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Presseinfo von der Webseite der Wehr:

„Freiwillige Feuerwehr quittiert Einsatzdienst

Die Einsatzkräfte der Freiwilligen Feuerwehr Greifswald haben sich heute mit sofortiger Wirkung vom Einsatzdienst abgemeldet und Oberbürgermeister Dr. König die Schlüssel für die Einsatzfahrzeuge und die Schutzausrüstung zurückgegeben. Die Zug- und Gruppenführer der Freiwilligen Feuerwehr Greifswald erklären weiter:
„Wir sehen uns nicht mehr in der Lage, die von uns für die Stadt Greifswald und ihre Bürger übernommenen Aufgaben im Brandschutz und der technischen Hilfeleistung sicher und mit einer genügenden Anzahl von Einsatzkräften aufrecht zu erhalten. Der gesundheitsgefährdende und sicherheitsrelevanten Normen widersprechende Zustand des einsturzgefährdeten Gerätehauses in der Baderstraße ist der Stadt seit fast zwanzig Jahren bekannt – ebenso die unzureichende Unterbringung der Berufsfeuerwehr in der Wolgaster Straße und die vielfach veraltete Technik. Trotzdem hat die Stadt Greifswald, solange keine Abhilfe geschaffen, bis das Gerätehaus in der Baderstraße im Januar geräumt werden musste. Einzugstermin in das neue Gerätehaus soll erst im Jahr 2015, also in sechs Jahren sein. Trotzdem haben am Übergangsstandort in der Bahnhofstraße bis heute keine Umbauarbeiten begonnen, um die Freiwillige Feuerwehr zumindest bis 2015 sicher unterzubringen.
Die Stadt Greifswald hat in Bezug auf ihre Feuerwehr politisch versagt. Aufgrund der nicht hinnehmbaren baulichen und sicherheitstechnischen Situation und der weitgehenden Resignation der ca. 100 Kameraden, die mittlerweile ein Auseinanderbrechen der Freiwilligen Feuerwehr wahrscheinlich machen, können wir die uns übertragenden Aufgaben nicht mehr wahrnehmen. Die Berufsfeuerwehr kann deshalb, obwohl fast jeden zweiten Tag nötig, keine Unterstützung mehr durch die Freiwillige Feuerwehr erhalten. Wenn die Einsatzkräfte nicht ausreichen, müssen die Bürger nun auf Feuerwehren aus dem Landkreis Ostvorpommern warten. Wir erwarten von Oberbürgermeister Dr. König den unverzüglichen Baubeginn am Übergangsstandort in der Bahnhofstraße und ein mittel-, und langfristiges sowie finanziertes Zukunftskonzept für die Feuerwehr Greifswald.“

Man darf gespannt sein, was daraus wird. Ich sehe die Vorgehensweise kritisch, will aber mal Eure Kommentare abwarten.

Ostsee – Zeitung

Kommentare

29 Kommentare zu “Feuerwehr Greifswald „streikt“” (davon )

  1. Stefan Cimander am 27. Mai 2009 11:59

    Hmm, starker Tobac … Ich halte „Erpressung“ – und so stellt sich mir das nach diesem (!) Bericht dar – aber nicht für ein geeignetes Mittel, Forderungen durchzusetzen. Immerhin geht es hier um einen sensiblen Hoheitsbereich.
    —–
    Ich gewinne auch zunehmend den Eindruck, dass immer mehr Wehren, angespornt durch die Medienresonanz, zu derartigen Aktionen greifen.

