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Moin, Moin,

der Deutsche Feuerwehr Verband (DFV) hat einen, für ihn offenbar neuen, besonderen Weg gefunden, um gegen den Mitgliedermangel und Mitgliederschwund in den freiwilligen Feuerwehren anzugehen: Nach der Meinung des DFV müssen mehr Migranten in die Feuerwehren.

Nach Angaben des DFV-Vize-Präsidenten Zeibs sind nur knapp ein Prozent der freiwilligen Feuerwehrleute in Deutschalnd Migranten. Das ist zu wenig, „die Feuerwehr muss ein Abbild der Gesellschaft sein“, so DFV-Pressesprecherin Darmstädter am Donnerstag in Berlin. Auch aus Gründen der Tagesalarmsicherheit können die Städte sich nicht mehr Migranten verschliessen.

Doch im Moment ist intensiver Kontakt zwischen den türkischen Migrantenverbänden und den örtlichen Feuerwehren noch eher selten, oft treten Kommunikationsschwierigkeiten auf.

Bevor aber Migranten in die Feuerwehren integriert werden können, müssen diese erst die Idee der freiwilliugen Feuerwehren verstehen, so DFV-Fachberater Orhan Bekyigit.

Hierfür will der DFV noch in diesem Jahr eine Werbekampagne für Migranten starten.


ACHTUNG KOMMENTAR:

Meiner Meinung nach ist die Idee des DFV mal wieder, wie leider so oft schon, nicht genügend ddurchdacht.
Die mangelnde Vorbereitung auf das Thema blickt schon am Anfang durch: Offenbar assoziiert der DFV mit dem Begriff Migranten nur den türkischen bzw. südländischen Anteil des deutschen Volkes. Vergessen werden hierbei offensichtlich die vielen Einwanderer aus den anderen Ländern. Diese sind oftmals mit Efolg nicht nur in deutschalnd gut integriert sondern auch in den Feuerwehren.
Wenn der DFV aber mit seiner Kampagne gezielt türkische Mitbürger ansprechen will, soll er das auch so benennen, wenn er alle Migranten ansprechen will, sollte er dies auch so kommunizieren und sich nicht nur auf eine Bevölkerungsgruppe konzentrieren, indem man gezielt auf türkische Migrantenverbände abzielt, das südländische Ehrgefühl anspricht und etc.

Außerdem verstehe ich die Aussage von DFV-Pressesprecherin Darmstädter nicht so recht: Warum muss die Feuerwehr ein Abbild/Querschnitt der Gesellschaft sein?!? Hat dies in irgendeiner Weise etwas mit der Tagesalarmsicherheit der Feuerwehren zu tun?!? Wird in ähnlicher Weise Werbung für andere unterrepräsentierte Gruppen veranstaltet?!
Nein! In Deutshcland gibt es einen nicht unerheblichen Teil an weiblicher Bevölkerung. Ist dieser so in der Feuerwehr vertreten? Nein.
Ich denke, hier kann man beliebig Beispiele einsetzen…

Meine Meinung ist, dass es keineswegs wichtig ist, aus welchen Gruppen sich die Feuerwehr zusammensetzt. Wichtig ist alleine die große Motivation des Einzelnen und der Gruppe! Hierfür ist es egal, aus wem sich die Gruppe zusammensetzt…Hauptsache motiviert.

Vielleicht sollte sich der DFV lieber Gedanken machen, wie er der gesamtdeutschen Bevölkerung, also egal ob Frau, Mann, Migrant, oder dergleichen, das Ehrenamt FEUERWEHR wieder schmackhaft machen kann anstatt seine Kraft für solche unzureichenden, undurchdachten Kampagnen zu verbrauchen!

Schade!

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Quelle: LINK zum WAZ-Artikel

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Und wie ist eure Meinung zu der Kampagne des DFV? Schreibt eure Meinung!

Kommentare

8 Kommentare zu “DFV will „Migranten-Kampagne“ durchführen” (davon )

  1. matthias-muc am 6. März 2009 11:49

    Mei, was die weiblichen Feuerwehrangehörigen betrifft, gibt’s ja die supertolle „Frauen an den (Brand-)Herd“ – Kampagne…

    Dein Argument, dass grundsätzlich mehr fürs Ehrenamt getan und geworben werden muss, ist absolut richtig. Einen tollen Ansatz finde ich z.B. die zusätzliche Rente für FFler in Raunheim. Da könnte der DFV mal bundesweit was auf die Beine stellen!

    Andererseits hat die BRD in den letzten Jahren und Jahrzehnten die Integration von Migranten so ziemlich komplett verschlafen, viele von ihnen können sich daher nicht mit dem Staat und ihren Mitbürgern identifizieren. Daher ist dieser Gruppe junger Deutscher das Konzept des Ehrenamts auch fremd.

    Die problematische „Spaltung der Kulturen“ kommt überhaupt nur daher, dass Migranten größtenteils isoliert werden. Wollen wir denn so weitermachen?

    Menschen mit einem Integrationsdefizit zu gewinnen, braucht besondere Anstrengungen. Daher freue ich mich, dass der DFV schonmal die Erkenntnis hat. Parallel müsste aber die Integrationspolitik der BRD geändert werden, sonst bleibt die Aktion ein Tropfen auf dem heißen Stein.

    Ich befürchte aber, dass das nicht geschehen wird und die Kampagne ähnlich „toll“ wird wie die Frauenaktion. Ich bereite mich schonmal auf peinliche „Feuerwehr ist Ehre, Ey!“-Plakate vor, die man nirgends mit gutem Gewissen aufhängen kann…

  2. Cimolino am 6. März 2009 12:09

    Hallo,

    interessante Grundsatzfrage, die in den letzten Jahren eine gewisse Wendung bei den Ansichten erfahren haben dürfte.

