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Reeke – Bei einem Unfall am Bahnübergang in Lübeck-Reecke wurden acht Menschen leicht verletzt. Die Bahnstrecke Reinfeld–Lübeck blieb stundenlang voll gesperrt.

Um 11.46 Uhr geht der Alarm bei der Lübecker Feuerwehr ein: Ein Regionalzug ist auf der Strecke zwischen Hamburg und Lübeck im Ortsteil Reecke mit einem Traktor kollidiert. Die Retter machen sich sofort mit einem Großaufgebot auf den Weg. „Wir haben das Schlimmste befürchtet“, so Sprecher Michael Utech. Schließlich fährt der Zug auf diesem Streckenabschnitt rund 140 Stundenkilometer schnell. Als die ersten der insgesamt mehr als 100 Rettungskräfte der freiwilligen Feuerwehren und der Berufsfeuerwehr eintreffen, brennen Teile des vollkommen zerstörten Traktors noch lichterloh.

Der Fahrer des Treckers, Landwirtschaftsgehilfe Tobias F. (30) aus Lübeck, wird mit einem schweren Schock ins Krankenhaus gebracht. Er ist geistesgegenwärtig kurz vor der Kollision vom Fahrersitz gesprungen. Sein Traktor, ein 15 Jahre alter, grüner John-Deere-Schlepper (Wert 30 000 Euro), wird bei dem Zusammenstoß völlig unter dem Zug zermalmt. Der brennende Traktor wird gelöscht, am Rand der Unfallstelle wird vorsorglich eine Verletzten-Sammelstelle eingerichtet.

Einige der circa 200 Fahrgäste im Zug sind fix und fertig. Sieben Fahrgäste werden bei dem Unfall und der anschließenden Notbremsung leicht verletzt. „Das war furchtbar“, erzählt Anke Heick (59) aus Bad Schwartau, die im ersten Waggon saß. „Es gab einen lauten Knall und eine Stichflamme. Alle Fenster sind gesprungen. Ich habe alles stehen und liegen gelassen und bin zum Ausgang gerannt.“ Auch Wolfgang Hartmann (66) war an Bord des Unglückszuges. Er selbst sei „überraschenderweise ruhig geblieben“ nach dem Unfall. „Aber einige sind ziemlich in Panik geraten, da sich die Türen zunächst nicht öffnen ließen“, berichtet der Ricklinger.

Die Bahnpolizei hat unterdessen die Unfallstelle weiträumig gesperrt. Auf 200 Metern sind die Traktorteile entlang der Trasse verstreut. Zur Unfallursache will Matthias Menge, Sprecher der Bundespolizei, noch keine Angaben machen. „Die Ermittlungen dauern an.“ Ebenso wenig wie eine Sprecherin der Bahn: „Wir warten die Ergebnisse der Untersuchung ab.“

Der Bahnübergang ist mit Halbschranken und Blinklicht gesichert. Nach Angaben eines Feuerwehrmannes waren die Schranken bei der Ankunft der Rettungskräfte unten. Landwirt Stefan Bertelsen (37) aus Lübeck-Wulfsdorf dagegen erhebt schwere Vorwürfe gegen die Bahn: „Dieser Bahnübergang war lebensgefährlich. Die Schranke ging immer plötzlich runter, zehn Sekunden später kam der Zug angerast.“

„Der Traktor war schon auf den Gleisen, als sich die Schranke schloss“, sagt Erdbeerbauer André Fennert (37). Bertelsen und sein Gehilfe Tobias, der als erfahren und zuverlässig gilt, waren gestern bei Fennert als Lohnunternehmer tätig. „Wir alle wissen, wie gefährlich dieser Übergang ist. Ein Wunder, dass nicht schon früher etwas passiert ist.“

Die Aufräumarbeiten an der Unfallstelle ziehen sich in die Länge. Nicht nur sämtliche Unfallspuren müssen gesichert, auch die Schäden an der Oberleitung müssen repariert werden. Von 12 Uhr an geht auf der Strecke nichts mehr. Für die Züge von Hamburg nach Lübeck ist bereits in Reinfeld Endstation. Von dort werden die Bahnkunden mit Bussen zum Lübecker Hauptbahnhof gebracht. „Natürlich sorgt das nicht für viel Freude“, räumt eine Bahnsprecherin ein, denn die Fahrzeit erhöht sich damit um etwa 30 Minuten. Betroffen davon sind insgesamt 24 Züge. Erst gegen 18 Uhr wird die Bahnstrecke wieder für den Verkehr freigegeben.

Text: Lübecker Nachrichten
Bilder zum Einsatz: http://www.ln-online.de/regional/2620364

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