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Am Mittwoch Abend des 24.06.2009 ging gegen 23:30 Uhr bei der Feuerwehr ein Notruf der Speditionsfirma Rhenus im Gewerbegebiet in Altenritte, Baunatal ein: Ein Fass mit giftigen Inhalt soll ausgelaufen sein.
Darauf hin wurde ein Großaufgebot von Feuerwehr, Rettungsdienst und Polizei alarmiert.

Schon nach 8-10 Minuten traf die erste Gefahrguteinheit am Einsatzort ein.
Mit der Zeit trafen weitere Einsatzkräft aus Stadt und Landkreis Kassel, Kreis Werra-Meißner, Schwalm-Eder und Waldeck Frankenberg ein.
Um die Anfahrt zum Einsatzort problemlos zu gestalten, wurden die Abfahrten der A49 nach Baunatal Mitte von 01:15-02:00 Uhr vollständig gesperrt.

Die Gefahrenguteinheit brachte erst alle Mitarbeiter aus der Halle auf dem eingerichteten Behandlungsplatz, wo Ärzte und Sanitäter sie dann versorgten. Symptome waren Augenbeschwerden und Hustreiz. Nach der Behandlung von 40 Mitarbeitern, konnten die Patienten schon nach Hause gehen.
Acht von ihnen wurden jedoch vorsorglich in ein nahe gelegenes Krankenhaus transportiert. Restliche Mitarbeiter von Rhenus wurden mit bereitgestellten Nahverkehr-Bussen nach Hause gefahren.

Der weitere Einsatz verlief relativ einfach. Man stellte fest, dass der Deckel des Kanisters nicht richtig verschlossen gewesen, und darauf hin die Chemikalie
ausgelaufen war.
Von der Flüssigkeit liefen ca. 1 Liter aus, die mit speziellen Chemikalienbindemittel, ohne Probleme, gebunden werden konnte.
Anschließend wurde das giftige Fünf-Liter-Fass sichergestellt, indem Einsatzkräfte unter Pressluftatmern und Chemikalien-Schutzanzügen das Fass in ein anderes, luftdichtes, Fass verpackt hatten.

Bei der Chemikalie handelte es sich um Formaldehyd.

Formaldehyd kann Allergien, Haut-, Atemwegs- und Augenreizungen verursachen. Die Substanz wird unter anderem bei der Herstellung von Farbstoffen, Arzneistoffen und bei der Textilveredelung (Knitterfrei-Effekt) eingesetzt.
Quelle: Wikipedia

Es bestand also keine Lebensgefahr.

Der Einsatz ging noch bis um 04:00 Uhr am Morgen. Insgesammt waren 165 Einsatzkräfte vor Ort. Und noch am selben Abend wurde die Arbeit der Spedition, obgleich gegen den Rat der Feuerwehr, wieder aufgenommen.

Quellen:
HNA-Artikel: Chemie-Unfall in Kirchbauna: Kanister war nicht richtig geschlossen
HNA-Artikel: Chemie-Unfall: Mitarbeiter aus Krankenhaus entlassen – „Keine Lebensgefahr“
HNA-Fotos: Fotos vom Einsatz
HNA-Videos: Video vom Einsatz

Kommentare

3 Kommentare zu “Großeinsatz: Chemie-Unfall nähe Kassel” (davon )

  1. EMikro am 26. Juni 2009 15:05

    Erster Quellenlink ist defekt, dieser funktioniert:
    http://www.hna.de/baunatalstart/00_20090625125003_Chemie_Unfall_in_Kirchbauna_Kanister_war_nicht.html

    Gruß Christian.

  2. One-trick-pony am 26. Juni 2009 19:33

    Interessant finde ich die Idee, den Verletzensammel- und Betreuungsplatz mitten auf einer Tankstelle aufzubauen (zu sehen im HNA-Video)
    ;-)

  3. MatthiasM am 26. Juni 2009 23:46

    Interessante Frage ist, wenn bei der Meldung Menge und Art der Chemikalie von vorneherein bekannt gewesen wären, ob dann dieses Großaufgebot auch in Marsch gesetzt worden wäre.

    Ich bin sicher, daß 1 Liter Formaldehyd z.B. in einem ganz normalen Chemielabor ohne weiteres Aufhebens mit „Bordmitteln“ in Griff zu bekommen gewesen wäre.

    (und wenn das Formaldehyd bei einem Hobbychemiker gefunden worden wäre, welche Bombenbaupläne morgen wieder in der Boulevardpresse aufgedeckt werden würden).

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