    Mal weitergedacht: Wenn die eigene Feuerwehr streikt, dann kauft man sich diese Dienstlesitung irgendwann ein. D.h. durch solche Aktionen macht man private Dienstleister attraktiv, die unweigerlich (und sicherlich bald auch mit Sanktionierung der EU) auf den Feuerwehrmarkt drängen. Der Anfang vom Ende der FF. ;-)

  2. vectisfire am 27. Mai 2009 12:30

    Grundsätzlich wird meiner Meinung nach viel zu selten vom Mittel des Streiks Gebrauch gemacht.
    Die Gutgläubigkeit und Hilfsbereitschaft der freiwilligen Feuerwehrleute wird teilweise bis zur Schmerzgrenze ausgenutzt.
    Wenn schon freiwillig und ohne Bezahlung, dann aber bitte unter akzeptablen Bedingungen.
    Wenn tatsächlich derart schlechte Rahmenbedingungen vorherrschen, ist doch der Kampf gegen Mißstände ein vollkommen legitimes Mittel.

    Warum sollen nur diejenigen „streiken“ dürfen, die für ihre Arbeit bezahlt werden?

    Und wenn Geld für private Dienstleister vorhanden sein sollte, warum dann nicht für „billige Freiwillige“?

  3. Markus B am 27. Mai 2009 12:33

    Ich seh dies auch eher  nicht als Erpressung, wer weiß was die Kameraden schon probiert haben und wie lange sie schon auf die Misstände hinweisen.

    Im Artikel steht, dass der Misstand schon fast 20 Jahre bekannt ist.

    Irgendwann muss man das lettze Mittel wählen.

  4. One-trick-pony am 27. Mai 2009 12:38

    Die Missstände sind ja offenbar nicht neu – wenn man sich das anschaut kann man schon verstehen, wenn da eine große Frustration vorhanden ist.

    http://www.fwnetz.de/2009/01/27/sperrung-des-geratehauses-wegen-einsturzgefahr/

    http://feuerwehr-greifswald.de/index.php?mact=News,cntnt01,detail,0&cntnt01articleid=34&cntnt01returnid=15

  5. Solgull am 27. Mai 2009 16:18

    Grundsätzlich sehe ich das Streiken einer Feuerwehr als sehr kritisch, allerdings ist irgendwann das Fass auch voll und es bleibt keine andere Wahl mehr als auf diese Weise – auch Medienwirksam – auf sich Aufmerksam zu machen.

    Ob es wirklich keine anderen Möglichkeiten mehr gab kann und will ich nicht beurteilen, dafür fehlt zu viel Hintergrundwissen.

  6. simon02 am 27. Mai 2009 16:58

    Hallo,

    Missstände hin oder her, man sollte hierbei aber nicht vergessen in welcher Organisationsstruktur sich die Feuerwehr befindet, sie ist kein Verein. Dementsprechend ist ein Streik meiner Meinung nach, nicht akzeptabel. Zumal sich dieses Thema ja immer weiter ausweitet. Hier könnte man ja noch den Grund wegen der vermeintlichen Einsturzgefahr nachvollziehen, aber es ist ja keine Seltenheit mehr das selbst für Wunschfahrzeuge schon gestreikt wird.

    Wobei man natürlich auch kritisch hinterfragen könnte, warum die Feuerwehr in 20 Jahren es nicht geschafft hat, diese Missstände im Einvernehmen der Stadt zu lösen ?

    Gruß
    Simon

  7. One-trick-pony am 27. Mai 2009 17:13

    @simon – der Vergleich hinkt – Vereine streiken nicht! Normalerweise streiken Arbeiter und Angestellte (manchmal sogar Beamte). Die eigentlich verpflichtet sind, zu arbeiten, per Vertrag, per Gesetz, usw.

    Warum soll also jemand, der _freiwillig_ eine Aufgabe für die Gemeinschaft übernimmt, nicht auch sagen können: „tut mir leid, bis hierher und nicht weiter, so kann ich nicht arbeiten“?

    Natürlich kann man das nicht wegen jeder Kleinigkeit machen! Und natürlich muss am Ende eine einvernehmliche Lösung mit der Stadt her.

  8. One-trick-pony am 27. Mai 2009 17:17

    … und wenn so etwas in letzter Zeit öfter passiert, liegt das wohl vor allem daran, dass überall an der Sparschraube gedreht wird.

