Team | AGB | Impressum | Datenschutzbestimmungen | Kontakt | Bilder | Facebook | Twitter | Werben im FWnetz

13_outsideEndlich wieder zuhause, mehr als dösen war im Flieger nicht möglich. Der Tag heute ist für den Fuß, aber damit hatte ich schon gerechnet :) Gestern Vormittag stand noch zur Disposition, und so sind wir nochmal in die inzwischen ausgestorbene Stadt gefahren und haben Station 13 besucht. Hier sind eine Engine, eine Ladder, ein Heavy Rescue / Hazmat (Gefahrgut), eine Art First Responder (Pickup mit Box hinten drauf) sowie der Battalion Chief, dem 6 der 35 Stations unterstehen.

Auch hier der Empfang amerikanisch-freundlich, Ryan nahm sich die Zeit und zeigte uns die Wache, in der 12 Feuerwehrler ihre 24-Stunden Schicht (8 bis 8) verrichten. Station 13 ist für die Downtown, also auch für die Hochhäuser und das Lucas Oil Stadium zuständig.

13_ryan

Auf der Engine ist ein sog. High-Rise-Pack, also ein Schlauchpaket für Hochhäuser, verlastet. Jeder FA darf sich eine Mischung aus 3″-Schlauch als „Feed“, also Entnahme aus Wandhydranten, sowie 2,5″ (entspricht B, aber mit bis zu 1200l/min je nach Strahlrohr). Gewicht an Schläuchen: ca 20kg pro Mann. Das höchste Hochhaus hat 50 Stockwerke – schlecht wenn die Feuerwehraufzüge nicht können!

13_pack

IFD (Indianapolis Fire Department) ist der 7.-größte Metropolitan Fire Service in den USA, mit wachsenden Aufgaben und Einsatzzahlen. Station 13 fährt pro Schicht bis zu 12 Einsätze, was eher unterer Durchschnitt ist. Von diesen Einsätzen sehr viele Brandmelder, von den Gebäuden her eigentlich logisch.

Rookies, also Frischlinge, werden als Springer eingesetzt: sie füllen beispielsweise krankheitsbedingte Lücken, und lernen nebenbei so „ihre“ Stadt kennen. Nach einiger Zeit kommt man fest auch eine Wache, und wenn man möchte bleibt man die ganze Karriere lang dort. Versetzungen erfolgen auf eigenen Wunsch.

13_13

Das Gebäude selbst ist mit Baujahr 87 so neu gar nicht, ist aber sehr gut in Schuss und liegt für Indy-Verhältnisse geradezu idyllisch am Kanal.

Somit schliesst das Tagebuch aus Indy ab. Ein Paar „grosse“ Themen habe ich mitgebracht, allem voran „Wind Driven Conditions“, eine erst kürzlich erkannte und untersuchte Todesfalle für Feuerwehrleute in höheren bzw. größeren Gebäuden, bei denen das Feuer direkt durch starken Wind angefacht wird. Das Resultat ist ein Inferno im Gang zur Wohnung. Gilt durchaus auch für unsere „Standard“-Häuser mit 7 Geschossen.

Bilderstrecke Station 13 auf Flickr

maps: Station 13

Bisher im Indy-Tagebuch:

  1. ready to go
  2. Zwischenstopp
  3. Brandursachenermittlung
  4. Eröffnung und Unterricht
  5. Erster Ausstellungstag
  6. Bilderstrecke
  7. Überdosis Chrom

Kommentare

6 Kommentare zu “Indy-Tagebuch (8): Hausbesuch Station 13” (davon )

  1. Philipp am 27. April 2009 22:14

    Also was mich ja mal sehr interessieren würde (vll kann mir da diggler weiterhelfen); Engine und Ladder haben ja einen TFT  zwischen Lieutenant und Driver, was genau können die damit machen?

  2. diggler am 27. April 2009 23:32

    Das kommt ganz auf die verwendete Software an die damit benutzt wird. Wir benutzten ein sog. I-Mobile, ein System das urspruenglich fuer die Polizei in Californien entwickelt wurde.
    Bei uns wird es erstmal ueberwiegend als Navi und fuer GPS Ortung benutzt. Des weiteren koennen wir sogenannte „Complex Cards“ aufrufen, das sind Laufplaene aehnlich einer BMZ. BMZ haben hier in den meisten Faellen keine Laufplaene oder Schleifenplaene und somit muessen wir diese auf den Fahrzeugen (oder nun im Computer) mitfuehren. Man kann auch zur TH PKW Dateien abrufen z.B. um festzustellen wo welches Model einen Airbag hat oder die Batterie versteckt ist. In der Zukunft, sollen auch Information die unser VB zusammen traegt dort abrufbar sein z.B. Infos was, wo an GSG gelagert wird oder sonstige fuer den Brandeinsatz wichtige Informationen. Das System ist bei uns relative neu und wir werden erst zum den diesen Jahres alle Fahrzeuge damit ausgestattet haben, all „Frontline“ Fahrzeuge haben das I- Mobile aber mitlerweile.

  3. Philipp am 28. April 2009 11:10

    Ok. Also quasi das, was hierzulande einige Feuerwehren über Handhelds bzw. Notebooks realisieren.

  4. Irakli West am 28. April 2009 16:08

    @Philipp bezweifle, dass wir hierzulande viele Systeme haben, die Terminals als „Verlängerung“ der Leitstellen zu betrachten sind.

  5. Philipp am 28. April 2009 16:33

    Das nicht. Aber ich erinnere mal an den Weber-Stand letztes Jahr auf der Rettmobil, die haben ja einen Tablet-PC/Notebook samt CrashRecovery drauf gehabt, wir als Feuerwehr planen so etwas ähnliches, zusätzlich haben wir alle unsere BMA- und Einsatzpläne digitalisiert und in einem Informationssystem eingebettet. (Das dann auch von allen Feuerwehr-PCs abrufbar ist).

  6. joergheck am 29. April 2009 09:34

    Hi zusammen!

    Ich denke die Nutzung von Fahrzeugcomputern oder TabletPCs beschränkt sich in .de heute häufig noch auf die Nutzung als digitale Bibliothek (mit CRS, Feuerwehrplänen, Checklisten). Außerdem verwenden einige auch GIS Applikationen.

    Mir ist zumindest z.Zt. keine Feuerwehr bekannt bei der der Fahrzeugcomputer in die Leitstellensoftware integriert ist bzw. das ganze vom selben Systemlieferanten kommt. I/Mobile das diggler angesprochen hat dürfte die Lösung von Intergraph sein:
    http://www.intergraph.com/publicsafety/cad.aspx

    Grüße
    Jörg

Bottom