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(sc). Hyperlink, Link, Verweisziel, wie immer man den Querverweis auf ein anderes Dokument im Hypertext auch nennen mag, es könnte bald der Vergangenheit angehören.

Am 26. März urteilte das Landgericht Karlsruhe, dass auch mittelbare Links auf Seiten, die widerum Links auf illegale Inhalte enthalten (können), strafbar sind.

„Aufgrund der netzartigen Struktur des WORLD WIDE WEB ist jeder einzelne Link im Sinne der conditio-sine-qua-non-Formel kausal für die Verbreitung krimineller Inhalte, auch wenn diese erst über eine Kette von Links anderer Anbieter erreichbar sind.“ [LG Karlsruhe]

Dieser Richterspruch betrifft ein charakteristisches Merkmal des www und in außerordentlichem Maße die Blogwelt und eben auch Webseiten aus dem BOS-Bereich. Da niemand ausschließen kann, dass er mittelbar auf möglicherweise illegale Inhalte verlinkt, sollte man – so verstehe ich als nicht-Jurist dieses Urteil – besser keine Links setzen. Somit stehen, um es zugespitzt auszudrücken, tausende Blogger potenziell mit einem Bein im Knast. Zwar geht es in dem konkreten Fall um mittelbare und absichtlich gesetzte Links zu kinderpornographischen Inhalten – genauer auf eine Sperrliste (!) – über die Domäne wikileaks, jedoch ist der Urteilsspruch auch auf andere Domänen übertragbar.

Näheres zu der Problematik insgesamt und dem konkreten Fall (inkl. aller Links) findet ihr bei heise.de. Auch der Artikel Hyperlink / Abschnitt Rechtliches / Deutschland in der Wikipedia ist zu beachten.

In dem Kontext mutet der folgende Absatz im Impressum des LG Karlsruhe grotesk an:

Diese Internetseite enthält auch Links oder Verweise auf Internetauftritte Dritter. Diese Links zu den Internetauftritten Dritter stellen keine Zustimmung zu deren Inhalten durch den Herausgeber dar. Es wird keine Verantwortung für die Verfügbarkeit oder den Inhalt solcher Internetauftritte übernommen und keine Haftung für Schäden oder Verletzungen, die aus der Nutzung – gleich welcher Art – solcher Inhalte entstehen. Mit den Links zu anderen Internetauftritten wird den Nutzern lediglich der Zugang zur Nutzung der Inhalte vermittelt. Für illegale, fehlerhafte oder unvollständige Inhalte und für Schäden, die aus der Nutzung entstehen, haftet allein der Anbieter der Seite, auf welche verwiesen wurde.

Kommentare

2 Kommentare zu “Links, die Schlagader des Internet” (davon )

  1. Daniel am 31. März 2009 14:03

    Schöner Seitenhieb auf das Impressum! :D

  2. martien am 31. März 2009 20:05

    Hmm, und wenn man diese Theorie (oder so) noch hinzuzieht, heißt das, dass der Richter (meine Meinung) nicht tief genug in die Materie eingearbeitet sein könnte.

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