    Und ich denke, man muss einer Freiwilligen Feuerwehr, deren Mitglieder ja meist Freude an ihrer Aufgabe haben, schon ganz schön hart zusetzen, bis es zu so etwas kommt.

  9. simon02 am 27. Mai 2009 17:39

    Hallo,

    der Vergleich hinkt meiner Meinung nach nicht. Ich denke jedes Feuerwehrmitglied kennt die Rechte und Pflichten bezüglich seinem Dienst sowie die Organisationsstruktur der Feuerwehr.
    Dementsprechend verbietet sich auch ein Streik.

    Wenn Probleme bezüglich Ausrüstung und Ausstattung bestehen, so muss dieses in einem Gespräch zwischen Wehrführung und der Stadtverwaltung geklärt werden. Notfalls die Stadtvertreter zu einem Ortsgespräch einladen und anschaulich begründen warum und weshalb man eine Neuanschaffung, Reparatur etc. benötigt.

    Funktioniert dies nicht wendet man sich an den zuständigen Kreisbrandmeister/Landratsamt etc..  Wenn diese ebenfalls einen Bedarf absprechen, würde ich mein Anliegen nochmals überlegen. Weil dann stimmt irgendwas nicht und vor allem wenn dies bereits seit 20 Jahren geschieht.

    Neija von einer Sparschraube denke ich kann man in Deutschland nicht wirklich reden. Natürlich mag es regionale Unterschiede geben, ich würde aber eher mal behaupten die Verwaltungen hinterfragen mittlerweile Beschaffungen bevor diese getätigt werden. Und dementsprechend wird dann halt unter Umständen nicht so oder gar nicht nach den Vorstellungen der Feuerwehr beschafft.

    @Stefan Cimander – Die Gefahr der Übernahme von öffentlichen Feuerwehrleistungen durch private Anbieter sehe ich nicht. Ich denke hiervon ist seit Jahren eher der betriebliche Brandschutz betroffen. Hier gibt es ja mittlerweile diverse private Dienstleistungsfeuerwehren/ Betriebsfeuerwehren mit entsprechender Mannschaft und Fahrzeugen.

    Rechtlich gesehen würde ja die Übernahme von öffentlichen Feuerwehrleistungen ja gar nicht gehen.

    Gruß
    Simon

  10. diggler am 27. Mai 2009 17:50

    ich wuerde es nicht mal „Streik“ nennen, denn dazu muss man doch in einem Arbeitsverhaeltnis stehen. Vielmehr geht es um die Niederlegung eines Ehrenamtes, da, wie es scheint, ein Kommunikationszusammenbruch zwischen der Wehr und den Stadtvaetern stattgefunden hat. Da die Stadt ja wohl auch eine BF hat, werden die Buerger ja auch nicht ohne Brandschutz dastehen.
    Ich frage mich nur, was die Greifwaelder BF (HA?) dazu sagen, da diese ja evtl. ein erhoehtes Sicherheitsrisiko tragen muessen?!

  11. maos am 27. Mai 2009 18:10

    Also ich will den Greifswalder Kameraden jetzt nicht vorwerfen, ihre Maßnahme sei unbegründet. Ich bin da ganz der Meinung von vectisfire und One-trick-pony.
    Man hat als FA ganz klare Pflichten, wenn man einer FW beitritt, aber man hat auch Rechte. Und eines davon ist das Recht darauf, dass die Besteller der FW alles in ihrer Macht tun müssen, damit die FA unversehrt bleiben.

    Jeder von uns weiß, dass es das freiwillige Feuerwehrtum, wie es im deutschsprachigen Raum der Fall ist, auf der ganzen Welt einmalig ist. Das ist eigentlich etwas, auf das unsere Stadtväter stolz sein sollten. Aber wenn man immer wieder davon lesen muss, in welchem Zustand so manche FF sich befindet, prahlen wir mit unserem Feuerwehrtum lieber nicht in der restlichen Welt.
    (Ja mir ist klar, es sind ZUM GLÜCK – und noch – nur Einzelfälle…)

  12. Geza am 28. Mai 2009 00:16

    Ob „Streik“ das richige Wort ist oder nicht…
    Feuerwehrleute haben Beamtenstatus – auch Freiwillige – und haben entsprechende Pflichten.

