Team | AGB | Impressum | Datenschutzbestimmungen | Kontakt | Bilder | Facebook | Twitter | Werben im FWnetz

Atemschutz(iw) Strukturwandel, Mitgliederschwund, Nachwuchssorgen: was dagegen unternehmen? Es ist durchaus legitim, sich darüber Gedanken zu machen. Ich weiss nur nicht, ob die Aussage von Holger Himmelhuber, Oberursel, richtig wiedergegeben wurden, weniger Ausbildung würde in einer steigenden Mitgliederzahl resultieren. Viele Anwärter würden von der Intensität und Dauer der Grundausbildung verschreckt.

Ich glaube nicht, dass jeder Feuerwehrangehörige auch alles können muss, jedoch gehört ein Basiswissen bzw. eine Basisausbildung schon dazu. Eine Möglichkeit ist sicher, diese Ausbildung modular zu gestalten: so sollte ein (kompakter) TM-Kurs schon dazu berechtigen, Einsätze mitzufahren. TF / AGT  und ein Paar „Spezialmodule“ (bsp. THL) runden das Ganze dann ab.

Idealerweise werden diese Module bald nach TM belegt, aber es sollte möglich sein, auch einigen Abstand dazwischen einlegen zu können. Ich halte nichts von einem vorgegebenen Zeitfenster, beispielsweise zwei Jahre. Hat der FA die Kurse nicht, muss er aus dem aktiven Dienst ausscheiden: suboptimal.

Hat denn jemand eine flexible Ausbildung? Wie sieht sie aus?

[finde den Referrer auf Twitter nicht mehr]

Kommentare

18 Kommentare zu “Einfachere Ausbildung = mehr Mitglieder?” (davon )

  1. Stefan Cimander am 17. März 2009 13:00

    Dass nicht jeder FA alles können muss, erinnert mich ein wenig an das schweizer Modell (nachzulesen in meinem kleinen Bericht aus Kreuzlingen http://www.feuerwehr-weblog.de/2007/05/13/freiwillige-pflichtfeuerwehr-teil-1/). Dort ist es wirklich so, dass die FA gezielt eine Ausbildung erhalten. Z.B. gibt es „nur“ Funker, „nur“ Verkehrsdienst, und THL dürfen auch nicht alle machen. Das ganze erinnert zwar an eine ständische Organisation – was ja nicht untypisch für die Eidgenossen ist – entbehrt aber nicht einer gewissen Effiktivität: Jeder kann sich auf seine Aufgaben konzentrieren; zumal es eine Auswahl aufgrund persönlicher/beruflicher Eignung gibt.

    Klar ist, dass man nicht mehr Mitglieder durch Senkung der Standards, sei es Eignung oder Ausbildung, erreicht, zumal ich das System FF – wie an anderer Stelle schon mal kurz angerissen – für ein Auslaufmodell halte, dass durch eine Mischung aus privaten Firmen, hauptamtlichen Kräften, wenigen Freiwilligen und ggf. „Parttimern“ ersetzt werden wird.

    Es wird nicht weniger Ausbildung geben, im Gegenteil wird es aufgrund versicherungstechnischer und finanzieller Zwänge immer mehr Vorschriften geben, die allerdings, bei Spezialisierung der einzelnen FA, qualitativ beachtet werden.

    Problematisch ist allerdings ein anderer Punkt. Die Spezialisierung setzt Verfügbarkeit der FA und Redundanzen voraus. Bilde ich gezielt Leute auf „Angriffstrupp (AT/WT)“ und „Gerätetrupp“ (ST/Me) aus, dann müssen diese Funktionen bei einem Alarm auch bestezt sein! Bei einer reinen FF ist das – gerade tagsüber – schwer zu bewerkstelligen. Ich benötige also einen relativ großen Pool an FA, aus dem ich mich bedienen kann. Im Zweifel bleiben dann aber 2/3 der FA bei einem Alarm im FWH, weil kein Platz mehr auf dem einzigen LF ist. Folge wäre dann auch Demotivation. Lösung: Dienstpläne, dann wäre wir allerdings in einer Richtung, die eine hohies Maß an Flexibilität, Organisation und Professionalität erfordert.

    Man kann das beliebig weiterführen und es tauchen immer mehr Probleme auf, die am System FF liegen. Wie schon gesagt, an mehr „professionals“ (BF+HAW+private Dienstleister) führt kaum ein Weg vorbei.

