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crs(iw) Wired hat sich des Crash Recovery Systems angenommen. Wer es noch nicht kennt, das CRS ist im Prinzip eine Art elektronischer, interaktiver Rettungsleitfaden, der die Rettungsarbeit an vielen Fahrzeugtypen ermöglicht. So werden beispielsweise Sicherheitseinrichtungen oder die Lage der Batterien angezeigt.

An sich eine feine Sache, die jedoch mit zwei Problemen zu kämpfen hat: erstens die (nicht) erkannte Notwendigkeit, ein solches System vorzuhalten, denn man fährt ja nicht so oft THL VU, und ausgedruckte Rettungsleitfäden sind ja mindestens genau so gut (viel Glück).

Das zweite Problem ist schon erheblicher, das ist der Preis bzw. das Preismodell, das sich aus einem Sockelbetrag plus Lizenz (mW jährlich) zusammensetzt und von vielen als zu hoch angesehen wird. Jedes Produkt unterliegt betriebswirtschaftlichen Zwängen, und Software ist inherent kalkulationsunfreudig, wobei hier natürlich viel Freiraum für Instransparenz gegeben ist.

Wie auch immer, ich finde die auf Wired vorgestellt Idee gut: der Non-Profit Comcare möchte den Feuerwehren bei der Finanzierung helfen. In Bayern halte ich sowas auch für denkbar, nachdem die Rauchverschlüsse von der VK Bayern beschafft wurden und für Hilfeleistungssätze ein Sonderförderprogramm eingerichtet wurde.

Keine Ahnung, ob Moditech (Hersteller CRS) mit den entsprechenden Stellen redet, aber das wäre sicher eine realistischere Möglichkeit, das Produkt an den (Feuerwehr)mann zu bringen.

Ich kann das nur hoffen, denn insbesondere vor dem Hintergrund der aktuellen Krise und der verstärkten Entwicklung von alternativen Antriebsmodellen, von den Sicherheitseinrichtungen an Fahrzeugen ganz zu schweigen, wird die Rettungsarbeit an Unfallfahrzeugen wirklich lebensgefährlich.

Mangels Alternativen (kennt jemand eine?) kann ich nur wünschen, dass das CRS sich a) durchsetzt und b) Moditech den Gesetzen des Markts folgt und seine Monopolstellung nicht schamlos ausnutzt, sondern eine gewisse Preiselastizität befolgt.

Technische Alternativen, die preislich interessanter sein könnten, wären sicher möglich? Beispielsweise einen client (besser: Browser), der die benötigten Daten abruft, also ein Transaktionsmodell welcher Art auch immer.

Für die Feuerwehren wünsche ich mir, dass dieses System von der Wichtigkeit her PA, PSA und WBK gleichzusetzen ist. Sicher, das treibt die Kosten, aber die Vorzeichen der Entwicklung stehen sowieso längst auf Qualität statt Quantität, wenn auch langfristig.

(Bild: Hurst)

Kommentare

9 Kommentare zu “Techwatch: Crash Recovery System in Wired” (davon )

  1. Philipp am 7. April 2009 12:49

    Also bei uns wurde erkannt, dass CRS wichtig ist, allerdings scheitert es momentan an der Plattform.
    Hier wird etwas in Richtung Notebook/Tablet-PC gesucht, dass zum einen den Anforderungen gerecht wird, andererseits nicht  zu teuer ist.

    Soweit ich das Preismodell richtig verstanden habe, zahlst du einen Grundpreis für die Software, dazu kommt dann ein jährlicher Zusatzpreis, der aber m.W.n. kein MUSS ist, sondern nur den Erwerb von Updates bedeutet.
    Quasi wie bei einer Navi-Software.

    Gedruckte Rettungsleitfäden sind keine wirkliche Alternative, zudem die nicht für alle Fahrzeuge vorhanden sind und immer aktuell gehalten werden müssen.