    Die Feuerwehr ist nicht für die Ausstattung der Feuerwehr zuständig! Das liegt in der Verantwortung der Kommune. Dabei geht es um die Ausstattung mit dem passenden Gerät, einer entsprechenden Unterbringung und dass die Feuerwehr personell entsprechend aufgestellt ist.
    Durch die Vereinsmeierei verwischt diese Tatsache immer mehr und es kommt zu Aktionen wie sie von „simon02“ beschrieben werden und die Feuerwehr fordert lautstark das Wunschfahrzeug. Das dürfte der GAU der Öffentlichkeitsarbeit sein. Dieses Verhalten kommt bei der Bevölkerung meist an wie eine Ansammlung von Männern, denen man ihr Spielzeug nicht gönnt und die deswegen im Beleidigte-Leberwurscht-Modus agieren.

    Wie geschrieben: Die Politik ist verantwortlich dass sich genug Ehrenamtliche für die Feuerwehr finden! Die Politik muss sich Gedanken machen, wie sie den Feuerwehrdienst attraktiver macht und Ehrenamtliche gewinnt. Mit einsturzgefährdeten Gebäuden wird das schwierig…
    Als Feuerwehr machen wir uns lächerlich, wenn wir versuchen die Kommune unter Druck zu setzen.
    Als Bürger können wir Druck ausüben! Insbesondere wenn die Feuerwehr nicht mehr genug Personal hat. Denn dann kommt die Kommune nicht mehr ihren gesetzliche Pflichten nach.

    …ach ja, da gibt es dann noch die Feuerwehren die sich das Haus selbst bauen. Das bewirkt, dass die Verantwortlichen untätig werden, denn so lange sich genug Deppen finden, die sich die Arbeit machen, kann man das Geld an anderer Stelle ausgeben.

  13. One-trick-pony am 28. Mai 2009 08:02

    @Geza: Freiwillige Feuerwehrangehörige haben doch keinen „Beamtenstatus“…? Weder rechtlich (Dienstpflicht, Besoldung, …) noch historisch (Staatsbeamte vs. Bürgertum)? Oder übersehe ich da etwas?

  14. Geza am 28. Mai 2009 09:19

    @One-trick-pony:
    da das Ländersache ist, kann hier keine pauschale Antwort liefern.
    Dennoch: die Feuerwehr ist eine Behöre. Jeder Angehörige der Feuerwehr ist zum Dienst verpflichtet – sowohl zum Ausbildungsdienst, wie auch zum Einsatzdienst.
    Auch wenn teilweise nur Führungskräfte vereidigt werden – spätestens in Dienstkleidung gilt jeder FA als Ehrenbeamter.
    Dennoch verpflichtet die Zugehörigkeit zu einer BOS auch außerhalb des Dienstes.

    Leider tritt die Feuerwehr nach außen oft als „Spaßverein mit roten Autos“ auf in der Hoffnung, neue Mitglieder zu gewinnen.

  15. Geza am 28. Mai 2009 10:18

    Es geht schon weiter:
    Da die Feuerwehrleute ihre Pflicht nicht erfüllen, drohen jetzt strafrechtlichen Konsequenzen.

    Hier der Artikel aus der Ostseezeitung.

  16. vectisfire am 28. Mai 2009 10:51

    1. „Die Feuerwehr“ ist nicht eine Behörde.
    2. Nicht jedes Mitglied der Feuerwehr ist Ehrenbeamter.
    3. Alternativ zum „Streik“ gibt es natürlich den Weg aus der Feuerwehr auszutreten.
    4. Bei fehlenden Freiwilligen könnte es zur Aufstellung einer Pflichtfeuerwehr kommen.

