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Über das beispielgebende und vorbildliche Konzept und System der realitätsnahen Feuerwehr-Ausbildung in Schweden wurde auch in Deutschland in der Vergangenheit bereits berichtet, z.B. auf Atemschutzunfaelle.eu.

Der Wandel macht jedoch auch vor diesen Ausbildungseinrichtungen nicht halt und führte zu einigen Veränderungen im System der staatlichen Feuerwehrschulen:

Die bisher staatliche Feuerwehrschule Skövde wird seit Beginn des Jahres von der Firma Autokaross in privater Trägerschaft geführt.

Der neue Name lautet nun Swedish Rescue Trainings Center , neuer Leiter ist Ola Johansson.

Das SRTC führte vom 2. März bis 5. März 2009 seinen ersten eigenständigen Lehrgang durch. Es handelte sich um eine Fortbildung für Realbrandausbilder der Feuerwehr Wuppertal (firmeninterne Kurs-Bezeichnung: Advanced fire extinguishing training). Durchgeführt wurde das Training von den Instuktoren Stefan Andreasson und Magnus Toresson.

Lehrgangsinhalte im Bereich der Brandbekämpfung waren Löschtrainings unter Anwendung einer speziellen Strahlrohrführung (neben dem inzwischen bekannten Impulskühlverfahren wird in Schweden nun lageangepasst eine Technik namens „Smoothing“ angewandt, bei der der Strahlformkegel langsam von großem Winkel auf kleinen „zusammengefahren“ wird), Angriffstraining im Winkelcontainer und Löschtechnik in großen Räumen.

Diese Ausbildungen wurden in holz- und flüssiggasbefeuerten unterschiedlichen Container-Übungsanlagen durchgeführt, wodurch ein sehr realistisches Trainingserlebnis möglich wird.

Außerdem wurde im Bereich der Brandrauchventilation in Vergleich des Vorgehens mit und ohne Überdruckbelüftung durchgeführt. Darüber hinaus wurden realitätsnahe Einsatzübungen durchgeführt und das Handling von Flüssiggasbränden sowie das Vorgehen bei Kellerbränden ausgebildet. Abrundung des Bereichs „Brandbekämpfung“ war eine Backdraftvorführung im Realmaßstab (Backdraft-Container).

Da beim neuen SRTC die Wünsche der Kunden im Vordergrund stehen, wurden neben dem Hautaugenmerk der Brandbekämpfung auch neue Rettungstechniken bei Verkehrsunfällen vorgestellt und diskutiert. In Schweden ist eine Antwort auf massiv verstärkte Fahrzeugkonstruktionen, hochfeste Stähle u.ä.m. das Ziehen des Vorderwagens mittels speziellen Kettensätzen und Fahrzeugwinden als ein weiteres „Werkzeug“ im Repertoire der Unfallrettung. Natürlich ist dies kein Allheilmittel, jedoch eine weitere gute und – wenn richtig ausgebildet und angewendet – auch sichere Möglichkeit der Rettung aus KFZ.

Impressionen vom Training finden sich hier in einer Fotostrecke.

Hervoragend vorbereitet wurden die Übungen von Anders Burman. Die Ausbildung in Schweden wurde aufgrund der herausragenden Qualität, der dort vorhandenen Übungsanlagen und realistischen Trainingsmöglichkeiten sowie dem großen Know-How der Ausbilder notwendig. Diese Faktoren wiegen eine etwas längere Anfahrt mehr als auf.

Ausbildungssprache war v.a. Englisch, ergänzt um die recht guten Deutschkenntnisse einzelner schwedischer Ausbilder.

Vielen Dank an Martin Fuchs, BF Wuppertal, für die Informationen über diese Ausbildungsmöglichkeit aus erster Hand.

Kommentare

6 Kommentare zu “Realistische Ausbildung in Schweden” (davon )

  1. Andre am 8. März 2009 15:56

    Schöner Artikel und schöne Bildergalerie.
    Wir es die Ammoniakausbildung in Zukunft auch wieder geben?

  2. Adrian Ridder am 8. März 2009 17:49

    hab ich keine speziellen Infos zu, aber ich wüsste nicht was dem entgegenstehen sollte…der Kunde ist König ;-)

  3. Fries am 12. März 2009 00:35

    Hallo ,hat jemand ein paar Infos über die Technik „Smoothing“ ,die im Artikel erwähnt ist,für mich ?

  4. Adrian Ridder am 14. März 2009 21:06

    m.W. haben die Schweden das Impuls-Kühlverfahren, das nur für Räume bis zu einem gewissen Volumen gedacht ist, weiterentwickelt, um auch in größeren Räumen effektiv die Rauchgase kühlen zu können. Ergebnis dieser Weiterentwicklung ist m.W. das Smoothing, was ich dort auch schonmal trainieren durfte. Meines Erachtens als „Spezialwerkzeug“ im Werkzeugkasten der Löschtechnik sehr gut, aber für die Masse der deutschen Feuerwerhen ist es erstmal ein guter Schritt, das Impulskühlen richtig zu beherrschen…

  5. Cimolino am 15. März 2009 15:19

    Hallo Adrian,

    für die Masse der dt. Feuerwehr dürfte es schon ein Fortschritt sein, überhaupt eine Heißausbildung für jeden FA anbieten zu können, geschweige denn ein Training (und sei es nur einmal im Jahr).

    Rechnet einfach mal aus, wieviel Ausbildungsstätten wir bräuchten, um die „nominellen“ AGT jährlich auch nur 4 h entsprechend fortzubilden….

  6. S.F am 18. März 2009 09:38

    Hallo,
    ich hatte die letzten 2 Wochenenden wieder die Chance mit einem Team aus Kroatien zusammen Heißausbildung zu betrieben. Es ist für mich stellenweise erschreckend, in welchem Licht das deutsche Feuerwehrsystem steht.
    Zitat: „ihr habt ja genug Geld und die Heißausbildung bei euch ist dadurch ja flächendeckend hergestellt“
    Wenn man das ganze dann mit „Nein“ beantwortet wird man erst einmal mit großen Augen angeschaut.
    Osnabrück, Wuppertal, Düsseldorf, Erhatec usw… sind wenige aber nicht viele und wie Uli schon schrieb lange nicht für die Fläche ausreichend.
    Ich vergleiche das ganze immer mit Asterix und Obelix, kleine gallische Dörfchen :)
    Langsam aber sicher, wächst sicher das Interesse an der „Heißausbildung“, folglich werden die Anlage iwann wie Pilze aus dem Boden wachsen, aber Masse ist ja bekannterweise nicht immer klasse.

    Grüße

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