  2. Max Martin am 7. April 2009 13:11

    hallo

    ein toughbook tablet pc ist bei uns vorhanden, fehlt nur der ladeadapter fürs fahrzeug …

  3. saiki am 7. April 2009 13:54

    Der Preis ist nicht das Problem. Das ließe sich doch leicht lösen. Ich würde die Fahrzeughersteller dazu verdonnern, die daten standardisiert und kostenlos zur verfügung zu stellen. Somit müsste nur die Hardware beschafft werden.

  4. Cimolino am 7. April 2009 14:38

    Hallo,

    wir setzens seit einiger Zeit auf dem BD-ELW im Test ein, kommt nun auch auf alle HLF und ELW 1.

    Zum Preis: Was kostet nochmal ein standardmäßiges HLF bzw. ein normaler ELW 1 – und was die Dinger die so im allgemeinen gekauft werden? – Und wofür?

  5. matthias-muc am 7. April 2009 14:38

    Die Monopolstellung von Moditech ärgert mich. So eine Situation verhindert Innovationen und vernünftige Preise. Bei Technik, die Leben retten kann, ist das wirklich grenzwertig. Bin daher auch für die Verpflichtung der Hersteller zur Bereitstellung der Daten in einem standardisierten Format. Eine entsprechende EU-Regelung sollte das nächste Projekt des DFV nach dem Feuerwehr-Führerschein werden! :-) Bei der Anzeige-Software würde dann echte Konkurrenz entstehen. Eine Alternative wäre eine Art „OpenCarMap“, bei der Freiwillige die Rettungsleitfäden der Hersteller in eine gemeinsame einheitliche Datenbank übertragen. Wer fängt an?

  6. Irakli West am 7. April 2009 15:37

    matthias,

    ich bin sicher kein Anwalt von Moditech, jedoch steht es jedem Unternehmen frei, ein alternatives System zu entwickeln. Ich befürchte, ALLE Automobilhersteller an einem Rettungsleitfaden-Tisch zu bekommen ist nicht das einfachste. iirc strebt der ADAC an, zumindest eine einheitliche Markierung für Rettungsarbeiten zu schaffen.

    Davon abgesehen haben wir hierzulande ein noch ganz anderes Problem: in UK oder den Niederlande gelten die Kennzeichen für das Auto, bleiben also bei diesem bei Wohnort- und Besitzerwechsel. Somit kann (wenn nicht schon geschehen) man anhand des Kennzeichens den hinterlegten elektronischen Rettungsleitfaden aufrufen.

  7. saiki am 7. April 2009 16:14

    @rakeman auch die abfrage sehe ich nicht als problem an. die meisten zulassungsstellen haben doch schon schnittstellen für die Polizei. Warum sollte dann nicht eine für die feuerwehr möglich sein, die nur den fahrzeugtyp und ggf. bj zurück gibt?

  8. Irakli West am 7. April 2009 16:30

    @saiki hatte mir von Berufs wegen vor Jahren mal den Prozess der Ausstellung eines Führungszeugnisses angeschaut. Vermeintlich einfacher Prozess, da zentrale Datenbank.

    Ohne Details zu nennen, da gibt’s so viele Interessen von so vielen Seiten, das war hoffnungslos.

    Wer sollte denn deiner Meinung nach die zentrale Datenbank betreiben, und wer zahlt eine Abfrage?

  9. Cimolino am 7. April 2009 21:24

    Hallo,

    ich rate zur Gelassenheit. Wir haben ab 2002 in THL PKW, in anderen Veröffentlichungen und Vorträgen schon entsprechende Vorschläge an die Verbände gemacht, um das Informationsproblem anzugehen.

    Wie ich aus der Brandschutz und den vfdb-Infos im letzten Jahr entnommen habe, ist man im letzten Jahr innovativ geworden und hat u.a. das Gleiche festgestellt…

    Die Datenbank zur Einsatzmittelübersicht gibts auch noch nicht – und die haben wir 1997 nach der Explosion der Krahestr. vorgeschlagen. Alles was danach kam, erreicht immer noch nicht annähernd die Bedürfnisse…

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