    Wenn man die Berichterstattung über Greifswald verfolgt, hat man nicht den Eindruck, dass übermütige Freiwillige sich ein neues „Spaßmobil“ erstreiken wollen. Die Drohung mit strafrechtlichen Konsequenzen ist meiner Ansicht nach völlig absurd, unpassend und typisch für Leute, die nicht willig und nicht fähig sind Probleme vernünftig zu lösen.

    Prinzipiell hätte eine Vertretung (im Sinne einer gewerkschaftlichen Interessenvertretung) für freiwillige Feuerwehrleute tätig werden können, wenn es sie denn gäbe. Da sind die Kollegen in den Nachbarländern schon viel weiter.

  17. simon02 am 28. Mai 2009 11:33

    Hallo,

    was soll die Feuerwehr sonst sein als eine Behörde bzw. die Zugehörigkeit zu einer Behörde ?
    Schließlich nimmt sie hoheitliche Aufgaben war und ist dem Bürgermeister unterstellt.
    Welche „Rechtsform“ oder rechtliche Anordnung ist das dann ?

    Was will man überhaupt mit solchen Streiks erreichen ? Ich glaube kaum das sich eine Verwaltung auf Dauer „Erpressen“ erlässt. Des weiteren glaube ich auch nicht das die Bevölkerung dieses handeln durchweg positiv sieht. Da dieses handeln erstmal zum Nachteil der Bevölkerung ist.

    Gruß
    Simon

  18. simon02 am 28. Mai 2009 11:35

    @vectisfire – Es gibt doch eine Interessenvertretung für die Feuerwehren/leute, der Deutsche Feuerwehrverband und auf Landesebene die Landesverbände ?

    Wäre doch neben den ganzen sportlichen Geschichten vom DFV doch eine sinnvolle Aufgabe……

    Gruß
    Simon

  19. Stefan Cimander am 28. Mai 2009 11:42

    Ich fasse zusammen und ergänze ein wenig:

    Die Feuerwehr ist eine hoheitliche Aufgabe. Die Gemeinde ist dazu verpflichtet diese Aufgabe in irgendeiner Form sicherzustellen.
    Die Feuerwehr als Organisation (Amt) der Gemeinde nimmt diese Aufgabe war.
    Die Feuerwehr ist kein Verein.
    Jeder Feuerwehrmann hat Rechte und Pflichten. Zu den Pflichten gehört z.B. die Dienstteilnahme.
    Freiwillig sind im Grunde genommen zwei Dinge: Der Ein- und der Austritt.

    Warum hat in 20 Jahren keiner etwas gegen diese Missstände unternommen? Wehr-/Amtsführung sind/waren hier gefragt?

    Ich bin schockiert, wie einige hier ein Streikrecht für FF’ler begründen. Wie ich sagte, die FF ist KEIN Verein, sondern eine hoheitliche Aufgabe. Wenn es Missstände gibt, wie hier, dann ist es – auch ohne Streik – Aufgabe der Amts-/Wehrführung die entsprechenden Einheiten außer Dienst zu melden/stellen, weil sie den ihr zugewiesenen Aufgaben nicht nachkommen kann. Dazu bedarf es keines Streiks, sondern das ist ein verwaltungsinterner Vorgang. Wie man das dann den Medien verkauft, ist eine andere Geschichte.

    Wäre schön, wenn jemand mit ein wenig mehr juristischem Background das Dienstverhältnis eines frw. FA darlegen könnte, und was sich daraus für Konsequenzen ergeben. Insbesondere würde mich interessieren, ob rein rechtlich ein FF’ler überhaupt streiken darf. Austreten/beurlauben sind ja die einzige Alternative.

  20. Irakli West am 28. Mai 2009 11:53

    Hi Stefan,

    §5 (1) BayFwG:
    „Die Einsatzkräfte werden in der Regel von Feuerwehrvereinen gestellt“

    Lässt ziemlich viel Interpretationsraum zu, finde ich.