  2. Sakka am 17. März 2009 13:08

    Meiner Meinung nach, sollten innerhalb der ersten vier bis fünf Jahren die Lehrgänge Truppmann, Sprechfunker, Atemschutzgeräteträger und Truppführer belegt werden (in dieser Reihenfolge). Das sollte dann die Basisausbildung für alle FM (SB) sein.

    Es folgen Sonderausbilungen (natürlich auch standortspezifisch/einige können sicherlich auch bereits vor dem TF-Lehrgang durchgeführt werden): Maschinist, DL-Maschinist, TH, ABC etc…. Das Ziel sollte es doch sein, bereits an der Basis auf hochqualifiziertes Personal zurückgreifen zu können.

    Ich denke, dass das belegen von Lehrgängen eher zur Motivation des Personals beiträgt, als Ausbildungen aufzuteilen und so unnötig in die Länge zu ziehen. Schließlich steigt mit jedem Lehrgang dei Qualifikation des Teilnehmers und öffnet ihm somit neue Einsatzbereiche im Tagesgeschäft.

  3. jansued am 17. März 2009 13:18

    Hallo!

    Klar kann man die Ausbildung straffen und ggf. spezialisieren – im Detail.

    Weglassen – gute Idee Könnte man ja auch bei Ärzten machen, die haben auch Nachwuchssorgen. Verlängerter EH-Lehrgang – schwups und du bist Notarzt.

    Würde eigentlich „Keine  Ausbildung“ unendlich viel Mitglieder bedeuten?

    Es ist aber echt klasse, wieviel Dinosaurier und Zombies im Rahmen der „Bestandswahrungsdiskussion“ mit immer neuen Ideen (G26.3, Führerschein, etc.) auftauchen, um Masse statt Klasse zu auf Deibel komm raus zu erhalten. 

  4. @freeskier1978 am 17. März 2009 13:39

    @JAnders @nlk112 Link: http://tinyurl.com/dmsu76

  5. Julian R. am 17. März 2009 14:00

    In meinen Augen wäre ein wesentlicher Ansatz, die Art und Weise wie ausgebildet wird, zu verändern. Gerade im Grundlagenbereich sind die theoretischen Grundlagen nicht so schwierig, dass man sie als durchschnitts FA nicht auch alleine zu Hause lernen kann. Was ist mit e-learning? Es können Präsentationen mit Folien und Ton problemlos online verfügbar gemacht werden! Warum wird so etwas nicht flächendeckend gemacht? Bei einer ordentlichen theoretischen Vorbereitung kann sich dann ein Lehrgang auf den, für die Teilnehmer ja meistens interessanteren, praktischen Teil beschränken. Auf diesem Wege wären, meiner Meinung nach, wesentlich mehr FA für Lehrgänge und Fortbildungen zu begeistern und eine vernünftige Kombination aus Quantität und Qualität für die Zukunft gesichert.

  6. Solgull am 17. März 2009 14:09

    Durch die Vielfältigkeit der Feuerwehr muss man sich inzwischen spezialisieren. Allerdings ist auch unbedingt ein Grundwissen in jedem Bereich notwendig. Die ersten Lehrgänge (Sprechfunker, AGT, THL) die man besucht vermitteln aber auch selten mehr als Grundwissen und erfordern eine Weiterbildung am Standort.
    Hier sollte man sich natürlich überlegen, wie breit man die Ausbildung ansetzt und in wie fern man sich nun „Spezialisten“ zulegt.

    Muss zum Beispiel jeder FA die Software im ELW komplett beherrschen oder reicht es aus, wenn jeder funken kann und nur ein paar sich spezialisieren?

    Ebenso hält es sich mit anderen Bereich, etwa mit Maschinist (DLK), ABC, TH oder Führungsausbildung.

    Ich denke die lange Ausbildung ist auch ein gutes Mittel um solche Personen zu filtern, die kein echtes Interesse an der Feuerwehr haben und nach kurzer Zeit eh nicht mehr zur Verfügung stehen würden.  Eine kürzere Ausbildungszeit würde nur kurzzeitig die Anzahl der Mitglieder erhöhen – oder Karteileichen produzieren.

  7. Adrian Ridder am 17. März 2009 14:55

    IW: Hat denn jemand eine flexible Ausbildung? Wie sieht sie aus?

