Feuerwehrverbandes (DFV) heute in Berlin. „Unsere Gesellschaft ist auf das Engagement der vielen Hunderttausend Ehrenamtlichen angewiesen. Um dies nicht zu gefährden, muss der Staat dort helfen, wo seine Hilfe benötigt wird. Das Problem des mangelnden Fahrernachwuchses bei der Freiwilligen Feuerwehr muss gelöst werden. Wir werden die gesetzlichen Voraussetzungen dafür schaffen, dass junge Ehrenamtliche zukünftig unter vereinfachten Bedingungen neben ihrer Fahrerlaubnisklasse B durch eine spezifische Zusatzausbildung und Prüfung den Führerschein für Einsatzfahrzeuge bis 4,25 Tonnen erlangen können. Dadurch sollen die Kosten dieses Führerscheins auf ein Drittel reduziert werden.“

Grund für die Probleme bei der Rekrutierung von Nachwuchsfahrern bei der Feuerwehr ist, dass nach der so genannten 2. EG Führerscheinrichtlinie von 1991 das Fahrerlaubnisrecht und insbesondere die deutschen Fahrerlaubnisklassen ab Januar 1999 an die gemeinschaftsrechtlichen Vorgaben anzupassen waren. Seither dürfen mit einer Fahrerlaubnis der Klasse B (Pkw) nur noch Kraftfahrzeuge bis zu einer zulässigen Gesamtmasse von bis zu 3,5 Tonnen gefahren werden. Für Kraftfahrzeuge mit einer zulässigen Gesamtmasse zwischen 3,5 Tonnen und 7,5 Tonnen ist hingegen seit 1999 eine Fahrerlaubnis der Klasse C1 und für Kraftfahrzeuge über 7,5 Tonnen eine Fahrerlaubnis der Klasse C erforderlich. Lediglich ältere Fahrerlaubnisinhaber, die vor dem 1. Januar 1999 ihren Führerschein erworben haben, können auch diese Fahrzeuge mit der bisherigen (alten) Klasse 3 fahren.

Durch eine Änderung der Fahrerlaubnis-Verordnung (FeV) soll nun im Rahmen des EG-Rechts eine Rechtsgrundlage dafür geschaffen werden, dass Angehörige der Freiwilligen Feuerwehren mit einer Fahrerlaubnis der Klasse B Einsatzfahrzeuge mit einer zulässigen Gesamtmasse bis zu 4, 25 Tonnen fahren dürfen. Am Ende der erleichterten Ausbildung wird eine Prüfung stehen, um die Sicherheit bei den Einsätzen voll zu gewährleisten. Bisher kostet der Erwerb des benötigten Führerscheins der Klasse C1 rund 3.000 Euro. Diese Kosten sollen auf ein Drittel reduziert werden.

Tiefensee lud die Vertreter der Feuerwehr außerdem zu einem „Runden Tisch“ am 23. März ein, um weitere Unterstützungsmöglichkeiten für den Erwerb der erforderlichen Fahrerlaubnis auszuloten.

Quelle: PM BMVBS

Kommentare

8 Kommentare zu “Führerschein für Feuerwehren kommt doch” (davon )

  1. Carlo Schepers am 5. März 2009 13:17

    Ich weiß ja nicht was ihr dazu sagt, aber das reicht ganz klar nicht aus! Ich finde das 4,25 Tonne längst nicht ausreichen und eine ganz andere Form von Lösung her muss.

    Was sagt ihr dazu?

  2. Robert Sims am 5. März 2009 14:36

    Ich finde es ist nicht ganz eindeutig. Auf der einen Seite wird davon gesprochen die Gewichtsgrenze auf 4,25t anzuheben und auf der anderen Seite sollen die Kosten für den C1 auf ca. 1000€ gesenkt werden.

    Heißt das dann ich kann mit meinem Führerschein Klasse B ein Fahrzeug bis 4,25t führen, auch ohne C1????

  3. maos am 5. März 2009 14:51

    Toll, Herr Minister!

    Problem (teilweise) gelöst für „TSF-Wehren“
    In meiner FW bringt das ganze aber überhaupt gar nix. Ich frage mich was diese Aktion soll?
    Und das so kurz vor dem Wahlkampf… ;)

  4. Cimolino am 5. März 2009 14:54

    Hallo,

    das erste Bundesland lässt wohl TSF bis 4,5 t zu. 4,25 t Fahrgestelle gibts sowieso m.W. nicht.

    Grüße
    UC

  5. togl am 5. März 2009 14:57

    Laut obiger Meldung gelten die neuen Fahrerlaubnisklassen seit Januar 1999.
    Sprich die Gemeinden hatten 10 Jahre Zeit auf das (absehbare) Problem zu reagieren (z.B. mehr Klasse-C Fahrer auszubilden)…

  6. Philipp am 5. März 2009 15:44

    Also, wir haben bei uns in der Feuerwehr einfach mal geschaut, welche Fahrzeuge man(n) denn da so alles mehr fahren dürfte.
    Keines. Entweder mit B fahrbar oder deutlich schwerer. Lediglich ein Ortsteil könnte sein TSF dann über die3,5t bringen und mit B weiterhin fahren.

    Interessant wäre es eher für den Rettungsdienst, so könnte man RTW +3,5t fahren.

    Ansonsten: Ich bin eher dafür, die Führerscheine für C1/C zu finanzieren, davon hat die Feuerwehr definitiv mehr!

  7. Irakli West am 5. März 2009 21:08

    @cimolino was sind eigentlich die typischen „Stufen“? 3,8t und darüber? 4,5t? Konnte auch nicht in Erfahrung bringen, was denn überhaupt am Markt 4,25t wiegen soll

  8. andy2041 am 29. April 2009 12:17

    Aus gegebenem Anlass möcht ich Euch mitteilen das ich jetzt für (nur C1) Führerschein 850,00€ auf den Tisch gelegt hab, verstehe ich nicht warum sich die Politiker mit solchen lapalien auseinander setzten müssen und weiss auch nicht ob die nur eine Fahrschule nach einem Angebot gefragt haben ist nähmlich auch kein wunder das die Fahrschule 3000,00 pro Kopf nimmt oder?????!!!!!!!

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