    Ganz vom Juristischen  abgesehen ist ein „Streik“ – egal wie groß die Misstände sein mögen – die falsche Wahl, dann werden eigene Interessen dem Auftrag vorangestellt.

  21. Stefan Cimander am 28. Mai 2009 12:11

    @Irakli

    yo mei, des san halt die Baiuwaren ;-)

    Denke eh, dass man eine generalisierte Aussage über das Organisationswesen der FW für alle BLs nicht treffen kann.

    Hatte ganz am Anfnag der Dsk. ja schon die Meinung vertreten, dass Streik das falsche Mittel ist. Aber dem wurde mehrfach widersprochen. ;-)

    In BW z.B. ist die Feuerwehr kein Verein qua LFWG. Allerdings erlaubt §18a sowas wie einen Verein: „(1) Die Gemeinden können durch Satzung für die Gemeindefeuerwehr und für deren aktive Abteilungen Sondervermögen für die Kameradschaftspflege und die Durchführung
    von Veranstaltungen bilden. Die Vorschriften über die Gemeindewirtschaft sind auf die
    Sondervermögen nicht anzuwenden.“ De facto wird hiermit ein Verein erlaubt.

  22. Geza am 28. Mai 2009 12:32

    @Irakli:
    wenn mich auch die Formulierung überrascht, interpretiere ich den Text so, dass es vom Gesetzgeber gewünscht ist, dass Vereine gegründet werden.

    §1 (2) stellt klar, dass die Gemeinden die Träger sind.
    Wenn geschrieben steht „aufzustellen, auszurüsten und zu unterhalten“ gehe ich auch vom Personal aus. Sollte das ehrenamtliche Personal z. B. wegen Mißständen den Dienst quittieren, kommt die Kommune ihrer Pflichtaufgabe nicht nach.

  23. vectisfire am 28. Mai 2009 14:52

    Artikel 9 Abs. 3 GG ernthält die verfassungsrechtliche Garantie des Rechts
    auf Arbeitskampf und damit insbesondere das Streikrecht.
    Als Ausfluss des Koalitionsrechts, wie es in Artikel 9 Abs. 3 GG jedermann zusteht, ist also das Streikrecht anerkannt.

    In der Praxis ist dies im Gegensatz zu der Situation für Feuerwehrkameraden in vielen Ländern der EU für deutsche Feuerwehrleute ein Problem.
    1. Den Beamten unter den Berufsfeuerwehrleuten wird das Streikrecht verwehrt.
    2. Die Angestellten haben de facto das Streikrecht.
    3. Freiwillige Feuerwehrleute haben keinen Arbeitsvertrag, stehen in keinem arbeitsrechtlichen Verhältnis mit der Stadt oder Gemeinde und können daher rein rechtlich auch gar nicht streiken.

    Daher hatte ich in meinem Kommentar auch Streiken in Anführungszeichen gesetzt, da es rein (arbeits-)rechtlich kein Streik ist.
    Es ist meiner Meinung nach aber vollkommen legitim sich gegen drastische Mißstände zu wehren. Damit wird doch nicht behauptet, dass Wehrlose von der Feuerwehr im Stich gelassen werden.

    Leider versagen oft die Proteste auf dem Dienstweg, weil politische und finanzielle Gründe vorherrschen.
    Beispiel: starke bauliche Mängel an Gerätehäusern werden von Unfallkassen registriert und bemängelt und dennoch „verläuft die Sache im Sande“ bzw. zieht sich über Jahre und Jahrzehnte hin. Ist das korrekt und gesetzeskonform?
    Für derartige Probleme unter denen die Basis „leidet“, fehlt eine starke Interessenvertretung, die unabhängig von der Dienstweg-Hierachie tätig werden kann.
    Schockierend ist für mich nicht ein sogenannter Streik der Kameraden in Greifswald, der gar kein richtiger Streik sein kann, sondern der unerschütterliche Glaube, dass derartige Sorgen immer auf dem Dienstweg zu lösen sind.
    Wenn die Kommunen ihre Pflichten vernachlässigen, sollen dann die pflichttreuen Feuerwehrleute, die ihren Dienst in der Organisation der Kommune freiwillig leisten, einfach schweigen und auf den DFV hoffen?

