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Zwei @fire-Mitglieder konnten im Rahmen des EU-Projektes “FIRE PARADOX” am ersten “Euromediterranian meeting of prescribed fire practicioners“ in Portugal 04.-08.02.2009 teilnehmen – einem Treffen für Angehörige von Forst und Feuerwehr, die mit Feuer als Werkzeug beim Forsten und bei der Brandbekämpfung arbeiten. Die 80 Teilnehmer kamen aus Frankreich, Spanien, Italien, Marokko und Portugal.

At Fire

Gruppenbild der 80 internationalen Teilnehmer

Bei einem vorbereitenden Gedankenaustausch wurden die bisherigen “Prescribed Burns”, die in Deutschland durchgeführt worden sind, vorgestellt. Neben vielen nutzbringenden Kontakten ergaben sich auch wertvolle Erkenntnisse und Hilfen für die Planung und Durchführung von Brennaktionen in unterschiedlicher Vegetation.

An den nächsten beiden Tagen wurden topografisch und seitens der Vegetation problematische Flächen besucht und da das Brennen aufgrund der Wetterlage leider ausfallen musste, das Vorgehen beim Brennen besprochen. Obwohl den @fire Mitglieder hier noch die letzte praktische Erfahrung fehlt, müssen wir den Vergleich, was Grundkenntnisse und Ausrüstung angeht nicht scheuen.

Typischerweise wird in den Ländern Südeuropas eine Brennaktion mit einem “Feuer-Spezialisten” und einem Sicherungsteam (4-5 Mann) mit einem Klein-TLF durchgeführt.

@fire plant als weiteren Schritt z.Zt. ein Workshop “Waldbrandtaktik und Vorfeuereinsatz” in Zusammenarbeit mit einer deutschen Feuerwehr – sofern es gelingt, eine interessierte, engagierte Feuerwehr und eine geeignete Fläche zu finden.

Vorstellungen von verschiedenen Vegetationsformen und Flächen

Vorstellungen von verschiedenen Vegetationsformen und Flächen

Doch was bedeutet kontrolliertes Brennen? Wie wird es in Deutschland und in z.B. Portugal angewendet? Welche Ziele werden damit verfolgt? Über welchen Ausbildungsstand verfügen die @fire Mitglieder?

Das kontrollierte Brennen beschreibt den Vorgang vom gezielten Feuerlegen durch Fachpersonal, welches im Umgang mit dem Feuer ausgebildet und geschult ist. Vor jedem Brennen wird zunächst ein Brennplan erstellt, der die zu brennenden Fläche (Vegetation, Topographie, etc.), die zu erreichenden Ziele, den Personalaufwand, das örtliche Wetter und noch einige weitere Faktoren beinhaltet und jedem Beteiligten vor dem Brennen ausgehändigt wird.

So wird sichergestellt, dass alle Beteiligten auf dem gleichen Kenntnisstand und genauestens über den Ablauf informiert sind. Durch diese Informationen kann sichergestellt werden, dass aus einem kontrollierten Abbrennen zum Beispiel von Bodenbewuchs im Wald oder auf Heideflächen, kein unkontrollierter Brand entwickelt.

Besondere Beachtungen finden zum Beispiel das lokale Wetter und die Topographie der zu brennenden Fläche, um ein optimales Brennverhalten der Vegetation erzeugen zu können. So kann sich das Feuer kontrolliert entwickeln und jeder Zeit bei einem Wetterumschwung durch zunehmende oder wechselnde Winde mit wenigen Mitteln gestoppt werden.

@fire Mitglieder bei der Brennausbildung in Oregon(USA) 2007

@fire Mitglieder bei der Brennausbildung in Oregon(USA) 2007

In Deutschland wird bisher erst wenig gebrannt z.B. in der Lünebruger Heide oder den Weinbergen im Kaiserstuhl mit dem Ziel die dortigen Flächen wieder zu rekultivieren und u.a. der Heidepflanze (Calluna vulgaris) zu erneuern.

Diese Feuer können nur von Mitte Oktober bis Anfang März aus Rücksicht auf die Tierwelt und den Tourismus ausgeführt werden. So ist das Brennen sehr stark abhängig vom deutschen Wetter und nur in kurzen Zeiträumen in dieser Zeit durchführbar.

Weiterhin finden regelmäßige Brennaktionen durch das Global Fire Monitoring Center (GFMC) statt, um das Brennverhalten und die ökologischen Auswirkungen auf die Tier- und Pflanzenwelt zu untersuchen und zu Erforschen. In anderen südlichen Ländern Europas finden weit umfangreichere Brennaktionen statt und die Ergebnisse werden dort mit den anderen Universitäten besprochen und ausgewertet.

Kontrolliertes Brennen in der Lüneburger Heide

Kontrolliertes Brennen in der Lüneburger Heide

In Portugal zum Beispiel wird das kontrollierte Brennen schon sehr lange von den dortigen Bauern und Hirten eingesetzt, um Acker- und Weidefläche zu erzeugen.

Seit 2006 etabliert sich mehr und mehr die staatliche Gruppe zur Analyse und Nutzung von Feuer (GAUF), die sich mit dem kontrollierten Brennen zur direkten Brandbekämpfung und Prävention befassen. Diese Gruppe brennt mit staatlichem Auftrag außerhalb der Waldbrandsaison verschiedenste Flächen in ganz Portugal, um dort für natürliche Brandbarrieren zum Schutz vor möglichen Großfeuern im Sommer zu sorgen.

Diese abgebrannten Flächen bremsen die entstehenden Waldbrände durch die gezielte Reduktion von z.B. Bodenbrennstoffen in Nadelwäldern und helfen so den örtlichen Einsatzkräften die Feuer möglichst schnell unter Kontrolle zubringen. Weiterhin unterstützen diese Brennexperten die Feuerwehren im Sommer bei ihrem unermüdlichen Kampf gegen die vorherrschende Naturgewalt.

Hier werden dann die Feuer durch das Ausbrennen von Wundstreifen an strategischen und wichtigen Punkten durch den Entzug des Brennstoffes gestoppt.

Waldbrand Pick Up inklusive Luftbläser mit Wasserzufuhr der GAUF aus Sardinien.

Waldbrand Pick Up inklusive Luftbläser mit Wasserzufuhr der GAUF aus Sardinien.

In den Reihen von @fire finden sich Spezialisten, die im kontrollierten Brennen geschult sind und sich ständig fortbilden. Verschiedene Mitglieder wurden bei ihren Auslandsaufenthalten in Oregon und Los Angeles (USA) von den dortigen Einsatzkräften im Umgang mit den verschiedenen Brennutensilien und Verfahrensweisen aus- und fortgebildet.

Diese Trainings werden auch in Zukunft für die Mitglieder angeboten und so die benötigten Brennexperten geschult. Die aktuellste Weiterbildung fand beim anfangs genannten internationalen Meeting in Portugal statt.

Ebenfalls wird der Naturschutzbund in der Lüneburger Heide von @fire bei Brennaktionen unterstützt. So ist es den Mitgliedern möglich, ihre Kenntnisse kontinuierlich vor Ort zu erweitern

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