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oelalarm01Landkreis Lindau Bodensee / Jörg Fischer

Am Samstag, den 28.03.2009 wurde gegen 09:36 Uhr die Feuerwehren Lindau und Wasserburg mit „ca. 1 Quadratkilometer großer Ölteppich auf dem Bodensee vor Wasserburg“ alarmiert. Ein Sportfischer hatte diesen entdeckt und der Polizei Lindau gemeldet.

Daraufhin wurden die Ölsperren aus Lindau und Wasserburg auf die Halbinsel Wasserburg verbracht und das THW Lindau mit ihren Booten nachalarmiert. Gleichzeitig wurde der Polizeihubschrauber Edelweiss 2 angefordert, um einen genaueren Überblick des Schadengebietes zu bekommen. Da es einige Zeit dauerte, bis der Hubschrauber am Bodensee eintraf, wurde zunächst die Erkundung mit Booten der Feuerwehr Lindau, der Dienstgruppe See (Wasserschutzpolizei Lindau) und des THW Lindau aufgenommen.

Da zu diesem Zeitpunkt leichter Südwind herrschte war oberstes Gebot den Ölteppich vom Seepumpwerk in Nonnenhorn fern zu halten, das die Anwohner des bayerischen Bodensees mit Trinkwasser versorgt.

Mit dem zwischenzeitlich eingetroffenem Polizeihubschrauber Edelweiss 2 wurde sodann aus der Luft die Ausmasse des Ölteppichs erkundet. Das Ergebnis war erschreckend, denn der Ölteppich erstreckte sich deutlich weiter süd-östlich Richtung Lindau, als vom Wasser aus ersichtlich. Inzwischen  drehte der Wind auf westliche Richtung, so dass der Ölteppich weiter in Richtung Lindau trieb.

Aufgrund der neuen Erkenntnisse entschied die Einsatzleitung weitere Kräfte zu alarmieren und den Standort auf die Insel Lindau an den Seehafen zu verlegen. Es wurden weitere Feuerwehrkräfte aus Friedrichshafen und Überlingen mit Ölsperren und Booten nachgefordert, sowie das in Nonnenhorn am Bodensee stationierte Katastrophenschutzfahrzeug Kater Lindau 12/1, welches die Einsatzleitung in Lindau unterstützte.

Die Fahrzeuge mit den Ölsperren aus Friedrichshafen und Überlingen fuhren direkt die Insel Lindau an. Die Boote aus Überlingen konnten von der Feuerwehr Überlingen mit eigenem Kran direkt im Lindauer Hafen zu Wasser gebracht werden. Die Fahrzeuge mit den Booten aus Friedrichshafen fuhren Wasserburg an, um dort die Boote zu slippen.

Bereits im Sommer 2008 fand im benachbarten Nonnenhorn eine große internationale Ölwehrübung statt, die sich nun ausbezahlt gemacht hat. Die UG-ÖEL (Unterstützungsgruppe Örtliche Einsatzleitung) nahm von Lindau aus ihre Arbeit auf. Sie unterstützte den Einsatzleiter SBI Robert Kainz sowie die die Kreisbrandinspektion mit KBR Friedhold Schneider und KBI Wolfgang Endres bei der Führung der Einsatzkräfte. Ebenfalls vor Ort waren der KBM des Bodenseekreises Henning Nöh, sowie der Kommandant der Feuerwehr Friedrichshafen Stadtbrandmeister Louis Laurösch, der die Abschnittsleitung See auf dem Feuerlöschboot der Feuerwehr Friedrichshafen übernahm.

Auf dem Wasser wurde versucht mit den Einsatzbooten und Ölsperren eine Art Trichter zu bilden in deren Mitte das Selbstfahrende Ölabsauggerät (SÖG) der Feuerwehr Lindau sich befand. Doch dies gelang aufgrund des auffrischenden Windes nur teilweise. Die Wellen verteilten das Öl immer mehr und überspülten auch die eingebrachten Ölsperren hinter den Einsatzbooten.

Ausserdem trieb der Ölfilm nun Richtung Österreich ab, so dass die österreichischen  Feuerwehrkollegen zur Einsatzleitung an den Lindauer Hafen alarmiert wurden.

Proben ergaben, dass es sich um einen sehr dünnen Ölfilm handle; so dass man von keiner großen Konzentration ausgehen musste. Eine gesteigerte Gefahr für die Umwelt konnte laut Aussagen der Experten ausgeschlossen werden.

Da der Bodensee einer der größten Trinkwasserspeicher Europas ist, reagierten die Einsatzkräfte sensibilisiert auf die Lage.

Der immer stärker auffrischende Wind verteilte den leichten Ölfilm stärker im Wasser und der Ölteppich konnte bei weiteren Kontrollfahrten nicht mehr lokalisiert werden. Auch weitere Luftbeobachter aus Österreich konnten keine Ölteppiche mehr sichten. Man geht davon aus, dass der hauchdünne Ölfilm auf dem Wasser so stark verdünnt wurde, dass das Öl auf den Grund absank. Eine Gefahr für Menschen und Umwelt besteht nach Behördenangaben nicht.

Der Verursacher wird derzeit durch die Polizei ermittelt, dürfte aber ersten Aussagen zufolge aus dem Bereich Österreich (Neuer Rhein) kommen.

Der Einsatz konnte somit gegen 17:00 Uhr abgebrochen werden und endete mit einer Nachbesprechung inkl. Brotzeit in der Hauptwache der Feuerwehr Lindau.

Der Einsatz zeigte, dass groß angelegte überregionale Übungen mit unterschiedlichen Hilfskräften sich auszahlen, wie die bereits erwähnte Großübung im Sommer 2008 vor Nonnenhorn. Denn der Großeinsatz vom Samstag klappte, aufgrund der gesammelten Erfahrungen der Großübung 2008, gut und organisiert.

Im Einsatz befanden sich die Feuerwehren Lindau, Wasserburg, Friedrichshafen und Überlingen, sowie die Kreisbrandinspektion Lindau und Friedrichshafen, die UG-ÖEL, Landratsamt Lindau und Landrat Elmar Stegmann, sowie THW und Polizei aus Lindau und Feuerwehrkollegen aus Österreich.

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Kommentare

4 Kommentare zu “Internationaler Ölalarm auf dem Bodensee” (davon )

  1. Daniel am 31. März 2009 11:02

    Schöner Bericht und nicht nur eine Linksammlung wie in letzter Zeit leider immer häufiger. Danke!

  2. Stefan Cimander am 31. März 2009 11:13

    @daniel: von vielen Lesern wurde genau das, nämlich mehr Links, gewünscht. Vielen war hier zu viel Text ;-)

  3. @boote am 31. März 2009 12:52

    Internationaler Ölalarm auf dem Bodensee : FWnetz – Feuerwehr im Netz: Die Boote aus Überlingen konnten von der .. http://tinyurl.com/cpu4h6

  4. Daniel am 31. März 2009 13:38

    @Stefan: Man kann es halt nicht allen recht machen :-P

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