  24. Geza am 28. Mai 2009 15:53

    Ich halte den Weg, den die Greifswalder eingeschlagen haben für falsch.  Arbeitskampf hin oder her…
    Exakt an dem Punkt setzen die (schuldigen) Politiker jetzt an und suchen das Fehlverhalten bei der Feuerwehr.

    Jedem ist der Austritt aus der Wehr freigestellt. Sobald also die Wehr nicht mehr ausreichend Personal hat, kann das der Kommune angekreidet werden!
    Als Bürger sollte man sich sofort bei der Verwaltung beschweren, weil die innere Sicherheit nicht mehr gewährleistet ist.

  25. maos am 28. Mai 2009 17:27

    @geza
    Aber so wie ich das heraus gelesen haben, haben die Greifswalder Kameraden in keinster Weise vor, aus der FW auszutreten. Sie wollen ja weitermachen. Nur unter keinen Umständen unter diesen Bedingungen.

    Ich finde es sehr verwunderlich, wie sich so mancher Kommentarverfasser hier gegen diese Aktion stellt. Als freiwilliger ist man doch in der Tat wehrlos. Man hat keinen wirklichen Vertrag, also darf man auch kein wirkliches Recht wahrnehmen, dass man mit einem Vertrag hätte.

    @vectisfire
    Und genau das ist der Grund, warum du meiner Meinung nach den Auszug aus dem GG vergessen kannst (obwohl ich grundsätzlich immer noch deiner Meinung bin).

  26. simon02 am 28. Mai 2009 17:40

    Hallo,

    was ist das Feuerwehrgesetz ?! Dort findet man entsprechendes zu Rechte und Pflichten und auch zu den Pflichten der Gemeinde.  Was will man noch mehr ?

    Ich denke keiner streitet ab das es in Greifswald Probleme gibt. Das Problem ist doch eher die Wahl der Mittel der Feuerwehr….

    Gruß
    Simon

  27. diggler am 28. Mai 2009 17:50

    Wer sich gegen die Aktionen der Greifwälder ausspricht, tut dies warscheinlich aus einem sehr schoenen evtl. sogar neuen Gerätehaus heraus. Wenn die Zustände aber unhaltbar sind (wie es hier den Anschein hat), dann muss man sich halt gedanken wie man mit dieser Situation umgehen will. IMHO war die Aktion bestimmt auch nicht ueber Nacht geplant sondern man hat sich lange darueber Gedanken gemacht.

  28. Der Lars am 28. Mai 2009 19:31

    http://www.ostsee-zeitung.de/index_artikel_komplett.phtml?SID=b4f5f73d2e23e32906165456ff24cf94&param=news&id=2436772

    << Seit Mitte April ist die Freiwillige Feuerwehr provisorisch in der Wache der Berufsfeuerwehr untergebracht. Die Zustände spotten aber jeder Beschreibung. Nur ein Raum, nämlich die ehemalige Schlauchwäsche, steht den Ehrenamtlern zur Verfügung. „Dort fahren wir unseren Dienst in drei Schichten mit je zwölf Kameraden. Wenn wir uns umziehen, stehen wir mit den Füßen auf den Stahlrosten, durch die früher das Wasser durchlief“, berichtet Feuerwehrmann Rüdiger Galitz. >>

    Eine FF die freiwillig Schicht arbeitet? Oha!

  29. FF Greifswald - Streik beendet : FWnetz - Feuerwehr im Netz am 29. Mai 2009 13:46

    […] Bericht im FWnetz: Feuerwehr Greifswald “streikt” Kategorie: KurznachrichtenTags: beendet, Greifswald, Mecklenburg Vorpommern, StreikGelesen: 2 […]

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