    –> letzte oder vorletzte Brandschutz: Bericht über ein Modell in RLP (?), wo die Grundausbildung gestreckt werden kann und nicht wie meist üblich in ein paar Wochen am Stück (abends und samstag) gemacht werden muss…

  8. maos am 17. März 2009 17:21

    Bis vor ein paar Jahren hat in unserem Stützpunktbereich der Lehrgang TM Teil 1&2 zwei Jahre gedauert. Seit ein paar Jahren findet das Ganze in ein paar Wochen an zwei Tagen pro Woche statt. Das „weniger“ ist dabei im großen und ganzen nur die Zeit. Die Qualität leidet darunter nicht, da die gesamte Materie innerhalb kurzer Zeit vermittelt wird.
    Ich finde auch, das AGT bereits spezifisch ist. Für mich heißt Grundausbildung eher TM + Leistungsabzeichen Bronze (evtl. noch Sprechfunker). Ab dann geht die Spezialisierung los.

  9. ro0f am 17. März 2009 17:46

    Truppmann Teil 1 und 2 werden bei uns seit bereits einiger Zeit innerhalb einem Monat (Teil 1) und 2 Monaten (Teil 2) ausgebildet. Das fand ich gut so, denn eine Streckung der Ausbildung auf 2 Jahre für den TM2, hätte mich persönlich schon sehr genervt.
    Bei uns dürfen übrigens die Anwärter mit TM1 schon mitfahren (auch U18), wenn über die große Schleife Alamiert wird. Auch das finde ich gut, um schon in der ersten Zeit nach der Ausbildung Erfahrung zu sammeln. Hat auch mir persönlich einiges gebracht muss ich sagen.

    Innerhalb der 4 Jahre bis heute in der Wehr habe ich dann meinen Truppführer, Sprechfunker, Atemschutzgeräteträger und Maschinistenlehrgang beendet, meinen Führerschein Klasse C erworben und inzwischen auch 2 Lehrgänge auf der Landesfeuerwehrschule belegt (TH + Verhaltenstraining Brandbekämpfung).

    Das dies bei einigen Feuerwehren Jahre gedauert hätte, dessen bin ich mir sicher. Mal ganz von dem Faktor Neid von älteren Personen, den ich auch bei uns schon erlebt habe (völlig unverständlich eigentlich).
    Ich denke, das wäre ein Punkt an dem man ruhig mal ansetzen sollte. ;-)

  10. Bretti am 17. März 2009 20:35

    „…Masse statt Klasse zu auf Deibel komm raus zu erhalten“

    Leider ist diese Denkweise noch nicht überall angekommen. Professionelle und nachhaltige FW-Arbeit lassen sich mit den „veralteten“ Strukturen des Ehrenamtes in der heutigen Zeit immer weniger vereinen. So ist ein Umdenken und Umgestalten in einer großen Form von immenser Wichtigkeit.
    Die Attraktivität der FF hängt weniger von einer niedrigen Allgemeinanforderung in der Ausbildung ab, als vielmehr von einem gesellschaftlichen und persönlichen Plus, was man sich dadurch erarbeiten kann. Momentan ist der persönliche Nutzen, den die Mitglieder aus einer aktiven Mitgliedschaft ziehen können, sehr beschränkt.
    Der Beruf macht die Spielräume für eine fundierte und umfassende FW-Ausbildung oft sehr klein. Dennoch muss ein hohes Maß gehalten werden, um zeitgemäß zu arbeiten. Es resultiert ein Dilemma!

    Nun sind höhere Positionen gefragt, die zum einen die qualitative Ausbildung der Einsatzkräfte  vorantreiben  und gleichzeitig Anreize schaffen müssen.  Das geht freilich nur, wenn man sich von alten Strukturen, Denkweisen und FW-Quantität in Form von einer „hohen“ Feuerwehrdichte trennt!

    ….An dieser Stelle würde sich eine Diskussion zum Thema „Wie viel FW braucht das Land“anbieten!

    Grüße

  11. schlumpf am 18. März 2009 15:18

    Über Ausbildung verkürzen (im Sinne von mehr lernen in kürzerer Zeit) könnte man sich durchaus unterhalten. Die Ausbildung aber inhaltlich noch mehr einzuschrumpfen, halte ich für einen schlechten Witz. Die Prüfungsbögen für die TM-Module kann jeder halbwegs gebildete Nicht-Feuerwehrmann doch schon mit gesundem Menschenverstand und Schulbildung ohne weitere Schulung beantworten.

    Das ist übrigens im jetzt abschliessenden TM-Lehrgang einer der breit getragenen Hauptkritikpunkte: Man würde gerne gefordert werden, bekommt aber Lernstoff, der scheinbar auf eine Zielgruppe knapp über der vierten Klasse ausgerichtet ist.