    Werden die Migranten isoliert, oder machen die das nicht selbst?

    Während man früher pc-mäßig v.a. das erste gedacht bzw. v.a. gesagt hat, scheints heute durchaus auch im liberalen bzw. linken Lager immer mehr Beiträge zu geben, die auch auf das 2. Problem verweisen.

    Die Diskussion hat viele Seiten, es ist m.E. daher zwar einfach Stammtischaussagen zu machen, aber schwieriger bzw. v.a. aufwändiger die  Hintergründe einigermaßen zu beleuchten.

  3. One-trick-pony am 6. März 2009 16:19

    Ich war in den Neunzigern in einer Jugendfeuerwehr im ländlichen Raum, und da kam eines Tages auch ein türkischer Junge – war die Zeit von Solingen, Mölln usw… und was DER sich hat alles anhören müssen – das geht auf keine Kuhhaut. Erstaunlich, was erwachsene Männer alles zu einem Kind sagen, wenn ihnen dessen Herkunft nicht passt, im Rückblick kann ich heute echt nur sagen: Fuck you! Nach ca. einem Jahr hat er es dann auch aufgegeben. Meines Wissens geht die Zahl der Türken in dieser Feuerwehr heute noch gegen Null, hätte man den Jungen damals nicht rausgeekelt, sähe das heute bestimmt anders aus. Und ich denke mal, gerade im ländlichen Raum ist die Sache heute vielerorts nicht viel besser geworden.

    Da frage ich mich schon: ist das vielleicht der Grund dafür, dass auf die Kampagne geschimpft wird, bevor man sie überhaupt gesehen hat? Dass sie einen nicht anspricht, wie hier beklagt wird? Dämmert den Leuten, die sich jetzt beschweren, vielleicht, dass sie eigentlich selbst überzeugt werden müssten, sich eigentlich selbst ändern müssten? Ich denke, vielen jungen Türken erscheinen die Einrichtungen der deutschen Gesellschaft, also Vereine, Behörden, die Feuerwehr, als ein geschlossener deutscher Club, in dem sie nicht willkommen sind. Wenn dann doch mal ein einzelner den Schritt wagt, und gegen alle Widerstände und Vorbehalte auf beiden Seiten versucht sich zu integrieren, muss man alles versuchen, damit das auch gelingt. Ich weiss nicht auswendig wie hoch der Anteil an Menschen mit nicht-deutscher Herkunft bundesweit gerade ist, ich weiss nur, dass er steigt, und wenn man diese Leute nicht integriert, fährt diese Gesellschaft über kurz oder lang brutal vor die Wand. Da ist die Feuerwehr nur ein kleiner Spiegel des Ganzen.

  4. One-trick-pony am 6. März 2009 18:18

    @C. Schell: Ich will Dir persönlich wirklich nichts unterstellen. Aber ich bin der Meinung, dass es hier ein großes Problem gibt, und der DFV hier einen Schritt in die richtige Richtung macht.

    Allgemeine Maßnahmen zur Steigerung der Attraktivität des Ehrenamtes würde ich natürlich auch begrüßen. Aber die speziellen Probleme im Zusammenleben von Menschen deutscher und nicht-deutscher Herkunft, und ihre Auswirkungen auch auf die Feuerwehr, werden sich damit eher nicht lösen lassen.

  5. @fireman_chris am 6. März 2009 18:34

    Meinungsbild?!? #DFV #FWnetz http://tinyurl.com/czp2lk

  6. matthias-muc am 6. März 2009 21:08

    @Cimolino: Klar schotten sich viele Migranten ab. Das machen deutsche Auswanderer mit niedriger Bildung in Brasilien ja auch, wenn sie nicht in Kultur, Institutionen und Vereine integriert sind und die Sprache nur schlecht können. Die einzige Lösung dafür heißt: bessere Integration von finanziell und sozial schwächeren Migranten auf allen Ebenen.

    Die Feuerwehr spielt nicht auf der Ebene der Sprache oder der Bildung mit, sondern auf der kulturellen und sozialen Ebene. In der Jugendfeuerwehr München haben wir eine ganze Menge Jugendliche mit Migrationshintergrund. Die sprechen alle gut Deutsch, einige bringen aber (wie grundsätzlich viele Kinder aus sozial schwachen Familien) Defizite im sozialen Miteinander mit. Innerhalb kurzer Zeit zeigt sich, ob sie integrationswillig sind. Wenn ja, werden die Defizite mit Hilfe der Gruppe nach und nach abgebaut.

    Mit türkischen Migrantenverbänden zu sprechen macht deshalb Sinn, weil mit rund 20% die meisten Migranten türkischer Herkunft sind. Ich hoffe sehr, dass die mit ihnen erarbeitete Kampagne allgemein gehalten sein wird und vor Allem aus mehr als nur Plakaten besteht.

    Wer übrigens mal lesen will, was Leute so schreiben, die allen Ernstes Angst vor einer „Unterwanderung“ haben, der sei auf die Kommentare zum WAZ-Artikel verwiesen.

  7. morefire am 7. März 2009 11:37

    Artikel über das Jugendrotkreuz und die Versuche das in die Tat umzusetzen mit so manchem Hinderniss… http://www.kfv-heilbronn.de/artikel.php?id=4042&art=J

  8. Cimolino am 7. März 2009 12:20

    Hallo,

    zu dem Thema gibts übrigens jede Menge Publikationen für den Bereich Integration und Sport. Ggf. hilfreich…
    http://www.diplom.de/Diplomarbeit-l11795/Die_Wirkung_des_Sports_bei_der_Integration_von_Migrant(inn)en_im_Spannungsfeld_von_Minderheitenbildung_und_Assimilation.html

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