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Von Martien Scheepens

Anderes Land, andere Sitten. So ist es auch mit der Strukturierung der Leitstellen in den Niederlanden.
Vor wenigen Jahren hat man die Leitstellen, die teilweise noch unter Federführung der Gemeinden und Städten standen, zu den 25 sogenannten veiligheidsregio’s (Sicherheitsregionen) zusammengeführt, inzwischen planen die nördlich drei Regionen gemeinsam den nächsten Schritt: die meldkamer Noord-Nederland, eine neue gemeinsame Leitstelle mit Polizei, Rettungsdienst, Feuerwehr und dem Katastrophenschutz. In dem Gebiet, das etwa der halben Fläche Mecklenburg-Vorpommerns entspricht, wohnen ungefähr 1,7 Mio. Einwohner, mit zusätzlichen einer Million Touristen in den Sommermonaten.

Die Hauptgründe für die Zusammenführung der jetzt schon bunten Leitstellen sind natürlich Geldeinsparungen, Verbesserung der Effizienz und Personalprobleme.

Für jede Disziplin (Pol,Fw,Rd) müssen laut Gesetz zwei Disponenten aktiv pro regio sein, außerdem gibt es noch einen head of operations pro Region, der die multidisziplinäre Zusammenarbeit bei größeren Lagen regelt. Vor allem nachts ist dies eine deutliche Überbesetzung im Verhältnis zu der Anzahl Meldungen für Feuerwehr und Rettungsdienst und die drei heads of operations sind auch zu viel des Guten in diesen (für niederländische Verhältnisse) dünnbesiedelten regio’s.
Erschwerend kommt hinzu, dass die Leitstellen mit anfangenden Personalmangel zu kämpfen haben, den man so auffangen kann.

Die Verbesserung der Effizienz erreicht man nicht nur durch weniger Menschen, die das Gleiche bewerkstelligen können; in den Niederlanden werden von Gemeinde- und Regiongrenzen unabhängig die nächste Wehr und selbstverständlich die zuständige Wehr alarmiert 1. Somit wird die Alarmierung der Nachbarn weiter verbessert, denn zur Zeit alarmiert die zuständige Leitstelle die Nachbar-Leitstelle und die Nachbar-Wehr (Digital-Funk macht’s möglich), wonach die zweite Leitstelle nochmals ihre eigene Kräfte alarmiert.

In der Gestaltung der neuen Leitstelle gewährt man den Disponenten viel Mitsprache. Sie durften in einem Hangar an eigens dafür an 24 nachgebauten (aus Holz, im Maßstab eins-zu-eins) Leitstellen-Tischen die beste Anordnung finden. Die Aufteilung der Tische ist Polizei: 11, Feuerwehr: 6, Rettungsdienst: 6, head of operations: 1. Die Fläche der Leitstelle ist für eventuelle Erweiterungen großzügig bemessen: 480 m².

Inzwischen ist das Projekt der Migration schon sehr weit fortgeschritten: Die neue Leitstelle wird in Drachten verkehrsgünstig direkt an der Autobahn in Kombination mit dem nördlichen Polizei-Übungszentrum errichtet und soll September 2010 betriebsbereit sein.

Quellen:
www.mknn.nl: Präsentation (engl.);
Artikel von 112-alert (engl.)

  1. Der Ort Nieuw-Buinen (5000 E.) kauft sich seinen Feuerschutz sogar über eine Regiongrenze hinweg im einen Kilometer entfernten Stadskanaal (20000 E.) ein. [back]

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