  12. Cimolino am 18. März 2009 18:27

    Hallo,

    und auch hier wieder: vergleicht mal die Stunden für einen Sportverein, der auch nur bißchen ernsthaft ab Kreisliga spielt…

  13. Jens Fischer am 18. März 2009 19:19

    Mal davon ausgehend das oft genug die Feuerwehr die organisation ist wenn alle anderen schon gescheitert sind, fällt es mir schwer zu verstehen wie wir unser extrem breites Aufgabenspektrum mit weniger Ausbildung bewältigen sollen. Nicht jeder muss in allem ein Spezialist sein, dass ist richtig, aber jeder sollte von allem ein solides Basiswissen haben.

    Ich bin auch nach wie vor der Meinung, wenn man sich selbst professioneller, qulifizierter, hochwertiger nach aussen hin verkaufen würde und nicht nur nach dem Motto „Bisschen Wasser aufs Feuer spritzen das ist alles“ würde man ggf. auch mehr (besseres?) Personal ansprechen. Widerspricht natürlich der „Man muss doch dankbar für jeden sein solange er 2 Arme und Beine hat“ Mentalität

  14. MatthiasM am 18. März 2009 19:23

    Mein Argument eines zwar langjährig schon Ehemaligen aus eigener Erfahrung einer FF in Großstadtperipherie mit zumindest damals akuten Personalproblemen untertags:
    Generelles Abspecken der Ausbildung und dafür gezieltes „Heranzüchten“ von Spezialisten geht nach hinten los, wenn tagsüber von den Spezialisten keiner zur Verfügung steht. Irgendwie sollte es schon das Ideal sein, daß im wesentlichen jeder alles kann.

    Bei einer BF mit mehr oder weniger planbarem Personal ist das sicher anders, da kann ich mir Spezialistentum eher leisten, weil ich per Dienstplan die Spezialisten sicherstellen kann.

    Zu Art und Umfang der Grundausbildung: Ich kenne die heutige GA nicht, aber wenn man’s ernst nimmt, ist das ein Zeitaufwand, der spätestens für ältere Neu- oder Wiedereinsteiger mit Beruf und Familie schon ein Problem darstellt. Für mich persönlich wäre es jetzt, hier und heute ein KO-Kriterium, genauso wie ich für einen Kreisliga-Sportverein keine Zeit hätte.

  15. schlumpf am 19. März 2009 09:35

    Ich bin einer dieser „älteren Neueinsteiger“ und ich muss sagen, das die Grundausbildung zeitlich ohne Probleme zu schaffen ist, wenn man nicht gerade Schicht arbeitet. Meine Kritik bezieht sich nicht auf den zeitlichen Umfang, sondern auf die langen Pausen zwischen den Modulen und den geringen Niveau des Lernstoffs. Oder wie es ein Kamerad ausdrückte: „Ich steh doch nicht Sonntags um 7 Uhr auf, um mir dann zwei Stunden die FWDV3 vorlesen zu lassen.“

  16. Severin am 19. März 2009 10:30

    @ Schlumpf
    und den geringen Niveau des Lernstoffs. Oder wie es ein Kamerad ausdrückte: “Ich steh doch nicht Sonntags um 7 Uhr auf, um mir dann zwei Stunden die FWDV3 vorlesen zu lassen.”
    Da hast du etwas gutes Angesprochen, auch schon öffters erlebt, Ausbilder ist nicht gleich Ausbilder. Du musst es als Ausbilder so hinbekommen, das die Teilnehmer das zu lernende sich selber erarbeiten und ich bleibe bei der Meinung das nur so
    „Ausbilden zum Erfolg führt“

  17. Niklas am 19. März 2009 17:31

    Ich glaube wir brauchen auf keinen Fall weniger Ausbildung, sondern mehr und vor Allem gute Ausbildung. Genau das motiviert und motiviert vor allem die Leute, die wirklich an Feuerwehr interessiert sind.

    Ich persönlich will in der Feuerwehr sein, nicht im Schützenverein mit Blaulicht. Und wenn ich irgendwann das Gefühl habe, dass ich Feuerwehrmäßig nichts lerne und nicht gefordert werde, dann gebe ich den Melder ab.

  18. Jens Fischer am 20. März 2009 14:37


    Und wenn ich irgendwann das Gefühl habe, dass ich Feuerwehrmäßig nichts lerne und nicht gefordert werde, dann gebe ich den Melder ab.

    Na willkommen im Club, leider geht das immer nur den leistungswilligen so und die Flachpfeiffen bleiben schön feist im Nest sitzen. Biologisch haben sich bei der Feuerwehr „Probleme“ noch nie gelöst.

Bottom